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- Feste oder flexible Wartungsintervalle -

Zukünftig weniger Inspektionen?


Die Wartung eines Fahrzeuges kostet den Besitzer viel Zeit und Geld. Doch auch bei modernen Fahrzeugmodellen ist die Wartung zur Sicherung von Betriebs- und Verkehrssicherheit unverzichtbar. Fortschrittliche Hersteller setzen auf eine flexible, bedarfsgerechte Wartung.


Auch moderne Automodelle müssen etwa jedes Jahr in die Werkstatt


Das wartungsfreie Auto gibt es nicht. Für viele Baugruppen und Betriebsstoffe ist eine regelmäßige Kontrolle und/oder Erneuerung unverzichtbar, um die Betriebs- und Verkehrssicherheit sicher zu stellen. Die Abnutzung ist primär von den Betriebsbedingungen abhängig und Fahrzeughersteller müssen die Wartungsvorgaben als Kompromiss auf normale, durchschnittliche Bedingungen abstimmen. Feste Intervalle können daher für Autofahrer mit geringen Jahresfahrleistungen und/oder günstigen Betriebsbedingungen nachteilig sein. Im Umkehrschluss kann ein festes Intervall aber für überdurchschnittlich hohe Fahrleistungen oder extreme Einsatzbedingungen auch unzureichend sein. 

Weiterentwickelte Fahrzeugelektronik – etwa Sensoren und Software – kann die Abnutzung von Verschleißteilen detektieren und ermöglicht damit bedarfsgerechte Wartungsaufrufe. Mit dieser Teil-Flexibilisierung der Wartung sind indes nicht zwangsläufig weniger Werkstattbesuche zu erwarten, weil z. B. Bremsflüssigkeit unabhängig von Laufleistung und Betriebsbedingungen altert und in regelmäßigen Zeitintervallen ersetzt werden muss. Für den Kunden kann es sich dennoch auszahlen, weil etwa Bremsbeläge ohne genügende Reserve nicht prophylaktisch bei einem festen Termin ausgetauscht werden müssen, sondern weitgehend aufgebraucht werden können. Gleiches gilt auch für das Motorenöl. Bedarfsgerechte Wartungsaufrufe können daher helfen, Ressourcen zu sparen. 


  • Kfz-Wartung in Gegenwart und Zukunft

    Für die Zukunft sind Systeme zu erwarten, die einen Wartungs- oder Reparaturbedarf via GSM und Server beim Hersteller direkt an den nächsten Vertragspartner senden und dem Kunden umgehend Terminvorschläge übermitteln. Dies wäre nur ein kleiner Entwicklungssprung bei der konsequenten Weiterentwicklung von derzeit realisierten individuellen bzw. flexiblen Servicesystemen. Als erster Hersteller hatte BMW bereits 1982 flexibilisierte Wartungsintervalle eingeführt und stetig weiterentwickelt. Ein fester Inspektionsaufruf kommt nach spätestens vier Jahren, wobei zuvor individuelle Wartungsaufforderungen – etwa wegen Bremsen, Motorenöl usw. – in die Werksstatt rufen können. Bei exzessiver Nutzung (Beispiel Vertreterfahrzeug) können so jedes Jahr auch rund fünf Werkstattbesuche fällig werden. 

    Honda ist noch einen Schritt weiter und hatte zuerst im Modelljahr 2009 bei Jazz und Accord die festen Wartungsfristen komplett abgeschafft. Inzwischen haben alle Modelle dieses System. Damit soll durchschnittlich einmal im Jahr oder alle 20.000 Kilometer der Werkstattaufenthalt nötig sein. Der Aufruf zu Ölwechsel oder Inspektion kann im Cockpit folgerecht – je nach Nutzungsverhalten – separat erscheinen.

    Audi verfolgt ab dem Modelljahr 2008 mit einem „weiterentwickelten Wartungskonzept“ eine ähnliche Strategie: Hier werden ebenfalls die Serviceereignisse »Motoröl« und »Inspektion« mit zwei Servicekanälen gesteuert und getrennt voneinander angezeigt und fällig. Ebenso ist durchschnittlich mindestens ein Werkstattbesuch pro Jahr nötig. 

    Ähnlich ist die Funktonalität bei einigen Dieselmodellen von Ford, Mazda und Suzuki. Der Hintergrund: Die Abnutzung des Motorenöls ist hier sehr stark von den Betriebsbedingungen abhängig. Einträge in das Öl aus unzureichender Verbrennung, speziell Biodieselanteile (FAME) und Rußpartikel, verschlechtern etwa Viskosität, Korrosions- sowie Verschleißschutz und können zu Ablagerungen im Motor führen. Oben genannte Hersteller haben deshalb – zumindest bei einigen Modellen – eine flexible Ölwechselaufforderung bei fortgeschrittener Ölalterung implementiert. 

    Peugeot, Citroen, DS, Opel, Renault, Toyota und Volkswagen rufen ihre Kunden grundsätzlich mit festen Laufleistungen und Fristen zur kompletten Wartung nebst Ölwechsel, haben aber bei einigen Modellen eine automatische – vorfristige – Wartungsaufforderung, wenn ungünstige Betriebsbedingungen die Motorenölgüte irregulär vermindert haben. 

    Alle anderen Fahrzeughersteller – primär Importmarken – setzen noch auf komplett feste Wartungsintervalle.


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