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Ingolstadt | 31.07.2019

Testfahrt Audi Q7: Das ändert sich beim Facelift-Modell

Der neue Audi Q7 Modell 2019 in Fahrt
Audi Q7 Facelift: Grill mit Wabenstruktur, schmalere Scheinwerfer

Der Audi Q7 wurde überarbeitet. Außen gibt es nur kleine Unterschiede zum Vorgänger. Dagegen fallen die Neuerungen im Innenraum deutlicher aus. Testfahrt, technische Daten, Motoren, Preise.

  • Neues Design und neue Motoren für gelifteten Audi Q7
  • Bedienung jetzt über Touch-Displays
  • Neue Fahrwerke mit Wankstabilisatoren
  • Einstiegspreis: 66.900 Euro

 

Seit 2005 zählt er zu den größten SUV auf unseren Straßen: der Audi Q7. Die zweite Generation gibt es seit 2015, jetzt wurde sie überarbeitet. Das war zwar nicht zwingend notwendig, tut dem Dickschiff aber trotzdem gut. Vor allem, um gegen die frischen Wettbewerber BMW X5, X7, Mercedes GLS, Range Rover, Porsche Cayenne und VW Touareg attraktiv zu bleiben.

Selbst Autokenner müssen zweimal hinschauen, um das neue Modell vom Vorgänger zu unterscheiden. Vorn wurden lediglich Scheinwerfer, Schweller, Lufteinlässe und der Kühlergrill nachgeschärft. Der wirkt mit seinen sechs vertikalen Streben in Oktagon-Form wie eine große Bienenwabe. Serienmäßig leuchten jetzt schmale LED-Scheinwerfer, optional gibt es sie auch mit Matrix-LED-Licht (1350 Euro) und Laser-Unterstützung (2400 Euro). Neue Seitenschweller lassen den Q7 weniger bauchig erscheinen.

Neues Bediensystem: Knöpfe ade 

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Eine Testfahrt im neuen Audi Q7 Modell 2019
Im überarbeiteten Q7-Cockpit befinden sich nun drei Bildschirme

Am Heck verleihen eine dreigeteilte Chromspange und schmalere LED-Heckleuchten mehr Noblesse und einen moderneren Look. Die Länge ist um elf Millimeter auf 5,06 Meter gewachsen. Was kaum auffällt, ein dicker Brocken war der Q7 schließlich schon immer.

Deutlicher wird der Unterschied beim Einsteigen: Viele analoge Knöpfe wurden entrümpelt und durch das modernere Bediensystem des SUV-Coupé Q8 mit sensitivem Display und Doppel-Screen-Display ersetzt. Auch die Klimasteuerung funktioniert nun über einen Bildschirm, der bei jedem Tastendruck wie ein "richtiger Knopf" ein haptisches Feedback gibt.

Nichts geändert hat sich an den sehr üppigen Platzverhältnissen: Fünf Personen haben ausreichend Platz, selbst im Fond. Optional passen noch zwei weitere Personen auf die dritte Sitzreihe (1520 Euro Aufpreis). Der Kofferraum fasst zwischen 865 und 2050 Liter – mehr als ausreichend für einen ausgedehnten Familienurlaub.

Vieles, was den Q7 zum Luxusauto macht, kostet nach wie vor extra hohe Zuschläge. Etwa eine Servofunktion, die die Türen geräuschlos zuzieht. Oder eine Bang & Olufsen Sound-Anlage mit 3D‐Klang für 6150 Euro, das Kontur-Ambientelichtpaket (ab 330 Euro), die Vier-Zonen-Klimaautomatik (800 Euro) oder das Air-Quality-Paket mit Aromatisierung und Ionisator (400 Euro). Besser vernetzt ist der Q7 unter anderem nun mit LTE-Hotspot sowie dem Amazon-Sprachdienst Alexa

Der Q7 ist so handlich wie ein Kompaktwagen

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Der neue Audi Q7 Modell 2019 in Fahrt von hinten
Die charakteristische Chromspange am Heck kommt vom A8

Neu an Bord ist auch die optionale Wankstabilisierung (im Paket 5950 Euro): Dank aktiver Ansteuerung der Stabilisatoren sorgt sie für weniger Karosseriebewegung. Vor allem bei kurvigen Strecken minimiert das System Seitenneigung und Aufschaukeln. Vielmehr wedelt der Q7 lässig von Kurve zu Kurve, ohne dass den hinteren Passagieren übel wird.

Optional sorgen zwei verschiedene Luftfederungen (ab 2050 Euro) für mehr Komfort und mehr Bodenfreiheit im Gelände (der Q7 lässt sich um sechs Zentimeter "aufpumpen") und die überarbeitete Allradlenkung (1150 Euro) für mehr Fahrspaß.

Die Hinterräder schlagen bei niedrigem Tempo bis zu 5 Grad gegensinnig ein und minimieren dadurch den Kurvenradius. Bei hohen Geschwindigkeiten lenken die Hinterräder gleichsinnig mit, was mehr Stabilität bringt.

