Auto mieten – ADAC Checklisten helfen bei Buchung und Übernahme

15.10.2019

Sie wollen mit einem Mietwagen die Urlaubsinsel erkunden oder mit einem Cabrio über das Wochenende wegfahren? ADAC Juristen erklären, wie Sie Stolpersteine und Kostenfallen vermeiden.

Egal ob Kurz- oder Langstrecke, einige Punkte sollten Sie bei jeder Mietwagenbuchung beachten. (Foto: ©iStock.com/Solovyova)

So hilft der ADAC: Checklisten für Buchung und Übernahme eines Mietwagens

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Transparente Preise bei fünf großen Autovermietern

Die Autovermieter Avis, Europcar, Enterprise, Hertz und Sixt haben ihre Mietpreise transparenter gestaltet und sind folgende Verpflichtungen eingegangen:

  • Der Preis, der auf der Website angezeigt wird, entspricht dem tatsächlichen Endpreis.
  • Die wichtigsten Leistungen werden in den Nutzungsbedingungen in allen Landessprachen eindeutig beschrieben.
  • Im Preisangebot sind klare Informationen zu den Kosten für optionale Extras enthalten (v.a. zu zusätzlichen Versicherungen).

Auf Initiative der EU-Kommission sollen so ungeplante Zusatzkosten oder komplizierte Verträge verhindert werden.

Mietwagen vom Autovermieter

Häufig verleihen oder vermieten Privatleute ihr Fahrzeug an Freunde und Bekannte „per Handschlag". Ein schriftlicher Vertrag ist aber unbedingt anzuraten.

Tipp Icon

Achtung Steuer

Bei der privaten Vermietung gilt eine steuerliche Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Wenn die Einkünfte aus der Vermietung diese Freigrenze übersteigen, müssen sie komplett versteuert werden. Für den privaten Vermieter heißt das: holen Sie sich Rat beim Steuerberater!

Mietvertrag abschließen

Fahrzeugmiete liegt dann vor, wenn das Auto gegen die Zahlung von Geld überlassen wird.
Schließen Sie den Mietvertrag unbedingt schriftlich ab. Jede Vertragspartei erhält ein von beiden Seiten unterschriebenes Exemplar des Vertrages.

Diese Punkte sollten Sie im Mietvertrag festhalten: 

  • Höhe des Entgelts
  • Dauer der Überlassung des Fahrzeugs
  • Möglichkeit zur Kündigung für beide Parteien
  • Übernahme der Nebenkosten (Betriebskosten, Kraftstoff usw.)
  • Frage der Berechtigung des Führens eines Kraftfahrzeugs (wer soll berechtigt sein; Führerschein zeigen lassen!)
  • Versicherungsschutz (Voll- bzw. Teilkaskoversicherung; Selbstbehalt)
  • Vorgehensweise und Kostentragung bei Reparaturen   
  • Ort, Datum und Unterschriften der beiden Vertragsparteien

Haftung für Schäden 

Der Mieter/Entleiher haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden. Als Mieter haben Sie ein erhebliches finanzielles Risiko! 

Halten Sie vor Übernahme des privaten Miet-/Leihfahrzeuges schriftlich fest, wie das Fahrzeug versichert ist. Vereinbaren Sie außerdem, wer im Schadensfall z.B. die Kosten der Selbstbeteiligung oder der Rückstufung in der Vollkaskoversicherung trägt.

Bei Beschädigung durch grob fahrlässiges Verhalten (z.B. stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogen) haftet der Mieter/Entleiher für selbst verursachte Schäden. Dies gilt auch dann, wenn das Auto vollkaskoversichert ist. Die Versicherung kürzt die Leistung in diesen Fällen je nach Schwere der Schuld. 

Besteht kein Vollkaskoschutz oder nimmt der Vermieter die Vollkaskoversicherung nicht in Anspruch, haftet der Mieter auch für einen nur fahrlässig verursachten Schaden. Der Entleiher haftet für alle Schäden, die er selbst verursacht, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist. 

