Feste und flexible Wartungsintervalle

5.6.2019

Regelmäßige Wartung ist für die Betriebs- und Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs zwingend notwendig. Wir erklären die Vor- und Nachteile von festen und flexiblen Wartungsintervallen und wie der Service bei BMW, Audi, Mercedes, Mini, VW und Co. abläuft.

Mechaniker in Werkstatt
Bei der Wartung wird das Fahrzeug auch auf eventuelle Schäden untersucht. (Foto: iStock.com/gilaxia) 

Festes versus flexibles Wartungsintervall

Ein Fahrzeug, das keine Wartung braucht, gibt es nicht. Für viele Baugruppen und Betriebsstoffe von Autos ist eine regelmäßige Kontrolle und Erneuerung unverzichtbar, um die Betriebs- und Verkehrssicherheit des Fahrzeugs sicherzustellen. Ihre Abnutzung hängt primär von den Betriebsbedingungen ab und Fahrzeughersteller stimmen die Wartungsvorgaben als Kompromiss auf normale, durchschnittliche Bedingungen ab. Feste Wartungsintervalle können daher für Fahrzeuge mit geringen Jahresfahrleistungen und/oder schonender Fahrweise vorteilhaft sein. Im Umkehrschluss kann ein flexibles Intervall bei überdurchschnittlich hohen Fahrleistungen oder extremen Einsatzbedingungen besser sein.

Weiterentwickelte Fahrzeugelektronik – etwa Sensoren und Software – kann die Abnutzung von Verschleißteilen erkennen und ermöglicht damit bedarfsgerechte Wartungsaufrufe. Mit dieser Teil-Flexibilisierung der Wartung sind aber nicht zwangsläufig weniger Werkstattbesuche zu erwarten, da zum Beispiel Bremsflüssigkeit unabhängig von Laufleistung und Betriebsbedingungen altert und in regelmäßigen Zeitintervallen ersetzt werden muss. Für den Kunden können sie sich dennoch auszahlen, weil etwa Bremsbeläge ohne genügende Reserve nicht vorsichtshalber bei einem festen Termin ausgetauscht werden, sondern bis zur Verschleißgrenze aufgebraucht werden können. Erst dann erscheint die Aufforderung, einen Wechsel vornehmen zu lassen. Gleiches gilt auch für das Motorenöl. Bedarfsgerechte Wartungsaufrufe können also helfen, Ressourcen zu sparen.

Die Wartungssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Mini, VW und Co.

Audi

Bei Audi hat der Kunde seit dem Modelljahr 2000 die Wahl zwischen festem und flexiblem Service- bzw. Wartungsintervall (Longlife-Service). Die Fahrzeuge werden ab Werk mit flexiblem Ölserviceintervall ausgeliefert. Die Aufforderungen zum Ölwechsel erfolgen nach 15.000 bis 30.000 gefahrenen Kilometern bzw. nach ein bis zwei Jahren. Für die Bemessung der Ölalterung berücksichtigt der Bordcomputer die individuellen Einsatzbedingungen (Kraftstoffverbrauch, Kaltstarts, Ölstand, Öltemperaturen usw.). Beim optionalen festen Ölserviceintervall ist der Ölwechsel jedes Jahr oder alle 15.000 Kilometer fällig – je nachdem, welcher Wert zuerst erreicht ist. Fahrzeuge mit flexiblem Intervall benötigen ein Longlife-Öl, bei Benzinern mit festem Intervall können Sie ein alternatives Motoröl verwenden.

Die Serviceereignisse „Motoröl“ und „Inspektion“ werden bei Fahrzeugen ab etwa dem Modelljahr 2008 mit zwei Servicekanälen gesteuert und getrennt voneinander angezeigt, außer sie fallen zeitgleich an. Die Hinweise erhält der Fahrer über die Serviceintervall-Anzeige im Cockpit sowie über das Multimediainterface (MMI). Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceplan (Bordbuch) und im Audi-Werkstattsystem ELSA dokumentiert, zu dem nur Audi-Vertragsbetriebe Zugriff haben. Inspektionsarbeiten unterliegen einem festen Serviceintervall und sind grundsätzlich alle 30.000 Kilometer oder alle zwei Jahre erforderlich (je nachdem, was zuerst erreicht wird). Ab etwa Modelljahr 2008 können zudem laufleistungsabhängige Serviceereignisse (etwa Getriebeölwechsel) und zeitabhängige Serviceereignisse (beispielsweise Bremsflüssigkeitswechsel) mit dem Inspektionskanal gesteuert werden. In der Regel fallen diese Ereignisse aber mit der Inspektion zusammen.

