Auto mieten im In- und Ausland

Zwei Frauen fahren in einem Cabrio
Mit einem gemieteten Cabrio ins Wochenende: So wird's ein reines Vergnügen ∙ © valentinrussanov/iStock.com

Ein Wohnmobil für einen Abenteuertrip mieten, mit einem Mietauto oder -roller die Urlaubsinsel erkunden, ein Auto in Langzeitmiete nehmen. ADAC Juristen erklären, was Sie bei der Buchung beachten müssen, und wie Sie zusätzliche Kosten vermeiden.

  • Auto, Wohnmobil oder Motorrad mieten: Tipps für Buchung, Übernahme und Rückgabe

  • Zusätzliche Kosten: Unnötige Versicherungen, Tankfüllung oder Winterreifen

  • Automiete im Ausland: Auf Mindestversicherungssumme achten

Mit einem Mietauto im Urlaub mobil sein, einen Umzugswagen mieten oder übers Wochenende mit einem gemieteten Cabrio einen Kurztrip machen. Was Sie bei der Buchung beachten sollten, wo zusätzliche Kosten lauern, und wer für einen Schaden am Mietauto zahlt. ADAC Juristen geben Tipps zur Automiete im In- und Ausland.

Sechs wichtige Tipps für die Buchung

  • Lassen Sie sich Zeit: Sobald das Fahrzeug reserviert ist, kann der Vertrag nicht mehr kostenlos rückgängig gemacht werden. Hier gibt es auch bei der Onlinebuchung kein Widerrufsrecht.

  • Preise vergleichen: Fragen Sie nach Extrakosten für z.B. Einwegmiete oder Anmietung am Flughafen.

  • Bei der Buchung Alter angeben: Viele Autovermieter fordern ein Mindestalter für den Fahrer, manchmal gibt es ein Höchstalter. Achten Sie darauf, dass das Alter der eingetragenen Fahrer zu diesen Altersgrenzen passt.

  • Erst lesen, dann unterschreiben: Lassen Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Mietbedingungen) geben und lesen Sie sie durch, bevor Sie unterschreiben. Der Mietvertrag kommt erst mit Ihrer Unterschrift am Schalter der Autovermietung zustande, egal ob Sie das Mietauto im Internet reserviert oder im Reisebüro gebucht haben.

  • Vollkaskoversicherung abschließen: Achten Sie auf die Höhe des Selbstbehalts. Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger der Mietpreis. Allerdings ist dann auch Ihr finanzielles Risiko bei einem selbstverschuldeten Unfall höher. Überlegen Sie vor Unterschrift des Vertrages, welches Risiko Sie eingehen wollen.

  • Der Umfang des Versicherungsschutzes sollte unbedingt im Mietvertrag festgehalten sein.

  • Vereinbarte Mietzeit einhalten: Wenn Sie das Auto zu spät oder zu früh zurückgeben, drohen je nach Mietbedingungen eventuell Nachzahlungen.

Die ADAC Checkliste für die Buchung eines Mietwagens hilft Ihnen, alle wichtigen Punkte zu beachten.

ADAC Checkliste für die Buchung eines Mietwagens
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Zusätzliche Kosten vermeiden

Unnötige Zusatzversicherung

Einige Mietwagen-Vermittler erstatten bei einem Schaden die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung (sogenannter Tarif mit Rückerstattung). Der Autovermieter vor Ort bietet Ihnen eventuell noch zusätzliche Versicherungen an. Achten Sie darauf, die Selbstbeteiligung nicht doppelt abzusichern. Sie brauchen keine zusätzliche "Super-Vollkaskoversicherung" (Super CDW) abschließen. Die Zusatzkosten hierfür werden vom Vermittler nicht erstattet.

Winterreifen

Der Vermieter darf für Winterreifen keine zusätzlichen Kosten verlangen, wenn sie bei der Buchung nicht ausdrücklich bestellt wurden. Er muss Ihnen ein verkehrssicheres und fahrbereites Fahrzeug zur Verfügung stellen, darf also bei winterlichen Straßenverhältnissen kein Auto mit Sommerreifen vermieten. Fragen Sie schon bei der Reservierung nach einem Auto mit Winterreifen.

Tankgebühren

Klären Sie vor Fahrtbeginn, ob Sie das Auto mit vollem Tank zurückgeben müssen. Vorsicht bei Anbietern, die darüber vor der Buchung keine Auskunft geben wollen.

