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MG EHS: Der chinesische Plug-in-Hybrid kommt 2021

MG EHS stehend von vorne
Kompakt-SUV: Der MG EHS ist in etwa so groß wie ein Ford Kuga ∙ © MG

Der chinesische Hersteller MG will sich als Elektro-Automarke in Europa etablieren. Vier Modelle sind für 2021 geplant – unter anderem der Plug-in-Hybrid EHS. Was kann der SUV? Testfahrt, Bilder, Daten.

  • Plug-in-Hybrid EHS zählt mit 4,57 m Länge zu den Kompakt-SUVs

  • 16,6 kWh-Batterie für 52 km rein elektrische Reichweite

  • Preis: Mit guter Ausstattung ab rund 34.000 Euro

  • 5 Sterne im EuroNCAP-Crashtest

Die seit 2007 zum chinesischen Autokonzern SAIC gehörende Marke MG drängt mit Macht auf den europäischen Markt. Zwar ist sie bereits seit über zehn Jahren in Großbritannien mit vornehmlich konventionell angetriebenen Modellen präsent. Doch jetzt steht der Sprung nach Kontinentaleuropa an, wo sich MG laut Europa-Chef Matt Lei als "smarte und moderne Elektroauto-Marke" positionieren will.

Dazu werden 2021 schrittweise vier Modelle auch in den deutschen Markt eingeführt. Neben dem bereits bestellbaren reinen Elektroauto ZS EV sollen später im Jahr zwei weitere, deutlich größere Elektro-SUVs folgen. Außerdem wird parallel zum ZS EV Anfang 2021 mit dem EHS ein Kompakt-SUV mit Plug-in-Hybridantrieb eingeführt.

Der MG EHS ist etwas länger als ein VW Tiguan

MG EHS fahrend von der Seite
Könnte auch ein Mazda oder ein Renault Kadjar sein: Der MG EHS ∙ © MG

Auf den ersten Blick wirkt das 4,57 Meter lange SUV mit reichlich Platz für Kind und Kegel dabei wie das klassische China-Schnäppchen. Denn ein paar Zentimeter länger als der VW Tiguan und deutlich besser ausgestattet, kostet er ein gutes Drittel weniger als der Plug-in-Hybrid aus Wolfsburg und man sucht unweigerlich einen Haken. Auf Anhieb ist der aber nicht zu finden: Der EHS ist weder ein Design-Klon aus dem Copy-Shop, noch ein Billig-Modell, das nach Lack und Lösungsmitteln müffelt.

Im Gegenteil: Die Form ist schlicht, aber schick und das Innenleben kann es mit jedem Europäer aufnehmen: Stramm gepolsterte Sitze mit vornehmen Bezügen, reichlich Zierrat rund ums weitgehend digitale Cockpit, neutraler Geruch und vernünftige Verarbeitung – da merkt man, dass MG-Mutter SAIC daheim in China im Joint-Venture mit VW auch Tiguan & Co montiert und dabei offenbar viel gelernt hat. Vorn wie hinten bietet der Fünfsitzer genügend Beinfreiheit, im Kofferraum ist Platz für 448 bis 1375 Liter Gepäck.

Hoher Aufwand beim Antrieb

Auch der Antrieb zeugt von hohem Aufwand. Denn wo der 1,5 Liter große Turbo-Benziner mit 119 kW/162 PS, der 90 kW/122 PS starke Stromer und der Lithium-Ionen-Akku von 16,6 kWh für bis zu 52 Kilometer Reichweite noch Standard sind, leisten sich die Chinesen beim Getriebe einen ungewöhnlichen Luxus: Der Verbrenner ist mit einer Sechsgang-Automatik kombiniert und der Stromer wird über eine zweite Automatik mit vier Gängen geschaltet. Zusammen ergibt das konkurrenzlose zehn Übersetzungsstufen, von denen sich MG eine besonders feinfühlige Regelung verspricht.

Lange Ladezeit mit nur 3,7 kW Ladeleistung

Dafür ist die Ladetechnik nur Mittelmaß: Weil es lediglich einen 3,7 kW-Charger an Bord gibt, hängt der EHS im besten Fall 4,5 Stunden am Kabel.

Erst beim Fahren selbst verblasst der Glanz des MG ein wenig. Nein, die Abstimmung geht in Ordnung, selbst wenn der EHS es sehr viel gelassener angehen lässt als ein Tiguan. Die Lenkung ist hinreichend richtungsweisend und die Bremsen haben Biss.

Doch im reinen Akku-Betrieb lässt der MG bei all dem üblichen elektrischen Elan die typische Stille der Stromer vermissen und behelligt die Insassen mit einem ungewöhnlich lauten Surren. Auch der Verbrenner ist weder Leisetreter noch Chefdynamiker. Denn wer bei einer Systemleistung von 258 PS und vereinten 370 Nm auf anregende Fahrdynamik hofft, der wird enttäuscht. Selten haben sich 6,9 Sekunden auf Tempo 100 (Werksangabe) so lange angefühlt, und mit einem Spitzentempo von 190 km/h machen die Chinesen in dieser Klasse auch keinen Stich. Aber Fahrspaß dürfte ohnehin nicht ganz oben auf der Liste der Kunden stehen, die in erster Linie einen geräumigen SUV mit sparsamem Antrieb suchen.

Modernes, digitales Cockpit

MG EHS Cockpit
Modernes Cockpit mit digitalem Kombiinstrument und großem Touchscreen ∙ © MG

Der aufgeräumte Arbeitsplatz des EHS zeichnet sich durch wenige Schalter und große Displays hinter dem Lenkrad und zentral im Armaturenbrett aus. Der mittige 10,1-Zoll-Touchscreen dient als Anzeige- und Bedieneinheit für das Infotainment-System, welches unter anderem GPS-Navigation, DAB-Radio und Smartphone-Integration beherrscht.

MG wird den EHS in zwei Ausstattungsvarianten zu Preisen ab rund 34.000 Euro anbieten. In beiden Versionen sind unter anderem Parkpiepser, Ledersitze, LED-Tagfahrleuchten, Zwei-Zonen-Klimaanlage, Lederlenkrad, Keyless-Entry, Infotainment-System, Sitzheizung, Lederlenkrad sowie eine Reihe von Assistenzsystemen wie Abstandstempomat, Kollisionsverhinderer oder 360-Grad-Kamera an Bord. Die höherwertige Version bietet darüber hinaus LED-Scheinwerfer, Zwei-Farb-Lederausstattung, elektrisch verstellbare Sportsitze sowie ein Panorama-Glasdach.

5 Sterne im EuroNCAP-Crashtest

Der Plug-in-Hybrid punktet darüber hinaus mit einem 5-Sterne-Ergebnis beim EuroNCAP-Crashtest sowie einer Siebenjahres-Garantie. MG hat in Europa zudem vor bereits einiger Zeit ein Netzwerk für Service und Garantie etabliert. "MG ist hier, um zu bleiben!", sagt Lei. Das darf man ernst nehmen, denn einen langen Atem hat die anglo-chinesische Automarke bereits mit ihrem Engagement in Großbritannien bewiesen. Zudem ist der Mutterkonzern SAIC ein wichtiger Player der Autobranche. Laut Lei ist der Autobauer in seiner Heimat die Nummer 1 und weltweit auf Rang sieben.

Ein interessantes Auto ist der EHS allemal. Was er aber wirklich kann, wird er in einem kommenden, ausführlichen ADAC Test erst noch beweisen müssen.

Text: Mario Hommen, Benjamin Bessinger/SP-X

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