Kühlflüssigkeit: Darauf müssen Sie achten

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Von Thomas Kroher, Andreas Huber

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Die falsche oder fehlende Wartung der Kühlanlage kann teure Schäden verursachen. Besonders wichtig ist das Kühlmittel. Wie oft muss die Kühlflüssigkeit kontrolliert werden? Welches Kühlmittel ist das richtige? Die wichtigsten Tipps, damit der Motor nicht überhitzt.

  • Kühlmittel nur bei kaltem Motor kontrollieren

  • Bei überhitztem Motor unbedingt stehen bleiben

  • Im Notfall nur Wasser nachfüllen

Wie oft das Kühlwasser nachfüllen?

Kontrollleuchte
Kontrollleuchte Überhitzung© ADAC e.V.

Um das Kühlwasser machen sich die wenigsten Autofahrerinnen und Autofahrer wirklich Gedanken. Eine regelmäßige Kontrolle des Kühlwasserstands ist dennoch ratsam. Warum? Zwar sollte sich der Kühlwasserstand prinzipiell nicht ändern, mit der Zeit kann es aber dennoch sein, dass er abnimmt. Diffusion durch Kunststoffteile oder eine undichte Stelle können dazu führen, dass Kühlflüssigkeit nach und nach verloren geht, die Sensoren dies aber nicht anzeigen.

Farbige Tropfen auf dem Boden unter dem Fahrzeug können zudem ein Indiz für den Verlust von Kühlmittel sein. Ein süßlicher Geruch im Fahrzeug kann auf Undichtigkeiten der Anlage im Fahrzeuginneren hinweisen. Ursache können zum Beispiel Marderbisse an Schläuchen sein. Sind die Schläuche dicht und der Kühlmittelstand fällt trotzdem, können die Wasserpumpe oder die Zylinderkopfdichtung die Ursache sein.

Alle 15.000 bis 30.000 Kilometer sollte man deshalb einen prüfenden Blick auf den Ausgleichsbehälter werfen. Im Rahmen der Inspektion macht das die Werkstatt. Nachzufüllen braucht man also nur, wenn wirklich Flüssigkeit fehlt.

Leuchtet das obige rote Kühlwasser-Symbol auf, droht der Motor zu überhitzen. Dann sollte man nicht weiterfahren und ein sofortiger Check des Kühlsystems ist unerlässlich.

Worauf bei der Kontrolle des Kühlmittels achten?

Wichtig: Die Kühlflüssigkeit sollte nur bei kaltem oder nicht warm gelaufenem Motor kontrolliert und nachgefüllt werden. Denn bei warmem Motor steht das System unter Druck und das Öffnen des Deckels kann schwere Verletzungen oder Verbrühungen nach sich ziehen. Wird kalte Kühlflüssigkeit in einen heißen Motor gefüllt, können sich durch Temperaturspannungen Risse bilden.

Im Motorraum ist der meist weiße oder transparente Kühlmittelbehälter am Warnsymbol "Vorsicht Verbrühungsgefahr" erkennbar. An der Seite sind die Markierungen "Max" und "Min" für Maximum und Minimum zu sehen. Ist der Motor noch kalt, sollte der Kühlmittelstand zwischen beiden Markierungen liegen.

Ist der Flüssigkeitsstand zu hoch, rät der ADAC zu einem Werkstattbesuch. Ist er zu niedrig, muss das System auf undichte Stellen geprüft werden. Laien erkennen sie an Pfützen unter dem Fahrzeug. Sinkt der Pegel schon kurze Zeit nach dem Auffüllen wieder, liegt auf jeden Fall ein Defekt vor.

Wann die Kühlflüssigkeit tauschen?

Die Kühlflüssigkeit hält nicht ewig. Ihr Wechsel wird von einigen Herstellern vorgeschrieben. Er wird aber leicht vergessen, weil er häufig in die zweite Lebenshälfte des Fahrzeugs fällt, in der eine Wartung nach Herstellervorgaben oft nicht mehr stattfindet. Nach etwa 100.000 Kilometern ist ein Wechsel der Kühlflüssigkeit aber in jedem Fall sinnvoll.

Zur regelmäßigen Kontrolle der Füllstände von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Scheibenwaschwasser gehört daher stets auch ein prüfender Blick auf den Kühlmittelbehälter.

Was ist im Kühlmittel drin?

Im Verbrennungsmotor geht es naturgemäß heiß her. Damit er nicht überhitzt, wird die Wärme zum Kühler geleitet. In einem pumpengetriebenen Kreislauf fließen in der Kühlanlage rund 5 bis 10 Liter Kühlflüssigkeit von Zylinderkopf und Zylinderblock zum Kühler.

