Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer ist ein Risiko
Alkohol am Steuer ist ein Risiko © iStock.com/Todor Tsvetkov

Alkohol am Steuer erhöht das Unfallrisiko - auch wenn die Zahl der Alkoholunfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden, langfristig zurückgegangen ist. Welche Folgen auch schon bei geringen Promillewerten drohen können, lesen Sie hier.

  • Alkoholisierte Pkw-Fahrende sind überwiegend absolut fahruntüchtig

  • Auch unter 0,5 Promille kann es zu Problemen kommen

  • Restalkohol nicht unterschätzen

Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl der Alkoholunfälle mit Personenschaden im Straßenverkehr zwischen 1975 und 2020 um rund 75 Prozent verringert. 2020 verunglückten insgesamt 15.647 Personen aufgrund eines alkoholbedingten Unfalls, das entspricht einem Anteil von 4,7 Prozent an allen Verunglückten im Straßenverkehr. Etwa jeder 17. getötete Verkehrsteilnehmer starb im Jahr 2020 infolge eines Alkoholunfalls, insgesamt wurden bei Alkoholunfällen 156 Menschen getötet.

Betrachtet man speziell die Gruppe der alkoholisierten Pkw-Fahrenden, die an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt waren und bei denen die Blutalkoholkonzentration bekannt war, zeigt sich, dass im Jahr 2020 rund 72 Prozent dieser Gruppe Werte von mindestens 1,1 Promille aufwiesen und somit im Sinne der Rechtsprechung absolut fahruntüchtig waren.

Fahren unter Alkoholeinfluss

Auf einen Autofahrer prasseln in kürzester Zeit zahlreiche Informationen und Sinneseindrücke ein, die er aufnehmen und verarbeiten muss, um sicher und angemessen reagieren zu können. Manchmal wird eine Reaktion im Bruchteil einer Sekunde notwendig, um z.B. einen drohenden Unfall zu vermeiden. Dies erfordert schon in nüchternem Zustand körperliche und geistige Höchstleistungen. Viele Autofahrende sind sich nicht immer bewusst, dass auch der Konsum von geringen Mengen Alkohol Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit hat.

Alkohol beeinflusst zum Beispiel das Konzentrations- und Wahrnehmungsvermögen negativ. Außerdem steigt die Risikobereitschaft und Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt

Besonders gefährlich kann die Kombination aus Alkohol und Medikamenten sein. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte sich durch den behandelnden Arzt oder die Apothekerin fachlich beraten lassen.

Auswirkungen von Alkohol

Mit steigender Alkoholkonzentration erhöht sich auch die Wirkung. Aber Achtung: Bereits kleinere Mengen können zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen. Die individuelle akute Wirkung von Alkohol hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie zum Beispiel Gesundheitszustand, Alter und Gewöhnung. Gemäß der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)* können folgende Blutalkoholwerte und die dazugehörigen Wirkungen bei Erwachsenen als Orientierung dienen. Wichtig ist, dass die tatsächliche Reaktion auf eine bestimmte Menge Alkohol aufgrund individueller Faktoren deutlich abweichen kann:

Promillewert

Auswirkungen


0,2 Promille

  • Wahrnehmung, Gefühle, Verhalten verändern sich
  • Konzentrationsvermögen und Bewegungskoordination sinken
  • Hang zu weiterem Alkoholkonsum steigt


0,5 Promille

  • Reaktionen werden langsamer
  • Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt
  • Risikobereitschaft steigt


0,8 Promille

  • Reaktionen sind deutlich verlangsamt
  • Gleichgewichtssinn wie Konzentrationsfähigkeit sind gestört
  • "Tunnelblick" und Enthemmung


1,0 Promille

  • Rauschstadium beginnt
  • Gleichgewichts-, Seh- und Sprachstörungen (Torkeln, Lallen)
  • Bereitschaft zur Aggression steigt


2,0 Promille

  • Betäubungsstadium setzt ein
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Erbrechen
  • Störungen des Gedächtnisses und der Orientierung


3,0 Promille

  • Schwere, akute Alkoholvergiftung beginnt
  • Gedächtnisverlust, Bewusstlosigkeit oder Tiefschlaf und Verlust der Körperreflexe


ab 4,0 Promille

  • Es kommt zu Lähmungen
  • der Mensch fällt ins Koma
  • durch Atemstillstand oder das Einatmen von Erbrochenem kann spätestens ab 4 Promille der Tod eintreten


* Quelle: Infomaterial -– Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) https://www.dhs.de/, zuletzt abgerufen am 25.05.2022

Alkoholabbau

Die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus beträgt etwa 0,1 Promille pro Stunde. Das bedeutet: Wer bis spät in die Nacht feiert und dabei auf Alkohol nicht verzichtet, für den besteht die Gefahr, dass er selbst am nächsten Morgen nicht fahrtauglich ist. 

Die Menge an Restalkohol, die sich am Morgen nach einem feucht-fröhlichen Abend noch im Blut befindet, wird daher oft unterschätzt. Erst im Lauf des Tages baut sich Restalkohol vollständig ab. 

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Restalkohol.

Alkohol am Steuer – rechtliche Aspekte

Was viele nicht wissen: Bereits ab 0,3 Promille ist mit Bestrafung und Führerscheinentzug zu rechnen, sofern alkoholbedingte Fahrfehler offensichtlich sind.

Infos über Promillegrenzen und Strafen, wenn Sie mit zu viel Alkohol erwischt werden.

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