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Der ADAC

BMW 7er im ADAC Test: Diesel und Hybrid im Vergleich

BMW 7 von vorne
Am deutlich größeren Kühlergrill scheiden sich die Geister ∙ © BMW

Knapp die Hälfte aller 7er-BMW geht nach China – deshalb orientiert sich das Facelift am dortigen Geschmack. Lesen Sie, wie sich die Luxus-Limousine im ADAC Test schlägt

  • Zwei Versionen im ADAC Test: Ein Diesel sowie der Plug-in-Hybrid

  • Basis-Diesel hat ökonomisch und ökologisch die Nase vorn

  • Konkurrenz: Mercedes S-Klasse, Audi A8, Lexus LS 500 & Co.

In China boomt der Flaggschiff-Markt: Daher ist es nur logisch, dass sich die Münchner bei der letzten Überarbeitung ihres BMW 7er stark an den Vorlieben der chinesischen Käufer orientiert haben. Doch hierzulande gibt es reichlich Kritik an der Optik, vor allem am riesigen Kühlergrill scheiden sich die Geister. Ansonsten hat der 7er seit dem Facelift LED-Scheinwerfer und auf Wunsch Laser-Licht, das bis zu 560 Meter weit nach vorn strahlt. Dazu gibt es überarbeitete Schürzen und schmalere Rücklichter, die ein durchgängiges LED-Band verbindet.

BMW 730d gegen Plug-in-Hybrid: Welcher ist besser?

Der ADAC hat zwei Versionen des Luxus-Liners von BMW getestet: Den Diesel BMW 730d Steptronic und den Plug-in-Hybrid BMW 745e mit M-Sportpaket. Der Diesel erhält die Technik-Note 2,0, der Plug-in-Hybrid eine 2,1. Wie nicht anders zu erwarten, liegen die beiden Versionen trotz der sehr unterschiedlichen Antriebskonzepte, sehr nah beieinander in der Endabrechnung. Denn viele der Eigenschaften – der Sitzkomfort, die Bedienung, der Wendekreis, die Rundumsicht, das Raumangebot für die Insassen und mehr – sind ja auch identisch.

Größere Unterschiede gibt es hinsichtlich der Alltagstauglichkeit. Der Diesel punktet mit einer immensen Reichweite: Er kommt mit einer Tankfüllung (78 Liter) 1215 Kilometer weit. Der Plug-in dagegen will schon nach knapp über 500 Kilometer wieder betankt werden.

Außerdem muss man beim Plug-in-Hybrid auf eine Anhängerkupplung verzichten und hat deshalb auch nicht die Möglichkeit, einen Heckfahrradträger zu installieren. Und während die Dieselversion immerhin 445 Liter Kofferraum zur Verfügung stellt (ADAC Messung), sind es beim Plug-in wegen der Lithium-Ionen-Batterie im Heck nur bescheidene 360 Liter Volumen – das ist eher Kompaktwagen-Niveau.

Viel Luxus hat seinen Preis

Beide Autos bekommen die gute Technik-Bewertung aufgrund ihrer Stärken bei Komfort, Antrieb, Fahreigenschaften und Sicherheit (siehe Detailnoten unten). Die Fahrleistungen des Plug-in-Hybrid erhalten die Bestnote. Und auch die Performance des laufruhigen Diesel schneidet mit einer 1,2 hervorragend ab. Die Federungsqualitäten beider Versionen werden "sehr gut" beurteilt – besser geht's kaum.

Eine technische Schwäche beider Versionen sind die nicht umklappbaren Rücksitzlehnen. Dazu kommen die immens hohen Haltekosten als gravierender Nachteil: Rechnet man den Wertverlust, die Werkstattkosten, Steuern, Versicherung und alles zusammen, kostet der BMW 730d monatlich 1550 Euro. Der BMW 745e belastet das Konto mit 1771 Euro pro Monat.

Sieg für den Diesel, aber kein Gewinn für die Umwelt

Eine nicht unwichtige Rolle im direkten Vergleich spielt aber auch die Frage, welches Modell den umweltfreundlicheren Antrieb hat. Schließlich entscheiden sich viele Kunden genau deshalb für den Plug-in-Hybrid. Schauen wir zunächst auf die Schadstoff-Emissionen. Im Plug-in-Hybrid 745e arbeitet ein feiner 6-Zylinder-Benziner mit Direkteinspritzung und Partikelfilter. Unterstützt wird der Antrieb von einer kraftvollen E-Maschine, der Plug-in braucht also Kraftstoff und Strom.

Das Ergebnis der Messungen: Der Ausstoß von Schadstoffen aus dem Auspuff des 745e liegt weit unter den Grenzwerten. Da aber im ADAC Ecotest auch die Schadstoffe bei der Stromproduktion berücksichtigt werden (well-to-wheel), erhält der BMW 745e Plug-in-Hybrid im Schadstoffkapitel nicht die volle Punktzahl, sondern nur 36 Punkte.

