Rechtstipps zur Wohnmobil-Miete

Glückliche junge erwachsene Frau streckt die Arme vor den Fenstern eines Wohnmobils aus und feiert die Freiheit
Ein Wohnmobil mieten und ins Urlaubsabenteuer aufbrechen© Shutterstock/simona pilolla 2

Ein Wohnmobil zu mieten kann nicht nur für Einsteiger eine gute Möglichkeit sein. Mit diesen rechtlichen Tipps vermeiden Sie unangenehme Überraschungen.

  • Mietvertrag und Zustand des Wohnmobils prüfen

  • ADAC Checkliste nutzen, Schwierigkeiten vermeiden

  • Haustiere im Miet-Wohnmobil: Was Sie beachten sollten

Wenn Sie von einem Wohnmobil-Urlaub träumen, müssen Sie nicht gleich einen Camper kaufen. Ein Wohnmobil zu mieten ist die ideale Alternative. ADAC Juristinnen und Juristen erklären, worauf Sie achten sollten, bevor Sie einen Mietvertrag für ein Wohnmobil abschließen.

ADAC Checkliste zum Download

Die ADAC Checkliste dient als rechtlicher Leitfaden für die Reiseplanung, den Mietvertrag, die Kaution, die Übergabe und Rückgabe eines gemieteten Wohnmobils. Ausdrucken, mitnehmen, abhaken, losfahren.

ADAC Checkliste Wohnmobil mieten
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Rechtstipps zur Wohnmobil-Miete

Folgende Tipps helfen, unnötigen Ärger vor, während und nach der Reise zu vermeiden:

1. Mietbedingungen und Versicherungsschutz vergleichen

Bevor Sie ein Mietwohnmobil buchen oder verbindlich reservieren, sollten Sie sich die Mietbedingungen des Vermieters genau durchlesen und den Versicherungsumfang prüfen. Achtung: Auch bei Online-Buchung gibt es bei der Fahrzeugmiete kein Widerrufsrecht.

Eine Reservierung kann man in der Regel nicht kostenlos stornieren. Überlegen Sie daher, ob das Angebot zu Ihren Bedürfnissen passt (zum Beispiel Anzahl der Personen oder Größe des Wohnmobils). Achten Sie darauf, dass alles, was Ihnen wichtig ist, und das gewünschte Zubehör in der Buchung schriftlich dokumentiert wird.

Kindersitze muss der Mieter oder die Mieterin mitbringen. Fragen Sie, ob Kindersitze im Wohnmobil sicher befestigt werden können.

2. Zuladung und Maut beachten

Fragen Sie nach dem zulässigen Gesamtgewicht und der möglichen Zuladung. Denken Sie bei der Auswahl des Wohnmobils auch an die unterschiedlichen Mautregelungen im Ausland. Erkundigen Sie sich nach vorhandenen Vignetten, Go Box (Österreich) oder Mautboxen. Alle Infos gibt es in den Länderinformationen des ADAC.

Wohnmobile in Europa - Die wichtigsten Regeln für Fahrzeuge bis 7,5 t
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3. Passender Führerschein

Seitenansicht eines Wohnmobils in der Provence
Auch im Ausland muss der Führerschein zur Fahrt im angemieteten Wohnmobil berechtigen© iStock.com/Voyagerix

Achten Sie bei der Reservierung darauf, dass Sie einen Führerschein für die gewünschte Wohnmobilklasse besitzen. Das gilt auch, wenn Sie ein Wohnmobil im Ausland mieten. Zum Beispiel in den USA werden sehr große Camper über 7,5 Tonnen vermietet. Haben Sie dafür nicht die passende Fahrerlaubnis, machen Sie sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar. Es drohen hohe Strafen, und im Schadensfall zahlt die Versicherung nicht.

4. Mietvertrag prüfen

Auch wenn Sie das Wohnmobil vorab gebucht haben, kommt der eigentliche Mietvertrag in der Regel erst bei Abholung beim Vermieter zustande. Lesen Sie daher vor Ort den Mietvertrag gründlich durch und vergleichen Sie ihn mit der Buchung, bevor Sie unterschreiben. Außerdem sollten Sie sich vor der Unterschrift auch das Wohnmobil genau anschauen.

Prüfen Sie, ob alle Sondervereinbarungen im Mietvertrag dokumentiert sind. Unklarheiten sollten Sie unbedingt vor Vertragsschluss klären. Achten Sie auf nicht vereinbarte zusätzliche Kosten, Kilometerbegrenzungen und den Ablauf der Rückgabe.

