Audi Q3 im Test: Der Kassenschlager wurde größer, aber auch teurer

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Von Andreas Huber

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Audi hat den Q3 in die dritte Runde geschickt. Das Kompakt-SUV ist größer geworden und macht neue Technik-Features aus der Oberklasse einer breiteren Masse zugänglich. Preise, Bilder, Video und der ausführliche ADAC Test.

  • Neuer Audi Q3: Keine Handschaltung mehr

  • Q3 als Benziner, Diesel und Plug‑in-Hybrid

  • Preise ab 46.100 Euro

Audi gibt Gas, und zwar richtig. Kein anderer Hersteller aus Deutschland hat innerhalb kurzer Zeit so viele neue Modelle präsentiert. Mittelklasse? Mit dem A5 und Q5 neu aufgelegt. Gehobene Mittelklasse? Da stehen A6, A6 e-tron und Q6-etron beim Händler. Auch der kompakte Q3 wurde erneuert. Der ADAC Test zeigt, wie es um die Qualität und den Verbrauch des SUVs steht.

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Hier können Sie den ausführlichen Test des Audi Q3 2.0 TFSI quattro S tronic herunterladen

Audi Q3: Wichtiges Kompaktsegment

Aufnahme des Hecks bei der Fahrt mit dem Audi Q3
Ein Heck wie ein A6. Der Q3 übernimmt an den Rückleuchten die Optik von Limousine und Kombi© Audi

Der aktuelle Q3 baut weiterhin auf der MQB-Plattform auf, die beispielsweise auch der VW Tiguan nutzt. Trotz der Gemeinsamkeiten macht Audi technisch und bei der Bedienung aber einige Sachen anders. Wie wichtig das im ungarischen Győr gebaute SUV für die Marke mit den vier Ringen ist, zeigt ein Blick auf die weltweiten Verkäufe im Jahr 2024. Da wurde das Vorgängermodell rund 215.000-mal verkauft – und das sogar im letzten Produktionsjahr. Wie beim Vorgänger gibt es den aktuellen Q3 als klassisches SUV und als Coupé-Version Sportback.

Design: Das SUV ist kantiger

Aufnahme des blauen fahrenden Audi Q3 auf einer Landstraße
Die zweigeteilten Leuchten und der große Single-Frame-Grill geben dem Q3 ein stattliches Auftreten© STUDIO GOICO

Verglichen mit dem Vorgänger ist der neue Q3 markanter gezeichnet. Das fällt vor allem an der Front auf. Hier sind viele Knicke und Kanten zu erkennen. Auffällig sind auch die zweigeteilten Leuchten, die Tagfahrlicht und Scheinwerfer trennen. LED-Scheinwerfer sind serienmäßig, optional gibt es digitales Matrix-LED-Licht. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Technik, die aus dem Audi A8 und dem Q8 e-tron bekannt ist.

Im Profil ist die optische Zweiteilung der Karosserie erkennbar. Die Designer nennen diese Linie die "Ufo-Linie". Sie soll helfen, den Wagen stämmiger auf die Straße zu stellen. Am Heck fallen beleuchtete Audi-Ringe auf der Heckklappe ins Auge, die es in dieser Form bislang nur im A6 e-tron gab.

Auch die Lichtgestaltung am Heck orientiert sich zwei Fahrzeugklassen weiter oben. Die Kombination aus digitalen OLED-Rückleuchten und dem durchgezogenen Leuchtenband ist vom aktuellen Audi A6 bekannt.

Innenraum: Neues Hebelkonzept

Audi hat bei der Einführung neuer Modelle zuletzt viel Kritik für die Innenraumqualität einstecken müssen. Gilt das auch für den neuen Q3? Nicht wirklich. Das Testfahrzeug macht vieles bei diesem Kapitel richtig. Im Innenraum finden sich viele aufgepolsterte Elemente und Flächen, die das Cockpit hochwertig wirken lassen.

