Elektroautos 2019: Das sind die Neuen

12.9.2019

Der Zeitpunkt, da sich Elektroautos als massentauglich erweisen müssen, rückt näher. Die Autohersteller bringen deshalb endlich attraktive Volumenmodelle, der Staat hat den Umweltbonus bis Ende 2020 verlängert. Ausblick plus Update von der IAA 

VW Messestand IAA 2019
Trendsetter: Die ersten 30.000 Exemplare vom VW ID.3 sind praktisch schon ausverkauft
  • Neue Elektroautos werden zunehmend attraktiver und günstiger
  • Staatliche Förderung bis Ende 2020 verlängert
  • VW startet Elektro-Offensive mit ID.3 und konzernweitem Kleinwagen!
  • Kein Hersteller mehr ohne E-Auto oder Plug-in-Hybrid

 

Das Jahr 2019 ist extrem wichtig für eine kräftige Ankurbelung des Marktes für Elektroautos. Wie wichtig, zeigt aktuell die IAA in Frankfurt, wo etliche Neuvorstellungen und Konkretisierungen von Elektroauto-Plänen erfolgten. Denn 2020 gilt als Schlüsseljahr – dann greifen erstmals verbindlich die von der EU vorgegebenen CO2-Flottengrenzwerte. Jeder Hersteller, der den Flotten-Grenzwert von 95 g CO2/km nicht einhält, muss ab 2021 Strafen an die EU zahlen. Volkswagen hätte nach Berechnungen mit Zahlen vom Jahr 2018 Strafzahlungen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro zu erwarten. Zudem hat das EU-Parlament beschlossen, die Grenzwerte in zwei Stufen noch weiter zu verschärfen. 2030 müssen weitere 37,5 Prozent CO2 reduziert sein. Nun wird es allerhöchste Zeit, damit anzufangen.
 
Problem: Normale Mittelklasse-Pkw mit Verbrennungsmotor haben es schon sehr schwer, unter den Grenzwert von 95 Gramm zu kommen. Deshalb setzen die Autohersteller auf elektrische Antriebsunterstützung und bieten kurz- und mittelfristig Hybride und Plug-in-Hybride als Übergangslösung an. Elektroautos mit angerechneten 0 Gramm pro Kilometer sind das Nonplustra.

Neue Elektroautos 2019/2020

Reihenfolge nach erwartetem Markstart
Seitenansicht des Renault Zoe

Renault Zoe

21.900 € + Akkumiete

Ein Facelift beschert dem Zoe auf Wunsch einen noch größeren Akku für noch mehr Reichweite: Die 52 kWh Kapazität sollen bis zu 390 Kilometer garantieren. Die Grundversion des Zoe hat eine 41-kWh-Batterie (316 km Reichweite) und einen etwas schwächeren Motor. Preise: 21.900 €/25.900 € + monatliche Batteriemiete. 

Facelift Renault Zoe: Daten, technische Details, Preise

neues Model  2019  Elektroauto

Mercedes EQC

ab 71.281 €

Oberklasse-SUV, 300 kW Leistung, 390 km Reichweite (WLTP), ab Oktober beim Händler. Grundpreis: 71.281 €.

Elektro-SUV: Mercedes EQC

neues Model  2019  Elektroauto

DS 3 Crossback E-Tense

ab 38.390 €

Mittelklasse-SUV-Coupé für vier bis fünf Personen, 100 kW Leistung, 50-kWh-Akku, mehr als 300 km Reichweite.

Elektro-SUV: DS 3 Crossback E-Tense

Elektroauto e.Go Live von schräg hinten

e.GO Life

ab 15.900 €

Kleinwagen mit vier Sitzen, E-Motoren mit 20/24/32 kW Leistung, 3 Akkugrößen, 121/142/184 km Reichweite, ab 15.900 €.

Testfahrt: Elektro-Mini e.Go Life

Peugeot 208 Elektroauto

Peugeot e-208

ab ca. 25.000 – 30.000 €

Vier- bis fünfsitziger Kleinwagen mit 100 kW (136 PS), 50-kWh-Akku, Reichweite 340 Kilometer (NEFZ), Wärmepumpe, drei Lademodi (bis zu 100 kW). Preis ab 30.450 €.

