Elektro- und Hybrid-Antrieb: Der neue Mercedes GLA kommt in beiden Varianten
Von Andreas Huber
Der Mercedes GLA geht in die nächste Generation. Das Kompakt-SUV wächst beim Radstand, erhält ein komplett neues Interieur mit Superscreen und startet zunächst mit Elektroantrieben. Hybridversionen folgen Anfang 2027. Alle Infos.
Keine Unterscheidung mehr in EQA und GLA
Bis zu 657 Kilometer elektrische WLTP-Reichweite; 800-Volt-Technik
Größerer Innenraum mit bis zu drei Bildschirmen
Mercedes befindet sich in einer regelrechten Elektro-Produktoffensive. Während in der Mittelklasse mit GLC und C-Klasse die wichtigsten Modelle bereits vorgestellt wurden, gab es im Kompaktsegment neben dem CLA und dem GLB bislang noch eine Lücke. Das ändert sich nun mit dem neuen Mercedes GLA. Das SUV kommt mit zwei Antriebskonzepten und einem deutlich moderneren Design als bisher, um sich gegen Audi Q3, BMW X1/iX1, VW T-Roc oder Volvo XC40/EX30 zu behaupten.
Hybridantrieb für den GLA erst 2027

Neben der frischen Optik soll vor allem die Technik überzeugen. Damit möglichst viele Kundinnen und Kunden zugreifen, bietet Mercedes den GLA nicht nur elektrisch an, sondern setzt auch auf Hybridtechnik. Dabei kommt der aus CLA und GLB bekannte Antriebsstrang, bestehend aus einem 1,5-Liter-Turbobenziner und 48-Volt-Technik, zum Einsatz. Konkrete Leistungsdaten nennen die Schwaben noch nicht, in anderen Modellen liegt die Bandbreite der Leistungsoptionen aber zwischen 136 und 190 PS für den Verbrenner.
Vorteil der Hybridtechnik: Auch wenn das System offiziell nur als Mildhybrid geführt wird, erlaubt es im Alltag auf kurzen Strecken elektrisches Fahren, ohne dass der GLA an der Steckdose aufgeladen werden muss. Das senkt den Verbrauch und schont somit auch den Geldbeutel. Interessierte müssen allerdings bis 2027 auf den Hybrid warten, zum Marktstart 2026 bietet Mercedes den GLA nämlich nur vollelektrisch an.
Elektroantrieb: Zwei Akkugrößen zum Marktstart

Dafür erhält die Elektroversion alles, was im Konzern aktuell an Technik verfügbar ist. Auch das Kompakt-SUV arbeitet mit 800-Volt-Technik für kurze Ladezeiten. Je nach Akkugröße erlaubt die Technik Schnellladeleistungen von bis zu 320 kW. An der öffentlichen Ladesäule sind serienmäßig 11 kW möglich, optional sind es 22 kW.
Die maximale Reichweite gibt Mercedes je nach Modell mit bis zu 657 Kilometern nach WLTP an. Als Stromspeicher dienen vorerst ein 58 kWh großer LFP-Akku und ein 85 kWh großer NMC-Akku, eine mittlere 71-kWh-NMC-Version soll Anfang 2027 folgen.
Drei Versionen des elektrischen GLA werden zum Marktstart angeboten. Den Einstieg bildet der 165 kW (224 PS) starke GLA 200 mit Heckantrieb. Darüber rangiert der 200 kW (272 PS) starke GLA 250+, der ebenfalls nur einen Motor an der Hinterachse trägt. Vorläufiges Topmodell ist der GLA 350 4MATIC mit Allradantrieb und 260 kW (354 PS) Systemleistung.
Optisch interessanter als der Vorgänger

Anders als der GLB verzichtet der GLA auf ein durchgezogenes Leuchtenband an der Front. Stattdessen ziert die Elektrovariante ein Paneel aus 608 einzelnen Lichtpunkten, das mithilfe von 158 LEDs zum Strahlen gebracht wird. Beim Hybridmodell finden sich hier kleine Chrom-Sterne im Kühlergrill. LED-Scheinwerfer sind immer Serie, optional sind Matrix-LED-Scheinwerfer erhältlich.
Im Profil wirkt der GLA angenehm bullig. Das Dach fällt nach hinten nur leicht ab, die Fensterlinie ist SUV-typisch hoch. Am Heck finden sich Rückleuchten, die sich von denen anderer Mercedes-Modelle abheben. Als wiederkehrendes Element der Stuttgarter erhält aber auch der GLA Sterne als Teil der Lichtsignatur am Heck.