BMW/Mini

Bei der BMW Group gibt es seit 1982 grundsätzlich ein flexibles Service- bzw. Wartungsintervall. Die Ölwechselaufforderungen sind jeweils bei etwa 30.000 Kilometer bzw. nach etwa zwei Jahren zu erwarten. Für die Bemessung der Ölalterung werden die individuellen Einsatzbedingungen (Kraftstoffverrauch, Temperatur und Zeit) vom Bordcomputer berücksichtigt. Die Hinweise zur fälligen Wartung erhält der Fahrer über eine Anzeige im Cockpit und bei neueren Modellen über eine Smartphone-App sowie – je nach Fahrzeug-Ausstattung und Kundenfreigabe – vom Händler.

Inspektionen werden alle vier Jahre oder 60.000 Kilometer fällig, wobei auch zwischendurch zu einzelnen Arbeiten – etwa einem Bremsbelagwechsel – aufgerufen werden kann. Erledigte Wartungsarbeiten werden von der Vertragswerkstatt ins klassische Bordbuch und bei neueren Modellen ins digitale Serviceheft eingetragen. Lesezugriff auf das digitale Serviceheft haben der Kunde und von ihm autorisierte Personen. Zudem dürfen autorisierte freie Werkstätten Wartungseintragungen in das digitale Serviceheft vornehmen.

Ford

Für Ford-Modelle aus aktueller Produktion sind grundsätzlich feste Wartungsintervalle vorgegeben: alle 20.000 Kilometer oder jedes Jahr (fällig beim ersten erreichten Wert). Ausnahmen: Bei den Modellen Tourneo, Transit und Ranger gelten andere Kriterien. Beim Wartungstermin ist neben Inspektion/Service auch grundsätzlich der Ölwechsel fällig. Ausnahmen: Für einige Modelle mit Bio-Ethanol-Betrieb ist alle 10.000 Kilometer ein Ölwechsel vorgeschrieben und die Modelle Mondeo, S-MAX und Galaxy haben bei Ausrüstung mit einem Euro-6-TDCi-Diesel eine Anzeige für flexiblen Ölwechsel. Für die Bemessung der Ölalterung werden hier die Anzahl der Starts, die gefahrenen Kilometer, die Laufzeit, Füllstand und weitere Faktoren vom Bordcomputer berücksichtigt.

Erledigte Wartungsarbeiten dokumentieren die Hersteller-Werkstätten im Serviceheft (Bordbuch) und im Ford-System DSN (Digitaler Service Nachweis). Der Kunde erhält bei Eintragungen in das DSN-System einen Ausdruck. Freie Werkstätten können einen kostenlosen Zugang zum DSN erhalten. Im Rahmen der Ford-Mobilitätsplattform „FordPass“ sollen Kunden die Informationen auch selbst abrufen können.

Honda

Honda hat die festen Wartungsfristen komplett abgeschafft. Die ersten Modelle mit flexiblem bzw. automatischem Wartungsintervall waren Jazz und Accord ab Modelljahr 2009. Inzwischen haben alle Modelle dieses System, welches Laufleistung, Zeit und Fahrzyklen auswertet. Durchschnittlich sollte damit ein Honda nach einem Jahr und 20.000 Kilometern durch eine Anzeige im Cockpit in die Werkstatt gerufen werden. Die Aufrufe zu Inspektion und Ölwechsel können auch einzeln erscheinen. Wahlweise kann das Wartungsintervallsystem auch deaktiviert werden. Inspektion und Ölwechsel sind dann immer nach einem Jahr oder 20.000 Kilometern (fällig beim ersten erreichten Wert) erforderlich.

Hyundai

Viele aktuelle Modelle von Hyundai haben ein Wartungsintervall von zwei Jahren oder 30.000 Kilometern, je nachdem, welcher Umstand zuerst eintritt. Die Intervalllänge ist modell- und motorabhängig, weshalb keine Vereinheitlichung möglich ist. Im Bordcomputer kann manuell eine Inspektionserinnerung eingestellt werden. Die Inspektionsarbeiten und der Ölwechsel erfolgen gleichzeitig. Die durchgeführten Wartungen werden schriftlich im Garantie- und Serviceheft dokumentiert. Derzeit ist die Einführung eines digitalen Serviceheftes nicht vorgesehen.