Peugeot 208 Elektro: ab Herbst 2019

Opel Corsa Elektro von vorne

Opel Corsa e

29.900 €

Technik-Bruder des Peugeot e-208. 100 kW (136 PS) Leistung. 330 km Reichweite. Bis 100 kW ladefähig. 29.900 € teuer.

Vorstellung Opel Corsa e: Markteinführung, Daten, Preise 

Porsche Taycan fahrend

Porsche Taycan

ab 100.000 €

Sportwagen für bis zu vier Personen, 460 kW Leistung, 93-kWh-Akku, um 400 km Reichweite (WLTP), Basisversion ab ca. 100.000 €, Turbo ab 152.136 €, Turbo S Topversion ab 185.456 €.

Elektro-Sportwagen: Porsche Taycan

Mercedes EQV

Mercedes EQV

Preis: n.b.

Elektrisch angetriebener Van für die Großfamilie oder den Handwerksmeister. Bis zu acht Sitzplätze. 150 kW Leistung, 400 Kilometer Reichweite. 90-kWh-Akku im Wagenboden. Markstart: Ende 2019.

Mercedes EQV: Die elektrische V-Klasse

VW E-Up

VW e-up!

ab 21.975 €

Das Facelift zum Jahreswechsel beschert dem VW e-up! eine 32,3 kWh große Batterie und eine Reichweite von 260 km. Laden funktioniert mit bis zu 40 kW. Preis: 21.975 €. Leasing für 159 € monatl. 
Der Skoda Citigo 2019 in Fahrt fahrend

Skoda Citigo e IV

ab 20.950 €

Das Pendant zu VW e-up und Seat Mii electric. Gleiche Technik, fast identischer Preis, aber anderes Design und andere Ausstattung.

Skoda Citigo e IV: Marktstart, Technik, Daten und Preise

Seat Mii Electric  stehend von der Seite

Seat Mii electric

ab 20.650 €

Parallel zum Facelift des VW e-up erscheint der Seat Mii electric. Motor: 61 kW. Akku: 37 kWh. Reichweite: 260 km. Preis: ab 20.650 €. Leasing für 145 € monatl. 

Seat Mii electric: Der Elektro-Kleinwagen

Front des Mini SE fahrend

Mini Electric

ab 32.500 €

Kleinwagen für bis zu vier Personen, 135 kW Leistung, 33-kWh-Akku, bis 270 km Reichweite, Preis 32.500 €

Mini Elektro: Erste Testfahrt im Erlkönig

Der neue Peugeot 2008-E Elektro im Test Modell 2019

Peugeot e-2008

Preis: n.b.

Auch der Peugeot 2008 bekommt den Antrieb von Opel Corsa und e-208. Heißt 110-kW-Motor und 50-kWh-Akku. Reichweite: 310 km. Preis: noch nicht fixiert.

Der neue Peugeot 2008

Honda E fährt in der Kurve

Honda-e

ab 33.850 €

Kleinwagen für bis zu vier Personen, 110 kW/150 PS Leistung, 200 km Reichweite. Der Basispreis beträgt 33.850 €.

Erster Fahrbericht mit dem Honda-e

Das Heck des neuen VW Elektroauto ID3

VW I.D. Neo

ab unter 30.000 €

Kompaktauto für vier bis fünf Personen, 100 kW Leistung, drei Akkugrößen, Reichweiten von 330 bis 550 km. Grundpreise je nach Akkugröße von 30.000 bis ca. 45.000 €.

VW ID Neo: Testfahrt im Prototyp

VW Multivan

VW T6 Elektro

Preise noch nicht bekannt

Markteinführung des T6.1 mit Verbrennungsmotoren ist für Herbst 2019 terminiert. Die Elektroversion soll von der Firma Abt beigesteuert werden und folgt später.

VW T6 Elektro: Erste Infos zum Elektro-Bulli

Elektroauto Polestar 2 von schräg vorne

Volvo Polestar 2

ab 39.900 €

Elektrische Luxuslimousine mit Platz für vier Personen und einer Reichweite von bis zu 500 Kilometer. Grundpreis mit kleinem Akku: 39.900 €.

Polestar 2: Der Elektro-Volvo aus China

 

Silberner BMW ix3 stehend

BMW iX3

ca. 70.000 €

Kraftvoller Mittelklasse-SUV mit Platz für bis zu fünf Personen. 200 kW (270 PS) Leistung. 450 km Reichweite. High-Power-Laden mit bis zu 150 kW möglich. Mutmaßlich 70.000 € teuer.

