Mercedes C-Klasse T-Modell: Der Kombi im ADAC Test

26.4.2019

Mercedes hat die C-Klasse überarbeitet und damit auch das T-Modell. Was der C220d mit 194 PS starkem Dieselmotor kann, klärt der ADAC Autotest. Technische Daten, Noten, Messergebnisse

Seitenansicht Mercedes C-Klasse T-Modell
Das T im T-Modell steht für Touristik und Transport
  • Das C-Klasse T-Model hat ein Facelift bekommen: 6000 Fahrzeugteile wurden überarbeitet
  • Es gibt einen neuen Ottomotor mit nur 1,5-Litern Hubraum und 184 PS
  • Der Diesel C220d verbraucht im ADAC Ecotest nur 5,5 Liter Diesel/100 km

 

Wenn der Golf in Deutschland ”das Auto“ ist und der BMW 3er der Inbegriff einer sportlichen Limousine, so könnte man das T-Modell der Mercedes C-Klasse als ”den Kombi“ bezeichnen. Seit 1996 gibt es den edlen Lademeister zu kaufen, seit 2014 in vierter Generation und aktuell in einer überarbeiteten Fassung. Sie soll sich das Modell vor allem gegen den etwas jüngeren Audi A4 Avant und den 2019 neu startenden BMW 3er Touring besser aufstellen.

Der Kombi hat ein hohes Ladevolumen

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Mercedes C Klasse
Bis zu 1275 Liter lassen sich nach ADAC Messung im T-Modell unterbringen

Der Mercedes ist zwar teuer, aber durch seine praktischen Qualitäten trotzdem so etwas wie eine Vernunftentscheidung. Dazu passt der neue Benziner, ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 135 kW/184 PS, aber auch die Dieselversion C 220d mit 194 PS, der für den ADAC Test zur Verfügung stand. Mit beiden Motoren ist man angemessen, aber nicht übermotorisiert unterwegs. Im Falle des Diesel heißt das allerdings: Mindestpreis 44.333 Euro stehen auf der Rechnung – und man sollte noch ein paar tausend Euro für notwendige oder sinnvolle Extras einkalkulieren.

Dafür erhält man ein Fahrzeug, das die Solidität bei Mercedes unterstreicht. Von den Materialien im Innenraum (Haptik und Optik) über die Qualität der Sitze bis zur Verarbeitung der Karosserie stimmt hier alles. Hinzu kommt ein in praktisch allen Alltagsfällen ausreichendes Ladevolumen von 490 Litern, das sich auf 1510 Liter erweitern lässt.

Diese Werksangabe konnte die ADAC Messung zwar nicht ganz bestätigen: Bis zur Gepäckraumabdeckung passen in den Kombi 330 Liter. Entfernt man die Abdeckung, kann man bis zum Dach 560 Liter einladen. Dann lassen sich bis zu elf handelsübliche Getränkekisten verstauen. Klappt man die Rücksitzlehnen um, passen in den Kombi 695 Liter (gemessen bis Fensterunterkante), bzw. 1275 Liter, wenn man das Fahrzeug bis zum Dach belädt.

Bedien- und Anzeigekonzept aus der S-Klasse

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Cockpit Mercedes C-Klasse T-Modell
Im Innenraum wirkt alles sehr hochwertig

Mehr als 6000 Teile hat Mercedes im Zuge der großen Modellpflege zur Lebensmitte der vierten Generation überarbeitet. Die Kern-Karosserie blieb unverändert und damit auch das akzeptable Platzangebot, aber es gibt neue Anbauteile an Heck und Front.

Das Bedien- und Anzeigekonzept wurde aus der S-Klasse übernommen – inklusive Kamera- und Radarsysteme. So wird jetzt der Aktive Abstands-Assistent (Distronic) vom Navigationssystem unterstützt, das Tempo vor Kreuzungen, Kreisverkehren oder Kurven passt sich selbsttätig an.

Wie immer kostet fast alles Aufpreis, so auch das 12-Zoll-Display hinterm Lenkrad, das die analogen Instrumente ablöst. Das freistehende 10-Zoll-Display in der Mitte bleibt erhalten. Beide gehören zum fast 4000 Euro teuren Command-System mit Navigation, das in der Bedienung nicht immer logisch erscheint. Sowohl der Dreh-Drück-Regler samt Touchpad als auch einige wichtige Funktionstasten (z. B. Lautstärkeregler) sind zudem nicht ideal auf dem Mitteltunnel angeordnet und erfordern vor allem anfänglich häufige Blickabwendungen von der Fahrbahn.

