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Der ADAC

Autobatterie wechseln? Das müssen Sie wissen

Autobatterie wird eingesetzt
Ist die Batterie defekt, muss eine neue her ∙ © ADAC/Martin Hangen

Autobatterien haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen alle paar Jahre erneuert werden. Kann man die Batterie selbst wechseln oder sollte man das besser einem Fachmann überlassen? Hilfreiche Tipps vom ADAC.

Jede Autobatterie ("Starterbatterie") muss irgendwann ersetzt werden. Das ist unausweichlich, da sie ein Verschleißteil ist und altert. Ob der Austausch früher oder später nötig wird, hängt entscheidend von den individuellen Nutzungsbedingungen ab: Häufige Kurzstreckenfahrten, längere Standzeiten, große Hitze und viele elektrische Verbraucher etwa setzen der Batterie zu.

Aber auch Fehler in der elektrischen Anlage (z.B. Korrosion an elektrischen Verbindungen oder möglichen Ruhestromverbrauchern) können eine Batterie bereits nach einigen Monaten so stark schädigen, dass ein Austausch notwendig ist.

Ein leerer Akku lässt sich zwar in manchen Fällen durch ein geeignetes Ladegerät wieder zum Leben erwecken. Wenn aber auch das nichts mehr hilft, muss die alte Batterie durch eine neue ersetzt werden.

Batterietausch selbst erledigen? Besser nicht!

Lässt sich die Batterie ganz einfach selbst wechseln? Laien rät der ADAC davon ab. War ein Batterietausch vor 20 Jahren noch relativ simpel, so ist die Technik heute sehr komplex und durch viele elektronische Bauteile wie Assistenzsysteme und Komfortelektronik empfindlich geworden.

Moderne Fahrzeuge und zahlreiche ältere Modelle mit Start-Stopp-System verfügen oft über ein Batteriemanagement-System, das nach dem Austausch ein Anlernen der Batterie mit Spezialgeräten notwendig macht. Eine abgeklemmte Batterie kann bei Radios, Alarmanlagen und anderer Fahrzeugelektronik dazu führen, dass sie ihre Einstellungen verlieren und neu initialisiert werden müssen. Zum Teil müssen zusätzlich Fehlercodes gelöscht werden.

Der ADAC rät deshalb, den Batterietausch grundsätzlich Profis zu überlassen.

Einfach: Batterietausch durch den ADAC

ADAC Pannenhelfer im Einsatz
ADAC Batterieservice: Für Mitglieder kostenlos ∙ © ADAC/Gerd George

Die komfortabelste Lösung für ADAC Mitglieder: Ein geschulter ADAC Pannenhelfer hilft Ihnen weiter. Wenn die Funktionsfähigkeit des Fahrzeugs aufgrund einer schwachen Batterie nicht mehr gegeben ist, dann nutzen Sie die ADAC Pannenhilfe App oder rufen Sie über die Pannenhilfenummer 0180/22 22 222 die Hilfezentrale an. Ein Gelber Engel wird zum Pannenort oder zu Ihnen nach Hause kommen, um Ihre Batterie genau zu prüfen.

Dabei wird immer auch die elektrische Peripherie unter die Lupe genommen, gilt es doch, die Ursache für das Schwächeln der Batterie herauszufinden. Wurde das Licht angelassen und das Mitglied braucht nur eine Starthilfe? Oder gibt es womöglich einen stillen Verbraucher, der den Akku langsam, aber stetig leer saugt? Auch Kriechströme durch lose oder korrodierte Verbindungen, eine defekte Lichtmaschine bzw. Laderegler kommen u.a. als mögliche Ursachen in Frage.

Nur durch die Diagnose mit einem hochwertigen Batterietester oder durch Messungen der Spannung und der Stromaufnahme mit Multimeter und Strommesszange kann der Zustand einer Batterie korrekt diagnostiziert werden.

Wurde als Ursache der Startprobleme die Batterie festgestellt, bauen die Gelben Engel an Ort und Stelle auf Wunsch eine neue Batterie ein. Neben den konventionellen Blei-Säure-Batterien haben sie auch AGM-Batterien für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Technologie im Angebot. Alle ADAC Batterien werden nach den hohen Anforderungen des ADAC speziell für die Pannenhilfe produziert. Die Qualität übertrifft die DIN/EN Norm und wird regelmäßig von externen unabhängigen Laboren überwacht.

Einen Batteriewechsel führt natürlich auch jede Fachwerkstatt durch.

Autobatterie wechseln: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Autobatterie wird angeschlossen
Wichtig beim Ein- und Ausbau: Immer mit Schutzhandschuhen! ∙ © ADAC/Martin Hangen

Wer den Tausch trotzdem selbst machen will (nur mit Schutzbrille und säurefesten Handschuhen!) und ein Fahrzeug besitzt, das über kein Batteriemanagement-System (BMS) verfügt, bei dem keine Fehlercodes gelöscht werden müssen oder die neue Batterie nicht angelernt werden muss, sollte beim eigenhändigen Batteriewechsel unbedingt die Hinweise in der Betriebsanleitung und folgende Punkte beachten.

