Hundetransport-Systeme im Vergleich

5.4.2019

Hundebox, Gurt oder Gitter: Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Produkte, um Hunde beim Transport zu sichern. Im ADAC Vergleich: Die gängigen Hundetransport-Systeme mit Vor- und Nachteilen, Kosten, Handhabung. Plus: Ergebnisse aus Crashtests

Einfach Tür aufhalten und den Hund hineinspringen lassen, reicht nicht. Was für Menschen selbstverständlich ist, trifft auch für Vierbeiner zu. Laut StVO gelten Tiere als Ladung und müssen gesichert werden, andernfalls drohen Bußgelderzwischen 35 und 75 Euro – und vor allem gefährliche Risiken für die Insassen. Schon bei einem Aufprall mit 50 km/h kann im Pkw das Dreißigfache des Eigengewichts von einem Hund oder einem losen Ladungsteil auf den Körper eines Pkw-Insassen wirken. Im Klartext: Ein 20 kg schwerer Hund entwickelt die Durchschlagskraft von 600 Kilo.

Es gibt verschiedene Transportsysteme zu kaufen. Die ADAC Experten haben die unterschiedlichen Varianten auf Vor- und Nachteile untersucht und in Crashtests geprüft. Ergebnis: Nicht alle sind empfehlenswert.

Transportboxen

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Spezielle Transport-(Gitter)boxen bieten die beste Sicherheit
Transportboxen sind in unterschiedlichen Größen aus Kunststoff oder Metall erhältlich. Je nach Modell kosten sie 40 bis 400 Euro. Teilweise eignen sie sich auch daheim als Schlafplatz für den Hund. Unerlässlich ist es, das Tier vor der Fahrt an die Box zu gewöhnen.

Vorteile

  • Gute Sicherheit für das Tier, wenn die Box (inklusive Tier) quer zur Fahrtrichtung direkt hinter der Rücksitzlehne (z.B. im Kombi) positioniert wird. Große Boxen müssen zusätzlich gesichert werden, da besonders bei älteren Fahrzeugen die Festigkeit der Sitzlehnen nicht ausreicht, um eine rutschende Box abzufangen. Hierfür eignet sich ein stabiles Laderaumtrenngitter, -trennnetz oder das Festspannen mit Gurten. Tipp: Sicherheitsgurte der Rücksitze schließen, auch wenn niemand auf dem Rücksitz sitzt. Das erhöht ebenfalls die Stabilität der Lehne.
  • Kleinere Boxen können auch im Fußraum hinter den Vordersitzen sicher untergebracht werden
  • Das Tier befindet sich in seiner gewohnten „Schlafhöhle“ und ist von gewissen Fahreinflüssen von außen gut abgeschirmt. Das reduziert die mögliche Nervosität beim Tier.
  • Der Hund kann den Fahrer nicht stören und (im Falle eines Unfalls) die Rettungskräfte nicht behindern

Nachteile

  • Umständliche Handhabung (nur bei schweren Boxen)
  • Gewisse Eingewöhnungsphase für das Tier
  • Eigenstabilität der Boxen bei Sicherung ohne vordere Abstützung (z.B. auf dem Rücksitz) unzureichend

Hunde-Sicherheitsgurt

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Ein gepolsterter Gurt ist für das Tier angenehmer 

Vorteile

  • Die Verletzungsgefahr für Insassen kann zumindest bei Geschirren mit hoher Festigkeit reduziert werden (z.B. breite Gurte mit Metallverschlüssen, Crashtest-geprüft).
  • Das Tier kann nur so weit nach vorne geschleudert werden, wie die Gurtlänge es zulässt. Von Vorteil ist eine möglichst kurze und beidseitige Fixierung (z.B. Isofix-Haken, Firma EHV, Firma Doggy-Protect).
  • Leichte Handhabung
  • Breitere und gepolsterte Gurte reduzieren die Belastungen auf den Brustkorb des Tieres.

  Nachteile

  • Bei Fixierung am Sicherheitsgurt: Ein großer Bewegungsfreiraum kann Spitzenbelastungen auf den Körper des Tieres bewirken
  • Bei schweren Kollisionen Verletzungsgefahr für das Tier und die Person auf dem Vordersitz beim Aufprall des Hundes auf die Vordersitzlehnen
  • Geschirre mit ungenügender Festigkeit (schmale Gurte und Kunststoffverschlüsse) können reißen
  • Das Tier kann bei großem Bewegungsfreiraum den Fahrer stören

Trennnetz oder Trenngitter für den Laderaum

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Eine sichere Variante, wenn der Spielraum für das Tier nicht zu groß ist

Häufig werden Tiere hinter einer Laderaumbegrenzung in Kombis bzw. Schräghecklimousinen platziert. Leider ist jedoch bei vielen älteren Fahrzeugen die Stabilität der Rücksitzlehnen (vor allem geteilter Lehnen) noch nicht ausreichend. Aus diesem Grund sollten vorwiegend stabile Laderaumtrenngitter nach DIN (75410-2) verwendet werden, die vom Dachbereich bis zum Ladeboden reichen und eine stabile Verankerung aufweisen. Viele Fahrzeughersteller bieten ebenfalls eine Laderaumtrennung an. Für Fahrzeuge mit umlegbarer Rücksitzlehne muss man mit Kosten zwischen ca. 170 bis 350 Euro rechnen.

