Autokauf im Netz

3.12.2018

Der Autokauf im Internet ist einfach, aber Vorsicht vor Betrügern. ADAC Juristen helfen, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden und erklären den Vertragsabschluss im Netz.

Auto online kaufen
Vorsicht vor unseriösen Anbietern beim Autokauf im Internet

10-jähriges Jubiläum: ADAC unterstützt die Initiative Sicherer Autokauf im Internet

Aufklärung ist der beste Schutz vor Betrügern. Unter diesem Motto wurde vor zehn Jahren die Initiative Sicherer Autokauf im Internet vom ADAC und den führenden Internet-Autobörsen AutoScout24 und mobile.de gegründet. Die Initiative wird von der Polizei unterstützt und soll Autokäufer und -verkäufer für Sicherheitsfragen beim Autokauf im Internet sensibilisieren. Die Initiative informiert ausführlich über bekannte Betrugsmaschen und bietet konkrete Hilfe beim Autokauf bzw. –verkauf im Internet.

Informieren Sie sich unter www.sicherer-autokauf.de* bevor Sie ein Auto im Internet kaufen oder verkaufen.

* Durch Anklicken der Links werden Sie auf externe Internetseite weitergeleitet, deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

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Versteigerung im Internet

Auto im Internet ersteigern oder versteigern - ADAC Juristen erläutern die wichtigsten Fragen für Bieter und Anbieter bei Auktionen im Internet.

Gebote sind bindend 

Immer wieder loggen sich Hacker in fremde ebay-Konten ein und ersteigern für den tatsächlichen Inhaber des Kontos für beträchtliche Summen Gegenstände. Der Inhaber erkennt meist erst viel später, dass er angeblich diese Dinge ersteigert haben soll. Nach der herrschenden Rechtsprechung trifft hier jedoch den Anbieter die Beweislast dafür, dass der tatsächliche Inhaber des Accounts auch das Gebot abgegeben hat.

Um Ihr Konto vor Missbrauch zu schützen, sollten Sie auf jeden Fall ein kompliziertes Passwort aus Buchstaben (klein und groß), Zahlen und Sonderzeichen wählen.

Widerrufsrecht

Haben Sie als Verbraucher über das Internet mit einem Händler einen Vertrag geschlossen, haben Sie ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Das Widerrufsrecht beginnt mit Übergabe der ersteigerten Ware an Sie zu laufen. Hat der Händler nicht oder nicht korrekt über das Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich das Widerrufsrecht nach Ablauf der 14-Tages-Frist um weitere 12 Monate. 

Sie müssen den Widerruf gegenüber dem Händler schriftlich erklären (z. B. Brief, Telefax, E-Mail). Die bloße Rückgabe oder Rücksendung der Ware reicht nicht aus.

Ersteigern Sie von einer Privatperson, gibt es kein Widerrufsrecht.

Haftung bei Missbrauch des Accounts 

Immer wieder hört man in der Presse, dass sich Hacker in fremde ebay-Konten einloggen und für den tatsächlichen Inhaber des Kontos für beträchtliche Summen Gegenstände ersteigern. Der Inhaber erkennt meist erst viel später, dass er angeblich diese Dinge ersteigert haben soll. Nach der herrschenden Rechtsprechung trifft hier jedoch den Anbieter die Beweislast dafür, dass der tatsächliche Inhaber des Accounts auch das Gebot abgegeben hat.

Um Ihr Konto vor Missbrauch durch andere zu schützen, sollten Sie auf jeden Fall ein kompliziertes Passwort aus Buchstaben (klein und groß), Zahlen und Sonderzeichen wählen. Der Name des Hundes oder das Geburtsdatum sind leicht geknackt.

Sichere Bezahlung

Als Bieter bezahlen Sie in der Regel nach Erhalt des Zuschlages, der Verkäufer fordert Sie zur Überweisung des Betrages auf.

Verschaffen Sie sich aber dringend Klarheit über die Identität des Anbieters. Denn immer wieder wird die Ware nicht bzw. mangelhaft geliefert oder der Anbieter kann nicht ausfindig gemacht werden kann (z.B. Briefkastenfirma). Sie sollten konkret wissen, wer der Ansprechpartner für evtl. spätere Streitigkeiten ist.