Der Einsatz von Hartplastik beschränkt sich überwiegend auf Bereiche, die man nicht oft in der Hand hält. Scharfkantige Stellen mussten im Test aktiv gesucht werden und waren nicht oft anzutreffen. Offenbar hat sich Audi der Kritik angenommen und beim Q3 mehr Augenmerk auf das Thema Qualität gelegt.

Im Q3 kommt eine Displaylandschaft zum Einsatz, die auf dem Armaturenbrett angebracht ist. Sie besteht aus einem 11,9 Zoll großen digitalen Kombiinstrument und einem 12,8 Zoll großen Touchscreen.

Spannend: Audi hat bei den Anzeigen im Kombiinstrument ebenfalls auf Kritik gehört und bietet endlich wieder die Möglichkeit an, sich eine Kartenansicht über die gesamte Displayfläche anzeigen zu lassen. Als Software-Basis dient auch im Q3 Android Automotive, die Benutzeroberflächen unterscheiden sich aber von den größeren Mittelklassemodellen. Was die Software betrifft, zeigte sich der Q3 im ADAC Test allerdings nicht fehlerfrei. Neben dem Ausfall des Radioempfangs brach die Verbindung zwischen Fahrzeug und Telefon bei Apple CarPlay zeitweise ab, auch die Assistenzsysteme fielen im Testzeitraum auch mal kurzfristig aus.

Detail am Lenkrad des Audi Q3
Klassische Lenkstockhebel gibt es nicht mehr. Die Bedienlogik ist aber gleich geblieben© Audi

Das Kompakt-SUV verzichtet auf klassische Lenkstockhebel. Diese wurden gegen eine flache Leiste ersetzt, die zwar der gleichen Bedienlogik folgt, aber frischen Wind ans Lenkrad bringt. Links befinden sich die Bedienungen des Blinkers und des Scheibenwischers, rechts lässt sich die Fahrstufe wählen.

Beim Plattformbruder VW Tiguan ist die Bedienung ähnlich, Audi hat es beim Q3 aber geschafft, dieses Konzept für sich neu zu interpretieren. In der Praxis braucht es einen Moment, bis man die Funktion des Scheibenwischers verstanden hat. Im Alltag erfordert das neue Bedienkonzept also etwas Eingewöhnung. Während die Fahrstufenwahl problemlos gelingt, bewerten die Testerinnen und Tester des ADAC insbesondere die neue Blinkereinheit als weniger intuitiv als klassische Lenkstockhebel.

Im Fond findet sich serienmäßig noch immer eine verschiebbare Rücksitzbank. Sie lässt sich nach vorne verschieben und erlaubt damit eine variablere Nutzung des Innenraums. Insassen bis 1,95 Meter finden hinter den Vordersitzen Platz.

Abmessungen und Kofferraum des Q3

Der Q3 ist in allen Dimensionen gewachsen. Mit 4,53 Metern Länge ist er 4 Zentimeter länger als der Vorgänger und für ein Kompaktmodell schon relativ groß. Die Breite ist mit 1,86 Meter ohne Spiegel annähernd gleich geblieben, in der Höhe liegt der Audi bei 1,58 Meter.

Trotz seiner kompakten Abmessungen fällt der Kofferraum kaum kleiner aus als beim größeren Audi Q5. Nach ADAC Messung fasst er zwischen 470 und 1380 Liter Gepäck. Beim Thema Anhängelast lässt der neue Q3 im Vergleich zum Vorgänger Federn. Hier sind je nach Motorisierung 2,1 Tonnen möglich (Vorgänger: 2,2 Tonnen).

Audi Q3 mit 204 PS im Test

Der ADAC Redakteur Andreas Huber während der Fahrt des Audi Q3
Unterwegs auf schottischen Straßen: Redakteur Andreas Huber mit dem neuen Q3© Audi

Mit den optionalen adaptiven Dämpfern, die je nach gewähltem Fahrmodus die Charakteristik des Fahrwerks verändern, ist das SUV selbst im Komfortmodus schon ordentlich straff abgestimmt, wie sich bereits auf den ersten Metern zeigt. Die optionalen 20-Zoll-Räder reichen kleinere Unebenheiten spürbar an die Insassen weiter. Das optionale Adaptivfahrwerk bietet auf langen Strecken aber trotz allem noch einen guten Komfort.

