Rechtstipps zur Wohnmobil-Miete

• Lesezeit: 7 Min.

Von Petra Gerhäuser, Angela Baumgarten

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Glückliche junge erwachsene Frau streckt die Arme vor den Fenstern eines Wohnmobils aus und feiert die Freiheit
Ein Wohnmobil mieten und ins Urlaubsabenteuer aufbrechen© Shutterstock/simona pilolla 2

Ein Wohnmobil zu mieten ist nicht nur für Einsteiger interessant. ADAC Juristinnen und Juristen geben Tipps, auf was Sie dabei achten sollten und wie Sie typische Kostenfallen und Haftungsrisiken vermeiden.

  • Vor der Unterschrift Mietvertrag und Zustand des Wohnmobils prüfen

  • Camper mieten: Mit der ADAC Checkliste Probleme vermeiden

  • Haustiere im Miet-Wohnmobil: Was Sie beachten sollten

Wenn Sie von einem Wohnmobil-Urlaub träumen, müssen Sie nicht gleich einen Camper kaufen. Ein Wohnmobil zu mieten ist die ideale Alternative. ADAC Juristinnen und Juristen erklären, worauf Sie achten sollten, bevor Sie einen Mietvertrag für ein Wohnmobil abschließen.

Urlaub im gemieteten Wohnmobil: ADAC Checkliste abhaken und losfahren

Die ADAC Checkliste dient als rechtlicher Leitfaden für die Reiseplanung, den Mietvertrag, die Kaution, die Übergabe und Rückgabe eines gemieteten Wohnmobils. Ausdrucken, mitnehmen, abhaken, losfahren.

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ADAC Checkliste Wohnmobil mieten
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Wohnmobil mieten: Mit diesen Tipps sind Sie auf der sicheren Seite

Folgende Tipps helfen, unnötigen Ärger vor, während und nach der Reise zu vermeiden.

1. Anbieter und Versicherungsschutz für den Camper vergleichen

Bevor Sie ein Mietwohnmobil buchen oder verbindlich reservieren, sollten Sie sich die Mietbedingungen des Vermieters genau durchlesen und den Versicherungsumfang prüfen.

  • Vergleichen Sie verschiedene Anbieter und überlegen Sie, welcher Camper zu Ihnen passt.

  • Achten Sie darauf, dass alles, was Ihnen wichtig ist, und das gewünschte Zubehör in der Buchung schriftlich dokumentiert wird.

  • Kindersitze muss der Mieter oder die Mieterin mitbringen. Fragen Sie, ob Kindersitze im Wohnmobil sicher befestigt werden können.

Achtung: Buchen Sie ein Wohnmobil online, haben Sie kein Widerrufsrecht. Eine Reservierung können Sie in der Regel nicht kostenlos stornieren.

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Wohnmobile in Europa - Die wichtigsten Regeln für Fahrzeuge bis 7,5 t
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2. Haben Sie den richtigen Führerschein für das Wohnmobil?

Seitenansicht eines Wohnmobils in der Provence
Auch im Ausland braucht man den passenden Wohnmobil-Führerschein© iStock.com/Voyagerix

Achten Sie bei der Reservierung darauf, dass Sie einen Führerschein für die gewünschte Wohnmobilklasse besitzen. Das gilt auch, wenn Sie ein Wohnmobil im Ausland mieten. Zum Beispiel in den USA werden sehr große Camper über 7,5 Tonnen vermietet. Haben Sie dafür nicht die passende Fahrerlaubnis, machen Sie sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar. Es drohen hohe Strafen, und im Schadensfall zahlt die Versicherung nicht.

3. Wie ist das Miet-Wohnmobil versichert?

Klären Sie vor der Unterschrift, dass das Wohnmobil ausreichend versichert ist, und lesen Sie die Versicherungsbedingungen durch. Sind alle potenziellen Schäden abgedeckt, und wie hoch ist die Selbstbeteiligung im Schadensfall?

  • Manche Kreditkarten enthalten eine Deckung für Schäden an Mietfahrzeugen.

  • Sinnvoll können eine Versicherung für Ihr mitgeführtes Reisegepäck und eine Innenraum-Versicherung (Interieur-Schutzversicherung) für das Mobiliar sowie die Innenausstattung des Wohnmobils sein.

  • Es gibt Zusatzversicherungen, die auch das bewegliche Inventar absichern (zum Beispiel persönliche Gegenstände, Vorzeltinhalt oder Elektronikgeräte).

4. Miet-Camper: Wie hoch ist die Kaution?

Eine Kaution in Höhe von etwa 1500 Euro ist üblich. Das entspricht in der Regel der Höhe des Selbstbehalts der Kaskoversicherung (also dem Betrag, den der Mieter im Schadensfall selbst tragen muss).

