Alkohol am Steuer

Frauen trinken Alkohol im Kofferraum eines Autos
Gefährdet die Verkehrssicherheit: Erst trinken, dann fahren ∙ © iStock.com/Todor Tsvetkov

Alkohol am Steuer erhöht das Unfallrisiko, auch wenn die Zahl der Alkoholunfälle mit Verletzten und Getöteten langfristig zurückgegangen ist. Wie sich schon geringe Promillewerte auf die Fahrtüchtigkeit auswirken können, lesen Sie hier.

  • Viele alkoholisierte Pkw-Fahrende absolut fahruntüchtig

  • Auch geringe Mengen Alkohol beeinflussen die Fahrtüchtigkeit

  • Restalkohol nicht unterschätzen

Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl der Alkoholunfälle mit Personenschaden im Straßenverkehr zwischen 1975 und 2019 um 73 Prozent verringert. Im vorletzten Jahr verunglückten insgesamt 17.411 Personen aufgrund eines alkoholbedingten Unfalls, das entspricht einem Anteil von 4,5 Prozent an allen Verunglückten im Straßenverkehr. Etwa jeder 13. getötete Verkehrsteilnehmer starb im Jahr 2019 infolge eines Alkoholunfalls, insgesamt wurden bei Alkoholunfällen 228 Menschen getötet.

Betrachtet man speziell die Gruppe der alkoholisierten Pkw-Fahrenden, die an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt waren, zeigt sich, dass im Jahr 2019 rund 70 Prozent dieser Gruppe Blutalkoholwerte von mindestens 1,1 Promille aufwiesen und somit im Sinne der Rechtsprechung absolut fahruntüchtig waren.

Fahren unter Alkoholeinfluss

Auf einen Autofahrer prasseln in kürzester Zeit zahlreiche Informationen und Sinneseindrücke ein, die er aufnehmen und verarbeiten muss, um sicher und angemessen reagieren zu können. Manchmal wird eine Reaktion im Bruchteil einer Sekunde notwendig, um z.B. einen drohenden Unfall zu vermeiden. Dies erfordert schon in nüchternem Zustand körperliche und geistige Höchstleistungen. 

Viele Autofahrende sind sich nicht immer bewusst, dass auch der Konsum von geringen Mengen Alkohol Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit hat, da Konzentrations- und Wahrnehmungsvermögen negativ beeinflusst werden. Das gilt auch für die Risikobereitschaft. 

Besonders gefährlich kann die Kombination aus Alkohol und Medikamenten sein. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte sich durch den behandelnden Arzt oder Apotheker fachlich beraten lassen.

Auswirkungen von Alkohol

Mit steigender Alkoholkonzentration erhöht sich auch die Wirkung. Bereits kleine Mengen haben eine enthemmende Wirkung und führen dazu, dass Entfernungen falsch eingeschätzt werden können. Die folgenden Blutalkoholwerte bei Erwachsenen und die dazugehörigen Wirkungen dienen als Orientierung:

Promillewert

Auswirkungen


Ab 0,3 Promille

  • Erste leichte Beeinträchtigung der Sehleistung
  • Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen, Kritikfähigkeit sinken
  • Risikobereitschaft steigt


Ab 0,5 Promille

  • Zunehmende Verschlechterung der Sehleistung
  • Beeinträchtigung der Hörleistung
  • Geschwindigkeiten können nicht mehr richtig eingeschätzt werden
  • Reizbarkeit steigt


Ab 0,8 Promille

  • Ausgeprägte Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit
  • Tunnelblick
  • Reaktionszeit ca. 30 bis 50 Prozent verlängert
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Euphorie, Enthemmung, Selbstüberschätzung


1,0 bis 2,0 Promille - Rauschstadium

  • Weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit, besonders des räumlichen Sehens
  • Verwirrtheit
  • deutliche Sprech-, Reaktions-, Gleichgewichts- und Orientierungsstörungen
  • Verlust der Kritikfähigkeit


2,0 bis 3,0 - Betäubungsstadium

  • Kaum noch Reaktionsvermögen
  • Unkoordinierte Bewegungen
  • Erbrechen
  • Muskelerschlaffung


Ab 3,0 Promille - Lähmungsstadium

  • Bewusstlosigkeit
  • Reflexlosigkeit
  • Gedächtnisverlust
  • Schwache Atmung
  • Es drohen Lähmung, Koma, Atemstillstand und Tod


* Quelle: Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Kenn dein Limit. Promille und Folgen. https://www.kenn-dein-limit.info/promille-und-folgen.html , zuletzt abgerufen am: 27.03.2019

Alkoholabbau

Die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus beträgt etwa 0,1 Promille pro Stunde. Das bedeutet: Wer bis spät in die Nacht feiert und dabei auf Alkohol nicht verzichtet, für den besteht die Gefahr, dass er selbst am nächsten Morgen nicht fahrtauglich ist. 

Die Menge an Restalkohol, die sich am Morgen nach einem feucht-fröhlichen Abend noch im Blut befindet, wird daher oft unterschätzt. Erst im Lauf des Tages baut sich Restalkohol vollständig ab. 

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Restalkohol.

Alkohol am Steuer – rechtliche Aspekte

Was viele nicht wissen: Bereits ab 0,3 Promille ist mit Bestrafung und Führerscheinentzug zu rechnen, sofern alkoholbedingte Fahrfehler offensichtlich sind.

Infos über Promillegrenzen und Strafen, wenn Sie mit zu viel Alkohol erwischt werden.

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