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Motoröl: Der große ADAC Ratgeber

Motoröl wird in Auto gefüllt
Ohne den Schmierstoff Öl läuft kein Verbrennungsmotor ∙ © iStock.com/Ake Ngiamsanguan

Motoröl schützt den Motor vor Verschleiß. Die wichtigsten Infos von Ölwechsel übers Mischen und Viskosität bis zu SAE-Klassen, von ACEA-Spezifikation über Ölverdünnung bis zum richtigen Messen.

Warum brauchen Autos Motoröl?

Motoröl verhindert, dass der Motor eines Autos während der Fahrt beschädigt wird. Es schmiert die beweglichen Teile im Motor - zum Beispiel die Kolben und reduziert so die mechanische Reibung. Zudem kühlt es die Teile, die während der Fahrt heiß werden und an die das Kühlmittel nicht herankommt, schützt vor Korrosion und reinigt den Motor von Asche, Ruß und metallischem Abrieb.

Darf man Motoröle mischen?

Öle für unterschiedliche Motorkonzepte (z.B. Otto oder Diesel) sollten auf Grund der verschiedenen Anforderungsprofile grundsätzlich nicht gemischt werden. Für die gebräuchlichen Vier-Takt-Benzin- und Dieselmotoren sind Öle aus dem Zwei-Takt-Bereich (Motorroller, Rasenmäher) tabu.

Motoröle für das gleiche Motorkonzept dagegen lassen sich grundsätzlich untereinander mischen, auch synthetische mit mineralischen. Zu beachten sind jedoch stets die von den Kfz-Herstellern vorgeschriebenen Leistungsmerkmale. Wird in einen Motor ein Öl mit geringerer Leistungsfähigkeit als vorgeschrieben nachgefüllt, kann dies zu Schäden führen. Das Nachfüllen von höherwertigerem Öl ist dagegen grundsätzlich problemlos.

Welches Motoröl ist das richtige?

Unterschiedliche Motoren brauchen unterschiedliche Motoröle. Das gilt für Otto- und Dieselmotoren, aber auch für verschiedene Motorvarianten. Die Öle werden genau auf die individuellen Anforderungen der jeweiligen Hersteller abgestimmt.

Deshalb gibt es sehr viele unterschiedliche Vorgaben und entsprechende Freigaben: Zum Beispiel BMW Longlife-04, VW 507.00 oder Mercedes-Benz 228.51. Nur wenige Fahrzeughersteller schreiben allgemeine Ölqualitäten gemäß ACEA (Europäischer Fahrzeugherstellerverband) oder API (amerikanisches Öl-Institut) vor.

Informationen zur jeweils vorgeschriebenen Motoröl-Klassifikation stehen in der Bedienungsanleitung oder im Serviceheft – und finden sich auch auf dem Motoröl-Kanister. An diese Vorgaben sollte man sich halten. Wenn nicht, gefährdet man die Herstellergarantie.

Warum muss man Motoröl wechseln?

Motoröle nutzen sich ab und müssen daher regelmäßig gewechselt werden. Gründe für die Abnutzung sind die natürliche Öl-Alterung, der Abbau der Additive und der Viskositätsindex-Verbesserer sowie die Verschmutzung durch Verbrennungsrückstände wie Ruß, Schwefeloxide und Wasser, Staub aus der Atmosphäre und mechanischen Abrieb. Filterung oder Nachfüllen von frischem Motoröl genügen nicht.

Bei Ottomotoren, die meist Kurzstrecke fahren, kann es ferner zu einer Verdünnung des Motoröls durch unverbrannte Benzin-Bestandteile kommen. Dadurch wird die Viskosität abgesenkt und die Schmierfähigkeit des Motoröls herabgesetzt. Ölverdünnung kann auch bei Dieselmotoren mit Partikelfilter auftreten.

Ölwechsel: Kann man ihn selbst machen?

Vom Ölwechsel in Eigenregie raten Experten ab. Bei modernen Autos sind die Ölablassschrauben oft nur mit Spezialwerkzeug zu öffnen, auch die vorschriftsgemäße Entsorgung des Öls ist aufwändig. Außerdem ist die Ablassschraube ohne Hebebühne oder Auffahrtsrampe kaum zugänglich – und die Fahrt in eine Selbsthilfewerkstatt kostet viel Zeit. 

Mineralöl oder Synthetiköl – was ist besser? 

