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Auto von Privat mieten oder leihen

Mutter und Baby schauen aus Wohmobilfenster
Wohnmobil oder Wohnwagen von Privat mieten – oft günstiger als beim gewerblichen Vermieter ∙ © iStock.com/Halfpoint

Gerade Wohnmobile werden häufig von Privat vermietet, Privatleute verleihen ihr Auto an Freunde und Bekannte "per Handschlag". Ein schriftlicher Vertrag ist aber unbedingt anzuraten. Die ADAC Juristen erklären, auf was Sie sonst noch achten sollten.

  • Wohnmobil, Wohnwagen oder Auto von Privat mieten: Was der Vertrag alles enthalten muss

  • Unfall oder Unachtsamkeit: Wer für Schäden am gemieteten Auto haftet

  • Kurz mal ein Auto ausleihen: Was bei der Leihe zu beachten ist

Private Autovermieter aufgepasst: Freigrenze bei der Steuer

Bei der privaten Vermietung eines Autos oder Wohnmobils gilt eine steuerliche Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Wenn die Einkünfte aus der Vermietung diese Freigrenze übersteigen, müssen sie komplett versteuert werden. Für den privaten Vermieter heißt das: holen Sie sich Rat beim Steuerberater!

Auto oder Wohnmobil von Privat mieten

Wohnmobile und Wohnwagen werden gerne privat vermietet. Im Internet gibt es dafür diverse Vermittlungsplattformen. Oft sind die Wohnmobile und Wohnwagen eines privaten Vermieters günstiger. Sie sind zwar in der Regel älter, aber meist gut gepflegt und nicht so strapaziert wie bei der gewerblichen Vermietung.

Mietvertrag

Schließen Sie den Mietvertrag unbedingt schriftlich ab. Jede Vertragspartei erhält ein von beiden Seiten unterschriebenes Exemplar des Vertrages.

Das sollte in einem Mietvertrag stehen:

  1. Wie hoch ist die Mietzahlung?

  2. Für welche Zeitdauer wird das Auto überlassen?

  3. Regelung zu Kündigungsmöglichkeit für beide Parteien

  4. Wer übernimmt die Nebenkosten (z.B. Betriebskosten, Benzin)?

  5. Welche Personen dürfen mit dem Auto fahren und haben sie einen passenden Führerschein?

  6. Wie ist das Auto versichert (Voll- bzw. Teilkaskoversicherung, Selbstbeteiligung)?

  7. Wie ist die Vorgehensweise bei Schäden, wer trägt die Kosten bei Reparaturen?

  8. Ort, Datum und Unterschriften der beiden Vertragsparteien

Übernahme und Rückgabe

Untersuchen Sie das Auto vor Fahrtantritt und protokollieren Sie mit dem Vermieter alle Vorschäden. Damit verhindern Sie, dass Sie für solche Schäden haften.
ADAC Checkliste vor Antritt der Fahrt durchgehen:

ADAC Checkliste für Übernahme eines Mietwagens
PDF, 129 KB
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Überprüfen und protokollieren Sie auch bei der Rückgabe den Zustand des Autos in Anwesenheit des Vermieters. Achten Sie darauf, dass Sie bei der Rückgabe evtl. Sicherheiten zurückbekommen.

Haftung für Schäden

Der Mieter haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden und hat daher ein erhebliches finanzielles Risiko!

Halten Sie vor Übernahme des privaten Mietautos schriftlich fest, wie es versichert ist. Vereinbaren Sie außerdem, wer im Schadensfall z.B. die Kosten der Selbstbeteiligung oder der Rückstufung in der Vollkaskoversicherung trägt.

Bei Beschädigung durch grob fahrlässiges Verhalten (z.B. stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogen) haftet der Mieter für selbst verursachte Schäden. Das gilt auch dann, wenn das Auto vollkaskoversichert ist. Die Versicherung kürzt die Leistung in diesen Fällen je nach Schwere der Schuld.

Besteht kein Vollkaskoschutz oder nimmt der Vermieter die Vollkaskoversicherung nicht in Anspruch, haftet der Mieter auch für einen nur fahrlässig verursachten Schaden.

Auto leihen

Wird ein Auto kostenlos an jemanden anderen überlassen, liegt eine Leihe vor. Im Gegensatz zur Miete fließt also kein Geld. Wer sein Auto verleiht ist der Verleiher und derjenige, der es ausleiht, ist der Entleiher.

Sieben wichtige Punkte zur Leihe

  1. Der Entleiher muss das geliehene Auto zurückgeben, wenn die Leihzeit zu Ende oder der Leihvertrag gekündigt ist.

  2. In der Leihzeit darf das Auto nur vertragsgemäß benutzt und nicht an Dritte weitergeben werden.

  3. Der Entleiher muss keinen Ersatz für Abnutzung und Verschlechterung am Auto zahlen, wenn er es vertragsgemäß nutzt.

  4. Der Entleiher muss während der Leihzeit für die Unterhaltungskosten (z.B. Sprit, Strom, Wartung) aufkommen.

  5. Der Verleiher muss die Kosten für die Instandhaltung des Autos tragen, aber nicht für die Gebrauchstauglichkeit des Autos haften. Der Entleiher kann nur dann Schadenersatz verlangen, wenn ihm ein Schaden durch einen Mangel entstanden ist, den der Verleiher kennt und bewusst verschweigt.

  6. Übernahme und Rückgabe : Halten Sie vor Übernahme geliehener Autos schriftlich fest, wie es versichert ist. Vereinbaren Sie, wer im Schadensfall z.B. die Kosten der Selbstbeteiligung oder der Rückstufung in der Vollkaskoversicherung trägt.
    ADAC Juristen haben einen ADAC Musterleihvertrag erstellt. Er dient als Hilfestellung, wenn Sie Ihr Auto verleihen oder ein Auto leihen möchten.

    ADAC Musterleihvertrag
    PDF, 129 KB
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  7. Haftung für Schäden : Der Entleiher haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist. Er hat daher ein erhebliches finanzielles Risiko!
    Bei Schäden durch nicht vertragsgemäßen Verbrauch haftet der Entleiher, wenn er die Schäden verschuldet hat. Der Verleiher haftet dagegen nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Der Verleiher muss beim Entleiher für Schäden aufkommen, wenn er arglistig einen Mangel an dem Auto verschwiegen hat.
    Bei Beschädigung des geliehenen Autos durch grob fahrlässiges Verhalten (z.B. stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogen) haftet der Entleiher für selbst verursachte Schäden. Das gilt auch dann, wenn das Auto vollkaskoversichert ist, weil die Versicherung in solchen Fällen die Leistung je nach Schwere der Schuld kürzt.

Text: Juristische Zentrale