Geben Sie das Wohnmobil nach dem Urlaub ohne Schäden zurück, bekommen Sie die Kaution zurück. Es gibt auch Zusatzversicherungen, die den Selbstbehalt reduzieren. Das kann durchaus sinnvoll sein, da es Vermieter gibt, die schon bei geringfügigen Schäden die Kaution komplett einbehalten.

Achtung bei Buchung über einen Vermittler

Einige Mietwagenvermittler erstatten bei einem Schaden die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung (sogenannter Tarif mit Rückerstattung). Bei diesem Tarif muss man im Schadensfall die Selbstbeteiligung vor Ort bezahlen, kann sie vom Vermittler aber zurückverlangen.

Achten Sie darauf, die Selbstbeteiligung nicht doppelt abzusichern. Schließen Sie beim Tarif mit Rückerstattung keine zusätzliche "Super-Vollkaskoversicherung" (Super-CDW) ab. Die Kosten hierfür kann man vom Vermittler nicht zurückverlangen.

5. Zuladung und Mautregeln für Wohnmobil beachten

Fragen Sie nach dem zulässigen Gesamtgewicht und der möglichen Zuladung, bevor Sie das Wohnmobil mieten. Denken Sie bei der Auswahl des Wohnmobils auch an die unterschiedlichen Mautregelungen im Ausland. Erkundigen Sie sich nach vorhandenen Vignetten, Go Box (Österreich) oder Mautboxen. Alle Infos gibt es in den Länderinformationen des ADAC.

6. Wohnmobil mieten: Vertrag erst lesen, dann unterschreiben

Auch wenn Sie das Wohnmobil vorab gebucht haben, kommt der eigentliche Mietvertrag in der Regel erst bei Abholung beim Vermieter zustande. Darauf sollten Sie achten:

  • Lesen Sie daher vor Ort den Mietvertrag gründlich durch und vergleichen Sie ihn mit der Buchung, bevor Sie unterschreiben.

  • Prüfen Sie, ob alle Sondervereinbarungen im Mietvertrag dokumentiert sind. Unklarheiten sollten Sie unbedingt vor Vertragsschluss klären. Achten Sie dabei auch auf nicht vereinbarte zusätzliche Kosten, Kilometerbegrenzungen und den Ablauf der Rückgabe.

  • Außerdem sollten Sie sich vor der Unterschrift auch das Wohnmobil genau anschauen.

7. Bei Übergabe checken: Ist das Wohnmobil in Ordnung?

Schauen Sie sich auch das Wohnmobil genau an, bevor Sie es übernehmen:

  • Prüfen Sie den Zustand des Fahrzeugs, machen Sie Fotos von vorhandenen Schäden und informieren Sie den Vermieter darüber. Das schützt Sie vor unberechtigten Schadensansprüchen bei der Rückgabe.

  • Klären Sie, an wen Sie sich wenden können, wenn Sie unterwegs Schwierigkeiten mit dem Camper haben (defekter Kühlschrank, Elektronik, Wasserversorgung etc.), und wer die Kosten für die Reparatur tragen muss.

    Ein Mann gibt einer Frau den Schluessel fuer sein Auto
    Vor der Schlüsselübergabe sollten einige Punkte geklärt sein© dpa/Christin Klose
  • Dokumentieren Sie den Zustand des Wohnmobils im Übergabeprotokoll. Es kann später als Nachweis dienen, falls es zu Unstimmigkeiten kommt. Notizen zu vorhandenen Schäden können Sie auch in der ADAC Checkliste zur Wohnmobil-Miete vermerken.

8. Wie viele Kilometer darf ich mit dem Miet-Wohnmobil fahren?

Halten Sie sich an die im Mietvertrag vereinbarte Kilometerbegrenzung und kalkulieren Sie Ihre Route entsprechend. Manche Vermieter berechnen zusätzliche Gebühren, wenn Sie das Wohnmobil mit mehr Kilometern zurückgeben.

Verkehrsbestimmungen für Wohnmobile im Ausland

Erkundigen Sie sich über die Verkehrsbestimmungen und Mautvorschriften für Wohnmobile im Ausland. Liegt das Gewicht des Wohnmobils über 3,5 Tonnen, muss zusätzlich einiges beachtet werden. Achten Sie darauf, das Wohnmobil nicht zu überladen.

9. Panne oder Unfall mit gemietetem Wohnmobil: Was tun?

Klären Sie am besten schon vor der Abfahrt, wie Sie sich bei einer Panne oder einem Unfall verhalten und wen Sie informieren müssen. Viele Vermieter verlangen zum Beispiel, dass Sie bei einem Unfall die Polizei rufen. Nehmen Sie einen ADAC Unfallbericht mit. Notieren Sie sich Pannenhilfe- und Notrufnummern.

