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Neue Mercedes C-Klasse: Erste Testfahrt

Front- und Seitenansicht der Mercedes C-Klasse Limousine
Neue Mercedes C-Klasse: Elegante Form in typischer Mercedes-Optik ∙ © Mercedes

Mitte 2021 kommt die neue Mercedes C-Klasse zu den Händlern. Edler und sportlicher als zuvor, aber auch als innovativer Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometer Reichweite. Die erste Testfahrt in einem Prototyp.

  • Mercedes C-Klasse kommt Mitte 2021 als Limousine und T-Modell

  • Diesel und Benziner als Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometer E-Reichweite

  • Mit Allradlenkung wird die C-Klasse handlicher

Man kann es kaum glauben: Rund 28 Jahre gibt es die Mercedes C-Klasse schon. Seit sie 1993 den Mercedes 190 ("Baby-Benz") abgelöst hat, wurden bereits vier Modellgenerationen auf die Straße gebracht. Im Juni 2021 fährt die fünfte zu den Händlern (Bestellstart 30.3.), auch wenn klassische Mittelklasselimousinen von den überaus populären SUVs zunehmend verdrängt werden. Damit die klassischen Modelle attraktiv bleiben, müssen sich Designer wie Ingenieure einiges einfallen lassen.

Mercedes C-Klasse optisch verjüngt

Seiten- und Heckansicht der Mercedes C-Klasse Limousine
Wie die Schwestermodelle bekommt die C-Klasse schmale, breite Heckleuchten ∙ © Mercedes

Mit Design-Chef Gorden Wagener als Fitnesscoach wurde die Limousine schon mal optisch deutlich modernisiert: Digitale Scheinwerfer mit scharfem Blick, eine Motorhaube mit Powerdomes wie bei AMG, die aber bei allen Modellen serienmäßig sind, und der prominente Zentralstern im Grill statt des filigranen Sterns auf der Haube schinden im Rückspiegel mächtig Eindruck. Und am Heck folgen die Blicke einem athletischen Rücken mit besseren Proportionen und weniger Polstern.

Aber bei einem neuen Modell geht es nicht nur ums Schauen, sondern vor allem ums Fahren. Oder zumindest um das Gefahrenwerden. Denn vorerst durften wir nur auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Doch schon das reicht, um die Neuerungen zu erkennen, mit denen die C-Klasse gegenüber BMW 3er und Audi A4 künftig punkten will.

Innenraum: Mehr Platz und moderne Bildschirme

Cockpit der Mercedes C-Klasse
Elegant und technisch-modern: Die Mischung stimmt im Cockpit ∙ © Mercedes

Das gilt vor allem fürs Cockpit, das stark von der neuen S-Klasse inspiriert ist: Das Lenkrad trägt wie im Luxusliner Doppelspeichen, dahinter steht frei ein 10,25 Zoll großes Display (gegen Aufpreis 12,3 Zoll), und daneben schwebt wie im Flaggschiff ein üppiger Bildschirm vor der Mittelkonsole (9,5 wahlweise 11,9 Zoll), der bis in den Mitteltunnel reicht. Für beide Displays gibt es verschiedene Anzeigestile (klassisch, dezent, sportlich). Natürlich hört auch die neue C-Klasse aufs Wort und versteht nicht nur frei gesprochene Sätze, sondern kann auch das Smart Home zu Hause steuern. Befehle und Fragen wie "Hey Mercedes, stelle die Temperatur im Haus auf 18 Grad" oder "Ist gerade jemand bei mir zu Hause?" sollen kein Science-Fiction mehr sein.

Die Sitzprobe reicht auch, um den Raumgewinn durch 10 Millimeter mehr Breite und eine reichlich gewachsene Spur wahrzunehmen. Was auch für den Fond gilt: Auf 4,75 Metern Länge (ein Plus von rund sieben Zentimetern im Vergleich zum Vorgänger) zahlen sich 25 Millimeter mehr Radstand plus ein bisschen mehr Platz für Köpfe und Schultern aus, auch wenn das immer noch nicht genug ist für erstklassigen Komfort in der zweiten Reihe. Dort haben die Passagiere nun 3,5 Zentimeter mehr Kniefreiheit. Aber sie bringen den Mercedes wieder auf Augenhöhe mit Audi und BMW.

Hightech gibt es en masse – gegen Aufpreis

Selbstredend, dass die neue C-Klasse gegen Aufpreis auch ein Head-up-Display bietet, auf Augmented Reality setzt (virtuelle Pfeile im Kamerabild) und sich neue Software "over the air" in das Fahrzeug spielen lässt. Darüber lassen sich später auch Extras nachkaufen, die man beim Neukauf etwa vergessen hat zu bestellen oder das Fahrzeug um Funktionen erweitern, die erst im Lauf der nächsten Jahre entwickelt werden. Und wer will, kann sich über die "Digital-Light-Scheinwerfer" (Aufpreis) mit ihren 1,3 Millionen Mikrospiegeln Symbole vor das Fahrzeug projizieren lassen – zum Beispiel Linien, die die Fahrzeugbreite darstellen und nachts beim Durchfahren einer Baustelle hilfreich sein können.