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Abmessungen: GLA ist gewachsen
Der GLA ist verglichen mit dem Vorgänger ein gutes Stück gewachsen. Das SUV ist jetzt 4,57 Meter lang (Vorgänger: 4,41 Meter), 1,87 Meter breit (1,83 Meter) und 1,60 Meter hoch (1,61 Meter). Der Radstand beträgt 2,79 Meter und damit 6 Zentimeter mehr als beim Vorgänger.
Cockpit und Innenraum eng mit dem CLA verwandt

Wer sich bereits mit dem Mercedes CLA beschäftigt hat, dem kommt auch das Cockpit des GLA vertraut vor. Bis auf Kleinigkeiten und die Platzverhältnisse sind die beiden Innenräume nahezu identisch. Das Armaturenbrett beherbergt immer ein 10,25 Zoll großes Kombiinstrument und einen 14-Zoll-Touchscreen für das Infotainment. Auch beim SUV gibt es gegen Aufpreis den MBUX Superscreen, der einen zusätzlichen 14-Zoll-Touchscreen für den Beifahrer in den GLA bringt.
Die Verarbeitung wirkt solide, so zumindest der erste Eindruck aus dem Fotostudio. Der obere Bereich der Verkleidungen setzt auf geschäumte Oberflächen, nur an Stellen, die man nicht ständig in der Hand hat, spart Mercedes. Mit einer Ausnahme: Die "schwebende Mittelkonsole" wirkt nicht sehr hochwertig und klingt beim Draufklopfen hohl.

Die Platzverhältnisse sind für ein Kompaktmodell angenehm. In der ersten Reihe könnten die Arme zwar etwas mehr Platz um die Ellenbogen herum haben, ansonsten gibt es hier aber wenig zu beanstanden. Im Fond ist selbst für Erwachsene ziemlich viel Platz. Hier macht sich der rund 6 Zentimeter längere Radstand im Vergleich zum Vorgänger bemerkbar. An den Knien haben Personen mit 1,80 Meter Körpergröße keine Platzangst, und selbst am Kopf gibt es trotz serienmäßigem Panoramaglasdach noch genug Luft nach oben.
Den Kofferraum gibt Mercedes mit 410 Litern an; legt man die Rückbank um, lässt er sich auf bis zu 1400 Liter erweitern. Zusätzlich gibt es beim Elektromodell unter der vorderen Haube einen Frunk mit 107 Litern Volumen, der sich über eine Haubenentriegelung im Innenraum öffnen lässt.
Ausstattung: Night Edition und jede Menge Assistenten
Wer den GLA besonders präsent im Straßenbild haben möchte, bekommt mit der Night Edition eine entsprechende Möglichkeit. Exklusiv für diese Ausstattungsvariante bieten die Schwaben eine mattschwarze Lackierung an, die um glänzend schwarze Kunststoffteile und schwarze Felgen ergänzt wird. Im Innenraum beinhaltet das Ausstattungspaket schwarzes Leder mit weißen Kontrast-Elementen.

Der neue GLA verfügt serienmäßig über viele Assistenzsysteme und nutzt dafür acht Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Je nach Ausstattung unterstützt das SUV beim Abstandhalten, Lenken, Spurhalten, Bremsen und Beschleunigen. Mit MB.Drive sind teilautomatisierte Fahrfunktionen möglich. Neu ist zudem ein Spurwechsel-Assistent für Autobahnfahrten.
Beim Rangieren und Parken helfen verbesserte Parkassistenten mit 360-Grad-Kamera, automatischem Ausparken, Felgenschutz-Warnung und einer Rückwärts-Rangier-Funktion, die einen Teil der zuletzt gefahrenen Strecke selbstständig zurücksetzen kann.
Marktstart und Preis: Bestellbar ab 30. Juli 2026
Der neue GLA ist ab dem 30. Juli 2026 bestellbar. Der Basispreis für den GLA 200 startet bei 48.599 Euro, für das Topmodell werden mindestens 58.108 Euro fällig. Angaben zum Hybridmodell macht Mercedes bislang noch nicht. Betrachtet man jedoch die Preisgestaltung des GLB, lässt sich ableiten, dass der kleinste Benziner mit elektrischer Unterstützung wohl rund 3000 Euro günstiger sein dürfte.
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