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Nach der Katastrophe von Südtirol: Auch viele Stunden nach dem Konsum ist Alkohol gefährlich

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © PantherMedia/ambrozinio

Dass Alkohol und Autofahren nicht zusammenpassen, ist bekannt, der katastrophale Unfall von Südtirol, bei dem sieben junge Menschen starben, zeigt es erneut. Doch gerade die Gefahr von Restalkohol wird oft unterschätzt.

Sieben junge Skiurlauber sind tot, weil ein 27-jähriger Mann stark alkoholisiert mit seinem Sportwagen durch das Dorf Luttach in Südtirol raste. Derzeit ermitteln die Behörden zu den Umständen des Unfalls und zur Geschwindigkeit des betrunkenen Fahrers. Nach Angaben der Polizei hatte er 1,9 Promille im Blut.

Alkohol und Autofahren – dass das nicht zusammenpasst, wissen die meisten und weichen nach dem Feiern auf alternative Verkehrsmittel aus. Die Gefahr des Restalkohols am Morgen nach einer alkoholreichen Nacht wird jedoch schnell unterschätzt.

Restalkohol, Übermüdung und Kater beeinflussen das Reaktionsvermögen negativ. Wer dann einen Fahrfehler begeht, den Verkehr gefährdet oder einen Unfall verursacht, muss schon ab 0,3 Promille Blutalkohol mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe, Punkten und Führerscheinentzug rechnen. 

Erst im Laufe des Tages baut sich Restalkohol vollständig ab

Je nach Konstitution, Größe und Gewicht vertragen Menschen Alkohol unterschiedlich gut.

Wenn ein Mann mit 80 Kilo Gewicht zum Beispiel von 20 Uhr bis 1 Uhr morgens jede Stunde einen halben Liter Bier und einen Schnaps trinkt, dann hat er am Ende rund 1,55 Promille im Blut. Fährt er dann ein Kraftfahrzeug, droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe, drei Punkte und mindestens sechs Monate Führerscheinentzug. Möglicherweise muss er sogar zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU)

Bei einem Unfall wird es teuer: Ein Regress der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung bis 5.000 Euro droht und die Kaskoversicherung kann die Leistung voll oder teilweise kürzen.

Erst gegen 14 Uhr hat der Mann wieder unter 0,3 Promille im Blut.

Tagesform, Wundermittel und Co. 

Aber Achtung: Promilleberechnungen bilden immer nur einen Orientierungswert. Der menschliche Körper ist schließlich keine Maschine. Auch die Tagesform, ob jemand gegessen hat oder krank ist, hat Einfluss auf die Alkoholwirkung. 

Wundermittel und Promille-Abbau-Beschleuniger gibt es jedoch nicht. Der Körper baut pro Stunde nur etwa 0,1 Promille ab. Da hilft auch kein Schlafen, Schwitzen, Kaffee trinken oder Duschen.

Für Personen vor Vollendung des 21. Lebensjahres und ältere Fahranfänger in der Probezeit gilt bei Fahrten mit dem Kraftfahrzeug die Null-Promille-Grenze. Radfahrer müssen die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit von 1,6 Promille beachten, um keine Straftat zu begehen.