Auto leihen 

Wird ein Auto kostenlos an jemanden anderen überlassen, liegt eine Leihe vor.
Der Verleiher muss die Kosten für die Instandhaltung des Autos tragen. Er muss aber nicht für die Gebrauchstauglichkeit des Autos haften. Der Entleiher kann nur dann Schadenersatz verlangen, wenn ihm ein Schaden durch einen Mangel entstanden ist, den der Entleiher kennt und bewusst verschweigt. 

ADAC Juristen haben einen ADAC Musterleihvertrag erstellt, den Sie verwenden können, wenn Sie Ihr Auto verleihen möchten.

Tipps zur Buchung eines Mietwagens

Lassen Sie sich Zeit bei der Buchung. Sobald das Fahrzeug reserviert ist, kann der Vertrag nicht mehr kostenlos rückgängig gemacht werden. Hier gibt es kein Widerrufsrecht wie sonst bei Einkäufen im Internet.

Der Mietvertrag kommt erst durch Ihre Unterschrift am Schalter der Autovermietung zustande. Das gilt sowohl für die Reservierung im Internet als auch die Buchung im Reisebüro.

  • Preisvergleiche lohnen sich! Fragen Sie nach Extrakosten für z.B. Einwegmiete oder die Anmietung am Flughafen.
  • Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Mietbedingungen) bevor Sie unterschreiben.
  • Schließen Sie eine Vollkaskoversicherung ab. Achten Sie dabei auf die Höhe des Selbstbehalts und darauf, dass der Umfang des Versicherungsschutzes im Mietvertrag festgehalten wird.
  • Geben Sie bei der Buchung das Alter des Fahrers an. Viele Autovermieter fordern ein Mindestalter für den Fahrer, manchmal gibt es ein Höchstalter.
  • Halten Sie die vereinbarte Mietzeit ein. Wenn Sie das Auto zu früh oder zu spät zurückgeben, drohen Nachzahlungen.

ADAC Checkliste – auf was Sie bei der Buchung achten sollten:

Checkliste für die Buchung eines Mietwagens, 130,04 KB

Tipp Icon

Vorsicht Zusatzkosten

  • Zusatzversicherungen
    Einige Mietwagen-Vermittler erstatten bei einem Schaden die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung (sog. Tarif mit Rückerstattung). Achten Sie darauf, die Selbstbeteiligung nicht doppelt abzusichern, wenn Ihnen der Autovermieter vor Ort weitere Versicherungen anbietet. Sie brauchen keine zusätzliche „Super-Vollkaskoversicherung“ (Super CDW) abzuschließen. Diese erstattet die Selbstbeteiligung nicht.
  • Winterreifen
    Der Vermieter darf für Winterreifen keine zusätzliche Kosten verlangen, wenn die Winterreifen bei der Buchung nicht ausdrücklich bestellt sind. Der Vermieter muss ein verkehrssicheres und fahrbereites Fahrzeug zur Verfügung stellen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen darf ein Fahrzeug daher nicht mit Sommerreifen vermietet werden. Fragen Sie schon bei der Reservierung, ob Sie ein Fahrzeug mit Winterreifen bekommen können.
  • Tankgebühren
    Fragen Sie vor Fahrtbeginn, ob Sie das Fahrzeug mit vollem Tank zurückgegeben müssen. Oft werden überzogene Tankgebühren berechnet oder die Kunden müssen für den ersten Tankinhalt zu viel bezahlen. Achtung bei Anbietern, die darüber vor der Buchung keine Auskunft geben wollen.

Übernahme des Mietwagens

Untersuchen Sie das Fahrzeug vor Fahrtantritt und lassen Sie alle Vorschäden vom Vermieter protokollieren. Damit verhindern Sie, dass Sie für Vorschäden haften. Auf was Sie sonst noch bei der Übernahme achten sollten, haben wir in einer ADAC Checkliste zusammengefasst.

Checkliste für Übernahme eines Mietwagens, 128,88 KB

Rückgabe des Mietwagens

Überprüfen und protokollieren Sie den Zustand des Autos in Anwesenheit eines Mitarbeiters. Achten Sie darauf, dass Sie bei der Rückgabe z.B. den Kreditkartenbeleg oder die Kaution zurückbekommen.

