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Hundetransport-Systeme im Vergleich

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Uwe Rattay

Nicht richtig transportierte Hunde im Auto stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko für Zwei- und Vierbeiner dar. Der ADAC zeigt, wie Hundeboxen und andere Tiersicherungssysteme richtig einzusetzen sind.

  • So reagieren Sicherungssysteme bei Ausweich- und Bremsmanövern

  • Guter Schutz für Hunde im Auto muss nicht teuer sein

  • Eine geduldvolle Eingewöhnung ist für den Vierbeiner wichtig

Immer wieder zeigt sich im Alltag: Nur wenige Hundebesitzer machen sich Gedanken über die Sicherung ihres Tieres. Laut einer repräsentativen Umfrage von Autoscout24 hat mehr als jeder dritte Autohalter regelmäßig Hunde an Bord, doch fast jeder Fünfte sichert seinen vierbeinigen Mitfahrer nicht ausreichend.

Ausweich- und Bremsmanöver bei Tempo 100

Was dann passiert, zeigt ein aktueller Systemvergleich, bei dem der ADAC verschiedene Produkte zur Hundesicherung in der Praxis ausprobiert hat. Die Brems-und Ausweichmanöver bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h haben eindrucksvoll bewiesen: Ein ungesicherter oder falsch gesicherter Hund erhöht bereits bei einem heftigen Ausweich- oder Bremsmanöver das Verletzungsrisiko für Mensch und Tier deutlich.

Hunde im Auto gelten als Ladung

Ein Hund im Auto gilt im Straßenverkehr als Ladung, die ausreichend gesichert werden muss gegen Verrutschen, Umfallen, Hin- und Herrollen, Herabfallen. Das gilt auch bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung. Ist dies nicht der Fall, kann ein Bußgeld zwischen 35 und 75 Euro fällig werden. Bei Gefährdung kommt zu den 60 Euro für das Bußgeld noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

So sollte der Hund nicht mitfahren

Kommt es zu einem Unfall, kann ein geschocktes und verletztes Tier auch für Ersthelfer und Rettungskräfte eine ernst zunehmende Gefahr sein, wenn es sich im Fahrzeuginnenraum frei bewegen kann.

Wo ein Vierbeiner niemals Platz nehmen sollte: auf dem Beifahrersitz. Für den Transport auf der Rücksitzbank, im Fußraum des Fahrzeug-Fonds oder im Kofferraum gibt es dafür eine gute Auswahl an Systemen:

Hundetransportsysteme für Rückbank und Fußraum

Hundetransportboxen aus Kunststoff bieten relativ viel Sicherheit zum günstigen Preis. Sie werden idealerweise im Kofferraum oder auch im Fußraum verstaut. Im Kofferraum ist eine zusätzliche Sicherung mit Gurten dringend erforderlich, da sie sonst bereits bei einem Ausweichmanöver heftig herumschleudert. Bei einem Crash sind die Kunststoffboxen den Varianten aus Metall allerdings unterlegen.

Eine Sicherungsröhre, die mit Gurten auf der Rückbank befestigt werden kann, erwies sich sowohl beim Ausweich- als auch beim Bremsmanöver als absolut ungeeignet. Da innerhalb der Transportröhre keine zusätzliche Sicherungsmöglichkeit für den Hund vorhanden ist, prallt er hart gegen die Türverkleidungen.

Softtaschen, die mit dem Isofix-System fixiert werden können, sind ein geeignetes System, sofern sie korrekt eingebaut und passend zur Größe des Hundes gewählt werden. Hundebesitzer sollten beachten, dass auch von kleinen Vierbeinern (3-5 kg), die in einer nicht ordnungsgemäß fixierten Softtasche transportiert werden, im Ernstfall eine enorme Aufprallenergie ausgeht.

Hundekörbchen sind eine gute Lösung für kleine Fellnasen. Diese werden mit dem Anschnallgurt auf der Rücksitzbank befestigt. Hier ist es aber wichtig, ein zusätzliches Sicherungssystem zu nutzen, etwa einen stabilen Brustgurt für den Hund. Der Praxisversuch des ADAC zeigte, dass ein ungesicherter Hunde-Dummy im Körbchen bei einem Ausweichmanöver hinausgeschleudert und direkt in der daneben montierten Babyschale landet. Das Verletzungsrisiko für den Säugling wäre erheblich.

