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Der ADAC

Alkohol am Steuer

Frauen trinken Alkohol im Kofferraum eines Autos
Durch Alkohol am Steuer wird ein Unfall mit einer überdurchschnittlich hohen Unfallschwere verursacht ∙ © iStock.com/Todor Tsvetkov

Im Jahr 2018 verunglückten 17.473 Personen aufgrund eines alkoholbedingten Unfalls. Insgesamt wurden 244 Personen bei Alkoholunfällen getötet. Wie Alkohol Körper, Geist und damit die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen kann, haben wir zusammengefasst. 

Im Vergleich zum Jahr 1975 zeigen die aktuellen Unfallzahlen, dass Unfälle mit Personenschaden unter Alkoholeinfluss um ca. 73 Prozent zurückgegangen sind. Dies ist eine  Entwicklung, die der jahrelangen Präventionsarbeit und den gesetzlichen Maßnahmen zu verdanken ist.

Dennoch ist die Unfallschwere bei Unfällen unter Alkoholeinfluss auch heute noch überdurchschnittlich hoch. Auffallend ist, dass die Blutalkoholkonzentration (BAK) der Unfallbeteiligten bei Unfällen mit Personenschaden in den meisten Fällen den gesetzlich festgeschriebenen Höchstwert weit überschreitet. Laut Statistischem Bundesamt sind viele der alkoholisierten Beteiligten an Unfällen mit Personenschaden relativ jung. Im Jahre 2018 waren 17,2 Prozent der alkoholisierten Beteiligten zwischen 18 und 24 Jahre alt und weitere 24,9 Prozent zwischen 25 und 34 Jahre alt. Hierbei sind besonders männliche Fahrer in Alkoholunfälle mit Personenschaden verwickelt.

Fahren unter Alkoholeinfluss

Auf einen Kraftfahrer prasseln in kürzester Zeit zahlreiche Informationen und Sinneseindrücke ein, die er aufnehmen und verarbeiten muss, um sicher und angemessen reagieren zu können. Manchmal wird eine Reaktion im Bruchteil einer Sekunde notwendig, um z.B. einen drohenden Unfall zu vermeiden. Dies erfordert schon in nüchternem Zustand körperliche und geistige Höchstleistungen. 

Viele Autofahrer sind sich nicht immer bewusst, dass auch der Konsum von geringen Mengen Alkohol Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit hat, da Konzentrations- und Wahrnehmungsvermögen negativ beeinflusst werden. Das gilt auch für die Risikobereitschaft

Besonders gefährlich kann die Kombination aus Alkohol und Medikamenten sein. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte sich durch den behandelnden Arzt oder Apotheker fachlich beraten lassen.

Das macht Alkohol im und mit dem Körper

Die Aufnahme des getrunkenen Alkohols erfolgt im Verdauungstrakt, ca. 20 Prozent werden dabei über den Magen und ca. 80 Prozent über den Dünndarm aufgenommen. Anschließend wird der Alkohol innerhalb kurzer Zeit über den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilt. Etwa 45 bis 75 Minuten nach der Aufnahme wird die maximale Blutalkoholkonzentration (BAK) erreicht. Die volle Wirkung z.B. eines Schnapsglases tritt erst mit deutlicher Verzögerung ein. Das Trinkende ist nicht automatisch mit einem Wirkungsende gleichzusetzen.

Die Geschwindigkeit der Alkoholaufnahme über den Magen-Darm-Trakt hängt von verschiedenen Faktoren ab. So findet bei leerem Magen die Aufnahme schneller statt als bei gut gefülltem. Auch durch Faktoren, die die Durchblutung anregen, wie z.B. Wärme (Punsch, Glühwein) und Kohlensäure (Sekt, Bier), wird die Alkoholaufnahme und -wirkung beschleunigt.

Regelmäßig erhöhter Alkoholkonsum kann zahlreiche Folgeschäden nach sich ziehen. Beispiele sind Lebererkrankungen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Erkrankungen des Nerven- und Herz-Kreislauf-Systems. 