Kia

Alle aktuellen Modelle von Kia haben ein festes Wartungsintervall. Die meisten müssen nach 30.000 Kilometern oder 24 Monaten (fällig beim ersten erreichten Wert) für Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. Für Picanto, Venga Benziner und Soul mit Benzin- und Elektromotor ist alle 15.000 Kilometer oder 12 Monate (beim ersten erreichten Wert) die Wartung fällig. Extra Ölwechsel – und zwar alle 12 Monate – sind für den cee´d mit 1.4-MPI-Benzinmotor vorgeschrieben. Für den aktuellen cee´d gibt es eine Serviceintervall-Anzeige im Kombiinstrument, wie bei allen aktuellen Modellen ab dem Kia Rio. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft eingetragen.

Mazda

Derzeitige Modelle von Mazda müssen spätestens alle 20.000 Kilometer oder spätestens nach 12 Monaten zu Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. Darüber hinaus verfügen die aktuellen Modelle mit SKYACTIV-D-Dieselmotoren der Baureihen Mazda2, Mazda CX-3, Mazda CX-5 und Mazda6 zusätzlich über eine flexible Ölwechselanzeige. Diese berechnet auf Basis der Motor- Betriebsbedingungen die Restnutzungsdauer des Motoröls. Die Restnutzungsdauer (in Prozent) kann bei aktiver Anzeige des flexiblen Ölwechselintervalls über das MZD-Connect-System vom Kunden abgerufen werden. Bei Erreichen der Verschleißgrenze des Motoröls wird der Kunde durch die im Kombiinstrument leuchtende Schraubenschlüssel-Kontrollleuchte auf einen fälligen Ölwechsel hingewiesen. Die Alterung bzw. Restnutzungsdauer des Motorenöls wird aus einem entsprechenden Algorithmus der Motorsteuerung ermittelt.

Bereits 2005 hat Mazda als einer der ersten Automobilhersteller ein digitales Scheckheft, den Digitalen Service Nachweis (DSR), eingeführt. Der DSR speichert und dokumentiert sämtliche Wartungsarbeiten und eventuelle Zusatzarbeiten, die an Mazda-Fahrzeugen durchgeführt werden. In der My-Mazda-App sind alle wichtigen Dokumente des Wartungsverlaufs für den Kunden verfügbar. Freie Werkstätten können nach Registrierung im Mazda-Portal und nach dem Erbringen des Nachweises, dass es sich um einen Kfz-Werkstattbetrieb handelt, den DRS kostenfrei nutzen und durchgeführte Wartungen eintragen.

Mercedes-Benz

Alle Pkw-Modelle von Mercedes-Benz haben ein festes Wartungsintervall: Sie müssen grundsätzlich nach 25.000 Kilometern oder spätestens nach 12 Monaten zu Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. AMG-Fahrzeuge oder G-Modelle müssen nach maximal 20.000 Kilometern bzw. einem Jahr zur Wartung. Der Kunde erhält im Rahmen einer Serviceberatung am Fahrzeug eine detaillierte Aufstellung einzelner Wartungspunkte, wie zum Beispiel die Informationen über den Service A bzw. B, die fälligen Zusatzarbeiten und die verwendeten Öle.

In derzeit 133 Ländern, u. a. in Deutschland, werden die durchgeführten Wartungen bei Mercedes-Benz-Pkw und Smart im digitalen Serviceheft dokumentiert. In Deutschland ist dies für Pkw seit 2008 möglich (Smart ab Baureihe 453). Mittels der Serviceintervallanzeige im Cockpit wird der Kunde über den nächsten Servicetermin informiert. Kunden, die sich über das Internetportal „Mercedes me“ registriert haben, können den jeweiligen Wartungsbedarf auch über eine Smartphone-App einsehen.

Mitsubishi

Die aktuellen Modelle von Mitsubishi müssen alle 20.000 Kilometer oder spätestens nach 12 Monaten zu Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. Die Kunden werden mittels einer Anzeige im Cockpit über den fälligen Wartungstermin informiert. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft (Bordbuch) dokumentiert.

Nissan

Die meisten aktuellen Modelle von Nissan müssen alle 20.000 Kilometer (Benziner) oder 30.000 Kilometer (Diesel) oder spätestens nach 12 Monaten zu Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. Die Kunden werden mittels einer Anzeige im Cockpit über den nächsten anstehenden Wartungstermin informiert. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft (Bordbuch) dokumentiert.

Opel

Aktuelle Modelle von Opel haben ein festes Wartungsintervall: Sie müssen nach 30.000 Kilometern oder spätestens nach 12 Monaten zu Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. Es sind flexible Parameter für die Abnutzung des Motoröls hinterlegt. Den Wartungsaufruf erhält der Fahrer über eine Anzeige im Cockpit. Der Abruf der Öllebensdauer ist über die Smartphone-App „myOpel“ möglich. Je nach Modell sind abwechselnd unterschiedliche Arbeitsumfänge – Zwischen- oder Hauptinspektion – beim Wartungstermin vorgegeben. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft (Bordbuch) dokumentiert. Elektronische Befundberichte sind bei Anmeldung in „myOpel“ einsehbar.

