Der Ford Kuga gilt als interessante Alternative zum VW Tiguan. Doch wie gut ist das aktuelle Modell? Der ADAC hat den Ford Kuga als Hybrid und als Plug-in-Hybrid getestet. Getestet: Kuga 2.5 FHEV & Kuga 2.5 PHEV Innen viel Platz und großer Kofferraum Fahrwerksabstimmung hat Schwächen Der Ford Kuga ist ein Verkaufsschlager und zählt auch in der aktuellen Generation zu den bestverkauften Baureihen der Marke. Er bietet eine Menge Platz, die Antriebe sind modern, und die beim Facelift 2024 modifizierte Front macht ihn optisch frischer. Ford Kuga: Moderner nach Facelift Was hat sich seit 2024 geändert? Äußere Modifikationen finden sich vor allem vorn. Zwischen Kühlergrill und Motorhaube wurde eine Lichtleiste eingelassen, die mit den Tagfahrleuchten der Frontscheinwerfer eine horizontale Linie bildet. Der optisch modifizierte Kühlergrill ist nun zweiteilig ausgeführt. In der Ausstattungsvariante Active ist die untere Luftöffnung von einem Unterfahrschutz-Inlay gerahmt. Das Infotainment kommt auf eine höhere Rechenleistung, es gibt nun den Sprachassistenten Amazon Alexa. Und am unteren Rand des neuen Touchscreens mit 13,2 Zoll Bildschirmdiagonale lassen sich jetzt die Klimafunktionen steuern. Neu ist auch ein Navigationsmodus für Fahrten mit Anhänger, bei dem die Routenführung potenzielle Engstellen umfährt. Der Abstandstempomat passt die Geschwindigkeit nicht mehr nur auf vorausfahrende Fahrzeuge an, sondern außerdem auch auf den Straßenverlauf etwa vor Kurven. Rundum-Kameras zeigen beim Rangieren ein 360-Grad-Bild aus der Vogelperspektive, was auch das Ankoppeln eines Anhängers erleichtern soll. Serienmäßig sind jetzt LED-Schweinwerfer mit Fernlicht-Automatik, ein LED-Matrix-Licht gibt es optional. Und: Der Plug-in-Hybrid soll nun bis zu 69 Kilometer rein elektrisch fahren können. Mit dem Facelift erhöht sich die Anhängelast für die elektrifizierten Antriebsvarianten zudem von 1,7 auf 2,1 Tonnen. Zur Wahl stehen folgende Benziner, Diesel gibt es keine mehr. Im ADAC Autokatalog finden Sie alle technischen Daten der aktuellen Ford-Kuga-Versionen. Kuga: Viel Platz in Innen- und Kofferraum Wie sich der aktuelle Kuga als Hybrid (FHEV) und als Plug-in-Hybrid (PHEV) macht, hat der ADAC getestet. Der Kuga rangiert rein formal gerade noch in der Kompaktklasse, würde mit seinen 4,60 Metern Länge aber durchaus auch als Mittelklasse-Modell durchgehen. Dem Kunden oder der Kundin können die Spitzfindigkeiten der Einsortierung aber ohnehin einerlei sein. Entscheidend ist schließlich, wie viel Platz der Kuga wirklich bietet. Und da muss sich der Kölner durchaus nicht verstecken. Vorn können selbst 1,95 Meter große Menschen die Sitze weit genug zurückschieben, die Kopffreiheit würde sogar für fast 2,05 Meter große Personen reichen, besagen die ADAC Messwerte. Und hinten? Hier ist die Kniefreiheit über jeden Zweifel erhaben, sodass auch Zwei-Meter-Riesen ihre Beine unterbringen könnten. Als limitierend wirkt sich allerdings die Kopffreiheit aus – ab 1,90 wird es hinten knapp. Praktisch: Die hintere Sitzreihe kann 15 Zentimeter vor- oder zurückgeschoben werden. So ergibt sich wahlweise eine üppige Beinfreiheit oder zusätzliches Kofferraum-Volumen. Das liegt beim getesteten Hybrid nach ADAC Messmethode zwischen 365 und 1355 Liter und fällt beim Hybrid wie auch beim Plug-in-Hybrid um 80 Liter kleiner aus als bei den reinen Verbrennermodellen. Grund: Die Antriebsbatterie beansprucht Platz und sitzt unter dem Kofferraum. Dennoch findet sich im doppelten Boden noch ein Fach mit zusätzlichen 70 Litern Fassungsvermögen. Die Ladekante ist erfreulich niedrig. Bedienung weitgehend über Touchscreen Das Cockpit des Kuga ist weitgehend mit dem des Ford Focus identisch. Im Innenraum selbst hätte sich Ford bei der Materialauswahl etwas mehr Mühe geben können – die Controller haben in der unteren Hälfte ziemlich viel Hartplastik durchgesetzt. Insgesamt passt die Verarbeitung. Der große Touchscreen in der