Oft verlangen Autovermieter überzogene Tankgebühren, wenn das Auto nicht vollgetankt zurückgegeben wird. Manche lassen ihre Kunden die Tankfüllung auch zu einem überhöhten Preis vorab bezahlen.

Checkliste für Übernahme und sichere Rückgabe

Untersuchen Sie das Mietauto vor Fahrtantritt, und lassen Sie den Vermieter alle Vorschäden protokollieren. Damit verhindern Sie, dass Sie für Vorschäden haften.

Gehen Sie vor Antritt der Fahrt die ADAC Checkliste für die Übernahme eines Mietautos durch.

ADAC Checkliste für Übernahme und Rückgabe eines Mietwagens
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Überprüfen und protokollieren Sie auch bei der Rückgabe den Zustand des Autos in Anwesenheit eines Mitarbeiters. Bestehen Sie auf einem Rückgabeprotokoll, auch wenn der Mitarbeiter der Autovermietung das nicht für nötig halten sollte. Achten Sie darauf, dass Sie bei der Rückgabe den Kreditkartenbeleg oder die Kaution zurückbekommen.

Tipp: Geben Sie das Auto in den Öffnungszeiten der Mietwagen-Firma und an der vereinbarten Mietwagen-Station zurück. Fotografieren Sie das Auto zum Zeitpunkt der Rückgabe, wenn Sie das Fahrzeug außerhalb der Öffnungszeiten bei der Mietwagen-Firma abstellen. Unseriöse Anbieter stellen häufig später angebliche Schäden in Rechnung.

Schaden am Mietauto – wer zahlt was?

Benachrichtigen Sie bei einem Unfall immer die Polizei und die Mietwagen-Station.

Verursachen Sie als Mieter schuldhaft einen Unfall, zahlt die Kfz-Haftpflicht die Schäden am Auto des Gegners. Für den Schaden am Mietwagen zahlt die Vollkaskoversicherung, wenn Sie eine abgeschlossen haben. Sie haften dann bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Hinweis: Die Selbstbeteiligung wird nach vielen AGB auch dann sofort fällig, wenn der Mieter den Unfall oder Schaden nicht verschuldet hat. Das gilt vor allem im Ausland. Der Mieter bekommt in solchen Fällen den Betrag erst dann erstattet, wenn die gegnerische Haftpflichtversicherung gezahlt hat.

Wer zahlt ungeklärte Schäden bei Rückgabe?

Der Mieter haftet bei der Anmietung in Deutschland nur für Schäden, die er selbst verschuldet hat. Der Vermieter muss dieses Verschulden nachweisen. Kann die Verursachung eines Schadens nicht geklärt werden, muss der Mieter für den Schaden nicht geradestehen.

Das Gleiche gilt für Steinschlag- und Wildschäden. Klauseln im Übergabeprotokoll, wonach fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind nach deutschem Recht unzulässig.

Tipp: Beschreiben Sie möglichst genau, warum der Schaden nicht von Ihnen verursacht worden sein kann, wenn Sie für einen Schaden zahlen sollen, den Sie nicht verschuldet haben.

Acht Tipps zur Automiete im Ausland

  • Von zu Hause buchen : Bei der Automiete im Ausland gilt für den Mietvertrag und eventuelle Streitigkeiten ausländisches Recht. Das gilt auch bei Buchungen über das Internet. Buchen Sie das Mietauto von zu Hause aus. So bleibt mehr Zeit für einen Preis- und Leistungsvergleich, und Sie haben bei Problemen am Urlaubsort einen Ansprechpartner in Deutschland.

  • Achtung Mindestversicherungssummen: Für die Haftpflichtversicherung gelten die Mindestversicherungssummen des Reiselandes. Diese sind oft erheblich niedriger als nach deutschem Recht, sollten aber mindestens eine Million Euro betragen. Die Versicherungssumme kann erhöht werden durch:
    Die "Mallorca-Police": Gilt für ganz Europa inklusive den Kanarischen Inseln sowie Madeira und bietet zusätzliche Deckung für Sach- und Personenschäden.
    Die "Traveller-Police": Gilt weltweit und bietet in der Regel eine Deckung von 500.000 Euro für Sach- und Personenschäden. Manche Kreditkartenunternehmen bieten bei Bezahlung des Mietwagens mit der Kreditkarte vergleichbare Zusatzpolicen.