Mineralöle lassen sich durch Destillieren und Raffinieren aus Erdöl gewinnen und bestehen aus vielen unterschiedlichen Kohlenwasserstoff-Molekülen. Während des Herstellungsprozesses werden die unbrauchbaren Bestandteile des Rohöls aussortiert. Dieser Vorgang ist relativ einfach und vergleichsweise kostengünstig.

Synthetisch hergestelltes Motoröl wird aus Erdöl oder auch Erdgas gewonnen. Hier werden die Bestandteile jedoch nicht aussortiert, sondern in einem chemischen Prozess gezielt so zusammengebaut, dass das gewünschte Produkt entsteht. So können die Hersteller dem Öl spezielle Eigenschaften verleihen - zum Beispiel besonders gute Schmierfähigkeit bei extrem niedrigen oder hohen Temperaturen.

Was ist Longlife-Öl?

Longlife-Öl besteht aus hochwertigen Grundölen und besonderen Additiven. Sie sind in der Regel nach SAE 0 W oder SAE 5 W klassifiziert und eher dünnflüssig. Damit sie die Motorteile trotz ihrer Dünnflüssigkeit gut schmieren können, werden sie mit speziellen Zusätzen optimiert. Longlife-Öl ist für Fahrzeuge mit Longlife-Service vorgesehen; also für Autos mit vom Hersteller vorgegebenen langem Ölwechselintervall. Bei diesen Wagen darf grundsätzlich nur die Ölqualität verwendet werden, die der Fahrzeughersteller vorschreibt – auch beim Nachfüllen. Da Longlife-Öle nicht bei jedem Händler erhältlich, sind, sollte man immer einen Liter des entsprechenden Öls zum Nachfüllen dabeihaben.

Lässt sich mit Leichtlauföl Geld sparen?

Leichtlauföle, zu denen auch die Longlife-Öle gehören, sollen den Energieverlust bei mechanischer Reibung im Motor verringern. Tatsächlich können Autofahrer mit ihrer Hilfe je nach Außentemperatur, Betriebsbedingungen und Motortyp Sprit sparen: Auf einer Kurzstrecke bestenfalls vier bis sechs Prozent. Auf Autobahnen sowie bei Stadt- und Landfahrten kann der Verbrauch im Durchschnitt bis zu vier Prozent geringer sein.

Allerdings ist Leichtlauföl in der Regel teurer als die meisten Standard-Produkte. Deshalb dürfte das finanzielle Einsparpotenzial bei wenigen Euro im Jahr liegen. Außerdem sollte das Öl nur verwendet werden, wenn der Autohersteller es für das jeweilige Fahrzeug vorschreibt oder erlaubt.

Was passiert, wenn man zu viel Öl in den Motor schüttet?

Befindet sich zu viel Motoröl in der Ölwanne, können sich Bläschen darin bilden. Im schlimmsten Fall kommt es beim Dieselmotor zum Ölzieher: Das Öl wird in den Motor gesaugt und verbrannt, der Motor geht durch. Die Folge ist ein Motorschaden. Hat man zu viel Öl nachgefüllt, gibt es zwei Möglichkeiten: Ist die Max-Anzeige am Messstab nur knapp überschritten, sollte die Fahrt in die nächste Werkstatt kein Problem sein. Anders sieht es aus, wenn deutlich mehr Öl als vorgeschrieben eingefüllt wurde: Dann bleibt das Auto besser stehen. Helfen kann ein ADAC Pannenhelfer.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Wann und warum muss der Ölfilter gewechselt werden?

Der Ölfilter hat die Aufgabe, das Motoröl von Metallabrieb, Staub und Verbrennungsrückständen zu reinigen, bevor es zu den Schmierstellen gelangt. Hierzu wird das Motoröl von der Ölpumpe bei laufendem Motor aus dem Ölsumpf der Ölwanne angesaugt und mit Druck durch den Ölfilter gepresst. Von dort aus wird das Öl zu den Schmierstellen des Motors gepumpt.

Nach längerem Gebrauch setzt sich der Filter mehr und mehr mit diesen Partikeln zu. Wird er nicht rechtzeitig gewechselt, kann das Öl nicht mehr durch den Filter strömen und dort gereinigt werden. Bei verstopftem Filter öffnet sich dann ein Bypassventil und lässt so viel Öl wie nötig durch – und dieses Öl strömt nun mitsamt allen schädlichen Partikeln ungereinigt in den Motor.

Warum brauchen Benzin- und Diesel-Autos mit Partikelfilter ein besonderes Motoröl?