Damit fährt sich der Q7 fast schon wie ein Kompakter – und das bei über fünf Metern Länge und über zwei Tonnen Leergewicht. Wäre nicht die Breite von 1,97 Metern, würde der Fahrer glatt vergessen, in welch großem Auto er sitzt. 

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen.

 

Schon der Basis-Diesel sorgt für gute Fahrleistungen

Trotz Dieselkrise setzt Audi weiter auf Selbstzünder mit mindestens sechs Zylindern. Der "Basismotor" Q7 45 TDI leistet 170 kW/231 PS und entwickelt 500 Nm Drehmoment und sollte eigentlich allen Ansprüchen genügen. Schließlich sprintet er von 0 auf 100 km/h in 7,1 Sekunden, die Spitze liegt bei 229 km/h.

Der stärkere Q7 50 TDI kommt auf 210 kW/286 PS und 600 Nm, was dem Dickschiff naturgemäß noch mehr Souveränität verleiht. Beide Dieselmotoren arbeiten leicht brummig, überzeugen aber durch ihr sattes Drehmoment bei niedrigen Touren und einen niedrigen Normverbrauch von um die sieben Liter auf 100 Kilometer. Wem das immer noch nicht reicht, kann auch zum Topmodell SQ7 mit Achtzylinder-Diesel und 435 PS greifen. 2020 soll eine Plug-in-Hybrid-Variante das Angebot ergänzen.

Der derzeit einzige Ottomotor ist der Q7 55 TFSI mit 340 PS und 500 Nm, der in Deutschland wohl eher ein Nischendasein führen wird. Schade, denn vor allem der Benziner fährt sich sehr ruhig und souverän. Ein kurzer Tipp aufs Gaspedal, und das Zwei-Tonnen-Gefährt stürmt mühelos los, nervt weder durch lautes Motorengeräusch noch durch Vibrationen.

Audi Q7: Diese Motoren gibt es

Technische Daten (Herstellerangaben) Audi Q7 45 TDI                    Audi Q7 50 TDI Audi SQ7 TDI  Audi Q7 55 TFSI
Motor  Sechszylinder-Turbodiesel, 2967 cm3, 170 kW/231 PS, 500 Nm
Sechszylinder-Turbodiesel, 2967 cm3, 210 kW/286 PS, 600 Nm
Achtzylinder-Turbodiesel, 3956 cm3, 320 kW/435 PS, 900 Nm
Sechszylinder-Turbobenziner, 2995 cm3, 250 kW/340 PS, 500 Nm
Fahrleistungen
7,1 s auf 100 km/h, 229 km/h Spitze 6,3 s auf 100 km/h, 241 km/h Spitze
4,8 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze
6,3 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze 
Verbrauch  6,8 – 6,9 l Diesel/100 km, 179 – 182  g CO2/km
6,6 – 6,8 l Diesel/100 km, 174 – 178 g CO2/km
7,4 – 7,6 l Diesel/100 km, 194 – 200 g CO2/km
k. A. 
Maße  L 5,06 / B 1,97 / H 1,74 m
L 5,06 / B 1,97 / H 1,74 m L 5,06 / B 1,97 / H 1,74 m L 5,06 / B 1,97 / H 1,74 m  
Kofferraum  865 – 2050 l  865 – 2050 l  865 – 2050 l  865 – 2050 l 
Preis ab 66.900 € ab 69.900 € ab 94.900 € k. A. 

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Technischer Leckerbissen bei allen V6-Motoren: Das Mild-Hybrid-System mit 48-Volt-Bordnetz und Riemen-Starter-Generator. Der speist beim Bremsen Energie von bis zu 8 kW in die Antriebsbatterie. Mit reiner Elektrokraft kann der Q7 dann bis zu 40 Sekunden lang ohne den Verbrennungsmotor "segeln". 

Vor Ampelstopps oder Staus deaktiviert sich der Motor schon ab 22 km/h. Damit soll sich der Verbrauch im Schnitt um 0,7 Liter auf 100 Kilometer reduzieren. Wann die Ampel rot wird, weiß der Q7 (optional) ohnehin – in einigen Städten zumindest, wo die entsprechende Infrastruktur steht. Das Auto macht dem Fahrer dann Vorschläge, welches Tempo für ein flüssiges Fahren das beste ist: Auf eine Ampel zügig zuzufahren, die gleich umschaltet, macht schließlich keinen Sinn. 

Mindestens 66.900 Euro werden für den "günstigsten" Q7 45 TDI fällig, der 50 TDI kommt auf 69.900 Euro, der SQ7 auf stolze 94.900 Euro. Der Benziner ist erst im Oktober 2019 zu haben, kurz vorher will Audi seinen Preis nennen.

 

Text: Fabian Hoberg. Fotos: Audi AG.

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