Um die Identität des Anbieters vor Bezahlung zu prüfen, sollten Sie sich zunächst die Informationen aufgrund des Bewertungssystems ansehen. Scheuen Sie sich nicht, den Anbieter vor Vertragsabschluss zu kontaktieren. Fragen Sie nach dem Namen und Anschrift, wenn der Anbieter zweifelhafte oder gar keine Angaben zu seiner Identität macht.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, nutzen Sie einen Treuhandservice der Auktionsplattform. Hier zahlen Sie den Kaufpreis auf ein Konto des Online-Auktionators ein. Das Geld wird erst an den Anbieter ausgezahlt, wenn der Käufer die Ware erhalten und geprüft hat. Im Gegenzug schickt der Verkäufer die Ware erst dann an den Käufer, wenn er die Benachrichtigung des Auktionshauses hat, dass das Geld eingetroffen ist. 

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Vertrag online abschließen

ADAC Juristen geben wichtige Informationen zum Vertragsschluss im Internet und helfen mit der Checkliste mit Tipps für den Kauf per Mausklick (PDF-Download61,13 KB).

Kauf oder bloße Information

Viele potentielle Autokäufer nutzen das Internet nur zur Information, der eigentliche Kauf wird in der Regel noch konventionell – außerhalb des Netzes abgewickelt. D.h. der Kunde kauft direkt beim Händler oder erhält den Kaufvertrag zur Unterzeichnung zugesandt. In diesem Fall liegt kein rein virtueller Kauf vor. Dies hat für Sie den Vorteil, dass es später keine Beweisprobleme gibt, ob ein Kaufvertrag tatsächlich geschlossen wurde. 

Vertragsabschluss im Internet 

Im Internet kommt ein Vertrag wie auch im normalen Geschäftsleben durch Angebot des Verkäufers und Annahme des Käufers zustande. D.h. Verkäufer und Käufer bekunden durch sog. Willenserklärungen, dass sie sich vertraglich binden wollen. Diese Willenserklärungen können mündlich, schriftlich oder – beim virtuellen Vertragsschluss - per E-Mail abgegeben werden. Auch per E-Mail über das Internet geschlossene Verträge sind rechtlich bindend!

Beim Vertragsschluss im Internet sind Käufer und Verkäufer nicht gleichzeitig anwesend, sondern geben Angebot und Annahmeerklärung per E-Mail zu verschiedenen Zeitpunkten ab. Kommt es zum Streit darüber, ob ein Vertrag zustande gekommen ist, muss deshalb nachgewiesen werden, dass die Willenserklärung der einen Partei die andere Partei auch tatsächlich erreicht hat, d.h. dass sie "zugegangen" ist.

Als Zugangsnachweis kann bei einer E-Mail eine (elektronische) Empfangsbestätigung dienen. Liegt eine solche vor, spricht das dafür, dass der Absender die strittige Willenserklärung auch tatsächlich abgegeben hat. Sie sollten aber - gerade wenn es wie beim Autokauf um größere Geldbeträge geht – oder wenn keine Empfangsbestätigung der Gegenseite vorliegt, den Vertragsschluss zusätzlich per Fax oder Brief zu bestätigen.

Vertippt – was nun?

Wer sich vertippt oder versehentlich eine Fahrzeugbestellung per E-Mail abschickt, kann seine "Willenserklärung" anfechten. Das bedeutet, dass der Vertragsschluss nichtig ist. Diese Anfechtung muss jedoch unverzüglich erfolgen, nachdem der Fehler erkannt wurde. Es empfiehlt sich deshalb in diesen Fällen, möglichst sofort per E-Mail auf den Fehler hinzuweisen.

Auch eine fehlerhaft übermittelte Willenserklärung kann u.U. angefochten werden, wenn z.B. bei einer nicht erkannten Formeländerung in der Software des Providers ein falscher Preis übermittelt wird.

Ansprüche nur gegenüber dem Verkäufer

Häufig tritt der Betreiber einer Internetseite lediglich als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer auf. Möchten Sie Ansprüche wegen Lieferproblemen, mangelhafter Ware oder Falschlieferungen geltend machen, müssen Sie sich aber an den Verkäufer direkt wenden – nicht an den Vermittler. 

