Was darf ins Flugzeug-Handgepäck?

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Von Katharina Dümmer

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Fluggäste stehen bereit zum boarding
Trolleys, Taschen, Beutel: Manche Fluggäste bringen viel mit an Bord© iStock.com/izusek

Maße und Gewichte, Flüssigkeiten, Erlaubtes und Verbotenes: Das sind die wichtigsten Infos zum Handgepäck an Bord von Lufthansa, Eurowings & Co.

  • Update: Lufthansa streicht freien Handgepäckkoffer

  • EU lockert Flüssigkeiten-Vorgabe

  • Handgepäck-Regeln je nach Airline unterschiedlich

  • Zum Teil Gebühren für die Gepäckfach-Nutzung

Immer mehr Airlines verlangen für aufgegebenes Gepäck Gebühren. Und immer mehr Passagiere scheuen diese Ausgaben und wollen daher so viel wie möglich und erlaubt als Handgepäck mitnehmen.

Als "Handgepäck" bezeichnen die Fluglinien meist einen Kabinentrolley von etwa 55 x 40 x 20 Zentimetern. Seine Mitnahme an Bord ist bei vielen noch im niedrigsten Tarif enthalten. Und bei ausgebuchter Maschine bieten manche den Passagieren kurzfristig an, Handgepäck kostenlos aufzugeben. Bei einigen Airlines ist in der Business oder First Class die Mitnahme eines zweiten Handgepäckstücks kostenfrei.

Um mit immer mehr Gepäck in der Kabine fertig zu werden, fahren manche Airlines aber eine andere Strategie. Bei ihnen ist nur noch die Mitnahme einer "kleinen Tasche" bzw. eines "kleinen Handgepäckstücks" von maximal 40 x 30 x 10 Zentimetern, die bzw. das unter den Vordersitz passt, kostenlos. Darüber hinaus, bis zu den Maßen eines Trolleys bzw. für die Benutzung der Gepäckfächer, berechnen sie Gebühren.

Ein weiteres Limit ist das maximal erlaubte Gewicht, das meist bei acht Kilogramm, zum Teil aber auch darunter liegt. Es gibt also einiges zu beachten.

Aktuelle Handgepäck-Bestimmungen der Airlines

Eine gesetzliche Regelung zu Maßen und Gewicht von Handgepäck gibt es bisher nicht, und generell können sich die Konditionen der Airlines kurzfristig ändern. Auf deren Websites erfahren Sie die erlaubten Abmessungen und Gewichte sowie Details zu weiteren persönlichen Gegenständen, die zusätzlich kostenfrei mit in die Kabine genommen werden dürfen. Dazu zählen kleinere Gepäckstücke wie Laptoptaschen, Tragetaschen für Einkäufe im Duty-free-Shop, faltbare Kinderbuggies, Rollatoren und Regenschirme. Maßgeblich sind allein die Bestimmungen der Airlines.

Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hatte im Juni 2025 vorgeschlagen, dass die Fluggäste mindestens ein Handgepäckstück und einen Kabinenkoffer kostenlos an Bord nehmen dürfen. Auch einheitliche Mindestmaße sind Teil des Plans, um extreme Einschränkungen einzelner Airlines zu vermeiden. Ob und wann die geplanten Regelungen in Kraft treten, ist noch nicht bekannt.

Regeln bei Lufthansa und Eurowings

Eine junge Frau auf dem Weg zum Lufhansa Schalter
Beim Handgepäck ist Lufthansa noch vergleichsweise großzügig© dpa/Peter Kneffel

Die Lufthansa streicht auf ihren Kurz- und Mittelstreckenflügen die bislang kostenfreie Mitnahme eines kleinen Kabinenkoffers. Es werde bei allen Airlines der Gruppe ein neuer "Economy Basic"-Einstiegstarif eingeführt, der einen kleinen persönlichen Gegenstand wie eine Laptop-Tasche oder einen Rucksack enthalte, teilte das Unternehmen mit. Entsprechende Tickets für zunächst ausgewählte Strecken seien ab dem 28. April 2026 für Reisen ab dem 19. Mai buchbar.

