Reisen mit Diabetes: Tipps für die Vorbereitung

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Von Redaktion, Tanja Echter

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Eine Touristin misst ihren Blutzuckerspiegel
Den Zucker im Griff: Diabetes-Patienten sollten bei der Urlaubsplanung ein paar Dinge beachten© iStock.com/Emilija Milenkovic

Mit Diabetes auf Fernreise? Kein Problem, wenn Therapie und Reiseplanung stimmen. Wie Sie sich vorbereiten und an was Sie unbedingt denken sollten.

  • Längere Reisen vorab mit dem Arzt besprechen

  • Medikamente im Handgepäck mitnehmen

  • Insulinbedarf im Blick behalten

Reiseplanung für Diabetiker

Diese Aspekte müssen Sie bei der Reiseplanung im Auge behalten, wenn Sie an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erkrankt sind:

  • Informieren Sie sich vorab, welche Qualität die medizinische Versorgung am Urlaubsort hat. Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) gibt dazu Auskünfte.

  • Diabetikerinnen und Diabetiker sollten den Kohlenhydratgehalt der wichtigsten lokalen Grundnahrungsmittel kennen.

  • Beim DDB finden Sie wichtige Vordrucke.

  • Informieren Sie sich, welche Mahlzeiten die Fluggesellschaft anbietet. Bestellen Sie bei Bedarf ein geeignetes Sondermenü. Nehmen Sie zusätzlich ausreichend Snacks, schnell wirksame Kohlenhydrate und eine Reserve für Verspätungen mit.

Ausreichend Medikamente mitnehmen

Lassen Sie sich sechs Wochen vor der Reise untersuchen – idealerweise von einem reisemedizinisch geschulten Arzt. Besprechen Sie Ihre Urlaubspläne und erstellen Sie für Flüge durch verschiedene Zeitzonen einen Therapieplan für die Zeitverschiebung.

Fragen Sie die Mediziner nach Wechselwirkungen mit den gewohnten Arzneien. Lassen Sie außerdem Ihren Impfstatus vor der Reise ärztlich prüfen.

Rechtzeitig Rezepte und Atteste ausstellen lassen

Um vor Ort mit allen gewohnten Medikamenten versorgt zu sein, sollten Sie sich Rezepte dafür ausstellen lassen – und zwar mit den internationalen Namen der Substanzen. Es kann immer passieren, dass Sie etwas verlieren oder Ihr Gepäck abhanden kommt. Nehmen Sie die Beipackzettel mit.

Ärztliche Atteste (auch in englischer Sprache, mit Stempel und Unterschrift) für die Mitnahme von Medikamenten und Material vermeiden Probleme beim Zoll. Hier hilft Ihnen auch das ADAC Formular "Medikamentenmitnahme". In einer Tabelle können Sie übersichtlich eintragen, welche Medikamente und Materialien Sie mitführen und wie viel Sie wovon brauchen.

Ebenfalls rechtzeitig vor der Reise sollten Sie eine entsprechende Versicherung abschließen (falls Sie noch keine haben). Eine gute Auslandskrankenversicherung schließt den Versand von Medikamenten und Material ein und übernimmt auch dann Behandlungskosten, wenn ein gut eingestellter Diabetes plötzlich entgleist. Damit sind Sie auch bei unvorhergesehenen Erkrankungen oder Unfällen abgesichert.

Was sollten Diabetiker bei Flugreisen beachten?

Frau bei Insulininjektion
Für den Notfall sollten Sie Insulinspritzen im Gepäck haben© iStock.com/agrobacter

Bedenken Sie, dass Sie Medikamente und Ausrüstung im Reiseland möglicherweise nicht kaufen können. Packen Sie deshalb ausreichend Medikamente, Insulin und Zubehör ein. Unverzichtbare Arznei- und Hilfsmittel sollten ins Handgepäck. Im Frachtraum können sie verloren gehen oder schädlichen Temperaturen ausgesetzt sein. Verteilen Sie die Utensilien auf mehrere Gepäckstücke, zum Beispiel auch auf das Handgepäck einer Begleitperson.