Nun zum Diesel: Auch die Schadstoffwerte des 730d, einem modernen Diesel mit äußerst aufwendigem Abgasreinungssystem, liegen auf sehr niedrigem Niveau. Selbst im Autobahnzyklus bleiben die kritischen NOₓ-Werte deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Und so kommt der 730d im Schadstoffkapitel des Ecotest auf die Maximalpunktzahl von 50 Zählern. Das heißt, der BMW 730d beweist einmal mehr, wie sauber selbst schwere und stark motorisierte Dieselmodelle inzwischen sein können – wenn man es richtig macht. Bei den Schadstoffen hat also der Diesel die Nase vorn.

Bei der CO₂-Klimabewertung müsste der Plug-in-Hybrid nun deutlich besser punkten. Denn bei der Klimabilanz geht es allein um die Höhe des Kraftstoffverbrauches: Je höher der Verbrauch, desto größer die CO₂-Klimabelastung. Rein nach gesetzlicher Betrachtung wäre der Plug-in-Hybrid tatsächlich sehr gut in dieser Disziplin. Denn sein Verbrauch geht in die Zulassungspapiere und bei der Berechnung der CO₂-Flottenwerte für den Hersteller mit einem Wert von nur 2,2 Liter Super pro 100 Kilometer ein.

Es zählt die Well-to-wheel-Bilanz

Doch diese Betrachtung ist eine Milchmädchen-Rechnung: In der Praxis ergibt sich für den BMW 745e nämlich ein Gesamtenergieverbrauch von durchschnittlich 5,5 l Super pro 100 km, zu dem noch 10,6 kWh Strom dazukommen. In der Well-to-wheel-Bilanz für den Plug-in-Hybriden berechnet der ADAC eine CO₂-Gesamtemission von 209 g pro km – und dafür gibt es lediglich 14 von maximal 60 möglichen Punkten.

Nun wieder der Vergleich mit dem Diesel: Der gemessene Durchschnittsverbrauch des 730d liegt bei 6,4 Liter auf 100 Kilometer. Das ergibt eine CO₂-Gesamtbilanz von 202 g/km und 16 von 60 möglichen Punkten für die Klimabelastung. Das heißt: Der Diesel behält mit 66 zu 50 Gesamtpunkten die Nase vorn im Umweltvergleich.

Fazit: Der BMW 7er liefert Luxus, Komfort und Fahrleistungen, wie es kaum besser, aber auch kaum teurer sein könnte. Wirklich umweltfreundlich ist er weder mit dem Diesel noch mit dem Plug-in-Hybrid. Denn egal ob 50 oder 66 Punkte, beide Ergebnisse bedeuten nur drei Sterne im ADAC Ecotest. Das Ziel der Hersteller muss jedoch die Höchstwertung von fünf Sternen sein.

Wer die begehrten fünf Sterne bekommt, lesen Sie im Artikel: ADAC Ecotest 2019: Die saubersten Autos.

Hier können Sie sich den ausführlichen Test des BMW 730d herunterladen
PDF, 857 KB
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Hier können Sie sich den ausführlichen Test des BMW 745e herunterladen
PDF, 769 KB
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Daten, Messwerte, Testergebnisse

Technische Daten (Herstellerangaben)BMW 730d SteptronicBMW 745e M-Paket Steptronic

Motor/Antrieb

6-Zylinder-Turbodiesel, 2993 cm³, 195 kW/265 PS, 620 Nm bei 2000 U/min

6-Zylinder-Benzinhybrid, 2998 cm³, 290 kW/394 PS, 600 Nm

Fahrleistungen

6,1 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze

5,2 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,2 l Diesel/100 km, 138 g CO₂/km

2,2 l Super/100 km, 51 g CO₂/km

Maße

L 5,12 / B 1,90 / H 1,48 m

L 5,12 / B 1,90 / H 1,48 m

Kofferraum

515 l

420 l

Leergewicht / Zuladung

1900 / 610 kg

2070 / 585 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

750 / 2100 kg

Preis

ab 88.400 €

ab 107.900 €

ADAC Messwerte (Auszug)BMW 730d SteptronicBMW 745e M-Paket Steptronic

Überholvorgang 60-100 km/h

3,6 s

2,8 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,6 m

33,3 m

Wendekreis

12,0 m

12,0 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,4 l Diesel/100 km , 202 g CO₂/km (well-to-wheel)

5,5 l Super/100 km + 10,6 kWh , 209 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

***

Reichweite

1215 km

575 km

Innengeräusch bei 130 km/h

62,7 dB (A)

62,0 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1970 / 540 kg

2100 / 555 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

445 / - / - l

360 / - / - l

ADAC TestergebnisBMW 730d SteptronicBMW 745e Steptronic

Karosserie/Kofferraum

2,7

2,9

Innenraum

1,8

1,8

Komfort

1,4

1,3

Motor/Antrieb

1,1

1,0

Fahreigenschaften

2,0

1,8

Sicherheit

1,7

1,5

Umwelt/Ecotest

2,7

3,5

Gesamtnote

2,0

2,1

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

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