Mitte ist frei stehend angebracht und damit für den Fahrer oder die Fahrerin gut zu bedienen. Leider verzichtet Ford auf praktische Direktwahltasten für die grundlegenden Funktionen (Navigation, Radio, Telefon etc.), immerhin gibt es entsprechende Touchflächen und konfigurierbare Menüs auf dem Bildschirm. Ein praktischer Drehregler zum Scrollen oder Zoomen fehlt leider auch. Aber zumindest setzen die Kölner weiterhin auf einen Lautstärke-Knopf. Up to date ist der Kuga mit seinem volldigitalen Kombiinstrument hinter dem Lenkrad, das sich sehr gut ablesen lässt. Die Bedieneinheit der Klimaautomatik ist in den Bildschirm gewandert. Damit sind die Klimatisierungs-Infos besser im Blickfeld des Fahrers, die Bedienung wird dadurch aber nicht automatisch leichter. Immerhin werden die Touchfelder unten am Bildschirmrand dauerhaft angezeigt. Insgesamt wirkt die Mittelkonsole sehr aufgeräumt. Dafür ist das Multifunktionslenkrad mit 18 Tasten hoffnungslos überfrachtet. Selbst nach längerer Eingewöhnung muss man den Blick von der Straße abwenden, um die richtige der kleinen Tasten zu drücken. Das Bordmenü des neu gestalteten Kombiinstruments hinter dem Lenkrad wurde mit dem Facelift entschlackt, dennoch muss man einige Einstellungen dort vornehmen und dafür über die Lenkradtasten navigieren. In puncto Konnektivität ist der Ford gut aufgestellt. Selbst die getestete Basisausstattung "Titanium" zeigt sich bereits bestens ausstaffiert: Serie sind das Navigationssystem mit Online- Funktionen wie Live-Traffic (12 Monate inklusive), digitaler Radioempfang (DAB+), Smartphone-Anbindung via Bluetooth, Android-Auto und Apple CarPlay (auch kabellos), USB-C-Anschlüsse und die erweiterte Sprachsteuerung (5 Jahre Alexa inklusive). Die induktive Ladeschale für Handys ist immer verbaut. Über eine Handy-App kann man den Status seines Kuga abrufen, zum Beispiel Standort, Tankfüllstand und anstehende Wartungen. Ford Kuga Hybrid im ADAC Test Der getestete Kuga Hybrid mit Allradantrieb und 183 PS Systemleistung kostet in der Basisausstattung Titanium 46.750 Euro – günstig ist der Kuga also nicht mehr. Nur noch eine Variante, die Basis mit 150 PS und Schaltgetriebe, ist unter 40.000 Euro zu haben (Stand Januar 2026). Beim Hybrid besonders interessante Fragen: Was bekommt man für sein Geld? Und ist der Hybridantrieb wirklich sparsam? Der Vollhybrid-Kuga bietet einen kräftigen Antrieb, der für alle Lebenslagen gut gerüstet ist. 8,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h ist ein wirklich guter Wert, die gemessene Beschleunigung von 80 auf 120 km/h bei einem Überholvorgang von 6,3 Sekunden ist es ebenfalls. Der Saugbenziner läuft vibrationsarm, hält sich akustisch zurück und ist meist nur dezent im Hintergrund zu hören. Solange ausreichend Strom aus der Batterie kommt, fällt die Leistungsentfaltung sehr gleichmäßig und nachdrücklich aus. Ist die Batterie leer, müht sich der Verbrenner, für Vortrieb zu sorgen, und muss dafür immer erst in höhere Drehzahlregionen vordringen. Dank Elektro-Unterstützung spricht das Antriebssystem gut auf Gasbefehle an. Sportliche Gefühle kommen aber nicht auf, dafür passiert die Beschleunigung zu unauffällig. Kuga Hybrid mit 6,5 Liter Testverbrauch Das Sparpotenzial des Antriebs realisiert sich nicht von allein, der Fahrer oder die Fahrerin muss es heben. Wer sehr bedacht, vorausschauend und mit leichtem Gasfuß unterwegs ist, kann Verbrauchswerte von unter 5 Litern auf 100 Kilometer erzielen. Das Hybrid-System punktet vor allem im Stadtverkehr (Testverbrauch in der Stadt: 5,4 Liter), wo der E-Motor gut mithelfen und den Benziner entlasten kann. Dort erzielt der Hybrid-Kuga einen deutlich niedrigeren Verbrauch als der vergleichbare Kuga 1.5 EcoBoost. Auf der Landstraße fällt der Verbrauchsvorteil jedoch nicht mehr so deutlich aus. Und auf der Autobahn nimmt sich der Kuga 8,4 Liter auf 100 Kilometer. Das ist viel. So darf die Hybrid-Variante für diejenigen als