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- Euro 6-Diesel im Dauerlauf - ADAC Test 03/2015 -

Mazda 6 Kombi SKYACTIV-D 150

Der 2,2-l-Dieselmotor im Mazda setzt für die Einhaltung der Abgasgrenzwerte auf einen Partikelfilter und innermotorische Maßnahmen. So arbeitet er mit einem besonders niedrigen Verdichtungsverhältnis von 14:1, das derzeit niedrigste in einem Pkw-Dieselmotor. Auf diese Weise soll die Kraftstoffverbrennung optimiert, der Wirkungsgrad des Motors gesteigert und die Stickstoffoxid-Emissionen verringert werden. Im EU-Messzyklus (NEFZ) klappt das gut, auch über die lange Testdistanz von 100.000 km.
  • Die Abgaswerte im EcoTest
    Bei niedrigen Lasten sind die NOx-Emissionen tatsächlich sehr gering, so dass ohne Probleme die Euro 6-Norm im NEFZ eingehalten werden kann. Auch umgeht man die Alterungsproblematik der meisten NOx-Kats – die Schadstoffemissionen (insbesondere NOx) bleiben über die gesamte 100.000-km-Testdistanz konstant, es ist eher noch eine minimale Verbesserung feststellbar.
    Es ergeben sich aber auch Nachteile: Bei höheren Lasten kann der Mazda-Motor hohe NOx-Emissionen nicht mehr vermeiden, und schon ein etwas dynamischerer Fahrstil wirkt sich negativ aus, wie die WLTC-Ergebnisse zeigen: Sie fallen schon doppelt so hoch wie die NEFZ-Werte aus.

  • Die Verbrauchswerte im EcoTest

    Für den Verbrauch im NEFZ liegt die Herstellerangabe bei 4,4 l/100 km – dieser Wert konnte im NEFZ-Zyklus des EcoTest sogar stets erreicht oder sogar leicht unterschritten werden. Im Autobahn-Zyklus betrug der Kraftstoffkonsum jedoch 6,1 l/100 km und damit deutlich mehr, so dass sich auch mit dem guten WLTC-Ergebnis von 4,3 l/100 km ein durchschnittlicher EcoTest-Gesamtverbrauch von 4,9 l/100 km ergab.


  • Der Verbrauch im Dauertest
    Über die Testdistanz von 100.000 km verbrauchte der Mazda 6 Diesel durchschnittlich 7,04 l pro 100 km. Er zeigte während des Dauerlaufs die größten Schwankungen unter den drei Testautos. Der höchste Einzelverbrauch lag bei 11,6 l/100 km, der niedrigste bei 3,9 l/100 km (Kurzstrecken unter 10 km wurden hierfür nicht berücksichtigt). Der Verbrauch schwankt auch signifikant zur Außentemperatur; immer wenn die Temperaturen deutlich fielen, stieg der Verbrauch an. In vergleichbarer Weise sank der Verbrauch, wenn die Außentemperaturen wieder anstiegen.
  • Stärken und Schwächen
    Die bekannte japanische Zuverlässigkeit zeigte auch der Mazda 6 Diesel, während des gesamten Dauertests ergaben sich keine Probleme. Das Auto war praktisch immer fahrbereit. Ein Marderschaden war zu verzeichnen, der aber nur bedingt dem Fahrzeug angelastet werden kann; im Motornotlauf ging es bis zur Werkstatt, die binnen weniger Stunden das Problem behob (angebissene Unterdruckschläuche der Turbolader). Ansonsten bereitete das Navigationssystem, eine integrierte Lösung von TomTom, so manchem Fahrer Kopfzerbrechen, weil es immer wieder die Position des Fahrzeugs verlor. Die Lösung war einfach: Ein Kartenupdate über die SD-Karte im Fahrzeug löste den sporadischen Fehler in Wohlgefallen auf.
    Das Motorkonzept unter anderem mit besonders niedriger Verdichtung bedeutet für den Fahrer keinerlei Einschränkung oder Umstände. Lediglich unmittelbar nach dem Kaltstart bei niedrigen Außentemperaturen fällt eine kurzzeitig erhöhte Leerlaufdrehzahl von etwa 1.800 U/min. auf – das ist aber eher irritierend als ernsthaft störend. Im alltäglichen Fahrbetrieb sind nur die Wartungsintervalle zu beachten, hier muss der Mazda schon alle 20.000 km oder einmal im Jahr zum Ölwechsel, im Vergleich zu den beiden anderen Testfahrzeugen deutlich kürzere Intervalle. Unter dem Strich kann diesem System volle Praxistauglichkeit mit keinerlei Einschränkungen im Alltag bestätigt werden.

    Positiv aufgefallen

    haken_grün_hintergrund_gelb guter Sitzkomfort auf langen Strecken
    haken_grün_hintergrund_gelb auch nach 100.000 km alles fest im Innenraum, kein Klappern, gute Qualität
    haken_grün_hintergrund_gelb kultivierter Motor, wenig Vibrationen für Vierzylinder-Diesel, akustisch zurückhaltend

    Negativ aufgefallen

    haken_rot_hintergrund_gelb bei flotter Fahrweise steigt der Verbrauch deutlich an
    haken_rot_hintergrund_gelb häufige Regenerationszyklen des Partikelfilters (zwei- bis dreimal so oft wie bei den anderen) wirken sich ebenso negativ auf den Gesamtverbrauch aus
    haken_rot_hintergrund_gelb recht straffes Fahrwerk, innerorts mäßiger Fahrkomfort auf schlechten Straßen


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