Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Pick-up: Vom Lastenesel zum Statussymbol

Bronzener Pickup Ford Ranger Wildtrak fährt auf einem Waldweg
Populärer Pick-up: Der Ford Ranger, hier als "Wildtrak" ∙ © Ford

Pick-ups vereinen die Vorteile von Pkw und Nutzfahrzeug. In Nordamerika sind sie als "Trucks" bekannt und sowohl als Lieferwagen wie auch als Luxusfahrzeug oft auf den Highways zu sehen. In Deutschland ist die Zahl der Fans bislang überschaubar.

  • Beim Kraftfahrt-Bundesamt sind Pick-ups nicht als eigenes Segment erfasst

  • Die meistverkauften Modelle in Deutschland sind Ford Ranger und VW Amarok

  • Tesla und Start-up-Firmen entwickeln Pick-ups mit Elektroantrieb

Als erster Pick-up aus Serienfertigung gilt ein Modell des Ford T. Während vorher Ladeflächen eine Sonderausstattung waren, integrierte der "Runabout" ab 1925 die Pritsche in die Chassis. Rund 135.000 der 20 PS starken Fahrzeuge wurden produziert.

Wie sieht ein typischer Pick-up aus?

Der Name leitet sich vom englischen "to pick up", also "mitnehmen" ab. Und tatsächlich lässt sich auf der Ladefläche eine Menge transportieren, während Fahrer und Passagiere den Komfort eines normalen Pkw genießen. Ein typischer Pick-up besitzt einen Leiterrahmen, auf den Kabine und Pritsche separat montiert sind, eine starre Hinterachse und Blattfederung.

Das Kraftfahrt-Bundesamt teilt Autos unter optischen, technischen und marktorientierten Merkmalen in 13 Segmente ein – Pick-ups sind nicht darunter. Von diesen Fahrzeugen werden in Deutschland schätzungsweise 25.000 jährlich neu zugelassen. Damit lagen sie 2019 in der Größenordnung des Segments Oberklasse, aus dem 28.378 Autos abgesetzt wurden. Angesichts der 3,6 Millionen Neuzulassungen spielen Pick-ups also eine sehr kleine Rolle.

Welche Pick-ups sind am beliebtesten?

Bei den insgesamt überschaubaren Absatzzahlen wären völlig eigenständige Modelle kaum wirtschaftlich zu produzieren. Daher entwickeln manche Hersteller solche Autos in Kooperationen. Ein Beispiel ist der Fiat Fullback, der baugleich mit der fünften Generation des Mitsubishi L200 ist. Die Mercedes X-Klasse wiederum basiert auf dem Navara, der Allianz zwischen Nissan und Renault.

Zu den in Deutschland erfolgreichsten Reihen gehört mit rund 8500 Zulassungen jährlich der Ford Ranger. Er verbraucht relativ viel Diesel, ist aber mit seiner großen Ladefläche dem ursprünglichen Zweck des Pick-ups treu geblieben. Konzipiert wurde er baugleich mit dem Mazda BT-50. Aus der Baureihe Amarok von VW bietet das Modell DoubleCab 2.0 BiTDI Trendline 4MOTION ebenfalls viel Zuladung, aber eher magere Fahrleistungen. Bei den VW-Nutzfahrzeughändlern ist der Amarok noch erhältlich, solange der Vorrat reicht.

Daneben wächst in Europa der Marktanteil japanischer Hersteller wie Toyota, Mitsubishi und Mazda. Auf den asiatischen Absatzmärkten sind diese führend.

Gibt es Pick-ups mit Elektroantrieb?

Für viel Aufsehen sorgte Elektropionier Tesla mit der Ankündigung des Cybertrucks. Der fällt nicht nur durch seine kantige Form auf, sondern auch durch seine robusten Materialien: Verbaut wurden Edelstahl und Panzerglas. Die Produktion soll Ende 2021 beginnen, bestellt werden kann er jetzt schon. Ein Prototyp des elektrischen Ford F-150 zog bei einer Demonstration zehn Eisenbahn-Waggons. Mit ihrer Beladung von 42 konventionellen Ford-Pick-ups wogen sie fast 500 Tonnen.

Zu den Start-ups, die elektrisch betriebene Pick-ups entwickeln, zählen Rivian und Bollinger Motors aus den USA. In Serie gefertigt wird bereits der Elektro-Pick-up Rich 6 EV des chinesischen Produzenten Dongfeng, in Europa wird er aber nicht verkauft.