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Mercedes-Benz E-Klasse Facelift: Erste Mitfahrt

Mercedes E-Klasse fahrend in Las Vegas
Marktstart der neuen E-Klasse ist im Sommer 2020 ∙ © Mercedes

Nach vier Jahren Bauzeit erhält die Mercedes E-Klasse jetzt eine Modellpflege. Die Veränderung macht sich bei der Optik, vor allem aber unter der Haube und im Innenraum bemerkbar. Erste Bilder und Infos zu Technik und Motoren.

  • Ab Sommer beim Händler

  • Breite Motorenpalette

  • Verbesserte Assistenzsysteme

  • Neue Diebstahlsicherung

Nahe Las Vegas spulen ein paar E-Klasse-Modelle ihre Kilometer ab. Nur leicht getarnt ist die obere Mittelklasse immer noch als solche zu erkennen. Bescheiden und solide, ein Modell, zu dem 2019 weltweit über 350.000 Kunden griffen. Nach der C-Klasse ist die E-Klasse die meistverkaufte Baureihe von Mercedes und eine Säule des Unternehmens.

Neue Front mit LED- oder Matrix-Licht

Damit das so bleibt, wurde sie nun technisch und optisch modifiziert. An der Front zeigt die Modellpflege (Mopf) neu gestaltete Scheinwerfer. Die strahlen weiterhin mit LED, optional mit dem "Multibeam-LED" genannten Matrix-Licht. Die drei Ausstattungsvarianten Avantgarde (Basis), Exclusive und AMG-Line unterscheiden sich durch verschieden geformte Bugschürzen. Außerdem wölben sich auf den Hauben von Avantgarde und AMG-Line zwei Powerdome, den Exclusive ziert dafür der typische Mercedes-Stern. Am Heck kommen neue Rückleuchten zum Einsatz, die jetzt weit in den aktualisierten Heckdeckel fließen.

Mercedes E-Klasse: Neuer Vierzylinder-Benziner

Die wirklichen Unterschiede zum Vorgänger stecken unterm Blech. Als erster Mercedes überhaupt erhält die E-Klasse einen neuen Vierzylinder-Benziner mit zwei Litern Hubraum - in Europa bleibt es das einzige Modell mit diesem Antrieb.

Dieser wird von einem integrierten Startergenerator (ISG) mit 15 kW Leistung unterstützt. "Dadurch verbessern sich Beschleunigung sowie Ansprechverhalten, und der Verbrauch senkt sich im Vergleich zum Vorgängermotor M264 mit 272 PS“, sagt Peter Kolb, Leiter Gesamtfahrzeug Versuch Mercedes E-Klasse und GLC. Genaue Zahlen nennt er nicht, aber zehn Prozent scheinen realistisch zu sein.

Schon im Stand hält sich der Vierzylinder mit 200 kW/272 PS angenehm zurück, vom Beifahrersitz aus fühlt sich die Beschleunigung vom Kick-down über das Neungang-Automatikgetriebe angenehm an. Der ISG boostet kurz vor Einsatz des Turboladers und überbrückt damit jedes noch so kleine Turboloch.

Bei voller Beschleunigung drücken 292 PS die E-Klasse nach vorne. Dabei schaltet die Automatik schnell und kaum spürbar die Gänge hoch. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, segelt der Vierzylinder ohne Verbrenner lange und leise dahin. Das spart Sprit. Bei einem kurzen Tipp aufs Pedal startet der ISG den Verbrenner direkt und geschmeidig zu.

Neue E-Klasse: Zahlreiche Antriebsarten

Um den Sound nicht zu kurz kommen zu lassen, integriert Mercedes beim neuen Antrieb serienmäßig ein Sound-Modul. Das unterstützt in den vier Fahrprogrammen Eco, Comfort, Sport und Sport+ für die Insassen hörbar die Motorakustik - Außenstehende bekommen davon nichts mit. Zur Wahl stehen künftig die beiden Vierzylinder-Benziner E200 (211 PS) und E300 (292 PS), der Hybrid E350e (333 PS) und der Sechszylinder-Benziner E450 (367 PS). Als starke AMG-Versionen kommen der AMG E53 mit Sechszylinder (457 PS) und der AMG E63 mit einem 4,0-Liter-V8 mit bis zu 612 PS.

Bei den Dieseln gibt es weiterhin die Vierzylinder E200d (160 PS), E220d (194 PS) und E300d (245 PS) sowie die Sechszylinder E350d (286 PS) und E400d (340 PS). Der Dieselhybrid heißt weiterhin E300de (316 PS). Während in Europa der E220d der meistverkaufte Motor ist, greifen Kunden weltweit am häufigsten zum E200.

Sicherheit: Verbesserte Assistenzsysteme

Damit die neue E-Klasse bei den Fahrerassistenzsystemen wieder aufschließt, erneuerten die Ingenieure einige Sensoren. Dadurch arbeiten verschiedene Assistenten genauer und schneller und sorgen für eine größere Kollisionsfreiheit. So reagiert das automatische Einparken nun auch bei Kindern auf Bobbycars. Gleichzeitig parkt die E-Klasse automatisch flüssiger und natürlicher ein – und zwar längs, quer und zwischen zwei Linien. Steigt eine Person während des Ausparkens aus, unterbricht das Programm den Vorgang kurz.

In engen Baustellen soll der neu abgestimmte Spurhalteassistent künftig aktiv bleiben und sich auch an schmalen Fahrstreifen orientieren können. Neu an Bord ist die Funktion Rettungsgassen-Assistent: In Stausituationen und aktivem Abstandshalter hält sich die E-Klasse automatisch am ganz rechten oder ganz linken Fahrbahnrand – je nachdem, auf welcher Fahrspur sich das Auto befindet.

Bedienbarkeit: MBUX nun auch für E-Klasse

Nach der Einführung des Sprachassistenten MBUX in den meisten Baureihen erhält jetzt auch die E-Klasse das System mit Sprach- und Touchfunktion. Dafür fallen die bisherigen analogen Rundinstrumente weg. Zur Serienausstattung zählen zwei 10,25 Zoll bzw. optional 12,3 Zoll breite volldigitale Bildschirme. Über diese lassen sich auch Sitzheizung und Sitzbelüftung für Fahrer und Beifahrer getrennt per Sprache ansteuern.

Den Unterschied zum Vorgänger spüren Fahrer vor allem an den Lenkrädern. Je nach Ausstattung sind die Speichen unterschiedlich designed. Bei allen gleich: die Menüführung. Statt Touch-Control-Buttons und Knöpfen setzt Mercedes nun auf eine fast ebene Slider-Bedienung ohne Fugen.

Dadurch sieht das Lenkrad aufgeräumter aus, ohne dass sich die Funktion einschränkt. Für mehr Sicherheit und Fahrkomfort beim teilautonomen Fahren sorgen kapazitive Sensormatten im Lenkrad, die erkennen können, wie die Hände des Fahrer das Lenkrad umschließen.

"Urban Guard" für mehr Sicherheit

Das optionale Assistenzsystem Urban Guard bietet künftig mehr Sicherheit für den Fahrer und soll vor Diebstahl schützen. Dazu zählen bruchsichere Seitenscheiben und das Deaktivieren des Schlüssels, falls das Autos gestohlen werden sollte.

Über die integrierte SIM-Karte lässt sich die E-Klasse auch dann verfolgen, auch wenn der Dieb vorher die digitale Verfolgung deaktiviert hat. So kann die Polizei das Fahrzeug schnell orten.

Preise präsentierte Mercedes noch nicht. Die günstigste E-Klasse (E200d) kostet aktuell 46.112 Euro, der preiswerteste Benziner (E200) beginnt derzeit bei 46.950 Euro. Zu bestellen ist die neue E-Klasse ab April, zu den Händlern kommt sie dann im Sommer.

Text: Fabian Hoberg