Im Partikelfilter kann nur Ruß eliminiert werden, nicht aber die Verbrennungs-Rückstände aus dem Motor, die in den Filter gelangen. Diese setzen ihn über kurz oder lang zu.

Als Lösung gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder dimensioniert man den Filter groß genug, so dass er über eine bestimmte Laufleistung die Öl-Asche aufnehmen kann. Oder man verwendet ein Motoröl, das möglichst aschefrei verbrennt.

Als Messgröße wird die Sulfat-Asche herangezogen. Eine im Aschegehalt reduzierte Öl-Formulierung zeichnet sich durch spezielle Additive aus, die weniger Schwefel und Phosphor enthalten. Man bezeichnet diese Öle als Low-SAPS- oder Low-Ash-Motoröle.

Die Anforderungen an diese Motoröle sind in den ACEA-Spezifikationen C1 bis C5 (C = Pkw Otto- und Dieselmotoren mit neuen Abgasnachbehandlungssystemen, z. B. Partikelfilter festgeschrieben. Einige Hersteller haben ihre Spezifikationen dahingehend erweitert, z.B. VW 507.00. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie im PDF „Motoröl – Klassifikationen und Spezifikationen“ (siehe weiter unten).

Ölstand – so messen Sie richtig

Ein falscher Ölstand kann Motorschäden verursachen. Deshalb sollte er regelmäßig bei warmem Motor überprüft werden. Warten Sie nach dem Abstellen des Motors etwa zwei Minuten. In dieser Zeit ist das Öl aus dem Motor in die Ölwanne gelaufen. Ziehen Sie erst dann den Ölmessstab heraus, säubern Sie ihn mit einem Tuch und führen ihn dann wieder bis zum Anschlag ein. Anschließend erneut herausziehen und den Stand ablesen.

Steht das Öl zwischen der "Min"- und "Max"-Markierung, ist alles okay. Unter "Min" muss Öl nachgefült, über "Max" am besten durch eine Werkstatt abgelassen werden. Ein Grund für zu hohen Ölstand kann Ölverdünnung sein.

Steigender Ölstand wegen Ölverdünnung 

Wenn der Ölstand steigt, liegt das in der Regel an Ölverdünnung. Dieses Phänomen tritt bei Dieselautos auf, die vor allem auf kurzen Strecken gefahren werden. Die Ursache: Im Partikelfilter sammelt sich Staub und Ruß. Der muss immer wieder abgebrannt werden, damit der Filter nicht verstopft.

Weil auf kurzen Fahrten die dafür nötige Temperatur von bis zu 700 Grad Celsius nicht erreicht werden kann, wird zusätzlicher Kraftstoff in den Zylinder, also den Brennraum eingespritzt. Der verbrennt aber nicht immer vollständig und vermischt sich dann mit dem Motoröl. Die Folge: Der Ölstand steigt. Verdünntes Öl schmiert aber schlechter. Der Verschleiß im Motor steigt und damit die Gefahr von Schäden.

Deshalb sollten Sie den Ölstand – besonders bei Diesel-Autos im Kurzstreckenbetrieb – unbedingt regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf das Motoröl wechseln.

Was bedeutet Motoröl-Viskosität?

Mit Viskosität wird die Zähigkeit von Flüssigkeiten und Gasen bezeichnet. Wasser zum Beispiel hat eine niedrige Viskosität: Es ist dünnflüssig und deshalb sehr fließfähig. Bei einer Temperatur von 20 Grad hat es einen Viskositäts-Wert von 1.

Je kälter eine Flüssigkeit ist, desto zähflüssiger wird sie, je wärmer, desto dünnflüssiger. Das ist bei Motorölen besonders wichtig: Schließlich muss Motoröl auch bei einem Kaltstart im Winter sehr schnell alle Teile im Motor schmieren. Wenn es aber bei Kälte zu zähflüssig wird, kann es nicht rasch genug in den Motor gepumpt werden. Ein Motorschaden wäre die Folge.

Andererseits darf Motoröl bei hohen Temperaturen – also wenn der Motor auf vollen Touren läuft – nicht zu dünnflüssig werden. Denn dann verliert es seine Schmierfähigkeit. Das führt zu höherer Reibung im Motor, noch höherer Temperatur und schließlich ebenfalls zum Motorschaden.

Die Viskosität von Motoröl wird mit den SAE-Viskositätsklassen angegeben, z.B SAE 5W-20, SAE 20W-50 oder SAE 15W-40. Welche SAE Ihr Fahrzeug benötigt, steht in der Bedienungsanleitung.

Was sind die SAE-Viskositätsklassen?