Eine Haftung des Vermittlers ist nur denkbar, wenn er Ihre Angaben nicht bzw. falsch weitergeleitet hat oder vertraglich ausdrücklich zusichert, dass er z.B. für die Einhaltung des Liefertermins "garantiert".

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) des Verkäufers

Streit gibt es häufig um die Frage, inwieweit die AGB des Verkäufers Vertragsbestandteil geworden sind. Grundsätzlich muss der Verkäufer auf seine AGB hinweisen und dem Kunden die Einsicht ermöglichen. Für die Verwendung von AGB im Internet bedeutet das, dass sie so auf der Homepage platziert werden müssen, dass sie für den Käufer deutlich sichtbar sind und er sie vor Vertragsschluss lesen kann. Muss der Käufer die AGB also erst auf der Internetseite suchen, werden sie nicht Vertragsbestandteil und der Verkäufer kann sich später nicht auf sie berufen. 

Lesen Sie sich die AGB Ihres Vertragspartners genau durch, bevor Sie unterschreiben!

Widerrufsrecht

Haben Sie als Verbraucher online mit einem Händler einen Vertrag abgeschlossen, haben Sie ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Das Widerrufsrecht beginnt mit Übergabe der ersteigerten Ware an Sie zu laufen. Hat der Händler Sie nicht oder nicht korrekt über das Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich das Widerrufsrecht nach Ablauf der 14-Tages-Frist um weitere 12 Monate. 

Sie müssen den Widerruf gegenüber dem Händler schriftlich erklären (z. B. Brief, Telefax, E-Mail). Die bloße Rückgabe oder Rücksendung der Ware reicht nicht aus.

Kaufen Sie von einer Privatperson, gibt es kein Widerrufsrecht. 

Wann gilt das deutsche Recht?

Im Internet trifft der Kunde auf in- und ausländische Anbieter von Neu- und Gebrauchtwagen. Befindet sich der (Firmen)Sitz des Internethändlers im EU-Ausland, bestimmen EU-Vorschriften, dass Sie sich als privater Käufer auf deutsches Recht berufen können. Dafür muss die Tätigkeit des Händlers auf irgendeine Weise auf Deutschland (z.B. deutschsprachige Homepage mit Kfz-Angeboten, deutsche Mobilfunknummer und internationale Vorwahl) ausgerichtet sein.
 
Der Autohändler kann mit Ihnen z.B. durch AGB eine sogenannte Rechtswahlvereinbarung treffen. Danach gilt dann das Recht des Mitgliedstaates, in dem der Händler seinen Firmensitz hat. Aber: Trotz der Rechtswahl dürfen Ihnen die Verbraucherschutzrechte nicht entzogen werden. Widerspricht die Rechtswahlvereinbarung deutschem Recht, können Sie sich auf das für Sie vorteilhaftere deutsche Recht berufen.

Überprüfen Sie vor Vertragsschluss die AGB des Internetverkäufers genau auf eine mögliche Rechtswahlvereinbarung.

Außerhalb der EU gilt regelmäßig das Recht des Landes, in dem der Unternehmer seinen Sitz hat. Dabei können erhebliche Unterschiede zum deutschen Recht bestehen.

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Kodex für die Sicherheit

Der ADAC, die Wettbewerbszentrale, das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe, AutoScout24 und mobile.de haben einen gemeinsamen Kodex für den sicheren Autokauf im Internet entwickelt. Darin werden verbindliche Verhaltensregeln und Vorschriften für Fahrzeughändler festgeschrieben, die über Verkaufsplattformen ihre Fahrzeuge anbieten. 

Der Kodex legt z.B. fest, wie Inserate aussehen sollen und welche Beschreibungen Verkäufer für ihr Fahrzeug verwenden dürfen. So wird das Internet für den Verbraucher sicherer und der faire Wettbewerb zwischen Händlern wird gestärkt. Der Kodex steht hier zum Download bereit:

Kodex für den Fahrzeughandel im Internet (PDF-Download127,77 KB)