Verbandkasten – Masken im Auto sollen zur Pflicht werden

Der Verbandkasten soll um Masken ergänzt werden - Neuregelung für 2022 geplant.
Der Verbandkasten soll um Masken ergänzt werden - Neuregelung für 2022 geplant.© Shutterstock/omphoto

Um im Notfall direkt vor Ort Hilfe leisten zu können, ist ein Verbandkasten das A und O. Sie sollten daher regelmäßig daran denken, den Verbandkasten im Auto zu überprüfen.

  • Zukünftig sollen zwei Schutzmasken Teil des Verbandkastens sein

  • Neuregelung für 2022 geplant

  • Ohne Verbandkasten droht ein Verwarnungsgeld

Maskenpflicht im Verbandkasten soll 2022 kommen

Im Februar 2022 wurde die DIN 13164 angepasst. Diese listet auf, was alles Teil des Verbandskastens ist. Nach der neuen Regelung müssen zusätzlich zwei medizinische Masken als Teil des Verbandkastens mitgeführt werden. Die Pflicht zur Mitnahme im Fahrzeug besteht jedoch erst, wenn die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) entsprechend geändert wird. Diese Änderung soll bei der nächsten Überarbeitung mit aufgenommen werden.

Wer muss den Verbandskasten aktuell dabei haben?

Das Verkehrsrecht bestimmt für alle Autofahrer in Deutschland die Pflicht, im PKW einen Verbandkasten mitzuführen. Dabei dürfen seit 2014 nur noch Verbandkästen verkauft werden, die der DIN 13164 entsprechen.

Keinen Verbandkasten müssen Krafträder, Krankenfahrstühle sowie Zug- und Arbeitsmaschinen in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben mitführen. Wer jedoch mit einem Quad unterwegs ist, der muss grundsätzlich auch einen Verbandkasten dabei haben. In Kraftomnibussen mit mehr als 22 Fahrgastplätzen sind sogar zwei Verbandkästen Pflicht.

Streng genommen müssen Verbandkästen nur in Kraftomnibussen mitgeführt werden. In anderen Fahrzeugen wie z.B. Pkw genügt es, dass Erste-Hilfe-Material mitgeführt wird, dass der DIN 13164 entspricht; also den Inhalt des Verbandkastens.

Zusätzlich verlangt das Gesetz in diesem Fall, das Material in einem Behältnis verpackt zu halten, das so beschaffen sein muss, dass es den Inhalt vor Staub und Feuchtigkeit sowie vor Kraft- und Schmierstoffen ausreichend schützt. Ein klassischer Verbandskasten stellt das sicher und sollte somit in keinem Auto fehlen.

Was gehört in einen Verbandkasten?

Die nachfolgenden Produkte gehören zu einem Kfz-Verbandkastens nach DIN 13164, aktuelle Ausgabe Januar 2014

  • 1 Heftpflaster, DIN 13019-A, 5 m x 2,5 cm 

  • 4 Wundschnellverbände, DIN 13019-E, 10 cm x 6 cm 

  • 2 Verbandpäckchen, DIN 13151-M 

  • 1 Verbandpäckchen, DIN 13151-G 

  • 1 Verbandtuch, DIN 13152-BR, 40 cm x 60 cm 

  • 1 Verbandtuch, DIN 13152-A, 60 cm x 80 cm 

  • 6 Kompressen, 10 cm x 10 cm 

  • 2  Fixierbinden, DIN 61634-FB-6 

  • 3  Fixierbinden, DIN 61634-FB-8 

  • 2 Dreiecktücher, DIN 13 168-D 

  • 1 Rettungsdecke, 210 x 160cm 

  • 1 Erste-Hilfe-Schere, DIN 58279-A 145 

  • 4 Einmalhandschuhe, DIN EN 455 

  • 1 Erste-Hilfe-Broschüre 

  • 2 Feuchttücher zur Hautreinigung 

  • 1 14-teiliges Fertigpflasterset 

  • 1 Verbandpäckchen K

Gibt es beim Inhalt ein Verfallsdatum?

Wenn bei einzelnen oder allen Materialien das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, müssen diese Artikel ausgetauscht werden. Bei Überschreitung des Verfallsdatums entspricht der Inhalt des Verbandskasten nicht mehr den Mindestanforderungen der DIN-Norm, so dass das nicht ordnungsgemäße Erste-Hilfe-Material im Rahmen der Hauptuntersuchung als geringer Mangel eingestuft und bei einer Verkehrskontrolle sanktioniert werden kann.

Kein Verbandkasten - welche Strafe droht?

Wer keinen Verbandkasten mitführt, riskiert bei einer Verkehrskontrolle mit dem Auto ein Verwarnungsgeld bis zu 10 Euro.

Um im Fall des Falles den Verbandkasten schnell griffbereit zu haben, empfehlen wir, am besten direkt nach dem Fahrzeugkauf zu überprüfen, wo sich der Verbandkasten befindet.