SAE ist die Abkürzung für die Society of Automotive Engineers. Diese Organisation legt verschiedene technische Normen für die Automobilindustrie fest. Dazu gehören die SAE-Viskositätsklassen. Auf Motoröl-Kanistern wird dieser Wert mit zwei Zahlen angegeben: z.B. SAE 10W-40.

Die Zahl vor dem W beschreibt die Fließeigenschaften des Motoröls bei Kälte. Je kleiner die Ziffer ist, desto besser kann das Motoröl bei Kälte fließen, entsprechend schneller erreicht es die wichtigen Schmierstellen im Motor. Die Zahl nach dem W kennzeichnet die Fließeigenschaft des Motoröls bei Wärme. Je höher dieser Wert ist, desto besser bleibt die Schmierfähigkeit des Motoröls bei Hitze im Motor erhalten.

Heutige Mehrbereichsöle enthalten Viskositätsverbesserer. Sie sorgen dafür, dass das Öl sowohl bei hohen wie bei niedrigen Temperaturen seine Schmierfähigkeit behält.

Grundsätzlich gilt: Wählen Sie beim Motoröl-Kauf immer das Öl, das den Vorgaben des Herstellers Ihres Autos entspricht.

Was ist die ACEA-Spezifikation?

In der ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) sind 15 europäische oder in Europa produzierende Auto- Lkw- und Bushersteller organisiert – darunter BMW, Daimler, Fiat Chrysler, Renault, der Volkswagen-Konzern, Volvo, Toyota und Honda. Die ACEA erarbeitet die nach ihr benannte Motoröl-Spezifikation für europäische Fahrzeuge.

Bei der ACEA-Klassifikation werden die Fahrzeugtypen, für die das jeweilige Motoröl bestimmt ist, mit Buchstaben gekennzeichnet: A steht für Pkw-Ottomotoren, B für Dieselmotoren in Pkw, Vans und Kleintransportern, C für Pkw-Otto und -Dieselmotoren mit neuen Abgasnachbehandlungssystemen, E schließlich für Lkw-Dieselmotoren.

Motoröle für Autos werden kombiniert für Otto- und Dieselmotoren gekennzeichnet: z.B. ACEA A3/B4. Die Zahl gibt die Leistungsunterschiede zwischen den verschiedenen Motorenölen an. So erfüllt ein Öl gemäß ACEA A3/B3 höhere Anforderungen als ein A1/B1-Motorenöl.

Was ist die API-Klassifikation?

Sowohl die API-Klassifikation als auch die MIL-L-Spezifikation (amerikanische Militärspezifikation) dienen in den USA als Qualitätsmaßstab für Motoröl. Beide sind hauptsächlich auf die Anforderungen der amerikanischen Motoren und die dortigen Fahrbedingungen abgestimmt.

Der erste Kennbuchstabe verweist auf den Motortyp: S (Service Station) steht für Otto-Motoren. C (Commercial) gilt für Nutzfahrzeug-Dieselmotoren. Pkw-Dieselmotoren werden über die API nicht separat klassifiziert. Die Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen Motorölen lassen sich am zweiten Kennbuchstaben ablesen. A steht für Motoröl ohne Zusätze. Es wird heute nur noch für Oldtimer verwendet. Der Buchstabe N kennzeichnet die höchste derzeit verfügbare Leistungsklasse für Ottomotoren.

Nähere Informationen zu den Klassifikationen und Spezifikationen finden Sie im PDF:

Motoröl: Klassifikationen und Spezifikationen
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Wie lange kann man Motoröl lagern?

Im verschlossenen Originalbehälter lässt sich Motoröl relativ lange lagern. Die Hersteller empfehlen allerdings, es höchstens drei bis maximal fünf Jahre aufzubewahren. Danach können Bestandteile der im Öl gelösten chemischen Additive ausfällen, die Zusätze sind dann nicht mehr gelöst, sondern bilden kleine Klumpen.

Außerdem „atmet“ jeder Behälter wegen wechselnder Umgebungstemperaturen, es zieht also Außenluft inklusive Feuchtigkeit ein. Auch das verringert durch chemisch-physikalische Reaktionen mit den Additiven die Leistungsfähigkeit des Motoröls.

Zudem erfordert der technische Fortschritt bei der Motorenentwicklung Öle mit immer höherer Leistungsfähigkeit. Zu lang gelagertes Öl wird diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht. In angebrochenen Gebinden sollte es höchstens ein halbes Jahr aufbewahrt werden.