Auto von privat mieten oder leihen

Wohnmobil oder Wohnwagen von privat mieten – oft günstiger als beim gewerblichen Vermieter
Wohnmobil oder Wohnwagen von privat mieten – oft günstiger als beim gewerblichen Vermieter© iStock.com/Halfpoint

Wohnmobil, Auto und Motorrad von privat vermieten oder verleihen: Viele Menschen überlassen ihr Fahrzeug Freunden und Bekannten "per Handschlag". Ein schriftlicher Vertrag ist aber unbedingt anzuraten. Worauf Sie bei privater Vermietung oder Leihe achten sollten.

  • Von privat mieten: Schriftlichen Vertrag schließen

  • Unfall: Wer für Schäden am gemieteten Auto haftet

  • Auto ausleihen: Was bei dabei zu beachten ist

Wird das private Fahrzeug gegen Bezahlung an eine andere Person für eine gewisse Zeit abgegeben, handelt es sich um eine Vermietung.

Ist die Nutzung kostenfrei, liegt spricht man von Leihe. Der Verleihende hat im Gegensatz zum Vermieter weniger Verantwortung. Er kann den Leihvertrag jederzeit kündigen und haftet nur für vorsätzliche Handlungen oder grobe Fahrlässigkeit. Ein Beispiel: Der Entleiher kann nichts unternehmen, wenn die Klimaanlage nicht richtig funktioniert. Verschweigt der Verleihende aber vorsätzlich, dass die Bremsen nicht gehen, kann ihn der Entleiher haftbar machen, wenn es deshalb zu einem Unfall kommt.

Auto oder Wohnmobil privat mieten oder vermieten

Wer sein Fahrzeug vermietet, ist für den verkehrssicheren Zustand vor Übergabe und während der Mietzeit verantwortlich. Tritt während der Mietzeit ein Mangel auf, darf der Mieter die Miete mindern. Der Vermieter muss die anfallenden Reparaturkosten zahlen und kann schon beim Nachweis leichter Fahrlässigkeit auch für einen Unfall haftbar gemacht werden. Daher sollte unbedingt ein schriftlicher Mietvertrag abgeschlossen werden.

Wohnmobil von privat mieten

Im Internet gibt es Plattformen, über die man Fahrzeuge von privat mieten oder vermieten kann. Gerade bei Wohnmobilen gilt: Die Fahrzeuge sind zwar oft älter, dafür aber meist gut gepflegt und nicht so strapaziert wie gewerblich vermietete. Die Preise sind bei privaten Vermietern oft günstiger.

Wichtig für private Vermieter

Bevor Sie Ihr Wohnmobil, Ihren Wohnwagen oder Ihr Auto vermieten, ist es wichtig, einige Punkte abzuklären. In der Regel ist Ihr privates Fahrzeug nämlich nur für die private Nutzung versichert.

Vor der Schlüsselübergabe gibt es einige Punkte, die Sie klären sollten © dpa/Christin Klose

Klären Sie die Vermietung Ihres Fahrzeugs unbedingt mit der Versicherung ab, bevor Sie es zur Vermietung anbieten: Wird es nicht ausschließlich von Ihnen genutzt, muss man unter Umständen einen anderen Versicherungstarif abschließen. Außerdem muss bei der Vermietung mit Gewinnerzielungsabsicht die im Versicherungsschein ausgewiesene Verwendungsart des Fahrzeugs geändert werden.

Auch wichtig: Bei der privaten Vermietung eines Autos oder Wohnmobils gilt eine steuerliche Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Wenn die Einkünfte aus der Vermietung diese Freigrenze übersteigen, müssen Sie diese komplett versteuern. Holen Sie sich Rat beim Steuerberater, bevor Sie das Fahrzeug privat vermieten.

Das sollte im Mietvertrag stehen

Schließen Sie unbedingt einen schriftlichen Mietvertrag ab. Jede Vertragspartei erhält ein von beiden Seiten unterschriebenes Exemplar des Vertrages. Das sollte in einem Mietvertrag stehen:

  • Wie hoch ist die Mietzahlung?

  • Für welche Zeitdauer wird das Fahrzeug überlassen?

  • Regelung zu Kündigungsmöglichkeit für beide Parteien

  • Wer übernimmt die Nebenkosten (z.B. Betriebskosten, Benzin)?

  • Welche Personen dürfen mit dem Auto fahren? Haben sie den passenden Führerschein?

  • Wie ist das Auto versichert (Voll- bzw. Teilkaskoversicherung, Selbstbeteiligung)?

  • Ist die Vermietung mit der Autoversicherung abgeklärt?

  • Wie ist die Vorgehensweise bei Schäden, wer trägt die Kosten bei Reparaturen?