Peugeot/Citroën/DS (PSA-Gruppe)

Die überwiegende Mehrheit der Peugeot-/Citroën-/DS-Fahrzeuge hat feste Wartungsintervalle. Lediglich für die Fahrzeuge mit BlueHDI-Euro6-Diesel-Motoren gibt es flexible Wartungsintervalle bzw. können die Wartungsintervalle von „normalem Einsatz“ auf „erschwerten Einsatz“ wechseln, wenn das System die entsprechenden Betriebsbedingungen erkennt. Bei den variablen Intervallen handelt es sich lediglich um einen Wechsel auf die Angaben, die für einen erschwerten Einsatz des Fahrzeuges gelten. Die Wartung wird also entweder zu den normalen Intervallen durchgeführt oder wechselt auf die Intervalle für erschwerte Einsatzbedingungen, wenn das System die entsprechenden Bedingungen erkennt. Maßgebliche Faktoren sind etwa eingetragener Ruß oder Kraftstoff. Servicearbeiten und Ölwechsel werden stets zusammengefasst. Die festen Wartungen unterscheiden sich je nach Modell sowie Motor und erfolgen zwischen 15.000 und 30.000 Kilometern oder spätestens nach einem Jahr bei normalen Betriebsbedingungen.

Es gibt für Citroën- und DS-Kunden zusätzlich zum Wartungsheft aus Papier die Möglichkeit, ein digitales Wartungsheft zu haben. Dieses setzt voraus, dass das Fahrzeug mit BTA (hierbei handelt es sich um eine Steuereinheit mit werkseitig verbauter SIM-Karte für die Notruf- bzw. die Pannenruf-Funktion) ausgerüstet ist und dass der Kunde über ein sogenanntes My-Citroën-Konto verfügt und die Option Connect-Pack-Monitoring gebucht hat. Für Peugeot-Kunden soll diese Möglichkeit bald angeboten werden. Wenn der Kunde die Option Citroën-/DS-Connect-Pack-Monitoring gebucht hat, dann kann er auch per Smartphone, Tablet oder PC in seinem „My-Citroën-Konto“ das Wartungsheft ansehen. Das digitale Wartungsheft ersetzt aber nicht das Wartungsheft aus Papier und dient nicht als Wartungsnachweis oder als Wartungserinnerung. Freie Werkstätten können keine direkte Schreibberechtigung für das digitale Wartungsheft erhalten. Das Wartungsheft wird aber geändert, wenn in einer Werkstatt die Wartungsanzeige zurückgesetzt worden ist.

Renault

Die meisten aktuellen Modelle von Renault müssen alle 30.000 Kilometer oder spätestens nach 12 Monaten zur Inspektion in die Werkstatt. Die Kunden werden grundsätzlich mittels einer Anzeige im Cockpit über den nächsten anstehenden Wartungstermin informiert. Zudem kann auf dem Display eine Extra-Aufforderung zum Ölwechsel erscheinen, wenn das Öl nicht mehr in Ordnung ist. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft (Bordbuch) dokumentiert.

Skoda

Bei Skoda hat der Kunde seit dem Modelljahr 2013 grundsätzlich die Wahl zwischen festem und flexiblem Service- bzw. Wartungsintervall. Der Serviceaufruf richtet sich nach der Zeit und ist üblicherweise nach einem Jahr zu erwarten. Für die Bemessung der Ölalterung werden die individuellen Einsatzbedingungen (etwa Zeit, Ölstand, Öltemperaturen usw.) vom Bordcomputer berücksichtigt. Beim festen Wartungsintervall ist der Ölwechsel jedes Jahr oder alle 15.000 Kilometer fällig (beim ersten erreichten Wert). Das Modell Citigo verfügt ausschließlich über ein festes Wartungs- und Ölwechselintervall. Das Motoröl unterscheidet sich in der jeweiligen Norm je nachdem, welches Intervall zugrunde liegt (fest oder flexibel).

Die Hinweise zur fälligen Wartung erhält der Fahrer über eine Anzeige im Cockpit. Erledigte Wartungsarbeiten werden im digitalen Serviceplan dokumentiert, in den Skoda-Vertragsbetriebe und freie Werkstätten schreiben dürfen. Zudem erhält der Kunde nach der Wartung einen schriftlichen Nachweis zum Einlegen in das Bordbuch.