Die Kühlflüssigkeit ist ein Gemisch aus mehreren Grundsubstanzen, die auch den Frostschutz gewährleisten: Wasser, Monoethylenglykol und Zusätze, die vor allem als Rostschutz wirken. Handelsüblich sind Konzentrate, die zur Anwendung etwa 1:1 mit möglichst reinem und kalkarmem Wasser vermischt werden.

Bei der Kühlflüssigkeit kommt es auf die passende Mischung an. Der richtige Cocktail für den Motor ist vom Fahrzeughersteller vorgeschrieben und sollte grundsätzlich nur wie angegeben verwendet werden. Stimmt die Mischung nicht, kann zum Beispiel die Wasserpumpe kaputtgehen und einen Motorschaden verursachen.

Zusätze schützen vor Korrosion

Motoren und Anbauteile sind aus unterschiedlichen Metallen gefertigt und können deshalb bei Kontakt mit Wasser korrodieren. Auch das Monoethylenglykol kann oxidieren, wobei sehr korrosive Verbindungen – etwa Carbonsäuren – entstehen. Beschleunigt werden diese Prozesse durch die hohen Temperaturen im Kühlsystem.

Deshalb müssen dem Kühlmittel wirksame Korrosionsverhinderer und Konservierungsstoffe beigefügt sein, etwa Nitrate, Alkalisalze organischer Säuren und Benzothiazol-Derivate. Übliche Kühlmittelkonzentrate können bis zu 7 Prozent dieser Zusätze enthalten.

Mit welchem Kühlwasser mein Auto auffüllen?

Es handelt sich also um ganz spezielle Mischungen, deren chemische Eigenschaften häufig in Qualitätsnormen der Fahrzeughersteller definiert sind. Es gibt deshalb verschiedene Sorten, wie G11, G12, G12+ oder G13. Welche Kühlflüssigkeit für ein bestimmtes Modell die richtige ist, verrät die jeweilige Bedienungsanleitung.

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Kann ich verschiedene Kühlmittel untereinander mischen?

Ja, aber mit Einschränkungen. Bei bestimmten Kombinationen von Kühlmitteln kann nämlich der Korrosionsschutz beeinträchtigt werden. Insbesondere die Kühlmitteltypen G12 und G11 dürfen grundsätzlich nicht miteinander gemischt werden.

Was mache ich, wenn ich kein Kühlmittel zur Hand habe?

Steht im Notfall die passende Mischung nicht zur Verfügung, füllen Sie kein anderes Kühlmittel, sondern zunächst nur Wasser ein. Das richtige Mischungsverhältnis mit dem vorgeschriebenen Kühlmittel kann später eingestellt werden. Dafür gibt es Konzentrate, die 1:1 mit möglichst reinem und kalkarmem Wasser zu vermischen sind.

Es sollte also destilliertes Wasser sein, wie es auch im Bügeleisen verwendet wird und zum Beispiel in Drogerien erhältlich ist. Im Fachhandel gibt es zudem Kühlwasser-Fertigmischungen, die bereits ausreichend destilliertes Wasser enthalten.

Motor überhitzt? Stehen bleiben!

Wenn der Motor überhitzt, gilt: Unbedingt bei nächster Gelegenheit stehen bleiben. Anschließend die Motorhaube öffnen, damit die Wärme entweichen kann. Dann hilft nur Warten: Der Motorblock muss zunächst abkühlen, bis man den Füllstand des Kühlmittels checken kann.

Ist noch genug im Behälter, können Sie mit niedriger Drehzahl weiterfahren – allerdings immer mit Blick auf die Warnleuchten und die Temperaturanzeige am Armaturenbrett. Zur Sicherheit sollte man umgehend eine Werkstatt ansteuern.

Und was gilt für "Kühlwasser unter Minimum"? Dann sollte man möglichst rasch Kühlflüssigkeit nachfüllen, um Schäden am Motor zu vermeiden.

Kann Kühlwasser einfrieren?

Ja, Kühlwasser kann im Winter einfrieren, wenn der Frostschutz nicht ausreichend ist. Das Kühlwasser besteht aus einer Mischung aus destilliertem Wasser und Kühlmittel (inklusive Frostschutz). Je nach Mischungsverhältnis ist es für unterschiedliche Minusgrade ausgelegt. Welche Kühlmittelsorte und welches Mischungsverhältnis für Ihr Fahrzeug zulässig sind, entnehmen Sie der Betriebsanleitung.

In Mitteleuropa sollte der Frostschutz mindestens bis minus 25 °C ausgelegt sein. Ist der Schutz geringer, sollte die Mischung korrigiert oder das Kühlwasser erneuert werden, reines Wasser sollte keinesfalls nachgefüllt werden. Der Frostschutz lässt sich mit einem einfachen Prüfgerät kontrollieren, das bereits für wenige Euro an Tankstellen, im Autoteilehandel oder im Baumarkt erhältlich ist. Mehr Infos zum Thema Frostschutz finden Sie hier.

Technische Beratung: Maximilian Bauer, ADAC Technik Zentrum