  • Welche Sicherheiten muss der Mietende für die Mietdauer hinterlegen?

  • Ort, Datum und Unterschriften der beiden Vertragsparteien

So laufen Übernahme und Rückgabe

Vor der Fahrt sollten Vermietender und Mietender das Auto gemeinsam untersuchen und die vorhandenen Vorschäden protokollieren. Der Mietende kann so verhindern, dass er für solche Schäden haftet.

Die ADAC Checkliste für die Übernahme eines Mietwagens gibt einen Anhaltspunkt, auf was Sie vor Antritt der Fahrt achten sollten:

Checkliste für die Übernahme/Rückgabe eines Mietwagens
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Überprüfen und protokollieren Sie auch bei der Rückgabe den Zustand des Autos in Anwesenheit des Vermieters. Achten Sie darauf, dass Sie bei der Rückgabe evtl. Sicherheiten zurückbekommen.

Wer haftet für Schäden?

Der Mietende haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden und hat daher ein erhebliches finanzielles Risiko.

Halten Sie vor Übernahme des privaten Mietautos schriftlich fest, wie es versichert ist. Vereinbaren Sie außerdem, wer im Schadensfall zum Beispiel die Kosten der Selbstbeteiligung oder der Rückstufung in der Vollkaskoversicherung trägt.

Bei Beschädigung durch grob fahrlässiges Verhalten (wie beispielsweise stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogen) haftet der Mietende für selbst verursachte Schäden. Das gilt auch dann, wenn das Auto vollkaskoversichert ist. Die Versicherung kürzt die Leistung in diesen Fällen je nach Schwere der Schuld.

Besteht keine Vollkaskoversicherung oder nimmt der Vermietende sie nicht in Anspruch, haftet der Mieter auch für einen nur fahrlässig verursachten Schaden.

Auto verleihen oder von privat leihen

Wenn Sie Ihr Auto kostenlos jemand anderem überlassen, liegt eine Leihe vor. Im Gegensatz zur Miete fließt kein Geld. Wer sein Auto verleiht, wird Verleiher genannt, und derjenige, der es ausleiht, ist der Entleiher.

Die ADAC Juristen haben einen ADAC Musterleihvertrag erstellt. Er dient als Hilfestellung, wenn Sie Ihr Auto verleihen oder ein Auto leihen möchten.

Leihvertrag für Fahrzeuge
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Wichtiges zur Leihe

  • Der Entleiher muss das geliehene Auto zurückgeben, wenn die Leihzeit zu Ende oder der Leihvertrag gekündigt ist.

  • In der Leihzeit darf er das Auto nur vertragsgemäß benutzen und nicht an Dritte weitergeben.

  • Der Entleiher muss keinen Ersatz für Abnutzung und Verschlechterung zahlen, wenn er das Fahrzeug vertragsgemäß nutzt.

  • Der Entleiher muss während der Leihzeit für die Unterhaltungskosten (z.B. Sprit, Strom, Wartung) aufkommen.

  • Der Verleiher sollte sich vorab bei seiner Versicherung erkundigen, welche Fahrer mit dem Fahrzeug fahren dürfen. Und falls nötig den Kreis der berechtigten Fahrer erweitern.

  • Der Verleiher muss die Kosten für die Instandhaltung des Autos tragen. Er muss aber nicht für die Gebrauchstauglichkeit des Autos haften. Der Entleiher kann nur dann Schadenersatz verlangen, wenn ihm ein Schaden durch einen Mangel an dem Fahrzeug entstanden ist, den der Verleiher kennt und bewusst verschweigt.

  • Übernahme und Rückgabe: Halten Sie vor Übernahme geliehener Autos schriftlich fest, wie es versichert ist. Vereinbaren Sie, wer im Schadensfall z.B. die Kosten der Selbstbeteiligung oder der Rückstufung in der Vollkaskoversicherung trägt.

  • Haftung für Schäden: Der Entleiher haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist. Er hat daher ein erhebliches finanzielles Risiko! Bei Schäden durch nicht vertragsgemäßen Verbrauch haftet der Entleiher, wenn er diese verschuldet hat. Der Verleiher haftet dagegen nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Der Verleiher muss beim Entleiher für Schäden aufkommen, wenn er arglistig einen Mangel an dem Auto verschwiegen hat. Bei Beschädigung des geliehenen Autos durch grob fahrlässiges Verhalten (zum Beispiel stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogen) haftet der Entleiher für selbst verursachte Schäden. Das gilt auch dann, wenn das Auto vollkaskoversichert ist. Die Versicherung kürzt in solchen Fällen die Leistung je nach Schwere der Schuld.

Petra Gerhäuser
Petra Gerhäuser
Fach-Autorin
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Angela Baumgarten
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