Suzuki

Aktuelle Modelle von Suzuki mit Benzinmotor haben ein festes Wartungsintervall: Sie müssen nach 15.000 oder 20.000 Kilometern – je nach Modell – oder spätestens nach 12 Monaten zu Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. Bei Vitara und Swift (ab Modelljahr 2014, außer Swift Sport) erhält der Fahrer einen Wartungsaufruf über eine Anzeige im Cockpit. Aktuelle Modelle mit Dieselmotor und DPF haben eine flexible Ölwechselanzeige. Die Berechnung der flexiblen Ölwechselintervalle basiert auf der Ölverdünnung, die bei der Regeneration des Diesel-Partikelfilters entsteht. Bei durchschnittlicher Fahrweise kommt der Ölwechselaufruf mittels Anzeige im Kombiinstrument nach etwa 20.000 bis 30.000 Kilometern. Inspektionsarbeiten und Ölwechsel werden auch einzeln fällig. Eine Wahlmöglichkeit zwischen flexiblem und festem Wartungsintervall gibt es nicht. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft (Bordbuch) dokumentiert.

Toyota

Einen Trend zu flexiblen Intervallen gibt es auch bei Toyota: Die flexible Wartungsanzeige (OMMS) gibt es seit 2005 bei Modellen mit 1,6- und 2,0-Liter-Dieselmotor. Aus den Durchschnittswerten von gefahrenen Motordrehzahlen, der Kraftstoffeinspritzung und den Ansaugluftmengen werden im Motorsteuergerät die Rußbelastung im Motoröl und damit der erforderliche Wechselzeitpunkt errechnet. Bei durchschnittlicher Fahrweise kommt der Wartungsaufruf mittels Anzeige im Kombiinstrument nach etwa einem Jahr oder nach 15.000 bis 20.000 Kilometern. Eine Wahlmöglichkeit zwischen flexiblem und festem Wartungsintervall gibt es nicht. Alle anderen aktuellen Modelle von Toyota mit Benzinmotor und mit 2,8-Liter-Diesel haben ein festes Wartungsintervall. Sie müssen alle 15.000 Kilometer oder spätestens nach 12 Monaten zu Inspektion und Ölwechsel in die Werkstatt. Den Wartungsaufruf erhält der Fahrer über eine Anzeige im Cockpit. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft (Bordbuch) dokumentiert.

Volvo

Für Volvo-Pkw aus aktueller Produktion sind grundsätzlich feste Wartungsintervalle vorgegeben: Nach 30.000 Kilometern oder einem Jahr (fällig beim ersten erreichten Wert). Beim Wartungstermin ist neben Inspektion/Service auch grundsätzlich der Motorölwechsel fällig. Den Wartungsaufruf erhält der Fahrer über eine Anzeige im Cockpit. Erledigte Wartungsarbeiten werden im Serviceheft (Bordbuch) dokumentiert.

Volkswagen

Bei VW hat der Kunde seit dem Modelljahr 2000 für nahezu alle Modelle ein flexibles Service- bzw. Wartungsintervall (LongLife-Service). Bei diesen sind Ölwechselaufforderungen nach 15.000 bis 30.000 Kilometern bzw. nach einem bis zwei Jahren zu erwarten. Außerdem ist ein höherwertiges Motoröl nach VW-Norm Vorschrift. Für die Bemessung der Ölalterung werden die individuellen Einsatzbedingungen (Kraftstoffverbrauch, Kaltstarts, Ölstand, Öltemperatur, Drehzahl, Fahrstrecke usw.) vom Bordcomputer berücksichtigt. Anstelle des flexiblen Wartungsintervalls kann der Kunde auch auf ein fixes Wartungsintervall umstellen lassen.

Einige Modelle werden grundsätzlich mit fixen 15.000-Kilometer-Wartungsintervallen ausgeliefert, dazu gehören z.B. die Modelle up!, GTE, TGI sowie Flex-Fuel-Motoren. Bei fixen Intervallen ist ein (günstigeres) Motorenöl nach VW-Norm ausreichend. Die Hinweise zur fälligen Wartung erhält der Fahrer über die Service-Intervall-Anzeige (SIA) im Cockpit sowie bei Modellen des neuen sogenannten Modularen Querbaukastens (z.B. aktueller Golf, Passat, etc.) über das Bedienteil des Radios (HMI).