5. Versicherungsbedingungen lesen

Klären Sie vor der Unterschrift, dass das Wohnmobil ausreichend versichert ist, und lesen Sie die Versicherungsbedingungen durch. Sind alle potenziellen Schäden abgedeckt, und wie hoch ist die Selbstbeteiligung im Schadensfall?

Hinweis: Manche Kreditkarten enthalten eine Deckung für Schäden an Mietfahrzeugen.

Sinnvoll können eine Versicherung für Ihr mitgeführtes Reisegepäck und eine Innenraum-Versicherung (Interieur Schutzversicherung) für das Mobiliar sowie die Innenausstattung des Wohnmobils sein.

6. Fahrzeugzustand dokumentieren

Ein Mann gibt einer Frau den Schluessel fuer sein Auto
Vor der Schlüsselübergabe gibt es einige Punkte, die Sie klären sollten© dpa/Christin Klose

Schauen Sie sich auch das Wohnmobil genau an, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben. Prüfen Sie den Zustand des Fahrzeugs, machen Sie Fotos von vorhandenen Schäden und informieren Sie den Vermieter darüber. Dies schützt Sie vor unberechtigten Schadensansprüchen bei der Rückgabe. Klären Sie, an wen Sie sich wenden können, wenn Sie unterwegs Schwierigkeiten mit dem Camper haben (defekter Kühlschrank, Elektronik, Wasserversorgung etc.), und wer die Kosten für die Reparatur tragen muss.

Dokumentieren Sie den Zustand des Wohnmobils im Übergabeprotokoll. Es kann später als Nachweis dienen, falls es zu Unstimmigkeiten kommt. Notizen zu vorhandenen Schäden können Sie auch in der ADAC Checkliste zur Wohnmobil-Miete vermerken.

7. Haftung für Schäden und Kaution

Klären Sie, wer für Schäden am Fahrzeug haftet. Grundsätzlich haftet der Mieter oder die Mieterin für Schäden, die er oder sie selbst verursacht haben und die nicht durch eine Versicherung abgedeckt sind.

Der Mieter haftet bei der Anmietung in Deutschland aber nur für Schäden, die er bzw. sie selbst verschuldet hat. Der Vermieter muss dieses Verschulden nachweisen. Bei nicht aufklärbaren Schäden und bei unabwendbaren Ereignissen wie Steinschlag- und Wildschäden haftet der Mieter nicht. Klauseln im Übergabeprotokoll, wonach fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind nach deutschem Recht unzulässig.

Eine Kaution in Höhe von etwa 1500 Euro ist üblich. Das entspricht in der Regel der Höhe des Selbstbehalts der Kaskoversicherung. Geben Sie das Wohnmobil nach dem Urlaub ohne Schäden zurück, bekommen Sie die Kaution zurück. Es gibt auch Zusatzversicherungen, die den Selbstbehalt reduzieren. Diese können durchaus sinnvoll sein, da es Vermieter gibt, die schon bei geringfügigen Schäden die Kaution komplett einbehalten.

Achtung bei Buchung über einen Vermittler

Einige Mietwagenvermittler erstatten bei einem Schaden die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung (sog. Tarif mit Rückerstattung). Bei diesem Tarif muss man im Schadensfall die Selbstbeteiligung vor Ort bezahlen, kann sie vom Vermittler aber zurückverlangen.

Achten Sie darauf, die Selbstbeteiligung nicht doppelt abzusichern. Schließen Sie beim Tarif mit Rückerstattung keine zusätzliche "Super-Vollkaskoversicherung" (Super-CDW) ab. Die Kosten hierfür kann man vom Vermittler nicht zurückverlangen.

8. Kilometerbegrenzung beachten

Halten Sie sich an die im Mietvertrag vereinbarte Kilometerbegrenzung. Manche Vermieter berechnen zusätzliche Gebühren, wenn Sie die festgelegte Kilometergrenze überschreiten. Kalkulieren Sie Ihre Route entsprechend.

Verkehrsbestimmungen für Wohnmobile im Ausland

Erkundigen Sie sich über die Verkehrsbestimmungen und Mautvorschriften für Wohnmobile im Ausland. Liegt das Gewicht des Wohnmobils über 3,5 Tonnen, muss zusätzlich einiges beachtet werden. Achten Sie darauf, das Wohnmobil nicht zu überladen.

