Solaranlage mit und ohne Speicher: Mit diesen Kosten müssen Sie 2026 rechnen

• Lesezeit: 7 Min.

Von André Gieße

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Vorderansicht des Photovoltaik-Panels und der Batterieanlage, die an der beige-weißen Wand lehnt
Photovoltaik-Anlage und Batteriespeicher sind sowohl einzeln als auch im Komplettpaket erhältlich© Shutterstock/NOWRA photography

Die Kombination aus Solaranlage und Speicher maximiert den Eigenverbrauch im Haushalt und macht deutlich unabhängiger vom Stromnetz. Das müssen Sie vor dem Kauf beachten.

  • Wann ein Komplettpaket sinnvoll ist

  • Was PV-Anlagen mit Speichern im Jahr 2026 kosten

  • Wie man die Leistung und Kapazität bedarfsgerecht berechnet

Wer zu Hause möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen möchte, braucht zur Photovoltaik-Anlage (PV) einen Batteriespeicher. Mit einem Komplettpaket aus beiden Komponenten lässt sich der tagsüber erzeugte PV-Strom auch nutzen, wenn die Sonne nicht scheint – für das Laden des E-Autos, die Waschmaschine oder die Wärmepumpe. Hier die wichtigsten Infos vor dem Kauf.

Wer ein Photovoltaik-Anlage mit Speicher braucht

Ein Installateur schließt einen Solarstromspeicher an
Ein Solarstromspeicher lässt sich im Komplettpaket kaufen oder später nachrüsten © Zolar

Die Investitionskosten sind zwar höher als bei einer PV-Anlage ohne Speicher. Längerfristig kann man mit einem Komplettpaket aber mehr Geld sparen. Denn: Wer selbst Solarstrom produzieren und für die Stunden mit Bewölkung sowie nach Sonnenuntergang speichern kann, der muss viel weniger Haushaltsstrom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Schon aufgrund von Steuern und Gebühren ist Netzstrom wohl auch künftig teurer.

Zudem fährt der Staat die Vergütung für die Einspeisung ins Stromnetz immer weiter zurück. Große Gewinne kann man mit diesen garantierten Einnahmen aus seiner PV-Anlage nicht mehr erzielen. Wirtschaftlich sinnvoller ist es, möglichst viel des erzeugten Solarstroms selbst zu verbrauchen.

Ein Komplettpaket benötigen Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer, die sich maximal unabhängig von Energieversorgern machen möchten. Die Kombination aus PV-Anlage und Speicher ermöglicht einen deutlich höheren Eigenverbrauch des Solarstroms vom Dach. Ihren Jahresstromverbrauch können Sie dadurch im Schnitt zu 70 Prozent decken – bisweilen auch mehr. Ohne die Batterie-Erweiterung der Photovoltaik-Anlage beträgt der Autarkiegrad hingegen häufig nur 30 Prozent.

Durchschnittlicher Ertrag einer Solaranlage

Pro 1 kWp installierter Photovoltaik-Leistung kann man im Schnitt mit einem Ertrag von grob 1000 kWh Solarstrom im Jahr rechnen. Das entspricht durchschnittlich 2,7 kWh je kWp installierter Leistung am Tag. Die Ausbeute variiert je nach Standort.

Vor allem profitieren Haushalte, die viel Strom verbrauchen, etwa wegen einer Wärmepumpe oder Wallbox. Wer ein E-Auto hat, kann es mit einem Speicher nicht nur flexibler laden. Wird etwa Solarstrom zu Gestehungskosten unter 15 Cent/kWh statt Netzstrom zu 30 Cent/kWh geladen, reduzieren sich die Fahrtkosten enorm. Mit dem passenden Energiemanagementsystem lassen sich Stromproduktion, -Speicherung und -Verbrauch im Haus intelligent und automatisch steuern.

Doch je geringer der eigene Energiebedarf und je kleiner die geplante Solaranlage, umso weniger rechnet sich ein Speicher. Für Haushalte, die unter 3000 kWh Strom im Jahr verbrauchen, lohnt die Anschaffung sich selten: Mögliche Einsparungen decken meist nicht die Kosten des PV-Sets.

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    Was eine Solaranlage ohne und mit Speicher kostet

    Ein Mann installiert eine Solaranlage auf einem Dach
    Die meisten installierten Solaranlagen haben zwischen 5 und 12 kWp an Leistung© imago images/U. J. Alexander

    Für ein typisches Einfamilienhaus kostet das Komplettpaket aus Solaranlage und Speicher inklusive Montage im Jahr 2026 zwischen rund 10.000 und 22.000 Euro netto. Die Preisspanne bezieht sich auf Angebote für 5 bis 12 Kilowatt-Peak (kWp) Leistung auf dem Dach und dazu passende Batterien. Ohne einen Stromspeicher kosten private PV-Anlagen inklusive Installation etwa 6500 bis 16.000 Euro netto. Es gibt große Unterschiede, je nach Anbieter und Komponenten.