Erledigte Wartungsarbeiten werden im Bordbuch und im VW-Werkstattsystem ELSA/ERWIN dokumentiert. Bis Modelljahr 2014 wird auch noch ein Serviceaufkleber am Türholm verwendet. Wartungshinweise via Smartphone/Tablet sind in Vorbereitung. Ein digitaler Serviceplan mit Schreib- und Lesemöglichkeiten durch den Kunden oder die beauftragte freie Werkstatt ist geplant. Die erste Inspektion ist grundsätzlich nach 30.000 Kilometern oder zwei Jahren erforderlich (beim ersten erreichten Wert). Dann alle 30.000 Kilometer oder immer nach einem Jahr (beim ersten erreichten Wert). Der Ölwechsel erfolgt dann bei flexiblem Intervall zwar erst spätestens nach zwei Jahren oder 30.000 Kilometern, das Auto muss aber trotzdem für die Durchsicht (Inspektion) jährlich in die Werkstatt.

Das passiert bei der Wartung eines Autos

Einige Bauteile überstehen aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht den gesamten Nutzungszeitraum eines Fahrzeugs. Das sind Teile, die an Material verlieren (z. B. Bremsbeläge, Reifen) oder altern und dadurch unbrauchbar werden (z. B. Starterbatterien, Scheibenwischgummis). Wenn erstgenannte Teile nicht durch Verschleiß unbrauchbar werden, kann dies vielfach auch durch Alterung erfolgen (z. B. bei Reifen). Verschlissene Teile werden bei den Wartungsarbeiten erneuert. Bei Teilen oder Betriebsmitteln, die keinem offensichtlichen Verschleiß unterliegen, aber durch chemische oder physikalische Einwirkungen ihre Funktionsfähigkeit verlieren, schreiben die Fahrzeughersteller eine Erneuerung nach einer bestimmten Fahrleistung oder Nutzungsdauer vor. Hierzu zählen beispielsweise Kühlmittel, Hydraulikflüssigkeiten und Schmierstoffe, aber auch Antriebs- und Zahnriemen.

Was bei einer Wartung erneuert wird, schreibt der Hersteller genau vor. So müssen zum Beispiel übliche wasserbindende Bremsflüssigkeiten hauptsächlich wegen der Wasseraufnahme aus der Umgebungsluft ausgetauscht werden. Das bedeutet: nach einem festen Zeitraum. Laufleistung und Einsatzbedingungen des Fahrzeugs haben darauf keinerlei Einfluss. Die Gebrauchstauglichkeit des Motoröls hingegen nimmt primär durch chemische und physikalische Einwirkungen ab, u. a. durch den Eintrag von Rückständen der motorischen Verbrennung – etwa Kraftstoffanteile, Ruß, saure Verbrennungskondensate – und temperaturabhängige oxidative Prozesse. Die Alterung des Motorenöls hängt also hauptsächlich von den Betriebsbedingungen ab.

Der übliche Arbeitsumfang einer Wartung umfasst den Austausch von verbrauchten Betriebsflüssigkeiten und Verschleißteilen sowie die Funktionsüberprüfung wichtiger Baugruppen. Zudem wird das Fahrzeug auf Schäden untersucht, die durch äußere Einwirkungen oder ungünstige Betriebsbedingungen etwa an Reifen, Bremsschläuchen oder Karosserie aufgetreten sein können. Gegebenenfalls werden auch kostenlose Nachbesserungen des Fahrzeugherstellers („Feldaktion“) durchgeführt bei bekannten Schwachstellen, die nicht sicherheitsrelevant sind. Darüber wird der Autobesitzer leider meist nicht informiert.

Verschleißteile und Betriebsstoffe, die üblicherweise gewartet werden müssen, und ihre Abhängigkeit von Laufleistung, Zeit und Betriebsbedingungen:

Verschleißteile und Betriebsstoffe Erneuerung abhängig von:
Achs- und Getriebeöl Laufleistung
AdBlue/DPF-Additiv Laufleistung, Betriebsbedingungen
Antriebsriemen Laufleistung, Zeit
Batterie der Funk-Zentralverriegelung Zeit
Beleuchtung/elektrische Ausrüstung Zeit
Bremsbeläge Laufleistung, Betriebsbedingungen
Bremsflüssigkeit Zeit
Fehlerspeicher Laufleistung, Zeit, Betriebsbedingungen
Innenraum-Luftfilter Laufleistung, Zeit
Karosserie/Fahrwerk Zeit
Kraftstofffilter Laufleistung
Kühlerfrostschutz Zeit
Motorluft-Filter Laufleistung
Motoröl Laufleistung, Zeit, Betriebsbedingungen 
Reifen                     Laufleistung, Zeit, Betriebsbedingungen
Reifendichtmittel                     Zeit                    
Scheibenwischer                     Laufleistung, Zeit                    
Starterbatterie                     Zeit, Betriebsbedingungen 
Zahnriemen                     Laufleistung, Zeit                    
Zündkerzen                     Laufleistung

 

Verschleißteile und Betriebsstoffe: Stand der Technik und Ausblick

Achs- und Getriebeöle

Achs- und Getriebeöle unterliegen Belastungen, die primär von der konstruktiven Auslegung und Art des Getriebes abhängig sind. Bei einigen Fahrzeugen sind nach höheren Laufleistungen – nach etwa 100.000 Kilometern – Ölwechsel vorgesehen. Auch mit weiterentwickelten Schmierstoffen und Getrieben werden sich in Zukunft Ölwechsel wohl nicht in allen Anwendungsfällen einsparen lassen.