Vorteile

  • Bei stabilem Laderaumbegrenzungsgitter ist eine zusätzliche Verletzungsgefahr für die Insassen nicht zu erwarten
  • Das Tier kann den Fahrer nicht stören und Rettungspersonal nicht behindern
  • Zusätzlicher Ladungssicherungsschutz

Nachteile

  • Bei größerem Kofferraum (große Distanz zwischen Tier und Laderaumgitter) kann es zu einer Spitzenbelastung des Tieres beim Aufschlag nach Unfall oder Vollbremsung kommen
  • Netze und Gitter, die nicht stabil im Fahrzeug verankert sind, können das Durchschlagen von größeren Tieren nicht verhindern

Abtrennung im Innenraum

Im Anschluss an diverse Crashtests hat die Firma Kleinmetall eine spezielle "raumhohe" Sicherheitsabtrennung entwickelt, die aus einem Geflecht flexibler Gurtbänder besteht (ähnlich wie  das Trennnetz für den Laderaum, s.o.). Allerdings wird hier unmittelbar hinter den Fahrzeugsitzen (z.B. hinter Fahrer-/Beifahrersitz) mit Hilfe der Sicherheitsgurte verankert. Das Tier sitzt hier frei beweglich auf der Rücksitzbank. Auch für Limousinen einsetzbar. Kosten bis ca. 350 Euro.

Vorteile

  • Stabiles Netzgitter, ein Vorschleudern des Hundes wird verhindert
  • Verletzungsrisiko für das Tier ist gering
  • Verwendbar auch in Pkw mit separatem Kofferraum

Nachteile

  • Aufwendige Montage/Demontage
  • Sitzplätze hinter der Abtrennung für Passagiere nicht mehr verwendbar

 

Tiersicherheitssitz Doggy Safe

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Für kleinere Hunde eine sichere Transportmöglichkeit

 

Die Firma DoggySafe hat einen crashtestgeprüften Tiersicherheitssitz in der Bauweise eines Koffers entwickelt, der mit dem Sicherheitsgurt, aber auch sehr praktisch an den Isofix-Verankerungen auf dem Rücksitz des Autos befestigt werden kann. Das Tier (bis ca. 9 Kilogramm) wird darauf durch ein Geschirr beidseitig gesichert. Preis ca. 150 bis 200 Euro. 

Vorteile 

  • Große Sicherheit für Insassen und Tier, da der Hund nicht durch das Auto geschleudert werden kann
  • Das Tier kann den Fahrer nicht stören
  • Das System dient auch als Schlafplatz für das Tier in der Urlaubs-Unterkunft
  • Geringe Fahrzeugverschmutzung
  • Gute Abstützung des Hundes bei Fahrmanövern durch Kunststoffhalbschale
  • Sehr einfache und feste Montage mit Isofix-Befestigung

Nachteile

  • Etwas umständliche Befestigung im Fahrzeug mit Sicherheitsgurt
  • Das Tier muss an Geschirr und geringen Bewegungsraum gewöhnt werden

Schutzdecke

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Schutzdecke: Als Tiersicherung ungeeignet

Die Schutzdecke, die für den Transport des Tieres auf der Rücksitzbank meist an den vorderen Kopfstützen fixiert wird, dient weniger der Sicherheit. Sie hilft allenfalls gegen Verschmutzungen des Fahrzeuginnenraums.

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Gibt es Prüfsiegel für Schutzsysteme?

Gesetzliche Prüfvorschriften zu Sicherungssystemen für Tiere existieren nicht. Es ist aber bei der Auswahl von Produkten sinnvoll, auf Crashtests oder DIN-Prüfungen (DIN75410-2) zu achten. In neueren Fahrzeugen können auch Systeme zum Einsatz kommen, die zur Befestigung nicht die Sicherheitsgurte, sondern die serienmäßig vorhandenen Verankerungen für „Isofix“-Kindersitze nutzen.

Ergebnisse aus dem ADAC Crashtest

Die ADAC Technik-Experten haben die verschiedenen Systeme getestet. Das Ergebnis: Die sicherste Möglichkeit, Tiere im Auto zu befördern, sind Transportboxen im Fußraum der Rücksitze oder im Laderaum direkt hinter den Sitzlehnen, kombiniert mit einem Trenngitter oder Trennnetz.

Unsere Experten raten ab von der Fixierung am Rücksitz mit einem Haltegeschirr, das nicht stabil ausgeführt ist und zu viel Vorverlagerung erlaubt. Im Test brach der Karabinerverschluss, der Tier-Dummy schlug in die Lehne des Vordersitzes ein.

Tipp Icon

Was ist beim Carsharing zu beachten

Wer sein Tier in einem Carsharingauto transportieren möchte, sollte stets auf die im Mietvertrag festgelegten Regeln des Vermieters achten. Denn der Anbieter kann vorgeben ob, wie und wo Tiere im Fahrzeug transportiert werden dürfen.

In der Regel gehören Hunde in einen geschlossenen Käfig, der im Kofferraum verstaut ist. Wer das Auto zum Beispiel nach einem nicht vorschriftsmäßigen Tiertransport verdreckt hinterlässt, verstößt damit gegen den Mietvertrag. Solche Verstöße regeln die Anbieter recht unterschiedlich. Hier finden Sie weitere Informationen zum Carsharing.

Text: ADAC Ressort Test und Technik. Fotos: Fotolia/Fotomanufaktur JL, iStock.com/Jodi Jacobson, Fotolia/drucki92, iStock.com/Banks Photos, DoggySafe/Stefan Wengert.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

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