BMW iX3: Der erste Elektro-SUV aus München

Der neue Sion von Sono Motors Elektroauto 2019

Sono Sion

ab 24.500 €

Innovatives Kompaktauto für bis zu fünf Personen, Zusatzstrom durch Solorpaneele. Voraussichtlicher Preis: 24.500 €. Geplanter Marktstart: zweites Halbjahr 2020.

Sion: Elektroauto von Sono Motors

Heck des Seat El Born stehend

Seat El-Born

Preis: n.b.

Auf den Technik-Bruder des VW ID.3 wird man noch bis mindestens Mitte 2020 warten müssen. Wir erwarten u.a. eine 62-kWh-Batterie für 420 km Reichweite und 150 kW Motorleistung. Auch der Preis sollte nahe an dem des ID.3 mit großem Akku liegen.

Seat El-Born: Erste Infos, Bilder, Daten

Mercedes EQA fahrend von der Seite

Mercedes EQA

Preis: n.b.

Im Mercedes EQA (Basis: B-Klasse) sollen Akkus von 60 bis 110 kWh Kapazität verbaut werden, was für Reichweiten von 400 Kilometern und mehr sorgen soll. Motoren mit drei verschiedenen Leistungsstufen stehen außerdem zur Wahl: 150, 200, und 250 kW könnten es werden.  
Der Audi Q4 e-Tron 2019

Audi  Q4 e-tron

Preis: n.b.

Zweites elektrisch angetriebenes Luxus-SUV von Audi. Akku mit 82 kWh Kapazität für 450 km Reichweite. Marktstart Ende 2020. Mutmaßlicher Preis: ca. 70.000 €.

Audi Q4 e-tron: Elektro-SUV mit 450 Kilometer Reichweite

Blauer Tesla Model Y fahrend

Tesla Model Y

60.980 €

Erst ab 2021 als "Dual Mode Long Range" erhältlich. 5 Sitze plus 2 Notsitze. 505 km Reichweite. 5,1 Sekunden auf 100 km/h. 217 km/h Spitze. Grundpreis: 60.980 €.
neues Model  2019  Elektroauto

Microlino

ab ca. 12.000 €

Kleinstwagen im Retro-Look, zwei Sitze, 15 kW Leistung, 8-kWh- sowie 14,4 kWh-Akku, 125/200 km Reichweite, ab ca. 12.000 €. Der Start der Serienproduktion steht in den Sternen. Auftraggeber und -fertiger liegen überkreuz vor Gericht 

Elektroautos in Deutschland: Wo stehen wir heute?

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ADAC Grafik Elektrofahrzeuge Zustellung
Infografik: Zugelassene Elektroautos in Deutschland

Von 2010 bis Ende 2018 sind in Deutschland über die Jahre knapp 200.000 E-Fahrzeuge zugelassen worden. Knapp die Hälfte davon sind Plug-in-Hybride (siehe Grafik), denn im Jahr 2018 haben die rein batteriebetriebenen Autos bei den Zulassungszahlen deutlich mehr zugelegt. Im Bestand verzeichnet das KBA aktuell 83.175 batterieelektrische Pkw und 66.997 Plug-in-Hybride.   

Obwohl es schon seit Juli 2017 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) einen staatlich geförderten Umweltbonus* gibt, ist der Markt-Durchbruch für die Elektroautos ausgeblieben. Ursprünglich sollte das Förderprogramm am 30. Juni 2019 auslaufen. Ende Mai erklärte das  Bundeswirtschaftsministerium, dass die staatliche Förderung bis Ende 2020 verlängert werde. Hintergrund: Von den 600 Millionen Euro im Fördertopf war bis dato nur etwa die Hälfte abgerufen worden. Minister Peter Altmaier: "Die Nachfrage hängt am Angebot. Die Anzahl der E-Modelle, die im Markt verfügbar sind, wächst, aber hier ist die Industrie gefragt, noch bessere Angebote zu machen." 

Eine Übersicht regionaler Förderprogramme für private Ladepunkte hat der ADAC hier zusammengestellt.