Anders verhält es sich mit der optionalen Progressiv-Lenkung. Auch sie ist an die Fahrmodi gekoppelt und legt in jedem Abstimmungsprofil eine willkommene Verbindlichkeit an den Tag. Sie ist direkt und erzeugt ein angenehmes Lenkmoment, was die Person am Lenkrad dabei unterstützt, den Q3 präzise zu steuern.

Für den Fahrkomfort sind drei Fahrwerksoptionen verfügbar. Neben einem klassischen Stahlfahrwerk gibt es auch noch die getestete Adaptivvariante und ein Sportfahrwerk.

Aufnahme der Front während der Fahrt mit dem Audi Q3
Selbst der kleinste Motor zieht den Q3 angemessen über den Asphalt. Hier werden die Vorderräder angetrieben © Audi

Im ADAC Test hinterlässt der 204 PS starke Turbobenziner einen guten Eindruck. Der Vierzylinder läuft kultiviert und beschleunigt kräftig. Das serienmäßige Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet überwiegend harmonisch. Die Kehrseite des kräftigen Allrad-Benziners zeigt sich beim Verbrauch. In der Verbrauchsmessung lag der Testverbrauch bei 8,1 Liter Super je 100 Kilometer. Damit zählt die Variante nicht zu den Sparmeistern ihrer Klasse.

Der Q3 stand bei der internationalen Fahrpräsentation in vier verschiedenen Versionen zur Auswahl. Bereits das Basismodell mit 150-PS-Benziner ist dabei für den Alltag ausreichend motorisiert. Aus dem Teillastbereich heraus benötigt das Getriebe vor Überholvorgängen allerdings einen Moment, bis es ein bis zwei Gänge zurückschaltet und so den Q3 wieder in den passenden Drehzahlbereich bringt. Dann kann der Motor aber mit einem guten Durchzug überzeugen.

Auch der vorläufige Top-Benziner samt Allrad krankt an einer Gedenksekunde, ehe er bei spontanen Lastanforderungen sprichwörtlich in die Gänge kommt. Hat sich das Doppelkupplungsgetriebe aber sortiert, spurtet der 265 PS starke Vierzylinder los und befördert das SUV souverän auf Geschwindigkeit.

Das einzige Dieselaggregat beim Q3 (150 PS, Vorderradantrieb) macht die Sache in diesem Fall etwas besser. Hier scheint der Schaltvorgang beim Zwischenspurt spontaner als bei den Benzinbrüdern. Der Selbstzünder ist kultiviert und im Innenraum nur wenig zu hören. Sollen mit dem Q3 lange Strecken zurückgelegt werden, ist man mit dem Diesel sicher gut bedient.

Plug-in-Hybrid mit gutem Gesamtpaket

Wer das rundeste Gesamtpaket sucht, der ist vermutlich mit dem Plug-in-Hybrid am Besten bedient. Der Audi startet immer im Elektromodus. Auf Wunsch fährt der Q3 hier bis zur letzten Kilowattstunde im Akku vollelektrisch, ehe der Benziner anspringt. Im Hybridmodus startet das SUV ebenfalls elektrisch. Etwa ab einem Viertel des Pedalwegs schaltet sich zusätzlich der Verbrennungsmotor zu. Hier steht dann auch die maximale Systemleistung von 272 PS zur Verfügung.

Spannend: Wer mit Navi fährt, der holt das Maximum aus dem Hybridantrieb heraus. Dann kalkuliert der Audi nämlich selbst, wann welcher Motor für den Vortrieb sorgt und spart so elektrische Reichweite, um beispielsweise am Zielort wieder elektrisch fahren zu können.