So genannte Rücksitzbarrieren können allenfalls als zusätzliches Sicherungsmittel genutzt werden. Sie verhindern zwar das Vorschleudern des Vierbeiners bei einer Vollbremsung, bei einem Ausweichmanöver aber prallt er hart gegen die Türverkleidungen. Bei diesem System ist außerdem bei einem Unfall die eingangs erwähnte Gefahr für Ersthelfer bzw. Retter groß.

Auf der Rückbank befestigte Autoschutz-Decken, schützen zwar die Polster gut vor Schmutz, nicht jedoch Hund und Insassen, da auch hier der Vierbeiner unkontrolliert herumgeschleudert werden kann. Sie sind nur dann geeignet, wenn sie mit einem Sicherungsgurt kombiniert werden.

Trenngitter und Gitterboxen für den Kofferraum

Trenngitter, die die Fahrzeuginsassen vor nach vorn fliegenden Tieren oder Gepäckstücken schützen, sollten nur als zusätzliche Sicherung genutzt werden. Im Sinne des Tierwohls ist der Hund im Kofferraum zusätzlich durch eine Box oder ein Gurtsystem zu sichern.

Nachteil der Trenngitter: sie passen nicht in jedes Fahrzeug. Eine sichere Verankerung der Gitter im Fahrzeug über Rückenlehnenverrieglung etc. ist Voraussetzung für guten Schutz, verspannte Gitter können bei einem Unfall leicht verrutschen.

Transport-Gitterboxen für den Kofferraum sind eine praktische Lösung. Wichtig hierbei ist, dass das Größenverhältnis zwischen Box und Hund passt. Ist sie zu groß, ist das Verletzungsrisiko für das Tier höher, da es unkontrolliert herumgeschleudert werden kann. Deshalb lieber eine Nummer kleiner kaufen: Platz zum Liegen sollte vorhanden sein, Raum zum Hin- und herwandern aber nicht.

Sind Kofferraum-Boxen nicht ohnehin so groß wie der gesamte Kofferraum, müssen sie unbedingt mit Spanngurten an den Verzurrösen befestigt werden, sonst schleudert im Ernstfall der Hund mitsamt der Box durch den Fahrzeuginnenraum.

Auto-Geschirre und Gurtsysteme für Vierbeiner

Autogeschirre sollten immer die Grundvoraussetzung für alle Hundetransportsysteme sein, bei denen das Tier nicht in einer Box gesichert wird. Beim Kauf sollte man auf vollvernähte Ösen, stabile Haken aus Stahl oder Aluminium und eine gute Passform achten. Eine Anprobe mit dem Hund ist ratsam! Nur richtig angepasst bieten sie Schutz. Halsbänder sollten niemals als Sicherungssystem genutzt werden. Eine Ausführung mit doppelter Befestigung ist immer zu bevorzugen.

Gurtsysteme wie etwa das von Doggysafe bieten eine gute Möglichkeit, das Tier crashsicher zu befördern. Der stabile und gepolsterte Gurt wird über das Isofix-System mit dem Fahrzeug verbunden. So wird ein Kräftedreieck erzeugt und verhindert, dass der Hund weder nach vorne noch zur Seite schleudert. Das Gurtsystem ist eine sinnvolle Ergänzung für alle Schutzmatten oder Trenngitter.

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Hundebesitzer: Geduld bei der Eingewöhnung im Auto

Gesetzliche Prüfvorschriften zu Sicherungssystemen für Tiere existieren nicht. Es ist aber bei der Auswahl von Produkten sinnvoll, auf Crashtests oder DIN-Prüfungen (DIN75410-2) zu achten. Wer sich für ein System entscheiden möchte, hat eine große Auswahl. Vor dem Kauf sollte man gut überlegen, welches Produkt zu den persönlichen Anforderungen bzw. zum Hund passt.

Eine Anprobe am bzw. mit dem Tier ist vor dem Kauf ebenso empfehlenswert wie eine geduldvolle Eingewöhnung. Idealerweise verwendet man eine geschlossene Box in der richtigen Größe. Nie vergessen sollten Hundebesitzer, dass auch die kurze Fahrt zur Gassi-Runde ein Risiko ist, wenn der Vierbeiner nicht ausreichend geschützt ist.

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