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Bremsflüssigkeit: Wozu man sie braucht und was ein Wechsel kostet

Bremsfülligkeitsbehälter im Motorraum
In diesem Ausgleichsbehälter befindet sich die Bremsflüssigkeit ∙ © Shutterstock/Nor Gal

Die Bremsflüssigkeit hat kaum einer auf dem Schirm. Ein Fehler, denn schlechte Wartung kann gefährlich werden. Wie oft muss sie getauscht werden? Und was kostet ein Bremsflüssigkeitswechsel? Alle Infos.

Um den Austausch der Bremsflüssigkeit kümmern sich die wenigsten Autofahrer. Müssten sie prinzipiell auch nicht, denn sie wird im Rahmen der Inspektion gecheckt und regelmäßig gewechselt. Ein prüfender Blick auf den Ausgleichsbehälter im Motorraum schadet dennoch nie, schließlich kann auch ein Leck in der Leitung für schleichenden Schwund sorgen.

Autofahrer, die nicht regelmäßig zum Kundendienst in die Werkstatt kommen – oftmals Wenigfahrer oder Besitzer von älteren Fahrzeugen – sollten allerdings ganz besonders acht geben: Spätestens alle zwei Jahre muss die Bremsflüssigkeit gewechselt werden.

Wozu braucht man Bremsflüssigkeit?

Das Bremssystem eines Fahrzeugs arbeitet in der Regel hydraulisch. Die Bremsflüssigkeit überträgt dabei den Druck, den der Fahrer auf das Bremspedal ausübt, auf die Radbremse.

Wie oft und warum muss die Bremsflüssigkeit gewechselt werden?

Unabhängig von der Laufleistung sollte die Bremsflüssigkeit spätestens alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Durch poröse Bremsschläuche kann es zum Beispiel vorkommen, dass sie Wasser aufnimmt – Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, also feuchtigkeitsbindend.

Warum ist das so schlecht? Bremssystem und -flüssigkeit können sehr heiß werden. So heiß, dass das angesammelte Wasser siedet und sich Dampfblasen bilden. Im Extremfall kann kein Bremsdruck mehr ausgeübt werden und die Bremse versagt!

Was passiert bei zu wenig Bremsflüssigkeit?

Auch das kann zum Ausfall der Bremsen führen. Der Ausgleichsbehälter im Motorraum zeigt an, ob genügend Bremsflüssigkeit vorhanden ist. Das System fasst insgesamt rund zwei Liter.

Wie merkt man, dass Bremsflüssigkeit fehlt?

Kontrollleuchten im Auto
Leuchtet das rote Symbol mit dem Ausrufezeichen im Kreis, stimmt etwas mit den Bremsen nicht ∙ © iStock.com/RMAX

Leuchtet die rote Warnleuchte im Armaturenbrett mit dem Bremsensymbol (rotes Ausrufezeichen im Kreis), ist Vorsicht geboten. Sie zeigt entweder an, dass die Handbremse noch angezogen ist oder ein Problem mit der Bremse besteht, weil die Bremsflüssigkeit gesunken ist oder die Beläge abgefahren sind. Da das Bremssystem ein sicherheitsrelevantes Bauteil darstellt, sollten Sie die Fahrt unterbrechen, den Anweisungen im Betriebshandbuch nachgehen und im Zweifel den Pannendienst rufen. 

Es gibt aber auch noch andere Indizien für zu wenig Bremsflüssigkeit. Lässt die Bremswirkung nach oder kann das Bremspedal ohne großen Widerstand sehr leicht durchgedrückt werden? Oder reagiert es verspätet? Dann sollte man stutzig werden und nicht weiterfahren.

Bremsflüssigkeit selbst wechseln – geht das?

Davon ist grundsätzlich abzuraten, schließlich geht es um Ihre Sicherheit – da sollte nur ein Fachmann mit entsprechenden Kenntnissen und Spezialwerkzeug ran.

Kann man Bremsflüssigkeit selbst nachfüllen?

Theoretisch ja, aber auch hier rät der ADAC zur Fahrt in die Werkstatt: Manchmal ist es notwendig, nach dem Auffüllen die Bremsanlage zu entlüften. Der Fachmann weiß zudem, welche Bremsflüssigkeit die richtige ist.

Beim Umgang mit Bremsflüssigkeit sollte man grundsätzlich vorsichtig sein. Sie ist gesundheitsschädlich und reizt Haut und Augen. Im Motorraum verschüttete Flüssigkeit am besten sofort entfernen, sie wirkt korrosiv. Und bereits geöffnete Flaschen mit Bremsflüssigkeit nicht mehr verwenden, da sich Wasser angesammelt haben kann.

Mit welchen Kosten muss man beim Wechsel der Bremsflüssigkeit rechnen?

Je nach Modell sind zwischen 50 und 100 Euro einzuplanen. In unten stehender Tabelle hat der ADAC die Kosten für in Deutschland gängigen, aktuellen Modellreihen aufgeführt.

Der Preis ist ein Durchschnittswert über alle Varianten der genannten Baureihe und versteht sich inklusive Material, Arbeitslohn und Mehrwertsteuer. Er ist als Anhaltspunkt zu sehen und kann je nach Region, Ort und Werkstatt variieren.

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