Pollen- und Innenraumfilter schützen vor schlechter Luft

Hand an der Lüftung im Auto
Funktioniert der Pollenfilter, kommt hier saubere Luft raus© iStock.com/humonia

Der Pollenflug hat im Frühjahr Hochkonjunktur – und der Aufenthalt im Freien wie auch im Auto wird für Allergiker zur Zumutung. Ein frischer Innenraumfilter schafft im Auto Abhilfe und filtert auch feinste Partikel wie Dieselruß, Staub, Sand und gasförmige Schadstoffe.

  • Austausch jährlich oder nach ca. 20.000 Kilometern

  • Erste Wahl: Filter mit Aktivkohle oder HEPA-Technik

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selberwechseln

Feinstaubbelastung, Pollenflug, stickoxidüberlastete Großstädte: Durch die Lüftungsanlage strömen bis zu 500.000 Liter Luft pro Stunde in das Auto. Diese Luft ist dabei mit natürlichen und menschengemachten Verschmutzungen durchsetzt. So kann die Luft im Auto fünfmal mehr Abgase, Schmutzstoffe und Allergene enthalten als die Außenluft.

Diese Innenraum-Filtertypen gibt es

Innenraumfilter im Auto entfernen den Großteil der Verschmutzungen und schützen so die Insassen vor den Verunreinigungen der einströmenden Luft. Die Innenraumfilter, auch Pollenfilter genannt, werden in unterschiedliche Ausführungen unterteilt: Es gibt den klassischen Faserfilter mit Vlies- und/oder Papiermembrane, einen Kombifilter mit einer Aktivkohlekomponente und den sogenannten HEPA-Filter ("High Efficiency Particulate Air Filter": hocheffizienter Partikelfilter).

Getauscht werden sollten die Filter jährlich (am besten im Frühling zu Beginn der Pollenflugzeit) oder nach 20.000 bis 30.000 gefahrenen Kilometern. Und oft kann man den Filtertausch auch selbst machen.

Einfache Faserfilter

Innenraumluftfilter wird gewechselt
Einfache Austauschfilter kosten meist nur wenige Euro© imago images/Panthermedia

Die klassischen Filtermembranen, bestehend aus Papier- oder Vliesstoffen, extrahieren bis zu 95 Prozent an schädlichen Partikeln aus der ins Fahrzeug einströmenden Luft. Ihre Filterleistung beschränkt sich dabei hauptsächlich auf Schwebeteilchen (Staub) und grobe Partikel, etwa Insekten oder Sand. Gasförmige Verunreinigungen und Gerüche passieren diesen Filter meist ohne Barriere. Pflanzenpollen und Staubverschmutzungen filtern sie hingegen zumeist effektiv heraus. Außerdem sind die empfindlichen Komponenten der Klimaanlage vor Verschmutzung geschützt.

Kombinationsfilter mit Aktivkohle

Aufbau der Filterschichten eine Pkw Aktivkohlefilters
Diese Filterschichten nutzt ein Kombifilter© ADAC e.V.

Diese Filterklasse kann noch mehr als die klassische Filtermembrane und hat eine zusätzliche Aktivkohleschicht. Mit ihr werden giftige Schadstoffe wie Stickoxide, Schwefeldioxid, Ozon sowie unangenehme Gerüche abgefangen und herausgefiltert. Ein großer Teil der aktuellen Pkw-Modelle – insbesondere europäischer Fahrzeugbauer – wird bereits serienmäßig mit Aktivkohle-Kombifiltern ausgeliefert.

Für viele Autos mit klassischen Partikel-Innenraumfiltern ist zudem ein preiswerter Austausch gegen die deutlich wirksameren Aktivkohlefilter möglich. Dies ist angesichts der relativ geringen Zusatzkosten vor allem für Menschen mit Atemwegserkrankungen empfehlenswert. Beim Austausch sollten möglichst Originalersatzteile oder Produkte renommierter Hersteller verwendet werden.

HEPA: Hochleistungs-Schwebstofffilter

Die Bezeichnung HEPA steht für "High Efficiency Particulate Air". Je nach HEPA-Klasse werden mindestens 99,95 Prozent der Partikel zuverlässig aus der Luft entfernt, darunter ultrafeine Partikel (kleiner als 0,1 Mikrometer) und sogar schädliche Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen. Das bedeutet: Von 10.000 Partikeln, die in den Filter gelangen, dringen nur bis zu fünf Partikel durch.

Besonders hervorzuheben ist hier die Filtration von ultrafeinen Partikeln wie Bremsenabrieb sowie Ruß. Diese Partikel können für den menschlichen Organismus besonders gefährlich sein: Aufgrund ihrer geringen Größe sind sie in der Lage, giftige Stoffe in die am stärksten gefährdeten Regionen des Körpers zu transportieren.

HEPA-Filter bestehen aus mehreren Schichten und haben eine deutlich geringere Luftdurchlässigkeit als herkömmliche Filtermedien. Um den notwendigen Luftdurchsatz erreichen zu können, muss die Medienfläche des Filters bis auf das Fünffache vergrößert werden, weshalb ein HEPA-Filter einen herkömmlichen Filter oft nicht ersetzen kann.

