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Der ADAC

Ladung im Auto richtig und sicher verstauen

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Uwe Rattay

Wer sein Gepäck oder die Einkäufe gedankenlos im Auto verstaut, lebt gefährlich. Das zeigt der Crashtest des ADAC. Ist die Ladung nicht sachgerecht gesichert, drohen außerdem Bußgelder. Hier erfahren Sie, wie es richtig geht.

  • Lose und schlecht gesicherte Gegenstände können zu schweren Unfällen führen

  • Bei mangelhafter Sicherung drohen hohe Bußgelder und ein Punkt in Flensburg

  • In vielen Autos ist eine ausreichende Sicherung aber nicht möglich

Viele kennen das: Im Möbelhaus fiel der Einkauf mal wieder größer aus als geplant: Geschirr, Pfanne, Vasen, Aufbewahrungsboxen, Stofftiere und Regale – alles muss irgendwie im Auto verstaut werden. Doch muss der Fahrer unterwegs plötzlich abrupt bremsen, können lose oder schlecht gesicherte Gegenstände zum gefährlichen Geschoss werden: Schwere Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule sind die Folge.

Gut oder schlecht gesichert? ADAC Crashtests zeigen den Unterschied

In zwei Crashtests zeigt der ADAC was passiert, wenn Möbelstücke, Haushaltswaren, Deko-Artikel und andere Kleinteile entweder ungesichert oder gut und vorschriftsmäßig verstaut sind. Als Crash-Fahrzeug wurde in beiden Fällen ein schon etwas älterer Kombi (Golf Variant) verwendet.

Im "schlechten" Beispiel: die Ladung ist ungünstig verteilt und es fehlen Elemente der Ladungssicherung wie ein Sicherungsnetz oder eine Gepäckraumabdeckung – schießen bei einem Auffahrunfall mit 45 km/h lose und falsch gesicherte Möbel sowie schwere Kartons nach vorne, reißen die Vordersitze teilweise aus deren Verankerungen und treffen Fahrer und Beifahrer lebensgefährlich am Kopf.

Im "guten" Beispiel: Regale, Kartons und Kleinteile sind jetzt festgezurrt, der Einkauf bleibt, wo er hingehört: Weder Fahrer noch Beifahrer wären durch die Ladung verletzt worden.

Volker Sandner, Leiter Fahrzeugsicherheit im Testzentrum Landsberg:

Falsch gesicherte Ladung entwickelt bei einem Unfall eine Aufprallwucht, deren Gefahr häufig unterschätzt wird. Bei einer Kollision mit Tempo 45 wirkt eine 145 kg schwere Ladung kurzzeitig mit über sieben Tonnen auf die Sicherheitsgurte – das entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten."

Bußgelder: Wer seine Ladung nicht richtig sichert, zahlt


Und egal, ob Großeinkauf, Umzug oder Urlaubsreise: Alle Dinge, die mit dem Auto transportiert werden, müssen immer gut gesichert sein. Laut § 22 StVO darf Gepäck bzw. Ladung selbst bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm (z.B. durch ungesichertes Befördern von Kanistern oder Blechbehältern auf der Ladefläche) erzeugen.

Wer seine Ladung nicht ordnungsgemäß sichert, muss mit einem Verwarnungsgeld von 35 Euro rechnen, bei Gefährdung sind es 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg, bei einem Unfall sogar 75 Euro und ein Punkt. Im Extremfall, d.h. bei Unfällen mit Personenschäden, kann sich der Fahrer sogar der fahrlässigen Körperverletzung oder Tötung schuldig machen. Auch versicherungstechnisch kann verrutschende Ladung problematisch sein: Für dadurch entstandene Schäden muss die Kaskoversicherung nicht aufkommen.