Die kritische Grenze, die Organschäden zur Folge haben kann, ist schnell erreicht. Gemäß des wissenschaftlichen Kuratoriums der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen gilt bei gesunden Männern eine tägliche Trinkmenge von 24 Gramm reinem Alkohol und bei gesunden Frauen eine tägliche Trinkmenge von zwölf Gramm reinem Alkohol als risikoarm. An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte ganz auf Alkohol verzichtet werden.

Beispiel: Ein 0,3-Liter-Bierglas mit einem Alkoholgehalt von fünf Volumenprozent entspricht einer Menge von zwölf Gramm reinem Alkohol. Auch ein Glas Wein (0,125 Liter) mit einem Alkoholgehalt von zwölf Volumenprozent enthält zwölf Gramm reinen Alkohol.

Alkoholauswirkungen

Mit steigender Alkoholkonzentration erhöht sich auch die Wirkung. Bereits kleine Mengen haben eine enthemmende Wirkung und führen dazu, dass Entfernungen falsch eingeschätzt werden können. Die folgenden Blutalkoholwerte bei Erwachsenen und die dazugehörigen Wirkungen dienen als Orientierung:

PromillewertAuswirkungen

Ab 0,3 Promille

  • Erste leichte Beeinträchtigungen der Sehleistung
  • Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen, Kritikfähigkeit sinken
  • Risikobereitschaft steigt
  • Zunehmende Verschlechterung der Sehleistung

Ab 0,5 Promille

  • Beeinträchtigung der Hörleistung
  • Fähigkeit, Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, sinkt
  • Reizbarkeit steigt
  • Ausgeprägte Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit
  • Tunnelblick

Ab 0,8 Promille

  • Reaktionszeit ca. 30 bis 50 Prozent verlängert
  • Gleichgewichtssinn sinkt
  • Euphorie, Enthemmung, Selbstüberschätzung

1,0 bis 2,0 Promille

  • Weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit besonders des räumlichen Sehens
  • Sprache, Reaktion, Gleichgewicht, Orientierung deutlich gestört

Rauschstadium

  • Verlust von Kritikfähigkeit
  • Bewusstseinstrübung

2,0 bis 3,0

  • Unkontrollierte Bewegung
  • Erbrechen

Betäubungsstadium

  • Muskelerschlaffung
  • Bewusstlosigkeit
  • Reflexlosigkeit

Ab 3,0 Promille

  • Gedächtnisverlust
  • Schwache Atmung

Lähmungsstadium

  • Gefahr von Lähmung, Koma, Atemstillstand und Tod

* Quelle: Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Kenn dein Limit. Promille und Folgen. https://www.kenn-dein-limit.info/promille-und-folgen.html , zuletzt abgerufen am: 27.03.2019

Alkoholabbau im Körper

Alkohol stellt für den Körper ein Gift dar. Der aufgenommene Alkohol wird nur in kleinen Mengen unverstoffwechselt abgeatmet (Fahne), über die Haut ausgeschwitzt und mit dem Urin ausgeschieden. Ein Teilabbau des Alkohols findet in der Magenwand statt, den Großteil des Abbauvorgangs leistet aber die Leber – hier werden mehr als 90 Prozent des aufgenommenen Alkohols abgebaut. 

Die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus beträgt durchschnittlich nur 0,15 Promille pro Stunde. Das bedeutet: Wer bis spät in die Nacht feiert und dabei auf Alkohol nicht verzichtet, für den besteht die Gefahr, dass er selbst am nächsten Morgen nicht fahrtauglich ist. 

Die Menge an Restalkohol, die sich am Morgen nach einem feucht-fröhlichen Abend noch im Blut befindet, wird daher gern unterschätzt. Erst im Lauf des Tages baut sich Restalkohol vollständig ab. 

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Restalkohol.

Alkohol am Steuer – rechtliche Aspekte

Was viele nicht wissen: Bereits ab 0,3 Promille ist mit Bestrafung und Führerscheinentzug zu rechnen, sofern alkoholbedingte Fahrfehler offensichtlich sind.

Das erwartet Sie, wenn Sie mit "zu viel" Alkohol erwischt werden.

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