Lufthansa begründet den Schritt mit dem veränderten Verhalten der Passagiere. Gerade für Tagesreisende bilde der neue Tarif eine zusätzliche Wahlmöglichkeit zum attraktiven Einstiegspreis. Der persönliche Gegenstand darf höchstens 40x30x15 Zentimeter groß sein. Zusätzliches Hand- oder Aufgabegepäck könne als Zusatzleistung flexibel ab 15 Euro zugebucht werden.

Die detaillierten finden Sie hier: Bestimmungen von Lufthansa. Die Einzelheiten zu den Fluglinien lassen sich mit dem Gepäckrechner der Website ermitteln.

Von den deutschen Linien betreibt Eurowings die zweitgrößte Zahl an Maschinen. Derzeit ist in jedem gebuchten Tarif Handgepäck inklusive. Außerdem gibt es gegen Gebühr mehrere Möglichkeiten, zusätzliches Gepäck mit an Bord zu nehmen. Alle Einzelheiten sind auf der Website von Eurowings zu finden.

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Bestimmungen bei Condor und TUI fly

Nach der Anzahl ihrer Flugzeuge folgt bei den deutschen Fluggesellschaften auf Lufthansa und Eurowings die deutlich kleinere Flotte von Condor. Eine der Regelungen der Condor lautet, dass beim günstigsten Tarif die Benutzung der Gepäckfächer kostenpflichtig ist.

TUI fly, die viertgrößte deutsche Gesellschaft, erlaubt die kostenlose Mitnahme eines Handgepäckstücks nur noch dann, wenn dieses unter den Vordersitz passt und die Maße 40 x 30 x 20 cm nicht überschreitet. Dies sind die detaillierten Bestimmungen von TUI fly.

Vorschriften europäischer Airlines

Im Folgenden die Direktlinks zu den Handgepäckbestimmungen weiterer bedeutender europäischer Airlines bzw. Holdings. Neben Lufthansa sind das Ryanair, International Airlines Group (British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus), Air France, KLM, Turkish Airlines und Easyjet.

Hinweis für Ryanair-Gäste: Flugreisende sollten besonders gründlich darauf achten, sich an die Vorgaben zu halten, denn die Kontrollen sind besonders streng. Ryanair-Konzernchef Michael O'Leary will dem Bodenpersonal künftig höhere Prämien zahlen, wenn bei Gästen zu schwere oder zu große Handgepäckstücke entdeckt werden. Der Anreiz soll zum November von 1,50 Euro auf 2,50 Euro pro entdecktem Gepäckstück steigen und nicht mehr monatlich gedeckelt sein, wie britische Medien berichtet haben. Ertappte Passagiere müssen hohe zusätzliche Gepäckgebühren bezahlen.

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Flüssigkeiten im Handgepäck

Security Check des Handgepäcks am Flughafen
Seit 2006 sind Flüssigkeiten im Handgepäck auf je 100 ml begrenzt© stock.adobe.com/ Jaromir Chalabala

EU-weit dürfen nur Flüssigkeiten, Sprays und Gele in Behältern mit bis zu 100 Millilitern Volumen in einer durchsichtigen 1-Liter-Plastiktüte (pro Passagier nur eine!) mitgenommen werden. Das gilt auch für Lebensmittel wie Aufstriche (zum Beispiel Streichwurst) und Marmelade. Erlaubt, auch in größeren Mengen, sind Medikamente und Babynahrung. Bei Medikamenten ist der Bedarf glaubhaft nachzuweisen, zum Beispiel mit einem Rezept oder Attest.

Getränke und Kosmetika dürfen mit an Bord, wenn diese im Flughafen-Sicherheitsbereich gekauft wurden. Sie müssen mit dem Kaufbeleg in einem versiegelten Beutel (mit rotem Rand) bleiben, bis der Zielflughafen erreicht ist. Wer einen Anschlussflug hat und noch einmal durch eine Kontrolle muss, sollte dies dem Security-Personal mitteilen, damit die Duty-free-Ware in einem neuen Beutel versiegelt werden kann.

Gute Neuigkeiten für Passagiere: Ein Ende der strengen Flüssigkeitsgrenze ist in Sicht. Die Regeln bestehen seit 2006 und sollen verhindern, dass Kriminelle oder Terroristen Sprengstoff an Bord schmuggeln. Inzwischen seien die Flüssigkeiten-Scanner ausgereift genug, um gefährliches Material zu erkennen.