    Je höher die Leistung der PV-Anlage und Kapazität des Speichers ist, desto günstiger sind oft die durchschnittlichen Anschaffungskosten pro Kilowatt-Peak (kWp) installierter Leistung. Weiterer Vorteil des Komplettsets: Der Installationsbetrieb muss nur einmal kommen. Das ist in der Regel günstiger, als zunächst die PV-Anlage anschließen und später einen Speicher nachrüsten zu lassen. Wichtig zu beachten: Bei manchen Angeboten in Online-Shops ist die Montage nicht inbegriffen.

    PV-Anlage und Stromspeicher sind von Mehrwertsteuer befreit

    PV-Anlagen unter 30 kWp sind seit 1. Januar 2023 von der Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent befreit. Der Nullsteuersatz gilt auch für die Lieferung und Montage beziehungsweise Nachrüstung von Stromspeichern sowie anderer für den Betrieb private PV-Anlagen wesentlichen Komponenten, so das Bundesfinanzministerium.

    Der ADAC bietet in Kooperation mit Partnerunternehmen auch PV-Anlagen mit Speichern an – inklusive Komplett-Service von der Planung bis zum Aufbau. Der ADAC Solar-Rechner verrät Ihnen mit wenigen Klicks, wie sehr sich Sonnenstrom für Sie rechnet. Danach kann man direkt ein individuelles Angebot erstellen lassen. Vorteil als ADAC Mitglied: Es gibt ein Solarmodul gratis.

    Kosten für PV-Anlagen mit 5 & 10 kWp – ohne und mit Speicher

    Lichtblick, ein Kooperationspartner von ADAC Solar, nennt als grobe Richtwerte folgende Preisbeispiele für PV-Anlagen unterschiedlicher Größen – jeweils ohne und mit Speicher.

    • PV-Anlage (5 kWp) ohne Speicher: circa 10.300 Euro

    • PV-Anlage (5 kWp) mit Speicher (5 kWh): circa 13.300 Euro

    • PV-Anlage (10 kWp) ohne Speicher: 14.300 Euro

    • PV-Anlage (10 kWp) mit Speicher (10 kWh): 20.300 Euro

    Betriebs- und Wartungskosten von PV-Anlage und Speicher

    Die Betriebs- und Wartungskosten betragen jährlich ungefähr ein bis zwei Prozent des Kaufpreises. Dazu gehören unter anderem die Beiträge für eine passende Versicherung sowie Gebühren für den intelligenten Stromzähler (Smart Meter) und eventuell eine Steuerbox. Alle vier bis fünf Jahre sollten Fachleute checken, ob PV-Anlage und Speicher einwandfrei funktionieren.

    Wann sich das Komplettpaket mit Speicher rechnet

    Ein Speicher für die PV-Anlage ist nur sinnvoll, wenn genug überschüssiger Solarstrom im Haus anfällt. Je mehr selbst produzierte Sonnenenergie man verbrauchen kann und je teurer der Strom aus dem öffentlichen Netz ist, umso eher lohnt sich die Investition. Wichtig ist auch, dass beide Komponenten zum eigenen Verbrauch passen und ihre Größen aufeinander abgestimmt sind.

    Ein finanzieller Faktor, den man vor der Kaufentscheidung einkalkulieren sollte, ist die aktuelle Einspeisevergütung. Die staatliche Förderung gibt es 20 Jahre lang garantiert für überschüssigen Solarstrom, den man ins öffentliche Netz einspeist. Für PV-Anlagen bis 10 kWp beträgt sie derzeit 7,78 Cent pro kWh. Wenn man insgesamt über 10 kWp Leistung installiert, ist es etwas weniger. In Zeiten negativer Börsenstrompreise gibt es für neue PV-Anlagen keine EEG-Vergütung mehr.