Pollenfilter-Tausch: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Innenraumfilter lässt sich – abhängig von der Marke und dem Modell – manchmal mit nur wenigen Handgriffen, manchmal aber auch nur in einer aufwendigen Umbauaktion wechseln. Deshalb ist es ratsam, schon im Vorhinein den Aufwand und den Schwierigkeitsgrad zu recherchieren. Diese Informationen sind zumeist nicht aus der Betriebsanleitung ersichtlich, sondern über entsprechende Schrauberliteratur oder Internetrecherchen zu erhalten. Tipp: Häufig ist dem neuen Filter eine Einbauanleitung beigelegt. Zum Teil ist diese auch auf der Innenseite der Kartonverpackung abgedruckt.

Tausch, wenn sich der Filter im Motorraum befindet:

  1. Lassen Sie den Motor abkühlen, damit Sie sich nicht an heißen Bauteilen verbrennen.

  2. Bei vielen Fahrzeugen müssen Kunststoffverkleidungen in der Nähe des Scheibenwischers entfernt werden. Hierfür ist es häufig nötig, die Scheibenwischer zu entfernen. Diese Arbeit erfolgt bei geschlossener Motorhaube, die Sie vorbeugend mit einer Decke schützen. Die entsprechenden Schrauben können Sie mit einem passenden Werkzeug lösen.

  3. Öffnen Sie die Motorhaube und fixieren Sie diese ggf. mit der Motorhauben-Haltestange.

  4. Im nächsten Schritt werden Dichtungen im Bereich des Windlaufs, unterhalb der Frontscheibe, abgezogen. Wenn die Kunststoffabdeckungen freigelegt sind, werden die Befestigungsmittel (Klammern oder Schrauben) gelöst.

  5. Den offenliegenden Filter nehmen Sie heraus und reinigen das Filtergehäuse im Auto mit einem Staubsauger oder Pinsel. Nach diesem Schritt bietet sich eine Reinigung des innenseitigen Filterkastens mit Glas- oder Kunststoffreiniger an. Bitte achten Sie hierbei darauf, dass keine Schmutzpartikel weiter in die Luftkanäle gelangen.

  6. Vergleichen Sie die Größe des neuen Filters mit der des alten und stellen Sie somit die Passgenauigkeit des neuen Filters fest. Achten Sie beim Einsetzen des neuen Filters auf die Einbaurichtung. Als Hilfestellung finden Sie auf dem Rahmen des Filters Pfeile abgedruckt, welche die Luftstromrichtung anzeigen. Der Pfeil sollte in Richtung Innenraum bzw. in die dunkle Verrohrung zeigen.

  7. Im letzten Schritt gehen Sie beim Rückbau der Abdeckungen und Verkleidungsteile in umgekehrter Reihenfolge zum Ausbau vor.

Tausch, wenn sich der Filter im Fahrzeuginnenraum befindet:

  1. Schauen Sie beifahrerseitig unter das Handschuhfach bzw. im Fußraum, ob sich hier ein entsprechend markiertes Gehäuse befindet. Der Filter liegt meist hinter dem Handschuhfach oder zwischen Fahrer- und Beifahrerfußraum.

  2. Oft müssen Sie Schrauben bzw. einen Teil des Handschuhfachs demontieren, um an das Gehäuse zu gelangen.

  3. Wenn das Filtergehäuse ersichtlich ist, müssen häufig Klammern gelöst werden.

  4. Ziehen Sie den Pollenfilter inklusive Rahmen aus dem Gehäuse.

  5. Vergleichen Sie Größe und Positionierung des alten mit dem neuen Filter. Achten Sie auf die richtige Einbaurichtung. Als Hilfe befinden sich auf dem Rahmen Pfeile, die mit "Air Flow" bezeichnet sind. Diese müssen in Luftstromrichtung zeigen. Vorsichtig lassen sich Ungereimtheiten mit einem kurzen Einschalten und Prüfen des Luftstroms beseitigen.

  6. Im letzten Schritt gehen Sie beim Rückbau in umgekehrter Reihenfolge zum Ausbau vor.

Tipps & Empfehlungen

ADAC Empfehlungen

  • Fahrzeug- und Teilehersteller sollten die Prüfnormen für Kfz-Innenraumfilter aktualisieren, damit diese dem Stand der Technik entsprechen.

  • Eine zertifizierte Kennzeichnung der Innenraumfilter hinsichtlich Qualität und Filtereigenschaften gemäß einer aktuellen, authentischen Norm wäre für Verbraucher und Anbieter sinnvoll.

Tipps für Verbraucher

  • Beim Autokauf auf wirkungsvolle Innenraumfilterung Wert legen.

  • Filterwechsel gemäß Vorgabe des Fahrzeugherstellers reicht bei Normalbedingungen.

  • Häufigere Filterwechsel sind bei schlechten Luftbedingungen und/oder gesundheitlichen Problemen empfehlenswert.

  • Beim Austausch möglichst Originalersatzteile oder Produkte renommierter Anbieter verwenden.

  • Eventuelle mikrobiologische Belastungen durch Keime in der Klimaanlage vermeiden. Dazu die Kühlfunktion möglichst einige Minuten vor dem Erreichen des Ziels abschalten, damit Kondenswasser aus der Lüftungstechnik austrocknen kann.