Geben Sie das Auto in den Öffnungszeiten der Mietwagenfirma und an der vereinbarten Mietwagenstation zurück. Fotografieren Sie das Auto zum Zeitpunkt der Rückgabe, wenn Sie das Auto außerhalb der Öffnungszeiten bei der Mietwagenfirma abstellen. Unseriöse Anbieter stellen häufig später angebliche Schäden in Rechnung.

Schäden am Mietwagen

Bei Unfall: Benachrichtigen Sie immer die Polizei und die Mietwagenstation!

Haftung nur bei nachweisbarem Verschulden

Der Mieter haftet nach deutschem Recht nur für Schäden, die er selbst verschuldet hat. Der Vermieter muss dies nachweisen können. Ist der Schaden nicht mehr aufklärbar, muss der Mieter nicht dafür geradestehen. Das Gleiche gilt für einen Schaden durch Steinschlag. Klauseln im Übergabeprotokoll, wonach fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind unzulässig.

Tipp: Nehmen Sie möglichst genau dazu Stellung, warum der fragliche Schaden nicht von Ihnen verursacht worden sein kann.

Wer zahlt was

Verursachen Sie als Mieter schuldhaft einen Unfall, zahlt die Kfz-Haftpflicht die Schäden am Fahrzeug des Gegners. Für den selbstverschuldeten Schaden am Mietwagen zahlt die Vollkaskoversicherung, soweit Sie für den Mietwagen eine abgeschlossen haben. Sie haften als Mieter bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Achtung: Der Selbstbehalt wird nach vielen AGB sofort fällig, auch wenn der Mieter den Unfall oder Schaden nicht verschuldet hat. Das gilt vor allem im Ausland. Ist der Selbstbehalt erst einmal eingezogen, bekommt der Mieter den Betrag erst erstattet, wenn die gegnerische Haftpflichtversicherung gezahlt hat.

Mietwagen von Privat

Häufig verleihen oder vermieten Privatleute ihr Fahrzeug an Freunde und Bekannte „per Handschlag". Ein schriftlicher Vertrag ist aber unbedingt anzuraten.

Tipp Icon

Achtung Steuer

Bei der privaten Vermietung gilt eine steuerliche Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Wenn die Einkünfte aus der Vermietung diese Freigrenze übersteigen, müssen sie komplett versteuert werden. Für den privaten Vermieter heißt das: holen Sie sich Rat beim Steuerberater!

Mietvertrag abschließen

Fahrzeugmiete liegt dann vor, wenn das Auto gegen die Zahlung von Geld überlassen wird.
Schließen Sie den Mietvertrag unbedingt schriftlich ab. Jede Vertragspartei erhält ein von beiden Seiten unterschriebenes Exemplar des Vertrages.

Diese Punkte sollten Sie im Mietvertrag festhalten: 

  • Höhe des Entgelts
  • Dauer der Überlassung des Fahrzeugs
  • Möglichkeit zur Kündigung für beide Parteien
  • Übernahme der Nebenkosten (Betriebskosten, Kraftstoff usw.)
  • Frage der Berechtigung des Führens eines Kraftfahrzeugs (wer soll berechtigt sein; Führerschein zeigen lassen!)
  • Versicherungsschutz (Voll- bzw. Teilkaskoversicherung; Selbstbehalt)
  • Vorgehensweise und Kostentragung bei Reparaturen   
  • Ort, Datum und Unterschriften der beiden Vertragsparteien

Haftung für Schäden 

Der Mieter/Entleiher haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden. Als Mieter haben Sie ein erhebliches finanzielles Risiko! 

Halten Sie vor Übernahme des privaten Miet-/Leihfahrzeuges schriftlich fest, wie das Fahrzeug versichert ist. Vereinbaren Sie außerdem, wer im Schadensfall z.B. die Kosten der Selbstbeteiligung oder der Rückstufung in der Vollkaskoversicherung trägt.