Elektro-Minis für 12.000 bis 20.000 €

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eGO Life
Aus Aachen: e-go life für 16.000 €

Zu den Hoffnungsträgern der Elektroautos zählen reichweitenstarke Modelle wie der Nissan Leaf und der Hyundai Kona Elektro (die inzwischen schon auf dem Markt sind). Eine zweite Welle der (Kauf-)Begeisterung sollten Autos wie der Kia e-Niro und der e.GO Life auslösen.

Den e.GO Life hätte es nach den ursprünglichen Planungen bereits 2018 geben sollen. Doch wegen Lieferproblemen einzelner Komponenten mussten die Auslieferungen verschoben werden. Frei konfigurierbare Versionen werden wohl erst im Herbst produziert und sukzessive ausgeliefert werden können. Der e.Go Life ist deshalb so interessant, weil er für Fahrten in der Stadt und auf der Kurzstrecke das untere Preissegment bedienen will – ein minimalistischer Kleinwagen ab 15.900 Euro, bestens geeignet nicht nur für Berufspendler, sondern auch für Pflegedienste, Stadtkuriere, Apotheken und viele mehr. Von den Abmessungen her deutlich erwachsener tritt der Peugeot e-208 auf, den die Franzosen im Winter auf den Markt werfen. Mit einem 50-kWh-Akku und Wärmepumpe soll das Auto 340 Kilometer (nach WLTP gemessen) weit kommen.  

Endlich nehmen die deutschen Autohersteller auch den Konkurrenzkampf mit Tesla auf, der US-amerikanischen Firma aus dem Silicon Valley, die seit Jahren Vorreiter bei modernen Elektroautos ist. Audi schickt den e-tron ins Rennen, Mercedes den EQC, Porsche den Taycan. Alle drei sind wie das Tesla Model S in der Oberklasse angesiedelt, luxuriös ausgestattet und mit enormen Fahrleistungen sowie Reichweiten von um die 400 Kilometer. Alle drei werden trotz ihrer hohen Preise genügend Kunden finden, um das Image von Elektroautos zu befördern: Der Porsche Taycan hatte allein in Norwegen schon mehrere Tausend Vorbestellungen, als er noch gar nicht offiziell vorgestellt war.

Microlino droht zu scheitern

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neues Model  2019  Elektroauto
Vorbild des Microlino ist die Isetta von BMW aus dem Jahr 1955

Als weitere interessante Neuheiten sind inzwischen der Nissan Leaf oder der Hyundai Kona mit großem Akku erhältlich. Beim putzigen Kabinenroller namens "Microlino" knirscht es leider mächtig im (Organisations-)Getriebe. Der Microlino, ein kleines City- und Kurzstreckenauto, wurde von einem Schweizer Unternehmer entwickelt und sollte 2019, so der ursprüngliche Plan, von der in Deutschland ansässigen Artega GmbH produziert werden. Basispreis: 12.000 Euro. Der nur 2,40 Meter lange Zweisitzer ist bis zu 90 km/h schnell und maximal mit einem 14-kWh-Akku bestückt. 10.000 Interessenten hatten das Auto schon vorbestellt haben. Aktuell gibt es aber heftige juristische Auseinandersetzungen mit dem Auftragsfertiger. Ein Marktstart steht daher ziemlich in den Sternen.  

Tesla liefert das Model 3 nach etlichen Problemen bei Fertigung und Logistik seit Februar nach Deutschland aus. Ein vorkonfiguriertes Fahrzeug zu bekommen, ist im Moment überhaupt kein Problem. Das scheint auch der Hintergrund zu sein, warum die Preise für das Tesla Model 3 zum Teil gesenkt worden sind. Vertrieb und Service bleiben dennoch problematisch in Deutschland. 

Diese Elektroautos gibt es bereits zu kaufen

Mit unserer Liste über die auf dem Markt erhältlichen e-Autos deutscher und ausländischer Hersteller können Sie sich einen Überblick verschaffen.