  • Vollkaskoversicherung : Schließen Sie eine Vollkaskoversicherung am besten ohne Selbstbeteiligung ab. Achten Sie auf den Umfang der Versicherung. Oft sind Schäden an Reifen, Felgen, Unterboden oder durch Steinschlag ausgenommen. Eine Diebstahlversicherung lohnt sich dann, wenn sie nicht in der Vollkasko enthalten ist.

  • Vorsicht Tankpauschale : Fragen Sie vor Fahrtbeginn, ob Sie das Fahrzeug mit vollem Tank zurückgeben müssen.

  • Bezahlung : Die Bezahlung erfolgt üblicherweise mit Kreditkarte oder EC-Karte. Die Kreditkarte dient dabei als Sicherheit für den Vermieter. Der Inhaber der Kreditkarte wird in der Regel als Hauptfahrer im Mietvertrag eingetragen. Einige Vermieter verlangen eine Kreditkarten-PIN. Unterschreiben Sie keinen Blanko-Kreditkartenbeleg!

  • Vertrag nicht blind unterschreiben : Halten Sie alle Vereinbarungen schriftlich fest und unterschreiben Sie den Vertrag erst, wenn Sie ihn gelesen haben. Vergleichen Sie den Inhalt des Mietvertrags mit Ihrem Voucher bzw. Ihrer Buchung. Fragen Sie nach, wenn es Abweichungen gibt oder Sie Klauseln nicht verstehen. Ist der Mietvertrag unterschrieben, ist es zu spät für Änderungen. Der Mietvertrag sollte neben der Landessprache in Englisch abgefasst sein.

  • Übernahme : Prüfen Sie das Auto vor der Übernahme mit einem Mitarbeiter der Autovermietung genau auf Schäden. Halten Sie Mängel schriftlich fest und lassen Sie sich diese bestätigen. Machen Sie Fotos vom Zustand des Autos.

  • Passen Sie auf den Autoschlüssel auf : Verlieren Sie den Schlüssel, müssen Sie die Kosten für den Ersatzschlüssel und das Abschleppen des Mietwagens (zur Sicherung vor Diebstahl) selbst tragen. Diese Kosten können Sie nicht mit einer Vollkaskoversicherung absichern. Wird das Mietauto mit dem verlorenen Schlüssel gestohlen, liegt grobe Fahrlässigkeit vor, und Sie müssen den Mietwagen komplett bezahlen. Manche Autovermieter bieten Zusatzversicherungen für Ersatzschlüssel an. Diese decken aber den Diebstahl des Mietautos nicht ab.

ADAC Checkliste vor Antritt der Fahrt durchgehen

ADAC Checkliste für Übernahme und Rückgabe eines Mietwagens
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Hilfe bei Streit mit dem Autovermieter

Schieds- bzw. Schlichtungsstellen helfen bei Streit mit der Autovermietung oder dem Vermittler.

Automiete in Deutschland

Beschwerden gegen einen gewerblichen Autovermieter oder einen Vermittler können Sie an die Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle* richten, der Antrag kann über deren Online-Portal gestellt werden.

Automiete im EU-Ausland

Bei Streit mit einem Autovermieter im EU-Ausland können Sie das Europäische Verbraucherzentrum* einschalten.

Haben Sie bei den internationalen Unternehmen AVIS, Alamo, Budget, Europcar, Hertz, National Car Rental, Sixt, Firefly und Enterprise gemietet, können Sie über den European Car Rental Conciliation Service (ECRCS)* ein kostenloses Schlichtungsverfahren einleiten.

Mahnverfahren

Sie können die Rückzahlung Ihres Geldes über das gerichtliche Mahnverfahren geltend machen, statt einen Anwalt oder die Schiedsstelle einzuschalten. Beispiele: Reparaturkosten für einen Schaden am Mietauto werden auf Ihre Kreditkarte gebucht, obwohl Sie den Schaden nicht verursacht haben oder Minderung der Wohnmobilmiete, weil Kühlschrank oder Klimaanlage nicht funktionieren.

Der ADAC Rechtstipp Mahnverfahren erklärt, wie das Mahnverfahren funktioniert .

ADAC Rechtstipp: Mahnverfahren
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Petra Gerhäuser
Fach-Autorin
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Angela Baumgarten
Fach-Autorin
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