Neue Dynamik dank Hinterachslenkung

Heckansicht der Mercedes C-Klasse Limousine
Dass auch die Hinterräder der C-Klasse einschlagen, sieht man erst auf den zweiten Blick ∙ © Mercedes

Chefingenieur Christian Früh sitzt am Steuer und gibt dem Prototyp die Sporen. Sein Grinsen wird breiter und seine Hände greifen das Lenkrad fester, wenn die C-Klasse so leichtfüßig durch die Landschaft surft, als hätte sie eine Schlankheitskur hinter sich. Und plötzlich können die Kurven gar nicht eng genug sein. Kein Wunder, schließlich hat nun auch die C-Klasse erstmals eine Hinterachslenkung. Auch wenn sich die Räder nur um 2,5 statt wie bei der neuen S-Klasse um mehr als zehn Grad einschlagen lassen, wirkt das Auto viel handlicher und agiler. Früh muss sehr viel weniger rotieren, um die perfekte Linie zu halten. "Der Vorteil ist hier draußen vielleicht noch größer als im Parkhaus, wo man bis zu 60 Zentimeter des Wendekreises einspart", sagt er.

Die C-Klasse ist komfortabel wie eh und je

Cockpit der Mercedes C-Klasse
Komfort wird in der C-Klasse nach wie vor groß geschrieben ∙ © Mercedes

Aber man darf den Chefingenieur nicht falsch verstehen: Die neue C-Klasse mag zwar die agilste in der langen Geschichte sein, aber sie will kein BMW-Jäger sein. Denn trotz der Fokussierung auf Agilität und Fahrspaß wurden keine Kompromisse beim Komfort gemacht – auch wenn Mercedes die optionale Luftfederung bei den meisten Modellen gestrichen hat. Selbst mit adaptiven Stahlfedern wirkt die C-Klasse immer noch wie ein gemütlicher Cruiser, der den Blutdruck ruhig hält.

Motoren: Nur noch Vierzylinder

Einen weiteren Beweis für diese Strategie findet man unter der Motorhaube: Nicht nur, dass Mercedes alle Motoren mit einem 48-Volt-Startergenerator elektrifiziert, der 15 kW und 200 Nm leistet und ein häufiges Abschalten des Verbrenners sowie sanftes Wiederanfahren auch bei höheren Geschwindigkeiten ermöglicht. Denn die Schwaben haben auch alle großen Motoren ausgemustert und sich auf Vierzylinder beschränkt: Die Bandbreite reicht vom C 180 mit 170 PS über einen C 200 (204 PS) bis zum vorläufigen Spitzenreiter C 300 (258 PS) bei den Benzinern. Als Diesel fungieren der C 220d (200 PS) sowie der 300d (265 PS). Die stärkeren Modelle können auch als Allradversion 4Matic geordert werden.

Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometer Elektro-Reichweite

Kofferraum der Mercedes C-Klasse Limousine
Trotz großer Antriebsbatterie im Heck gibt es beim Plug-in keine Stufe mehr im Kofferraum ∙ © Mercedes

Dass eine AMG-Version kommt, gilt als gesetzt. Aber auch weit zukunftssicherere Neuzugänge in naher Zukunft: Schon bald nach der Markteinführung wird Mercedes Plug-in-Hybride als Diesel und Benziner mit Hinterrad- und Allradantrieb und einer 25,4-kWh-Antriebsbatterie anbieten – genug für eine bislang konkurrenzlose Reichweite von über 100 Kilometern im rein elektrischen Fahrbetrieb. Bis 140 km/h kann die C-Klasse damit völlig ohne Verbrenner fahren. Gut für kurze Ladezeiten: Ein 11-kW-Lader ist Serie, und ein 55-kW-Schnellladesystem für CCS-Säulen gibt es gegen Aufpreis. Damit ließe sich auf Urlaubsreisen die Batterie in rund 30 Minuten wieder füllen. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Batterie auch besser integriert worden, sodass im Kofferraum keine Stufe mehr entsteht und auch eine Durchlademöglichkeit existiert.

Wie üblich belässt es Mercedes bei der C-Klasse nicht mit einer Variante, sondern bringt die Baureihe auch wieder als Kombi (T-Modell) – und zwar diesmal gleich von Anfang an. Coupé und Cabrio fallen zwar dem Sparzwang zum Opfer, doch die C-Klasse folgt noch einem anderen Trend: Zum ersten Mal wird sie sich als aufgebockte All-Terrain-Variante in Richtung SUV entwickeln.

Bildergalerie: Die neue C-Klasse als T-Modell

Text: Thomas Geiger , Jochen Wieler

Mercedes C-Klasse T-Modell: Der Vorgänger im ADAC Test.

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