Informieren Sie sich vor dem Flug, welche Sicherheitskontrollen der Hersteller Ihrer Insulinpumpe oder Ihres Glukosesensors erlaubt. Weisen Sie das Sicherheitspersonal vor der Kontrolle daraufhin und bitten Sie bei Bedarf um eine alternative Kontrolle.

Lagerung von Insulin

Insulin sollte stets vor Frost, großer Hitze und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Ungeöffnete Insulinvorräte können Sie bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad Celsius lagern. Beachten Sie die jeweiligen Herstellerangaben auf der Packungsbeilage – auch für Messgeräte, Sensoren und Teststreifen. Für den Transport eignen sich spezielle Kühltaschen oder isolierende Behältnisse. Das Insulin sollte jedoch nicht direkt an einem Kühlakku liegen, da es nicht gefrieren darf.

Insulinbedarf im Blick behalten

Diabetikerinnen und Diabetiker sollten bedenken, dass eine ungewohnte Umgebung und fremde Gewohnheiten den Körper stressen können. Der Insulinbedarf kann sich dadurch verändern. Faktoren, die den Bedarf erhöhen oder herabsetzen können:

  • Zeitverschiebung

  • veränderte Temperaturen

  • Begleiterkrankungen

  • ungewohnte körperliche Aktivität

  • Stress

  • fremdes Essen mit unbekanntem Kohlenhydratgehalt

Spritzen Sie auf Flugreisen erst, wenn Sie schon Essen vor sich haben. Bei Reisen über mehrere Zeitzonen kann eine Anpassung der Insulingabe oder der Pumpenzeit erforderlich sein. Wie und wann die Umstellung erfolgt, hängt von Flugrichtung, Zeitverschiebung, Therapie und Gerät ab. Erstellen Sie vor der Reise einen individuellen Plan mit Ihrem Diabetes-Behandlungsteam.

So vermeiden Sie unterwegs eine Unterzuckerung

Um zu verhindern, dass Ihr Blutzucker entgleist, gibt es eine Reihe von Maßnahmen:

  • Die Einteilung von Kohlenhydratportionen unterscheidet sich international. Orientieren Sie sich deshalb möglichst an der Angabe in Gramm Kohlenhydrate. Bei Bedarf kann eine entsprechende App helfen.

  • Kontrollieren Sie Ihre Werte auf Reisen häufiger und orientieren Sie sich an dem mit Ihrem Behandlungsteam vereinbarten Zielbereich. Vermeiden Sie sowohl Unterzuckerungen als auch anhaltend hohe Werte.

  • Nehmen Sie immer (Trauben-)Zucker, Gummibärchen oder ähnliches mit. Wer ein Glukagon-Notfallpräparat verordnet bekommen hat, sollte es griffbereit mitführen. Enge Reisebegleiter sollten wissen, wann und wie das jeweilige Präparat angewendet wird.

  • Trinken Sie regelmäßig und passen Sie die Trinkmenge an Klima, körperliche Aktivität und Gesundheitszustand an.

  • Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich auf Druckstellen, Blasen und kleine Verletzungen. Tragen Sie gut eingelaufenes Schuhwerk und laufen Sie insbesondere bei verminderter Sensibilität nicht barfuß.

  • Schwitzen, Schwäche und Zittern können auf eine Unterzuckerung hinweisen. Kontrollieren Sie möglichst sofort Ihren Glukosewert und handeln Sie nach Ihrem individuellen Notfallplan.

  • Bei Fieber, Erbrechen und Durchfall können sich die Glukosewerte und der Insulinbedarf schnell verändern. Kontrollieren Sie Ihre Werte häufiger und holen Sie frühzeitig ärztlichen Rat ein, besonders bei anhaltendem Erbrechen, hohen Glukose- und Ketonwerten sowie einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.