Übersicht aktueller Elektroautos

Der VW-Konzern steht unter Strom

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Das neue VW Elektroauto ID3 an der Ladesäule
VW ID.3: Lädt mit bis zu 100 kW, fährt bis zu 550 km weit

Der Volkswagen-Konzern – das wurde auf der IAA jetzt überdeutlich – fokussiert sich in der Zukunftsstrategie voll auf Elektromobilität. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in China. Schon bis Ende 2022 sollen an 16 Standorten der Welt E-Fahrzeuge produziert werden. Bis zum Jahr 2028 planen die Verantwortlichen, weltweit 22 Millionen Elektroautos zu verkaufen. Dabei spielt die Marke VW im Konzern eine andere Rolle als Audi oder Porsche: Modelle wie der ID.3 oder auch die neuen Kleinwagen im Konzern à la VW e-up! sollen deutlich bezahlbarer sein. Volkswagen eben. Bis 2025 investiert der Konzern mindestens 30 Milliarden Euro in den Bereich Elektromobilität

Das erste massentaugliche Elektro-Modell wird der VW ID.3, vormals I.D. Neo, sein. Ein 4,25 Meter langes Kompaktfahrzeug mit Platz für vier Personen, das mit drei Akkugrößen angeboten wird. Die Reichweiten betragen 330 bis enorme 550 Kilometer. Gebaut wird der ID.3 im VW-Werk in Zwickau, wo demnächst die Großserienproduktion anlaufen wird. Der jährliche Maximal-Output soll bei 330.000 Fahrzeugen im Dreischichtbetrieb liegen. Die Elektromotoren sind Eigenentwicklungen und werden im Werk Kassel zusammengebaut.

Batterien im Wert von 20 Mrd. € bestellt

Damit die Serienproduktion reibungslos funktioniert, muss die Versorgung mit Lithium-Ionen-Akkus gesichert sein. Schon im März 2018 hatte VW bekanntgegeben, Lieferverträge über Lithium-Ionen-Zellen im Wert von 20 Milliarden Euro abgeschlossen zu haben. Die Aufträge gingen an die asiatischen Zellhersteller LG Chem, Samsung SDI (beide Korea) und CATL (China).

Samsung betreibt eine Zellfabrik in Polen, CATL will die Zellen aus einem Werk in Erfurt (Thüringen) anliefern. Die Zellen werden dann von Volkswagen zu Akkus verbaut, sodass zumindest ein Teil der Wertschöpfung in Deutschland stattfindet. Standort der Batteriefertigung ist das Werk Braunschweig. Bis 2025 soll jedes dritte von VW verkaufte Auto ein Elektroauto sein, bis 2030 jedes zweite.

Auch die künftige Versorgung mit Lithium wurde inzwischen gesichert: So hat Deutschland einen Vertrag geschlossen, Lithium aus Bolivien zu beziehen. Die Firma ACISA aus Baden-Württemberg und das bolivianische Staatsunternehmen Yacimientos de Litio wollen jährlich 40.000 bis 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid über 70 Jahre aus dem Salar de Uyuni, einem Salzsee mit dem größten Lithiumvorkommen der Welt, fördern. Dabei spielt die Kontrolle über die Arbeitsbedingungen vor Ort und die Vermeidung von Umweltschäden eine wichtige Rolle. Im Hinblick auf den Klimaschutz verspricht Volkswagen, den ID.3 quasi CO2-neutral in die Hände der Kunden zu übergeben. Erreicht werden soll das durch den konsequenten Einsatz von regenerativem Strom in der Produktion sowie auch bei den Zulieferern. Wo immer das nicht realisiert werden kann, gleicht Volkswagen die CO2-Emissionen durch Naturschutzförderung aus.     

Eigene Zellfertigung für Feststoffbatterie

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neues Model  2019  Elektroauto
Der Baukasten von VW mit Unterflurbatterie und Skateboardarchitektur

Mit Beteiligung an einer europäischen Gigafactory setzt Volkswagen langfristig auf eine eigene, unabhängige Zellfertigung. Wenn der nächste Technologiesprung für die Batterien erreicht ist, will VW ebenfalls ganz vorn dabei sein. Schon Ende Juni 2018 erklärte die Zentrale in Wolfsburg, sich an dem US-amerikanischen Start-up QuantumSpace mit 100 Millionen US-Dollar beteiligt zu haben. Das 2010 gegründete Unternehmen hält über 200 Patente bzw. Patentanträge für die sogenannten Feststoffbatteriezellen.