Bei Beschädigung durch grob fahrlässiges Verhalten (z.B. stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogen) haftet der Mieter/Entleiher für selbst verursachte Schäden. Dies gilt auch dann, wenn das Auto vollkaskoversichert ist. Die Versicherung kürzt die Leistung in diesen Fällen je nach Schwere der Schuld. 

Besteht kein Vollkaskoschutz oder nimmt der Vermieter die Vollkaskoversicherung nicht in Anspruch, haftet der Mieter auch für einen nur fahrlässig verursachten Schaden. Der Entleiher haftet für alle Schäden, die er selbst verursacht, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist. 

Auto leihen 

Wird ein Auto kostenlos an jemanden anderen überlassen, liegt eine Leihe vor.
Der Verleiher muss die Kosten für die Instandhaltung des Autos tragen. Er muss aber nicht für die Gebrauchstauglichkeit des Autos haften. Der Entleiher kann nur dann Schadenersatz verlangen, wenn ihm ein Schaden durch einen Mangel entstanden ist, den der Entleiher kennt und bewusst verschweigt. 

ADAC Juristen haben einen ADAC Musterleihvertrag erstellt, den Sie verwenden können, wenn Sie Ihr Auto verleihen möchten.

Tipps zur Buchung eines Mietwagens

Lassen Sie sich Zeit bei der Buchung. Sobald das Fahrzeug reserviert ist, kann der Vertrag nicht mehr kostenlos rückgängig gemacht werden. Hier gibt es kein Widerrufsrecht wie sonst bei Einkäufen im Internet.

Der Mietvertrag kommt erst durch Ihre Unterschrift am Schalter der Autovermietung zustande. Das gilt sowohl für die Reservierung im Internet als auch die Buchung im Reisebüro.

  • Preisvergleiche lohnen sich! Fragen Sie nach Extrakosten für z.B. Einwegmiete oder die Anmietung am Flughafen.
  • Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Mietbedingungen) bevor Sie unterschreiben.
  • Schließen Sie eine Vollkaskoversicherung ab. Achten Sie dabei auf die Höhe des Selbstbehalts und darauf, dass der Umfang des Versicherungsschutzes im Mietvertrag festgehalten wird.
  • Geben Sie bei der Buchung das Alter des Fahrers an. Viele Autovermieter fordern ein Mindestalter für den Fahrer, manchmal gibt es ein Höchstalter.
  • Halten Sie die vereinbarte Mietzeit ein. Wenn Sie das Auto zu früh oder zu spät zurückgeben, drohen Nachzahlungen.

ADAC Checkliste – auf was Sie bei der Buchung achten sollten:

Checkliste für die Buchung eines Mietwagens, 130,04 KB

Tipp Icon

Vorsicht Zusatzkosten

  • Zusatzversicherungen
    Einige Mietwagen-Vermittler erstatten bei einem Schaden die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung (sog. Tarif mit Rückerstattung). Achten Sie darauf, die Selbstbeteiligung nicht doppelt abzusichern, wenn Ihnen der Autovermieter vor Ort weitere Versicherungen anbietet. Sie brauchen keine zusätzliche „Super-Vollkaskoversicherung“ (Super CDW) abzuschließen. Diese erstattet die Selbstbeteiligung nicht.
  • Winterreifen
    Der Vermieter darf für Winterreifen keine zusätzliche Kosten verlangen, wenn die Winterreifen bei der Buchung nicht ausdrücklich bestellt sind. Der Vermieter muss ein verkehrssicheres und fahrbereites Fahrzeug zur Verfügung stellen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen darf ein Fahrzeug daher nicht mit Sommerreifen vermietet werden. Fragen Sie schon bei der Reservierung, ob Sie ein Fahrzeug mit Winterreifen bekommen können.
  • Tankgebühren
    Fragen Sie vor Fahrtbeginn, ob Sie das Fahrzeug mit vollem Tank zurückgegeben müssen. Oft werden überzogene Tankgebühren berechnet oder die Kunden müssen für den ersten Tankinhalt zu viel bezahlen. Achtung bei Anbietern, die darüber vor der Buchung keine Auskunft geben wollen.