Ausstattung: Technik aus der Oberklasse

Aufnahme der Leuchtkraft der Scheinwerfer in der Dunkelheit des neuen Audi Q3
Dank der vielen einzelnen Mikro-LEDs kann der Audi unter anderem einen Lichtteppich auf die Straße projizieren© Audi

Das optionale digitale Matrix-LED-Licht ist eine Weiterentwicklung von Technik aus der Oberklasse. Das Feature war bislang in Modellen wie dem Audi A8 zu finden und benötigte durch seine Bauart viel Platz im Vorderwagen. Im Q3 kommt erstmals eine platzsparendere Version zum Einsatz.

Eine LED-Lichtquelle wird hier in viele kleine Lichtpunkte aufgeteilt, die dann Informationen auf die Straße projizieren können. Audi spricht von 25.600 Mikro-LEDs. Sie erlauben es, Warnhinweise, eine Spurführungshilfe oder eine Totwinkelwarnung in das Sichtfeld der Person am Steuer zu leuchten – und so zur Sicherheit beizutragen.

Q3 als Benziner, Diesel und Plug‑in-Hybrid

Aufnahme des roten fahrenden Audi Q3 auf einer Landstraße
Den Q3 bietet Audi als Benziner, Diesel und Plug-in-Hybrid an© STUDIO GOICO

Unter der Haube des Kompakt-SUVs ist in jeder Motorvariante ein Vierzylinder-Reihenmotor zugange, losgelöst vom Kraftstoff. Audi verbannt zudem das manuelle Schaltgetriebe aus dem Q3 und setzt bei allen Varianten auf eine automatisch schaltende S-Tronic.

Der Basis-Benziner leistet 150 PS und hat Vorderradantrieb. Darüber rangiert ein Allrad-Benziner mit 204 PS (Quattro). Der vorläufige Top-Benziner leistet 265 PS und hat ebenfalls Allradantrieb. Der einzige Diesel im Programm leistet wie das Basisaggregat 150 PS und hat Vorderradantrieb.

Für Firmenwagennutzer könnte der Q3 als Plug‑in-Hybrid interessant sein. Mit einer Systemleistung von 272 PS und einer elektrischen Reichweite von bis zu 120 Kilometer nach WLTP muss sich der Ingolstädter keineswegs vor der Konkurrenz verstecken. Der 25,7 kWh große Akku lässt sich zudem mit bis zu 50 kW am Gleichstrom-Schnelllader wieder auffüllen.

Leider zeigt sich die Ausstattung an einigen Stellen ziemlich lückenhaft – selbst für einen automatisch abblendenden Innenspiegel wird der Kunde zur Kasse gebeten. Sinnvoll ausgestattet nähert sich das kompakte SUV rasch ganz anderen Preisregionen – der Testwagen bleibt mit einigen Extras nur knapp unter 70.000 Euro. Bei einem kompakten SUV muss man hier erst mal schlucken.

Audi Q3: Technische Daten und Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Audi Q3 2.0 TFSI quattro S tronic (10/25 - 07/26)

Motorart

Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.984 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

150

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

204

Drehmoment (Systemleistung)

320 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

4.500 U/min

Antriebsart

Allrad

Beschleunigung 0-100km/h

7,1 s

Höchstgeschwindigkeit

229 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

176 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

7,8 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

488 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.386 l

Leergewicht (EU)

1.735 kg

Zuladung

525 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

2.000 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.531 mm x 1.859 mm x 1.601 mm

Grundpreis

51.200 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Audi Q3 2.0 TFSI quattro S tronic

Überholvorgang 60–100 km/h

4,7 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,0 m

Wendekreis

11,8 m

ADAC Testverbrauch

8,1 l Super/100 km

Reichweite

740 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,2 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1720 / 540 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

470 / 885 / 1380 l

ADAC Testnoten

ADAC Testergebnis

Audi Q3 2.0 TFSI quattro S tronic (10/25 - 07/26)

Karosserie

2,2

Innenraum

2,1

Komfort

2,4

Antrieb

1,8

Fahreigenschaften

1,6

Sicherheit

1,9

Umwelt

4,2

Gesamtnote

2,3
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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