Mit einer Feststoffbatterie würde sich die Reichweite eines E-Golf von 300 Kilometer auf etwa 750 Kilometer erhöhen. Erste Tests von VW mit Feststoffbatterien seien sehr vielversprechend verlaufen, teilte VW mit. Bis 2025 will VW eine Pilotanlage für diesen neuen Batterietyp errichtet haben.

All das zeigt, wie stark sich Volkswagens Zukunfts-Strategie inzwischen auf Elektromobilität fokussiert. Im direkten Vergleich wirken alle anderen Autohersteller – mit Ausnahme von Tesla natürlich – eher noch zurückhaltend. 

Weitere Elektroautos: Schon gefahren & bewertet

Toyota Mirai: Wasserstoff-Elektroauto mit vielen guten Eigenschaften.

Erster Test Jaguar I-Pace: Mit 400 PS, 4,8 Sekunden auf 100 km/h, 480 km Reichweite und Allradantrieb überzeugt Jaguars erstes Elektroauto auf den ersten Blick.

Hyundai Kona: Elektro-SUV mit guter Reichweite.

Audi e-tron quattro: Wie gut ist der Elektro-SUV? Der e-tron quattro ist das erste Elektro-SUV des Ingolstädter Autobauers. Der Preis: ca. 80.000 Euro. Plus: Daten, Video, Details.

Erste Daten und Details zum Mercedes EQC: Der neue Mercedes EQC ist der erste rein elektrische Elektro-SUV von Daimler. Ab Frühjahr 2019 soll der Stuttgarter zu Preisen ab 70.000 Euro erhältlich sein.

Die Ladeinfrastruktur wird 2019 besser

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Porsche Taycan fahrend
Kann 7x schneller laden als ein Standard-Elektroauto: Porsche Taycan

Seit 2017 müssen in Deutschland alle öffentlichen Schnelllade-Ladestationen (DC-Ladung), die neu errichtet werden, mindestens mit einem Combined Charging System (CCS) ausgerüstet und ohne vorherige vertragliche Bindung für jedermann zugänglich sein. Die CCS-Technik ist auf 50 Kilowatt Ladeleistung ausgelegt. Es lassen sich also innerhalb von 30 Minuten circa 25 Kilowattstunden Energie nachladen. 

Wie viele öffentliche Ladesäulen es in Deutschland insgesamt gibt, ist strittig: Angaben verschiedener Organisationen und Verbände differieren zum Teil erheblich. So kommt es darauf an, ob man Ladesäulen, Ladestationen oder Ladepunkte zählt. Und darauf, welche Anschlüsse mit welcher Leistung gezählt werden, oder ob nur öffentliche oder auch halböffentliche Stationen in die Statistik einfließen. 

Ende März 2019 gab es etwa 17.400 öffentliche Ladepunkte, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilte.  Für das Jahr 2020 hat die von der Bundesregierung ins Leben gerufene "Nationalen Plattform für Elektromobilität"* (NPE) einen Bedarf von 70.000 öffentlichen Ladepunkten und 7100 Schnellladesäulen ermittelt. Wer das entsprechende Angebot – gefördert durch Steuermittel – zeitgerecht zur Verfügung stellt, wird weitgehend den Marktakteuren überlassen.

Schnellladen in 20 Minuten

Klares Ziel der Firma Ionity ist der Aufbau einer High-Power-Ladeinfrastruktur für Deutschland und Europa (siehe Interview mit Ionity-Chef Dr. Marcus Groll). Auftraggeber von Ionity sind die deutschen Automobilhersteller, die auch die Finanzierung sicherstellen. Bis Ende 2020 sollen 400 Ladestationen in Europa fertig sein, davon 100 in Deutschland. 

Das Besondere: An den Ionity-Säulen können Fahrzeuge Strom mit bis zu 350 kW Ladeleistung beziehen. Damit reduziert sich die Wartezeit beim Aufladen praktisch auf 20 bis 30 Minuten. Das erste Elektroauto, das tatsächlich so viel Leistung aufnimmt, wird der Porsche Taycan sein. Allerdings können hier auch Autos Strom zapfen, die standardmäßig mit 50 kW (CCS-Stecker) laden – wenn sie sich mit einem gültigen Bezahlsystem an der Säule authentifizieren. Pro Ladevorgang rechnet Ionity 8 Euro ab, unabhängig von der geladenen Strommenge und der Ladedauer.

 

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: PR, VW/Ingo Barschenee

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