ADAC Tipps zum richtigen Beladen

  • Die Fracht möglichst lückenlos anordnen und mithilfe von Ladungssicherungsnetzen und Gurten fixieren (Formschlüssigkeit)

  • Falls vorhanden: Gepäcknetz verwenden

  • Darauf achten, dass die Ladung nicht in den Frontbereich ragt

  • Die Rücksitzlehne kann durch diagonal geschlossene Gurte unterstützt werden, falls dort niemand sitzt

  • Es ist nicht immer empfehlenswert, die Rückbank umzuklappen: Sie kann auch als schützende Trennwand dienen

  • Auf richtige Gewichtsverteilung achten: Schwere Gegenstände gehören nach unten (am besten im Fußraum und mit Gurten abstützen, nur leichte Gegenstände oben verstauen)

  • Bruchgefährdete Gegenstände wie Vasen, Glasflaschen oder Trinkgläser nicht offen im Innenraum deponieren: Im Falle eines Unfalls fliegen scharfkantige Splitter umher. Besser: Einpacken in stabilen Kartons oder Einwickeln in Decken und hinter dem Beifahrersitz im Fußraum verstauen

  • Lose Kleinteile möglichst in Boxen verstauen

  • Vorhandene Haken und Ösen mit geeigneten Spann- oder Zurrgurten nutzen

  • Wenn möglich: Zusätzliche Fahrzeuggurte verwenden, um Ladung zu sichern (aber keine elastischen Expander!)

  • Beim Anbringen der Gurte muss auf eine gleichmäßige und hohe Spannung der Gurtbänder geachtet werden, andernfalls kann die Ladung verrutschen

  • Spanngurte im Auto deponieren, damit Sie bei Spontaneinkäufen im Möbelhaus oder im Baumarkt entsprechend ausgerüstet sind

  • Wenn möglich und falls keine Laderaumabdeckung vorhanden ist: Gesamte Ladung mit einer Decke abdecken und diagonal mit Zurrgurten sichern – dazu die Zurrösen am Ladeboden nutzen. Vorteil: Sichtschutz und Rückhaltemöglichkeit für sich lösende Teile

  • Vorgaben zum Reifendruck und zu den Achslasten laut Bedienungsanleitung beachten

  • Ladung mit Überlänge darf für eine Fahrt bis zu 100 Kilometer bis zu drei Meter über das Heck hinausragen, bei längeren Fahrten bis zu 1,5 Meter. Sie muss entsprechend gekennzeichnet sein, z.B. durch eine rote Fahne

  • Bis zu einer Ladungshöhe von 2,5 Metern darf nichts nach vorne hinausragen. Ab 2,5 Metern ist ein geringfügiger Ladungsüberhang bis zu 50 Zentimeter zugelassen (Regelung dient dem Schutz vorausfahrender Kfz, Fußgänger und Radfahrer)

  • Für Nachtfahrten ist ein rotes Warnlicht vorgeschrieben

Für sperrige Gegenstände Transporter oder Anhänger nutzen

Was beim aktuellen und allen anderen vorangegangenen ADAC Crashtests zur Ladungssicherung (u.a. zur Gepäcksicherung im Auto auf dem Weg in den Sommer- und Winterurlaub) deutlich wurde: Die Rückhaltemöglichkeiten in einem Pkw stoßen selbst bei einer moderaten Zuladung (im ADAC Crashtest Möbeltransport: 145 kg) schnell an ihre Grenzen. Und: Es ist immer ein erheblicher Sicherungs- und Zeitaufwand nötig, um die Ladung sachgemäß zu fixieren.

Besonders lange, große und sperrige Gegenstände sollten besser in einem Transporter befördert werden. Eine Alternative könnte auch die Nutzung eines Anhängers sein:
Zusätzlichen Stauraum bieten auch Dachboxen z.B. für Skier und Snowboard, Dachgepäckträger oder Fahrradträger. Und was viele Autofahrer nicht wissen: Auch Hunde und Katzen müssen ordnungsgemäß gesichert werden.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

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Katharina Dümmer
Redakteurin
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