9. Rechtssichere Rückgabe

Klären Sie im Voraus, wann und wie Sie das Wohnmobil zurückgeben müssen. Erkundigen Sie sich nach der Uhrzeit für die Rückgabe und nach einer möglichen Kulanzfrist. Geben Sie das Wohnmobil rechtzeitig und gereinigt zurück, um zusätzliche Gebühren zu vermeiden.

Vorsicht bei Spezialtarifen: Bei vorzeitiger oder verspäteter Rückgabe behalten sich Autovermieter sogar vor, anstatt des Sondertarifs für die gesamte Mietdauer den Normaltarif zu verlangen.

Die Rückgabe des Mietwohnmobils sollte in Anwesenheit eines Mitarbeiters bzw. einer Mitarbeiterin erfolgen, der Fahrzeugzustand überprüft und schriftlich protokolliert werden. Vermeiden Sie eine Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten des Vermieters.

10. Was tun bei Panne oder Unfall

Klären Sie vor der Abfahrt, wie Sie bei einer Panne oder einem Unfall vorgehen müssen. Viele Vermieter verlangen zum Beispiel, dass Sie bei einem Unfall die Polizei rufen. Erkundigen Sie sich daher nach den Informationspflichten und nehmen Sie einen ADAC Unfallbericht mit. Notieren Sie sich Pannenhilfe- und Notrufnummern.

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Wohnmobil mieten mit Hund

Wenn Sie ein Haustier im gemieteten Wohnmobil mitnehmen wollen, klären Sie unbedingt vorab mit dem Vermieter, ob das möglich ist – es kann Einschränkungen bei Größe, Rasse oder Anzahl der Tiere geben.

Beachten Sie auch, dass auf Campingplätzen oft besondere Regelungen gelten und zusätzliche Gebühren für Haustiere anfallen können.

Sicherheit an erster Stelle

Hund in einem Lieferwagen, der ein High Five gibt
Tierisch guter Begleiter: Mit Hund auf großer Tour© Shutterstock/photoschmidt

Sichern Sie Ihr Haustier während der Fahrt, denn nicht richtig transportierte Hunde stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko für Zwei- und Vierbeiner dar. Ein Haustier gilt auch im Wohnmobil als Ladung. Ist zum Beispiel der Hund nicht ordentlich gesichert und kommt es dadurch zu einer Gefährdung, drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Es gibt spezielle Sicherheitsgeschirre und Transportboxen, die sich für Wohnmobil-Reisen eignen.

Wohnmobil reinigen

Reinigen Sie das Wohnmobil vor der Rückgabe besonders gründlich, wenn Ihr Haustier mit an Bord war. So können Sie Ärger mit dem Vermieter und zusätzliche Reinigungsgebühren vermeiden.

Mit Hund und Wohnmobil durch Europa

Die Vorschriften zur Leinen- und Maulkorbpflicht und verbotenen Hunderassen sowie die erforderlichen Impfungen und Bandwurmbehandlungen können je nach Reiseland unterschiedlich sein. Lassen Sie Ihren Hund vor der Abreise vom Tierarzt untersuchen. Informieren Sie sich über Reiseempfehlungen und Einreisebestimmungen für Haustiere.

Wohnmobil privat mieten oder vermieten

Wenn Sie ein Wohnmobil von einer Privatperson mieten, sollten Sie unbedingt nachfragen, ob eine Selbstfahrer-Vermietversicherung abgeschlossen wurde. Dieser Zusatzschutz für selbst genutzte Vermietfahrzeuge ist wichtig, wenn Sie als Mieter einen Unfall oder Schaden verursachen.

Tipps für private Vermieter

Das eigene Wohnmobil privat zu vermieten kann sich lohnen. Etwa um die laufenden Kosten durch Einnahmen aus der Vermietung zu decken.

Wenn Sie Ihr Wohnmobil privat vermieten, um langfristig Gewinn zu erzielen, kann dies rechtlich als gewerbliche Tätigkeit gewertet werden. Dann müssen Sie die erzielten Gewinne versteuern. Die Kosten für die Kfz-Steuer, Reparaturen und den Stellplatz des Wohnmobils sind aber steuerlich absetzbar.

Sind Sie sich nicht sicher, ob bei Ihnen eine gewerbliche Vermietung vorliegt, informieren Sie sich beim Steuerberater, um mögliche Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden.

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