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Reboarder-Kindersitz: Rückwärts ist sicherer

Kleinkind sitzt lachend im Kindersitz auf der Rücksitzbank eines Autos
So fahren Kinder sicherer: Mit dem Rücken zur Fahrtrichtung fungieren Reboarder als Schutzschild ∙ © ADAC/Edward Beierle

Reboarder, also rückwärtsgerichtete Kindersitze, versprechen mehr Schutz für Kleinkinder. Denn gerade die Kleinsten sind bei Autounfällen besonders gefährdet.

  • Tests beweisen: Bei Frontalunfällen sind Kinder in Reboardern besser geschützt

  • Der ADAC empfiehlt diese Sitze für Kinder bis zu zwei Jahren

  • Vorsicht: Der Einbau von Reboardern ohne ISOFIX-Befestigung ist meist kompliziert

Was ist ein Reboarder?

Ein Reboarder ist ein Kindersitz, der rückwärtsgerichtet im Auto positioniert wird. Die erste Zeit verbringt das Baby während der Autofahrt in einer Babyschale, in der es immer mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt. Nach UN ECE Reg. 44 müssen Babys bis zu einem Gewicht von 13 kg grundsätzlich rückwärtsgerichtet transportiert werden, nach der aktuellen i-Size-Norm (UN ECE Reg. 129) ist das sogar bis zu einem Alter von 15 Monaten Vorschrift.

Wächst das Kind aus der Babyschale heraus, kann es in einem Reboarder weiterhin entgegen der Fahrtrichtung fahren. Der ADAC empfiehlt, Kinder bis zu einem Alter von mindestens zwei Jahren in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz zu transportieren.

ADAC Kindersitz-Test 2019

Im aktuellen Test wurden 31 verschiedene Kindersitze in puncto Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft.

Kindersitze im Test: Alle Daten und Ergebnisse

Mehr Schutz beim Frontalaufprall

Grundsätzlich bietet eine rückwärtsgerichtete Sicherung von Kindern vor allem bei einem Frontalcrash Vorteile, da die Belastung breitflächig über den Rücken des Kindes übertragen wird und somit keine erhöhten Halskräfte auftreten können. Das ist wichtig, denn die Köpfe von Kindern sind im Vergleich zum Gesamtkörpergewicht sehr groß und schwer, während die Nackenmuskulatur noch nicht vollständig entwickelt ist. Bei einem Frontalaufprall wird das Kind in den Sitz hineingedrückt, damit ist die Belastung für das Genick deutlich geringer.

Bei einem vorwärtsgerichteten Sitz dagegen wird das Kind nach vorne geschleudert. Während der Oberkörper durch das Gurtsystem fixiert wird, fällt der Kopf ungeschützt nach vorne und wird dann ruckartig wieder zurück gerissen. Damit wirken die Aufprallkräfte besonders auf den empfindlichen Nackenbereich, was zu schweren oder gar tödlichen Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen führen kann.

Der sicherste Sitzplatz für Kinder

Im Auto sind Kinder grundsätzlich auf den Rücksitzen am besten aufgehoben. Es sollte vor allem der Platz hinten rechts oder hinten in der Mitte ausgewählt werden, da dann das Kind auch immer auf der Seite zum Fußweg aus- und einsteigt. Die Empfehlungen und Hinweise der Fahrzeughersteller in den Bedienungsanleitungen sollten gerade bei Fahrzeugen mit Airbags unbedingt beachtet werden, da diese teilweise unterschiedlich sind.

Reboarder: Gefahr durch falsche Anbringung

Mann schnallt Kleinkind in Kindersitz im Auto fest
Korrekt eingebaute Reboarder bieten größtmöglichen Schutz ∙ © iStock.com/PeopleImages

Das Problem bei rückwärtsgerichteten Systemen über 13 kg Körpergewicht ist aber meist ein etwas komplizierter Einbau (gilt nicht für Kindersitze mit ISOFIX-Befestigung und i-Size-Norm) und zum Teil auch zu geringe Platzverhältnisse im Fahrzeug. Auf keinen Fall darf ein Reboarder auf einen Beifahrerplatz mit aktiviertem Airbag benutzt werden. Bei der Montage auf dem Rücksitz kann es dazu kommen, dass der Beifahrersitz sehr weit nach vorne geschoben werden muss. Eine ordnungsgemäße Sitzposition ist dann auf diesem Sitzplatz nicht mehr gewährleistet.

Fehler beim Einbau sollten unbedingt vermieden werden, denn die richtige Montage entscheidet über die Sicherheit bei einem Unfall. Gerade beim Ersteinbau muss deshalb die Bedienungsanleitung befolgt werden.

Vor dem Kauf von rückwärtsgerichteten Kindersitzen für Kinder, die aus der Babyschale herausgewachsen sind, muss deshalb unbedingt ein Einbauversuch im eigenen Fahrzeug durchgeführt werden.

Viele weitere Tipps rund um das Thema Kindersicherung finden Sie beim ADAC Kindersitzberater.