10. Schaden am Miet-Camper: Wer muss zahlen?

Grundsätzlich haftet der Mieter oder die Mieterin für Schäden, die er oder sie selbst verursacht hat und die nicht durch eine Versicherung abgedeckt sind.

Der Mieter haftet bei der Anmietung in Deutschland aber nur für Schäden, die er bzw. sie selbst verschuldet hat. Der Vermieter muss dieses Verschulden nachweisen. Bei nicht aufklärbaren Schäden und bei unabwendbaren Ereignissen wie Steinschlag- und Wildschäden haftet der Mieter nicht. Klauseln im Übergabeprotokoll, wonach fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind nach deutschem Recht unzulässig.

11. Wohnmobil nach dem Urlaub abgeben: Wie läuft die Rückgabe?

Geben Sie das Wohnmobil rechtzeitig und gereinigt zurück, um zusätzliche Gebühren zu vermeiden. Klären Sie im Voraus, zu welcher Uhrzeit Sie das Wohnmobil zurückgeben müssen. Manche Vermieter geben eine Kulanzfrist für die Rückgabe.

Vorsicht bei Spezialtarifen: Bei vorzeitiger oder verspäteter Rückgabe behalten sich Autovermieter sogar vor, anstatt des Sondertarifs für die gesamte Mietdauer den Normaltarif zu verlangen.

Bei der Rückgabe des Mietwohnmobils sollte ein Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin anwesend sein, damit der Fahrzeugzustand geprüft und schriftlich protokolliert werden kann. Vermeiden Sie eine Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten des Vermieters.

Wohnmobil mieten mit Hund: Was muss man beachten?

Wenn Sie ein Haustier im gemieteten Wohnmobil mitnehmen wollen, klären Sie unbedingt vorab mit dem Vermieter, ob das möglich ist – es kann Einschränkungen bei Größe, Rasse oder Anzahl der Tiere geben.

Beachten Sie auch, dass auf Campingplätzen oft besondere Regelungen gelten und zusätzliche Gebühren für Haustiere anfallen können.

Sicherheit an erster Stelle

Hund in einem Lieferwagen, der ein High Five gibt
Tierisch guter Begleiter: Mit Hund auf großer Tour© Shutterstock/photoschmidt

Sichern Sie Ihr Haustier während der Fahrt, denn nicht richtig transportierte Hunde stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko für Zwei- und Vierbeiner dar. Ein Haustier gilt auch im Wohnmobil als Ladung. Ist zum Beispiel der Hund nicht ordentlich gesichert und kommt es dadurch zu einer Gefährdung, drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Es gibt spezielle Sicherheitsgeschirre und Transportboxen, die sich für Wohnmobil-Reisen eignen.

Wohnmobil reinigen

Reinigen Sie das Wohnmobil vor der Rückgabe besonders gründlich, wenn Ihr Haustier mit an Bord war. So können Sie Ärger mit dem Vermieter und zusätzliche Reinigungsgebühren vermeiden.

Mit Hund und Wohnmobil durch Europa

Die Vorschriften zur Leinen- und Maulkorbpflicht und verbotenen Hunderassen sowie die erforderlichen Impfungen und Bandwurmbehandlungen können je nach Reiseland unterschiedlich sein. Lassen Sie Ihren Hund vor der Abreise vom Tierarzt untersuchen. Informieren Sie sich über Reiseempfehlungen und Einreisebestimmungen für Haustiere.

Wohnmobil von einer Privatperson mieten: Das sollten Sie beachten

Wenn Sie ein Wohnmobil von einer Privatperson mieten, sollten Sie unbedingt nachfragen, ob eine Selbstfahrer-Vermietversicherung abgeschlossen wurde. Dieser Zusatzschutz für selbst genutzte Vermietfahrzeuge ist wichtig, wenn Sie als Mieter einen Unfall oder Schaden verursachen.

Das eigene Wohnmobil vermieten: Tipps für private Vermieter

Das eigene Wohnmobil privat zu vermieten kann sich lohnen. Etwa um die laufenden Kosten durch die Vermietung zu decken. Wenn Sie Ihr Wohnmobil privat vermieten, um langfristig Gewinn zu erzielen, kann dies rechtlich als gewerbliche Tätigkeit gewertet werden. Dann müssen Sie die erzielten Gewinne versteuern. Die Kosten für die Kfz-Steuer, Reparaturen und den Stellplatz des Wohnmobils sind aber steuerlich absetzbar.

Sind Sie sich nicht sicher, ob bei Ihnen eine gewerbliche Vermietung vorliegt, informieren Sie sich beim Steuerberater, um mögliche Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden.