Test XPeng P7+: Aufgepasst, BMW, Audi und Co.!

• Lesezeit: 6 Min.

Von Wolfgang Rudschies

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XPeng spendiert seinem neuen P7+ eine Technologie, die es möglich macht, die Batterie in 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent zu laden. Und auch sonst kann die Schrägheck-Limousine mit so manchen Superlativen aufwarten. ADAC Test.

  • Elektro-Limousine mit über 5 Metern Länge

  • Im Test: XPeng P7+ Long Range

  • Verglichen mit der Konkurrenz sehr günstig

Mit dem ersten P7 hat sich die junge chinesische Marke XPeng keinen großen Gefallen getan. Die elektrische Limousine entsprach in vielen Punkten nicht den Erwartungen der Kundschaft: nur 400- statt 800-Volt-Technik, wenig Platz, kleiner Kofferraum mit unpraktischem Deckel. Kein Wunder, dass der P7 im Jahr 2025 hierzulande nur 5 Prozent des XPeng-Absatzes ausmachte, weit abgeschlagen hinter den beiden anderen Modellen XPeng G6 und G9, beides SUVs.

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Hier können ADAC Mitglieder den ausführlichen Testbericht zum XPeng P7+ Long Range herunterladen

Elektro-Limousine der oberen Mittelklasse

Ein XPeng P7+ fährt auf einer Straße
Der XPeng P7+ spurtet so schnell wie ein Sportwagen auf 100 km/h© XPeng

Seit Sommer 2026 wird gegengesteuert: Der XPeng P7 wurde vom XPeng P7+ abgelöst, einer völlig neu entwickelten Elektro-Limousine, die in der oberen Mittelklasse einzuordnen ist.

Mit einer Länge von etwas über 5 Metern tritt der P7+ gegen Kaliber aus Deutschland wie den elektrischen BMW i5, den Audi A6 e-tron oder den Mercedes EQE an. Aber die sind durch die Bank deutlich teurer. Auf der anderen Seite gibt es weitere illustre Konkurrenten. Dazu gehören der BYD Seal, der MG IM5 und der VW ID.7. Und zu diesen ist die Preisdifferenz gar nicht so groß.

Zum Test beim ADAC stand der XPeng P7+ Long Range mit 230 kW Leistung zur Verfügung. Diese Antriebsvariante kostet im Grundpreis 49.600 Euro. Der Basis-P7+ mit kleinerem Akku und nur 180 kW ist ab 46.600 Euro erhältlich. Für das Topmodell mit 370 kW und großem Akku will XPeng nur 53.600 Euro haben.

Die Konkurrenz im Preisvergleich

ModellLeistung / AkkuReichweite / max. DC-Ladeleistung*Preis

XPeng P7+ Long Range

230 kW / 75 kWh

530 km / 446 kW

49.600 €

Audi A6 e-tron

240 kW / 83 kWh

593 km / 225 kW

62.800 €

BMW i5 eDrive40

250 kW / 84 kWh

627 km / 205 kW

70.900 €

BYD Seal Design

230 kW / 83 kWh

570 km / 150 kW

49.990 €

Mercedes EQE 350+ Electric Art

235 kW / 96 kWh

691 km/ 170 kW

71.412 €

MG IM5 Premium

300 kW / 100 kWh

710 km / 396 kW

53.990 €

Polestar 3 Rear Motor

245 kW / 92 kWh

602 km / 310 kW

78.900 €

Volvo ES90 Single Motor Extended Range Core

245 kW / 92 kWh

667 km / 310 kW

71.490 €

VW ID.7 Pro

210 kW / 82 kWh

599 km / 175 kW

54.550 €

*Herstellerangaben

Wie man an den Vergleichswerten sieht, hat der XPeng beim Basispreis die Nase vorn. Bezieht man den reichhaltigen Ausstattungsumfang des P7+ mit ein, wird der Vorsprung noch deutlicher. Bei der Größe des Akkus und der erzielbaren Reichweite sind zwar die Konkurrenten besser. Der Nachteil relativiert sich aber, wenn man die Schnellladeleistung im Vergleich heranzieht. Da ist der XPeng P7+ den anderen Modellen weit voraus.

Und auch auf anderen Gebieten können sich die Gene des XPeng mehr als sehen lassen. Die neue 800-Volt-Plattform erhielt einen Radstand von exakt 3 Metern, was den Komfort für die Insassen auf ein Businessclass-Level hievt.

In den Kofferraum passen 11 Getränkekisten

Kofferraum des XPeng P7+
Am riesigen Kofferraum zeigt sich die Größe des XPeng P7+© XPeng

Die ADAC Messergebnisse attestieren dem XPeng P7+ tatsächlich großzügige Platzverhältnisse. Der Kofferraum fasst ein Standardvolumen (gemessen vom ADAC unterhalb der Fensterlinie) von 415 Litern, das ist für eine Limousine der oberen Mittelklasse ein ordentlicher Wert. Nutzt man den Stauraum bis unter die schräge Heckklappe, fasst das Gepäckabteil schon 555 Liter oder 11 Getränkekisten. Klappt man die Rücksitzlehnen um und lädt das Abteil bis unters Dach voll, ergibt sich sogar ein Stauvolumen von mächtigen 1990 Litern.

Und es kommt noch besser: Liegen die Lehnen flach, entsteht ein nahezu waagerechter Ladeboden, auf dem zur Not auch eine Nacht verbracht werden könnte.

Hoher Komfort: Die Limousine gleitet leise dahin

Heckansicht eines fahrenden XPeng P7+
Der XPeng P7+ hat ein sehr markantes und eigenständiges Heck© XPeng

Auch das Fahrgefühl ist von besonderer Klasse. Dank adaptiver Dämpfer können Lenkerin und Lenker auf das Fahrwerk Einfluss nehmen, es entweder ausgewogen, komfortbetont oder eher sportlich einstellen. Die Spreizung der drei Modi ist zwar nicht besonders groß, aber im Komfortmodus gelingen dem P7+ wirklich gute Federeigenschaften. Außerdem zeigt der P7+ einen prima Geräuschkomfort, auch bei höherem Tempo gleitet die Limousine flüsterleise dahin.

Das Fahren mit dem P7+ in der Version Long Range (ab 49.600 Euro) bildet eine gekonnte Mischung aus Sportlichkeit und Souveränität. 230 kW/313 PS und 450 Nm Drehmoment liefern die dafür nötige Unterstützung. Auch Lenkung, Bremsen und Fahrwerk geben keinen Anlass zur Kritik, wirken professionell und sauber abgestimmt.

Der XPeng P7+ lädt dank 800 Volt schnell nach

Seitenansicht eines XPeng P7+
Elegant: Elektro-Limousine mit aerodynamischem Fließheck© XPeng

Trotz nomineller Nachteile im direkten Konkurrenzvergleich – die Reichweite des P7+ ist im Alltag meist vollkommen ausreichend. Legt man den Verbrauch der ADAC Verbrauchsmessung von 18,2 kWh/100 km (inkl. Ladeverluste) zugrunde, schafft er eine Reichweite von 466 Kilometer. Die reichweitenstärksten Elektromodelle kommen bei den ADAC-Messungen auf 600 bis knapp 700 Kilometer.

Allerdings lässt sich der 74,9 kWh große Akku des P7+ dank 800-Volt-Technik enorm schnell nachladen. Den Ladestopp von 10 auf 80 Prozent absolvierte der Wagen an einer 300-kW-Ladesäule in 13 Minuten, wobei er eine maximale Ladeleistung von 296 kW erzielte. Im Durchschnitt über die gesamte Ladedauer sind es enorme 270 kW. Der P7+ nutzt dabei die volle Leistungsfähigkeit der ADAC Schnellladesäule aus und könnte laut Hersteller sogar bis zu 446 kW ziehen. Er gehört damit zu den absoluten Spitzenautos auf der Langstrecke.

Steuert man die Ladesäule bei kalten Temperaturen an, bietet der XPeng sowohl ein automatisches (bei Navigation an den DC-Lader) als auch ein manuelles Vorheizen der Batterie. Zudem lassen sich die Ladepunkte übersichtlich in die Routenführung integrieren. Das ist top.

Wie stark sich Tempo und Temperatur auf die Reichweite in etwa auswirken, zeigt der ADAC Reichweitenrechner:

ADAC Reichweitenrechner

XPeng Long Range 230 kW (313 PS)

-10

30

50

130

Berechnete Reichweite

514km

(Reichweite laut Hersteller: 530 km)

Bedienung fordert Nutzer zu stark

Cockpit des XPeng P7+
Für ein chinesisches Auto ganz typisches Cockpit mit riesigem Bildschirm und wenigen Tasten© XPeng

Hinter dem Lenkrad macht sich gewollt Minimalismus breit. Es gibt so gut wie keine physischen Schalter, alles läuft per Touch über den großen Zentralbildschirm, mit dessen Menüführung man sich arrangieren muss. Prominent platziert auf der Mittelkonsole sind die beiden mit Alcantara bezogenen Ablagen für die Smartphones. Selbstverständlich wird drahtlos geladen. Erstmals gibt es in einem XPeng zudem ein Head-up-Display. So weit, so gut.

In Sachen Bedienbarkeit ergibt sich jedoch ein ambivalentes Urteil. Da sich das Bediensystem nützliche Tasten im großen Stil spart, summiert sich der Funktionsumfang im Display enorm. Die ellenlangen Einstellungslisten können schnell für Überforderung sorgen.

Als wären den Chinesen die Probleme bewusst, belegen sie die Walzen am Lenkrad doppelt. Aber dass man mit denselben – nebenbei unbeschrifteten – Bedienelementen nicht nur Lüfterstärke und Temperatur einstellen kann, sondern auch die Geschwindigkeit des Abstandstempomaten, muss der Nutzer erst mal verstanden haben, um damit zurechtzukommen.

Technikaffine Menschen können die versteckten Funktionen und Doppelbelegungen vielleicht charmant finden, alle anderen dürften eher verwirrt sein, wenn sie zum Beispiel unbeabsichtigt die Klimaautomatik deaktivieren.

Unter dem Strich setzt der XPeng ein Ausrufezeichen bei Elektroautos, das besonders wegen seiner guten Ladefähigkeiten an Schnellladesäulen E-Auto-Skeptikern den Wind aus dem Segeln nehmen dürfte.

XPeng P7+: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

XPeng P7+ Long Range (ab 04/26)

Motorart

Elektro

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

230

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

313

Drehmoment (Systemleistung)

450 Nm

Antriebsart

Hinterrad

Beschleunigung 0-100km/h

6,2 s

Höchstgeschwindigkeit

200 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

530 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

0 g/km

Stromverbrauch kombiniert (WLTP)

16,4 kWh/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

74,9

Ladeleistung (kW)

AC:11,0 DC:446,0

Kofferraumvolumen normal

573 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.931 l

Leergewicht (EU)

2.100 kg

Zuladung

485 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.500 kg

Garantie (Fahrzeug)

7 Jahre oder 160.000 km

Länge x Breite x Höhe

5.071 mm x 1.937 mm x 1.512 mm

Grundpreis

49.600 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)XPeng P7+ Long Range

Überholvorgang 60–100 km/h

3,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,3 m

Wendekreis

12,2 m

ADAC Testverbrauch

18,2 kWh/100 km

Reichweite

466 km

Innengeräusch bei 130 km/h

64,5 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

2122 / 463 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

415 / 895 / 1990 l

Fahrzeugbreite inkl. Außenspiegel

2,12 m

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

XPeng P7+ Long Range (ab 04/26)

Karosserie

2,6

Innenraum

2,9

Komfort

1,9

Antrieb

1,1

Fahreigenschaften

2,4

Sicherheit

2,4

Umwelt

2,2

Gesamtnote

2,3
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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Text mit Material von SP-X