interessant gelten, die einen höheren Stadtanteil in ihrem Fahrprofil haben. Im Mix des ADAC Ecotest kam der Kuga Hybrid unter dem Strich auf 6,5 Liter pro 100 Kilometer. Das ist für die Fahrzeuggröße und den Allradantrieb okay, aber auch nicht mehr. Ford Kuga Plug-in-Hybrid im ADAC Test Wer einen Schritt in Richtung Elektroauto gehen will, hat mit dem Kuga als Plug-in-Hybrid eine Alternative. Für den Antrieb des ausschließlich frontgetriebenen Kuga PHEV sorgt die Kombination aus einem 2,5-Liter-Benziner und einem Elektromotor, die es auf eine Systemleistung von 178 kW/243 PS bringt. Die Fahrleistungen sind über jeden Zweifel erhaben: So sprintet der Kuga Plug-in in flotten 7,3 Sekunden auf Tempo 100, und der Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h beim Überholen ist in guten 3,8 Sekunden erledigt. Hier gibt es nichts zu meckern. Allerdings verleitet der Antrieb auch wegen des stufenlosen Automatikgetriebes eher nicht zum schnellen Fahren, sondern zum entspannten Cruisen. Das Plug-in-Hybrid-System überzeugt im ADAC Ecotest mit guter Effizienz, wegen des recht kleinen Akkus kommt das SUV rein elektrisch dennoch lediglich 56 Kilometer weit. Auch in puncto Ladeleistung ist der Kuga nicht auf dem Stand der Technik: Er lädt nur mit maximal 3,7 kW (AC), während einige Konkurrenten den Akku sogar an Schnellladern mit bis zu 50 kW (DC) befüllen können. Und der Verbrauch? Startet man mit dem Kuga PHEV vollgeladen, verbraucht er im gemischten Fahrprofil des ADAC Ecotest 22,8 kWh/100 km (inkl. Ladeverluste). Fährt man im Hybrid-Modus (Batterie leer), liegt der Durchschnittsverbrauch bei 6,4 l/100 km. Damit zählt das SUV zu den effizienteren Vertretern dieser Fahrzeuggattung. Insgesamt ergibt sich für den Plug-in-Hybrid ein kombinierter Verbrauch von 2,8 Liter Super und 12,8 kWh Strom auf den ersten 100 Kilometern. Enttäuschend beim ADAC Ausweichtest Auf kurvigen Landstraßen überzeugt der Kuga mit guter Präzision. Die Lenkung dürfte in der Mittenlage aber etwas feinfühliger sein und insgesamt mehr Rückmeldung vermitteln. Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h kommt das SUV nach 34,0 Metern (Plug-in) bzw. 36,1 Metern (Hybrid) zum Stehen – das sind gute Werte. Am Ansprechverhalten und an der Dosierbarkeit der Bremsanlage gibt es wenig auszusetzen, der Übergang zwischen der Rekuperationsverzögerung und den Radbremsen ist geglückt. Beim ADAC Ausweichtest, der ein Ausweichmanöver in Notsituationen simuliert, wird der Kuga den Erwartungen nicht gerecht. Der Grund: Das Anti-Schleuder-System ESP greift so rigide und grob ein, dass das kurvenäußere Vorderrad fast blockiert. Bei dem Versuch, nach dem Ausweichen zurück in die eigene Fahrspur zu lenken, schiebt der Kuga dann weiter geradeaus. So besteht der Kuga den Ausweichtest nicht, da er bei einem Ausweichvorgang auf der linken Fahrbahn in den Gegenverkehr rutschen würde. Auch in Sachen Komfort kann das Kuga-Fahrwerk nicht ganz überzeugen. Es hat eine straffe Tendenz, wirkt gerade bei niedrigem Tempo steifbeinig und federt dabei nur unwillig Bodenwellen ab. Bei schnellerer Fahrt verarbeitet der Kuga Unebenheiten gekonnter, wirklich geschmeidig ist er aber auch hier nicht. An das Komfortniveau eines VW Tiguan kommt der Ford nicht heran. Fazit Frei von Schwächen ist der aktuelle Ford Kuga nicht. Die Mängel beim Ausweichtest trüben das mit einer Gesamtnote von 2,1 (Plug-in-Hybrid) und 2,3 (Hybrid) im ADAC Test dennoch ordentliche Endergebnis. Der getestete Hybridantrieb liefert eine solide Vorstellung ab, am sparsamsten ist er in der Stadt. Auf der Langstrecke bzw. auf der Autobahn spart man mit dem Hybrid aber nicht wirklich. Der Plug-in-Hybrid ist wegen seiner vergleichsweise geringen elektrischen Reichweite von 56 Kilometern nicht mehr ganz up to date. Ford Kuga Hybrid: Technische Daten, Preis ADAC Messwerte Testergebnis Text mit Material von SP-X Hier finden Sie noch viele weitere Fahrberichte und Autotests.