Denn die folgende Anleitung ist lediglich eine Orientierungshilfe: Die in der Betriebsanleitung bzw. in den Herstellerinformationen vorgegebenen Schritte haben Vorrang!

Ausbau der alten Autobatterie

  1. Ziehen Sie den Autoschlüssel aus dem Zündschloss und nehmen Sie ihn aus dem Fahrzeug

  2. Entfernen Sie die Batterieabdeckung

  3. Klemmen Sie den Minuspol ab (schwarzes Kabel)

  4. Klemmen Sie den Pluspol ab (rotes Kabel)

  5. Isolieren Sie die rote Pluspolklemme, z.B. mit Isolierband oder dem Polkappenschutz der neuen Batterie

  6. Lösen Sie die Halterung der Batterie

  7. Wenn vorhanden: Lösen Sie den Entlüftungsschlauch und entnehmen Sie das Winkelstück

  8. Nehmen Sie die Batterie heraus

Einbau der neuen Autobatterie

  1. Setzen Sie die neue Batterie ein

  2. Installieren Sie den vorgesehenen Entlüftungsschlauch auf das eingesetzte Winkelstück und verschließen Sie gegebenenfalls die zweite Öffnung mit einem Verschlussstopfen

  3. Befestigen Sie die Halterung der Batterie

  4. Rauen Sie die Pole der Batterie auf und säubern Sie die Polklemmen

  5. Befestigen Sie den Pluspol (rotes Kabel)

  6. Befestigen Sie den Minuspol (schwarzes Kabel)

  7. Versiegeln Sie zum Schluss die Polanschlüsse mit einem entsprechenden Polfett oder Polspray

  8. Bauen Sie die Batterieabdeckung wieder ein

  9. Vergessen Sie nicht den Polkappenschutz. Er verhindert einen Kurzschluss und ist relevant für die Hauptuntersuchung

Entsorgung: Wohin mit der alten Batterie?

Starterbatterien enthalten giftiges Blei, umweltschädliche Zusätze und ätzende Säure. Nicht nur deshalb ist es streng untersagt, sie "wild" zu entsorgen oder einfach in den Hausmüll zu werfen: Rund 99 Prozent des Materials von Gehäuse und Innenleben können wiederaufbereitet werden.

Der Gesetzgeber hat bereits 2009 durch das Batteriegesetz ein Pfandsystem eingeführt, um verbrauchte Batterien dem Recycling zuzuführen. Beim Transportieren einer Batterie ist Folgendes zu beachten:

  • Das Gehäuse der Batterie sollte keine Beschädigung aufweisen

  • Batterien sind so zu sichern, dass sie nicht rutschen, umfallen oder beschädigt werden

  • Batterien dürfen außen keine gefährlichen Säurespuren aufweisen
    und müssen gegen Kurzschluss gesichert sein

Händler und Reparaturbetriebe nehmen in der Regel die alte Batterie zurück. Pfand gibt es allerdings nur dort zurück, wo die Batterie gekauft wurde. Wird beim Kauf einer neuen Batterie keine alte abgegeben, muss der Händler 7,50 Euro Pfand verlangen – und darf das Geld erst wieder auszahlen, wenn der ausgediente Akku abgeliefert wird.

Bei Nutzung des Batterieservice durch den ADAC entfallen die Pfandzahlung bzw. der zusätzliche Arbeitsaufwand für die Rückgabe der defekten Batterie. Der Gelbe Engel nimmt Ihre defekte Altbatterie mit und führt sie fachgerecht der Entsorgung zu.

Pfandsystem auch bei Onlinekauf

Diese Vorgabe gilt auch für den Internethandel. Also auch beim Onlinekauf wird ein Pfand erhoben. Erstattet wird es bei ordnungsgemäßer Rückgabe. Wird die alte Autobatterie nicht beim Internethändler abgegeben, sondern bei einem stationären Händler vor Ort, dann ist dieser verpflichtet, die Rücknahme – ohne Erstattung des Pfands – schriftlich oder elektronisch zu bestätigen. Mit diesem Nachweis, der nicht älter als zwei Wochen sein darf, sollten sich die Kunden das Pfand sofort vom Onlinehandel zurückerstatten lassen.

Die Wertstoffsammelstellen nehmen zum Teil alte Starterbatterien an. Dort gibt es allerdings kein Pfand zurück, dafür aber einen Nachweis für die fachgerecht Entsorgung.

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Fachliche Beratung: Matthias Zimmermann, ADAC Technikzentrum Landsberg