AdBlue®

AdBlue® muss bereits bei aktuellen Fahrzeugmodellen nicht nur bei den Wartungsterminen nachgefüllt werden, sondern auch zwischendurch. Schärfere Abgasanforderungen bei Dieselfahrzeugen führen zudem zu höherem AdBlue-Verbrauch, lösen also auch eine stärkere Nachfrage aus. Das Angebot wächst, Tankstellen installieren Zapfeinrichtungen auch für AdBlue. So muss das Reduktionsmittel nicht mehr in Einmal-Plastikbehältern gekauft, sondern kann günstiger und abfallsparender selbst getankt werden.

Antriebsriemen und Zahnriemen

Antriebsriemen und Zahnriemen für Nebenaggregate sind bei aktuellen Fahrzeugen wartungsfrei und haben inzwischen ein langes Wechselintervall – meist über 100.000 Kilometer. Durch bessere Werkstoffe und Konstruktionen ist denkbar, dass ein Wechsel künftig gar nicht mehr nötig ist.

Batterien der Funk-Zentralverriegelung

Die Batterien für die Funk-Zentralverriegelung sind preiswerte Normteile. Ihre Nutzdauer hängt von Selbstentladung, Kapazität sowie Energieumsatz des Senders ab und kann bis zu vier Jahren betragen. Fahrzeughersteller streben bei den Funksendern preisgünstige Lösungen und kleine Bauformen an, weshalb hier keine längeren Batterietauschzyklen zu erwarten sind. Künftig könnte es auch sein, dass der Funkschlüssel als eigenes Bauteil an Bedeutung verliert – wenn das Aufsperren des Wagens per Smartphone erledigt wird.

Beleuchtung

Die Beleuchtungsanlage aktueller Fahrzeuge – insbesondere derer mit Glühlampentechnik – sollte regelmäßig geprüft werden, weil jederzeit Defekte möglich sind. Immer mehr Autos haben serienmäßig eine Lampen-Ausfallkontrolle. Diese zeigt an, wenn ein Leuchtmittel defekt ist. Besonders selten kommt dies meist bei Scheinwerfern und Leuchten mit Leuchtdioden (LED) vor, die vielfach so lange wie das ganze Auto halten und daher oft nicht austauschbar sind. Im (seltenen) Defektfall muss dann allerdings die ganze Einheit erneuert werden, was sehr teuer sein kann.

Bremsbeläge und Bremsscheiben

Die Abnutzung von Bremsbelägen und Bremsscheiben ist stark vom Fahrstil abhängig. Bei normaler Fahrweise ist ein Wechsel der Scheibenbremsbeläge nach etwa 80.000 Kilometern üblich. Bei erschwerten Betriebsbedingungen – etwa durch Fahrten mit Anhänger – ist jedoch erheblich höherer Verschleiß möglich, weshalb eine Kontrolle bei der turnusmäßigen Wartung unverzichtbar ist. Immer mehr Autos sind daher mit einer Verschleißkontrolle ausgerüstet: Sie leuchtet auf, wenn ein Bremsbelag an der Vorderachse kurz vor der Verschleißgrenze steht. Dann sollte man binnen weniger hundert Kilometer zur Werkstatt fahren.

Bremsflüssigkeiten

Bei einem turnusmäßigen Wechsel darf grundsätzlich nur die Qualität von Bremsflüssigkeit verwendet werden, die der Fahrzeughersteller vorschreibt. Mischen ist verboten. Die üblichen Bremsflüssigkeiten auf Glykoletherbasis sind hygroskopisch, ziehen also Wasser an. Bei zunehmender Wasseraufnahme verschlechtern sich die Eigenschaften der Bremsflüssigkeit: Der Siedepunkt sinkt, die Viskosität steigt an und es können Korrosionsprobleme an den inneren Teilen der Bremsanlage auftreten. Ein regelmäßiger Wechsel der Bremsflüssigkeit – üblicherweise alle zwei Jahre (bei manchen Neuwagen erstmals nach drei Jahren, danach aber ebenfalls alle zwei Jahre) – ist deshalb unverzichtbar.