Übernahme des Mietwagens

Untersuchen Sie das Fahrzeug vor Fahrtantritt und lassen Sie alle Vorschäden vom Vermieter protokollieren. Damit verhindern Sie, dass Sie für Vorschäden haften. Auf was Sie sonst noch bei der Übernahme achten sollten, haben wir in einer ADAC Checkliste zusammengefasst.

Checkliste für Übernahme eines Mietwagens, 128,88 KB

Rückgabe des Mietwagens

Überprüfen und protokollieren Sie den Zustand des Autos in Anwesenheit eines Mitarbeiters. Achten Sie darauf, dass Sie bei der Rückgabe z.B. den Kreditkartenbeleg oder die Kaution zurückbekommen.

Geben Sie das Auto in den Öffnungszeiten der Mietwagenfirma und an der vereinbarten Mietwagenstation zurück. Fotografieren Sie das Auto zum Zeitpunkt der Rückgabe, wenn Sie das Auto außerhalb der Öffnungszeiten bei der Mietwagenfirma abstellen. Unseriöse Anbieter stellen häufig später angebliche Schäden in Rechnung.

Schäden am Mietwagen

Bei Unfall: Benachrichtigen Sie immer die Polizei und die Mietwagenstation!

Haftung nur bei nachweisbarem Verschulden

Der Mieter haftet nach deutschem Recht nur für Schäden, die er selbst verschuldet hat. Der Vermieter muss dies nachweisen können. Ist der Schaden nicht mehr aufklärbar, muss der Mieter nicht dafür geradestehen. Das Gleiche gilt für einen Schaden durch Steinschlag. Klauseln im Übergabeprotokoll, wonach fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind unzulässig.

Tipp: Nehmen Sie möglichst genau dazu Stellung, warum der fragliche Schaden nicht von Ihnen verursacht worden sein kann.

Wer zahlt was

Verursachen Sie als Mieter schuldhaft einen Unfall, zahlt die Kfz-Haftpflicht die Schäden am Fahrzeug des Gegners. Für den selbstverschuldeten Schaden am Mietwagen zahlt die Vollkaskoversicherung, soweit Sie für den Mietwagen eine abgeschlossen haben. Sie haften als Mieter bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Achtung: Der Selbstbehalt wird nach vielen AGB sofort fällig, auch wenn der Mieter den Unfall oder Schaden nicht verschuldet hat. Das gilt vor allem im Ausland. Ist der Selbstbehalt erst einmal eingezogen, bekommt der Mieter den Betrag erst erstattet, wenn die gegnerische Haftpflichtversicherung gezahlt hat.