Der Dieselmotor passt gut zum T-Modell

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Motor vom Mercedes C Klasse, T-Modell
Die Motoren erfüllen nun die Euro-6d-TEMP-Norm

Die Fahrleistungen des 194 PS starken Dieselmotors können sich sehen lassen. Der Motor schiebt den 1,7 Tonnen schweren Kombi flott an und sorgt stets für gute Fahrleistungen. Auch die Leistungsentfaltung überzeugt: Ein Überholvorgang von 60 auf 100 km/h ist in flotten 4,7 Sekunden erledigt. Die serienmäßige Neungang-Wandlerautomatik überzeugt mit sanften Schaltvorgängen und passenden Schaltpunkten.

Und der Verbrauch? Der kann sich sehen lassen. 5,5 Liter Diesel im ADAC Ecotest sind für diese Fahrzeuggröße angemessen. Besonders lobenswert ist, dass die Abgasreinigung des C 220d (mit SCR-Kat und Harnstoffeinspritzung) so wirkungsvoll arbeitet. Selbst bei unseren Messungen auf der Straße glänzte der Stern mit einem tadellosem Ergebnis. 

Technische Daten (Herstellerangaben)
Mercedes C 220d T-Modell
Motor Vierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm3, 143 kW/194 PS, 400 Nm bei 1600 U/min
Fahrleistungen 0 – 100 km/h: 7,0 s; Spitze: 233 km/h
Verbrauch 4,8 l Diesel/100 km, 128 g CO2/km
Maße L 4,70 / B 1,81 / H 1,46 m
Kofferraum 490 – 1510 Liter
Preis ab 44.333 Euro
ADAC Messwerte (Auszug)
Überholvorgang 60-100 km/h 4,7 s 
Bremsweg aus 100 km/h 34,2 m 
Wendekreis 11,2 m                    
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest 5,5 l Diesel/100 km , 173 g CO2/km (well-to-wheel) 
Reichweite 745 km
Innengeräusch bei 130 km/h    67,6 dB (A)                    
Leergewicht / Zuladung 1700 / 535 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch   330 / 695 / 1275 l

 

ADAC Testergebnis Gesamtnote: 1,9
Karosserie/Kofferraum 2,5
Innenraum 2,2
Komfort 2,0
Motor/Antrieb 1,6
Fahreigenschaften 1,9
Sicherheit  1,3
Umwelt/EcoTest 2,2

 

  • Das hat uns gefallen: Hochwertige Verarbeitung und Materialauswahl. Umfangreiche Sicherheitsausstattung. Sichere Fahreigenschaften. Saubere Abgase.
  • Das hat uns nicht gefallen: Teils komplizierte Bedienung. Teuer in der Anschaffung. 

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Hoher Komfort, aber auch hoher Preis

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Heckansicht Mercedes C-Klasse T-Modell
Mercedes C-Klasse mit erstklassigem Langstreckenkomfort

Die C-Klasse samt Sport-Direktlenkung und Luftfahrwerk bietet eine lobenswerte Fahrstabilität. Der Geradeauslauf ist sehr gut, ein plötzlicher Lenkimpuls bringt den Mercedes nicht aus der Ruhe. Den ADAC Ausweichtest meistert der Kombi problemlos. Der Parcours lässt sich weitgehend neutral und sicher durchfahren. Dank der guten Abstimmung sind hohe Durchfahrgeschwindigkeiten möglich.

Neben dem serienmäßigen Fahrwerk (Agility Control) ist ohne Mehrpreis das gleiche Fahrwerk mit Tieferlegung erhältlich. Gegen Aufpreis sind drei weitere Fahrwerke verfügbar: ein Sportfahrwerk, ein Sportfahrwerk mit adaptiven Dämpfern und drei Kennfeldern (Dynamic Body Control) sowie als Topfahrwerk das im Testwagen verbaute Luftfederfahrwerk mit ebenfalls drei Modi. Dieses überzeugt, da es vor allem im Comfort-Modus einen hohen Federungskomfort bietet – der Langstreckenkomfort ist erstklassig.

Bleibt noch der Preis, der natürlich nach dem Facelift nicht geringer geworden ist. Der Grundpreis des Testwagens liegt mit rund 44.000 Euro schon hoch, die 102 Seiten lange Preisliste lässt zusätzlich erahnen, das es wohl selten dabei bleibt. Mercedes verlangt für allerhand Dinge Aufpreis, wie etwa auch für die analoge Uhr in der Mittelkonsole. Wer es sich leisten kann, bekommt am Ende aber einen Kombi, der sich kaum Schwächen leistet.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Mercedes C 220d T-Modell.

 

Text: Jochen Wieler, Peter Eck/SP-X. Fotos: Daimler AG.

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