Zumindest in Deutschland dürfte das Ende der 100-Milliliter-Behälter-Regel aber noch etwas auf sich warten lassen. Noch sind nicht überall entsprechende Scanner vorhanden. Zwar werden unter anderem an den Airports Frankfurt, München und Berlin die neuen Scanner installiert, weil aber diese nur an einem Teil der Zugänge zum Sicherheitsbereich installiert sind, wird Passagieren daher weiterhin geraten, die alten Regelungen zu beachten. Schließlich sei vielen nicht klar, an welcher Kontrollspur sie den Sicherheitsbereich betreten.

  • Frankfurt: Derzeit stehen 40 CT-Scanner an den rund 160 Kontrollspuren. Vollständig ausgerüstet sind die Abflugbereiche A und Z, die vorwiegend von der Lufthansa genutzt werden. Das neue Terminal 3 soll im Frühjahr 2026 mit vollständig neuer Technik eröffnet werden.

  • München: Bisher sind die Scanner mit der aus der Medizin bekannten Technik der Computertomografie (CT) im kompletten Terminal 2 und teilweise im Terminal 1 im Einsatz.

  • Berlin: Alle neuen Geräte werden derzeit mit der erforderlichen Software ausgestattet.

  • Hamburg, Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart etc.: CT-Technik wird teilweise eingeführt. Offizielle Freigaben stehen noch aus.

Welche Flüssigkeiten dürfen ins Handgepäck? - Grafik
Als Flüssigkeiten gelten u.a. auch Cremes, Duschgel, Rasierschaum, Deo, Zahnpasta und Wimperntusche© ADAC e.V.

Am Flughafen London-Heathrow werden in Kürze die bisherigen Handgepäck-Regeln für Flüssigkeiten und Laptops aufgehoben. In allen vier Terminals wurden neue CT-Sicherheitsscanner installiert. Je nach Vorgabe sind nun bis zu zwei Liter Flüssigkeit erlaubt.

Was im Handgepäck erlaubt ist

Handy, Tablet, Laptop oder Digitalkamera, elektrische Zahnbürste und Rasierer sollten im Handgepäck transportiert werden. Ebenso E-Zigaretten, denn im Frachtraum könnten sie sich versehentlich einschalten und Brände auslösen. Sie dürfen während des Flugs aber weder geladen noch benutzt werden. Gasfeuerzeuge oder Streichhölzer müssen am Körper, zum Beispiel in der Hosentasche, getragen werden. Im aufgegebenen Reisegepäck haben sie nichts verloren.

Kleine und leichte Haustiere sind in der Regel bei den Airlines unter strengen Auflagen in der Kabine erlaubt.

Was im Handgepäck verboten ist

Vermeintlich normale Gegenstände sind verboten, wenn sie andere verletzen könnten: Dazu zählen Sportgeräte, die als Schlagwaffen benutzt werden können, wie Golf- und Tennisschläger, Angelruten und Wanderstöcke. Auch Stricknadeln, Scheren, Korkenzieher und spitze Nagelfeilen, die länger als sechs Zentimeter sind, müssen in den Frachtraum. Dasselbe gilt für Taschenmesser mit einer mehr als sechs Zentimeter langen Klinge. Auch die Wasserpistole für den Badeurlaub ist im großen Koffer unterzubringen.

Benzinfeuerzeuge dürfen überhaupt nicht mit in den Flieger, auch nicht in das aufgegebene Gepäck.

Handgepäck und Zoll

Was mit in die Kabine oder gar an Bord darf, hängt nicht nur von den Bestimmungen der Airlines ab. Urlauber und Urlauberinnen kaufen auf Reisen gerne ein. Doch der Zoll guckt genau hin, ob bei den Souvenirs die erlaubten Freimengen eingehalten wurden.

Zu guter Letzt

Wer zuletzt an Bord kommt und keinen Platz mehr fürs Gepäck findet, spricht eine Flugbegleiterin oder einen Flugbegleiter an. Irgendjemand muss ja zuletzt einsteigen, damit "Boarding completed" gemeldet werden kann. Das Bordpersonal findet dann eine Lösung, oft in den Gepäckablagen der Business Class.

Um Koffer und andere Gepäckstücke zu tracken, sind AirTags eine gute Ortungshilfe.

Mit Material von dpa.