Tipps zur Automiete im Ausland

  • Von zu Hause buchen
    Bei der Automiete im Ausland gilt für den Mietvertrag und eventuelle Streitigkeiten ausländisches Recht. Das gilt auch bei Buchungen über das Internet. Buchen Sie das Mietauto von zu Hause aus. So bleibt mehr Zeit für einen Preis- und Leistungsvergleich. Bei Problemen am Urlaubsort hat man einen Ansprechpartner in Deutschland.
  • Achtung Mindestversicherungssummen 
    Es gelten in der Haftpflichtversicherung die Mindestversicherungssummen des Reiselandes. Diese sind oft erheblich niedriger als nach deutschem Recht. Die Haftpflicht sollte mindestens eine Million Euro betragen. Die Versicherungssumme kann erhöht werden durch:
    • „Mallorca-Police“: gilt für ganz Europa, inklusive Kanarischen Inseln und Madeira und bietet zusätzliche Deckung für Sach- und Personenschäden.
    • „Traveller-Police“: gilt weltweit und bietet in der Regel eine Deckung von 500.000 Euro für Sach- und Personenschäden.
    • Manche Kreditkartenunternehmen bieten bei Bezahlung des Mietwagens mit der Kreditkarte vergleichbare Zusatzpolicen.
  • Vollkaskoversicherung
    Schließen Sie am besten eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung ab und achten Sie auf den Umfang der Versicherung. Oft sind Schäden an Reifen, Felgen, Unterboden oder durch Steinschlag ausgenommen. Eine Diebstahlversicherung lohnt sich dann, wenn sie nicht in der Vollkasko enthalten ist.
  • Vorsicht Tankpauschalen
    Vorsicht vor überhöhten Tankpauschalen. Fragen Sie vor Fahrtbeginn, ob das Fahrzeug mit vollem Tank zurückgegeben werden muss.
  • Bezahlung des Mietautos
    Die Bezahlung erfolgt üblicherweise per Kreditkarte oder EC-Karte. Die Kreditkarte dient dabei als Sicherheit für den Vermieter. In der Regel wird der Kreditkarteninhaber als Hauptfahrer im Mietvertrag eingetragen. Einige Vermieter verlangen eine Kreditkarten PIN. Unterschreiben Sie keinen Blanko-Kreditkartenbeleg, der keine bestimmte Summe ausweist!
  • Mietvertrag nicht blind unterschreiben
    Halten Sie alle Vereinbarungen schriftlich fest und unterschreiben Sie den Vertrag erst, wenn Sie ihn gelesen haben. Der Mietvertrag sollte neben der Landessprache in Englisch abgefasst sein. Fragen Sie bei unverständlichen Klauseln ausdrücklich nach.
  • Übernahme des Mietwagens
    Lassen Sie das Fahrzeug vor der Übernahme genau prüfen. Halten Sie Mängel schriftlich fest und lassen Sie sich diese bestätigen.
    Checkliste für Übernahme eines Mietwagens, 128,88 KB
  • Passen Sie auf den Autoschlüssel auf
    Sie können den Verlust des Autoschlüssels nicht mit einer Vollkaskoversicherung absichern. Verlieren Sie den Schlüssel, müssen Sie die Kosten für den Ersatzschlüssel und das Abschleppen des Mietwagens (zur Sicherung vor Diebstahl) selbst tragen.

    Achtung: Wird das Mietauto mit dem verlorenen Schlüssel gestohlen, liegt grobe Fahrlässigkeit vor und Sie müssen den Mietwagen komplett bezahlen. Manche Autovermieter bieten Zusatzversicherungen für Ersatzschlüssel an. Diese decken aber nicht den Diebstahl des Mietautos ab.

Hilfe bei Problemen mit Autovermieter oder Vermittler

    Schieds- bzw. Schlichtungsstellen helfen bei Streitigkeiten mit der Autovermietung oder dem Vermittler.

    Automiete in Deutschland

    Beschwerden gegen eine gewerbliche Autovermietung oder einen Vermittler können Sie an die Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle in Kehl richten. Der Antrag kann über das Online-Portal* gestellt werden.

    Automiete im EU-Ausland

    Bei Unstimmigkeiten mit einem Autovermieter im EU-Ausland kann das Europäische Verbraucherzentrum* in Kehl angerufen werden.

    Haben Sie bei den internationalen Unternehmen AVIS, Alamo, Budget, Europcar, Hertz, National Car Rental, Sixt, Firefly und Enterprise gemietet, kann bei grenzüberschreitender Automiete innerhalb der EU über den European Car Rental Conciliation Service (ECRCS) ein kostenloses Schlichtungsverfahren eingeleitet werden. Informationen dazu finden Sie hier*.

    Mahnverfahren

    Bei geringfügigen Geldforderung gegen den Autovermieter können Sie – anstatt einen Rechtsanwalt oder eine Schiedsstelle einzuschalten - die Rückzahlung des Geldes über das gerichtliche Mahnverfahren geltend machen. 

    Beispiele:

    • bei der Rückgabe des Mietwagens wird Ihnen unberechtigterweise vorgeworfen, einen Schaden am Mietfahrzeug verursacht zu haben und die Reparaturkosten wurden über Ihre Kreditkarte eingezogen.
    • Mietpreisminderung gegen den Wohnmobilvermieter, weil der Kühlschrank oder die Klimaanlage im Wohnmobil nicht funktionierte.

     

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    Text: Juristische Zentrale