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Organspende – was gilt in Europa?

Organspendeausweis in einem Geldbeutel
Wo wird man bei einem tödlichen Unfall automatisch Organspender? ∙ © imago images/photothek

Skifahren in Österreich, Surfen in Spanien, mit dem Auto zum Sightseeing nach Budapest – kaum jemand denkt bei der Urlaubsplanung an schlimme Unfälle. Dabei sollten Sie wissen: In vielen europäischen Urlaubsländern werden Sie automatisch zum Organspender, wenn Sie nichts anderes festgelegt haben.

  • Die Rechtslage in Deutschland: Organspende nur mit Einwilligung

  • Verstirbt jemand im Ausland, gilt die ausländische Regelung

  • Organspende ja oder nein: In jedem Fall schriftlich regeln

Das gilt in Deutschland

In Deutschland ist die so genannte Entscheidungslösung gültig. Das heißt, Organe und Gewebe dürfen nur entnommen werden, wenn die verstorbene Person dem zu Lebzeiten zugestimmt hat.

Mindestalter

Die Einwilligung in eine Organentnahme und die Übertragung der Entscheidung auf eine Vertrauensperson können ab dem vollendeten 16. Lebensjahr erklärt werden.

Der Widerspruch gegen eine Organspende kann schon ab dem vollendeten 14. Lebensjahr geregelt werden.

Geplante Änderung

Anfang 2020 hat sich der Bundestag mit der Neuregelung der Organspende befasst und sich für die so genannte erweiterte Zustimmungslösung ausgesprochen. Das bedeutet, dass eine Organspende wie bisher nur dann möglich ist, wenn der potenzielle Organspender zu Lebzeiten eingewilligt hat. Hat die verstorbene Person zu Lebzeiten keine Entscheidung getroffen oder dokumentiert, entscheiden nach der neuen Rechtslage künftig die Angehörigen.

Das Gesetz wird voraussichtlich im ersten Quartal 2022 in Kraft treten.

Mehr Informationen zur Organspende* finden Sie hier.

Was gilt im Ausland?

In Europa ist die Organspende unterschiedlich geregelt. Verstirbt jemand im Ausland, gilt grundsätzlich die Regelung des jeweiligen Landes.

Die Karte liefert einen Überblick. Details zu den Regelungen in den einzelnen Ländern bekommen Sie hier* oder über die Auslandsvertretung des entsprechenden Landes.

Das steckt hinter den unterschiedlichen Regelungen

Widerspruchsregelung mit Einspruchsrecht der Angehörigen: Die Hinterbliebenen der verstorbenen Person können die Organentnahme ablehnen.

Widerspruchsregelung: Die verstorbene Person wird zum Organspender, wenn sie einer Organentnahme zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat.

Erweiterte Zustimmungsregelung: Die verstorbene Person muss zu Lebzeiten einer Organentnahme zugestimmt haben. Liegt keine Zustimmung vor, entscheiden die Hinterbliebenen über die Entnahme.

Notstandsregelung: Eine Organentnahme ist im Notstand auch zulässig, wenn ein Widerspruch vorliegt.

Organspendeausweis

Egal, ob Sie sich für oder gegen eine Organspende entscheiden: Sie sollten immer einen Organspendeausweis dabeihaben, damit Angehörige und Ärzte im Fall der Fälle sehen können, welche Entscheidung Sie für sich getroffen haben.

Sowohl die Einwilligung als auch der Widerspruch gegen eine Organspende können mit einem Organspendeausweis* unmissverständlich geregelt werden.

Auch im Ausland ist es sinnvoll, eine ausdrückliche schriftliche Erklärung zu Ihrem Willen dabeizuhaben. Nur so können Sie sicher sein, dass im Fall der Fälle keine Organe entnommen werden können, falls Sie das für sich nicht möchten. Den Organspendeausweis gibt es in vielen verschiedenen Sprachen.*

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