    Für eine PV-Anlage mit Stromspeicher liegt die Amortisationszeit meist zwischen neun und 15 Jahren. Bei Solaranlagen ohne Speicher kann sie ein bis zwei Jahre kürzer sein, weil die Kosten am Anfang niedriger sind. Beides sind nur Durchschnittswerte. Wann sich die Anschaffung rentiert und man mit dem eigenen Solarstrom tatsächlich Geld spart, hängt von den folgenden Faktoren ab:

    • Anschaffungskosten und laufende Kosten

    • Förderung von Bund, Land oder Kommune

    • Prognostizierter jährlicher Ertrag der PV-Anlage

    • Prognostizierter jährlicher Eigenverbrauch

    • Jährlicher Stromverbrauch im Haushalt

    • Preis für Haushaltsstrom aus dem Netz

    • Standort und Laufzeit des Systems

    Die Kosten des Gesamtprojekts kann man beeinflussen, bauliche Bedingungen hingegen kaum: Voraussetzungen für einen hohen Jahresertrag der PV-Anlage sind die richtige Dachausrichtung und -neigung für eine optimale Sonneneinstrahlung. Erste Informationen über die Ertragsleistung Ihres Hauses können Sie im kommunalen Solaratlas einholen. Eine genaue Auskunft, auch zu den statischen Voraussetzungen, können entsprechende Experten bei einem Vor-Ort-Termin geben.

    Leistungsverluste einer PV-Anlage und Kapazitätseinbußen eines Speichers nach mehreren Jahren Laufzeit lassen sich schwierig prognostizieren. Darum sollte man nicht nur an die Zeit denken, bis die Erträge alle Ausgaben decken. Wer möglichst lange von der Anschaffung einer Solaranlage mit Speicher profitieren möchte, sollte in qualitativ hochwertige Komponenten investieren, die eine längere Lebensdauer und bessere Performance bieten. Ein Preis-Leistungs-Vergleich ist ratsam.

    Wie groß PV-Anlage und Stromspeicher sein sollten

    Maßgeblich für jegliche Planung ist die verfügbare Fläche für die PV-Anlage, beispielsweise auf dem Dach eines Eigenheims. Ein typisches Solarmodul benötigt gut 2 Quadratmeter Platz und hat 350 bis 450 Watt-Peak (Wp) Leistung. Für einen möglichst hohen Eigenverbrauch sollte eine PV-Anlage mindestens den jährlichen Strombedarf des Haushalts produzieren.

    Zum Beispiel erreichen zehn Module mit je 400 Wp eine Höchstleistung von 4 kWp und erzeugen bei guten Bedingungen rund 4000 kWh im Jahr. Das entspricht etwa dem Energiebedarf einer vierköpfigen Familie und braucht zirka 20 Quadratmeter an Fläche.

    Beispiele für belegbare Dachfläche und Ertrag in Süddeutschland

    Belegbare DachflächeMaximale Leistung PV-AnlageØ Stromerzeugung pro Jahr (kWh)

    20 m²

    4,5 kWp

    4544 kWh

    40 m²

    8,5 kWp

    8679 kWh

    60 m²

    13 kWp

    13.019 kWh

    (c) zolar; belegbare Dachfläche bedeutet, dass dort tatsächlich Solarmodule montieren können, also keine Fenster, Schornsteine o.ä. vorhanden sind

    In Verbindung mit einem Speicher für den Solarstrom, der nicht direkt tagsüber verbraucht wird, empfiehlt sich meist eine größere PV-Anlage. Am besten lassen Sie sich dazu individuell beraten.

    Als Speicherkapazität sind 1 bis 1,5 kWh pro kWp installierter Leistung der PV-Anlage sinnvoll. Der Speicher sollte zum typischen Tagesverbrauch passen und groß genug sein, um Ihren Haushalt einen Abend und eine Nacht lang mit Solarstrom zu versorgen. Ist der Speicher überdimensioniert, verursacht das nicht nur unnötige Kosten, sondern er wird auch seltener vollgeladen und entladen. Die schlechte Auslastung der Batterien kann deren Lebensdauer verkürzen.

    Zur genauen Bedarfsabschätzung des Speichervolumens ist es auch wichtig zu wissen, zu welchen Tageszeiten der meiste Strom im Haus verbraucht wird und wie hoch der gewünschte Autarkiegrad ist. Für eine erste Überschlagsrechnung muss man den Jahresverbrauch durch 365 Tage teilen. Das Ergebnis wird mit dem Faktor 0,5 multipliziert, wenn der Solarstrom vor allem morgens und abends genutzt wird, oder mit dem Faktor 0,33, wenn er hauptsächlich tagsüber verbraucht wird.

    Beispiel: Beträgt der Jahresverbrauch im Haushalt 4000 kWh und ist relativ gleichmäßig über den Tag verteilt, bedeutet das: 4000 : 365 x 0,33 = 3,6. Ein Batteriespeicher mit gut 4 kWh Kapazität ist hier also ausreichend. Bei der dazugehörigen PV-Anlage wären rund 4 kWp Leistung das Minimum.

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