KfW-Förderung für Wallboxen: Kein Geld mehr im Topf

Ein Mann geht in einer Tiefgarage, im Hintergrund steht ein Elektroauto.
Geld vom Staat: Der Bund förderte auch Wallboxen fürs E-Auto ∙ © ADAC/Martin Hangen

Die Bundesregierung fördert den Kauf und Einbau privater Wallboxen. Wegen der hohen Nachfrage ist die verfügbare Fördersumme derzeit allerdings erschöpft.

  • KfW-Förderung für private Wallboxen derzeit nicht möglich

  • Auch Kommunen und Bundesländer haben Förderprogramme

  • Zuschüsse von Stromversorgern meist nur mit Liefervertrag

Im Herbst 2020 startete der Bund eine Förderprogramm, um Mieter, Eigenheimbesitzer und Vermieter finanziell beim Einbau privater Ladestationen zu unterstützen. Seit Ende Oktober 2021 sind die zur Verfügung stehenden Mittel allerdings ausgeschöpft, eine Förderung ist derzeit deshalb nicht möglich. Wann wieder Geld zur Verfügung steht, ist derzeit unklar: Über eine Fortsetzung der Förderung müsse die nächste Bundesregierung entscheiden, heißt es aus dem Verkehrsministerium.

Beantragen konnten die Förderung Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger. Dieses Programm ergänzte die schon bestehende Förderung für Elektroautos.

Anders sieht es bei kommunalen Gebietskörperschaften, rechtlich unselbstständigen Eigenbetrieben von kommunalen Gebietskörperschaften, Gemeindeverbänden, Zweckverbänden und Kirchen aus: Sie müssen auf andere Fördertöpfe zurückgreifen.

Förderung gestoppt - laufende Anträge nicht betroffen

Bislang betrug der Zuschuss pauschal 900 Euro pro Ladepunkt. Unterschritten die Gesamtkosten des Vorhabens diesen Betrag, wurde keine Förderung gewährt. Beantragen konnte man das Geld bei der KfW über das Zuschussportal*.

Bis zum Sommer 2021 wurden 620.000 Anträge für private Ladestationen bewilligt – sodass der Fördertopf leer war und die KfW eine Zeit lang keine Anträge mehr annehmen konnte. Zwischenzeitlich hatte die Bundesregierung weitere 300 Millionen Euro nachgeschossen, inzwischen ist auch diese Summe aufgebraucht. Ob und wann eine erneute Aufstockung durch den Bund erfolgt, konnte die KfW auf Nachfrage nicht mitteilen.

Nach Auskunft der KfW sind laufende Anträge von diesem Antragsstopp nicht betroffen: Sofern alle Voraussetzungen für die Förderung erfüllt sind, werde man "in den nächsten Tagen" eine Antragsbestätigung erhalten.

Das sind die Bedingungen für einen positiven Förderbescheid:

  • Die Ladestation muss über eine Normalladeleistung von 11 kW verfügen

  • Der Strom muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen und darf zum Teil oder vollständig aus der eigenen Photovoltaik-Anlage stammen.

  • Die Ladestation muss intelligent und steuerbar sein. So soll eine Überlastung der örtlichen Stromnetze vermieden werden.

Förderung gibt es für die Wallbox selbst, das Energie- und Lademanagementsystem zur Steuerung der Ladestationen, den elektrischen Anschluss (Netzanschluss) sowie die Installation durch einen Elektriker. Zum Fördervolumen können auch Erdarbeiten gehören, um das Kabel zu verlegen. Weitere Informationen zum Antragsverfahren und welche Ladestationen gefördert werden, finden Sie gegebenenfalls auf der Seite der KfW*.

Grafiken einblenden

Ich möchte über infogram.com eingebundene Grafiken, Tabellen oder andere Inhalte auf adac.de sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) an Infogram übertragen. Mit Schließen des Browsers oder des Tabs erlischt Ihre diesbezügliche Zustimmung. Infogram hat verbundene Unternehmen oder Subunternehmer mit Sitz außerhalb der EU/EWR in Drittländern (wie USA). In den Datenschutzinformationen erhalten Sie weitere Informationen.

Wallbox-Förderung auch München

Elektroauto wird an Wallbox geladen
Der nachträgliche Einbau von Stromleitungen kann teuer werden ∙ © Shutterstock/Herr Loeffler

Besonders großzügig in Sachen Ladeinfrastruktur-Förderung ist die Stadt München: Beim Förderprogramm Elektromobilität* wird die Beratung durch zertifizierte "Berater/innen für Elektromobilität" mit bis zu 6000 Euro unterstützt. Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen ist ausgeschlossen.

Weitere Infos zu Elektroautos und Wallboxen

Förderung für Elektroautos: Hier gibt es Geld

Damit der Umstieg aufs Elektroauto leichter fällt: Bis zu 9000 Euro Fördermittel reduzieren den Kaufpreis erheblich. Aber es gibt sogar noch mehr.

Förderung für Wallboxen

Alle Infos zum Förderprogramm für die private Ladestationen.

Wallboxen im Test: Welche Ladestation ist die beste?

Was ist bei einer Wallbox für das Elektroauto zu beachten? Der ADAC hat 18 frei im Handel erhältliche Heim-Ladestationen getestet.

Stellplatz und Wallbox: Leitfaden für Mieter und Eigentümer

Lange war es für Mieter und Wohnungseigentümer fast unmöglich, eine Ladestation am Tiefgaragenstellplatz installieren zu lassen. Ein neues Gesetz schafft Abhilfe.

Stromverbrauch Elektroautos: Die Unterschiede sind groß

Bei Elektroautos gibt es große Unterschiede bei Verbrauch und Reichweite, das zeigt der realitätsnahe ADAC Ecotest. Aktuelle E-Autos im Vergleich – vom günstigen Seat Mii bis zum teuren Tesla Model X.

Energieversorger: Zuschüsse für Wallbox und Strom

Auch manche Energieversorger fördern den Umstieg auf die Elektromobilität mit finanziellen Anreizen wie Zuschüssen zur Wallbox oder verbilligtem Strom. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Wer einen Pkw mit Batterie besitzt, kauft aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Strom – wird also in Zukunft zu einem besseren Kunden.

Im Grunde sind diese Zuschüsse also nichts anderes als Kundenbindungsprogramme. Das bedeutet auch: Niemand sollte sich von ein paar Hundert Euro extra dazu verleiten lassen, einen zu teuren Stromvertrag abzuschließen – am Tarifvergleich führt für Umsteiger auf die Elektromobilität kein Weg vorbei. Wer aber seinem örtlichen Energieversorger treu bleiben oder zu ihm wechseln will, sollte sich nach Förderangeboten erkundigen.

Thomas Paulsen
Stellv. Chefredakteur
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?