Der Ersatz der traditionellen Bremsflüssigkeiten auf Glykoletherbasis gegen andere Substanzen – etwa Silikon oder Mineralöle – wurde immer wieder zur Wartungsreduzierung und damit Kostenersparnis gefordert, weil diese kein Wasser anziehen. Nachteile dieser Produkte: Sie lassen sich stärker zusammendrücken (bedeutet schwammigen Druckpunkt) und haben schlechtere Schmiereigenschaften, weshalb sie sich für aktuelle Bremssysteme weniger eignen. Kritisch ist bei Silikonöl- und Mineralölflüssigkeiten die Bildung von lokalen Wassertropfen, welche bei einer Erwärmung über 100 Grad Celsius zu Dampfblasen expandieren und beim Abkühlen unter null Grad Celsius gefrieren (Quelle: Bosch Kraftfahrtechnisches Taschenbuch).

Fehlerspeicher der Steuergeräte

Die Fehlerspeicher der elektronischen Steuergeräte sind für die Ursachensuche bei akuten Problemen hilfreich. Zudem werden hier manchmal auch Unregelmäßigen vor dem völligen Funktionsausfall eines Bauteils gespeichert. Ein Auslesen des Fehlerspeichers bei der turnusmäßigen Wartung ist daher wichtig für die Betriebssicherheit des Autos.

Luftfilter

Luftfilter schützen den Motor und die Fahrzeuginsassen vor Staubpartikeln aus der Atmosphäre. Ihr Speichervermögen ist begrenzt. Ihre Beladung hängt von den Umwelt- bzw. Betriebsbedingungen ab. Daher müssen sie regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden. Innenraumluftfilter sollten üblicherweise jedes Jahr und Motorluftfilter nach Herstellervorschrift gewechselt werden. Eine Verlängerung der Wechselintervalle durch technologische Weiterentwicklung erscheint eher unwahrscheinlich.

Motoröl

Die Gebrauchstauglichkeit des Motoröls nimmt durch chemische und physikalische Einwirkungen ab, u. a. durch den Eintrag von Rückständen der motorischen Verbrennung – etwa Kraftstoffanteile, Ruß, saure Verbrennungskondensate – und temperaturabhängige oxidative Prozesse. Bedingt durch steigende motorkonstruktive Belastungen – etwa Downsizing – oder Kraftstoffe mit höheren biologischen Anteilen – etwa Alkohol oder Biodiesel – ist in Zukunft eher mit einer Verkürzung der Ölwechselintervalle zu rechnen. Einige Fahrzeughersteller entkoppeln daher den Ölwechsel von anderen Wartungsarbeiten.

Reifen

Reifen unterliegen zeitlichen Alterungs- und einsatzbedingten Abnutzungseffekten. Ultraviolettstrahlung sowie Ozon verursachen Alterung, Abnutzung entsteht durch Abrieb auf der Straße. Die übliche Gebrauchsfähigkeit von Pkw-Reifen liegt daher zwischen einem und acht Jahren und beträgt bis zu 60.000 Kilometer.

Reifendichtmittel

Reifendichtmittel verlieren ihre Gebrauchstauglichkeit durch Oxidation und andere chemische Reaktionen. Sie müssen nach etwa fünf Jahren oder dem aufgedruckten Verbrauchsdatum ausgetauscht werden.

Scheibenwischer

Insbesondere die Gummilippen von Scheibenwischern unterliegen Alterungs- und Abnutzungseffekten. Ultraviolettstrahlung sowie Ozon verursachen Alterung, Abnutzung entsteht durch Reibung auf der Scheibe. Die übliche Gebrauchsfähigkeit liegt bei etwa einem Jahr.

Starterbatterie

Die Starterbatterie verliert mit der Zeit durch verschiedene chemische und physikalische Effekte an Speichervermögen. Daher gilt sie heute als Verschleißteil. Ein Austausch ist üblicherweise nach drei bis sechs Jahren fällig.

Zündkerzen

Zündkerzen nutzen sich je nach Bauart, Werk- und Kraftstoffen ab. In den 1980er-Jahren wurden sie nach etwa 15.000 Kilometern erneuert, bei heutigen Ausführungen liegt das Wechselintervall bei etwa 60.000 Kilometern.

Kfz-Wartung in der Zukunft

Seit mehreren Jahren gibt es Fahrzeuge, die einen Wartungs- oder Reparaturbedarf vom Auto aus via Mobilfunk über den Hersteller direkt an den nächsten Vertragspartner senden und dem Besitzer umgehend Terminvorschläge übermitteln.

Alle Informationen zu Pflege, Reparatur und Wartung von Fahrzeugen finden Sie hier

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