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Der ADAC

Tesla Cybertruck: Zukunftsweisend oder Spinnerei?

Tesla Cybertruck fahrend auf einer Rennbahn
Tesla Cybertruck: Eckt zumindest bei seinen Fans nicht an ∙ Tesla

Tesla-Chef Elon Musk ist bekannt für seine visionären Ideen. Der gepanzerte Cybertruck ist eine seiner abgefahrensten: Doch kommt er tatsächlich so auf den Markt? Infos, Preise und Bilder.

  • Tesla Cybertruck soll als Elektro-Pick-up 2022 auf den Markt kommen

  • Bis zu drei Elektromotoren und 800 Kilometer Reichweite

  • Schusssicheres Glas, robuste Stahlkarosserie

Egal was Elon Musk anpackt, und sei es auch noch so abstrus: Die Fangemeinde feiert ihn – und zwar genau deswegen. Ob es tatsächlich Sinn macht, einen Tesla Roadster samt Puppe als Fahrer ins All zu schießen, ist dabei einerlei (Hier* kann man sehen, wo sich der Roadster gerade befindet). Und ob es wirklich realistisch ist, dass wir eines Tages in Musks Hyperloop-Röhre mit mehr als 1000 km/h zum Ziel rasen werden? Geschenkt. Hauptsache, die Idee ist cool.

Kein Pick-up für den Gartencontainer

Ladefläche des Tesla Cybertruck
Die Ladefläche des Cybertruck lässt sich absenken und abdecken ∙ Tesla

Auch der Cybertruck wirkte bei seiner Vorstellung 2019 nicht wie von dieser Welt. Als Mischung aus Spähpanzer und Mondfahrzeug konnte man sich den elektrischen Pick-up eher in einem düsteren Science-Fiction-Film vorstellen als mit Schnittgut im Gepäck auf dem Weg zum Gartencontainer in Castrop-Rauxel. Doch Musk scheint es ernst zu meinen mit dem Cybertruck, hat er doch kürzlich angekündigt, das Projekt weiterentwickeln zu wollen. Grundsätzlich solle sich am Konzept nichts ändern, doch sein Team arbeite an leichten Designänderungen. Im Dezember 2020 will Tesla die neue Version des Cybertruck zeigen.

Schusssicheres Glas, ultraharter Stahl

Schon der aktuelle Entwurf bricht mit vielen Konventionen des klassischen Automobilbaus: Die eckige Karosserie besteht aus ultrahartem, kaltgewalztem Edelstahl. Tesla spricht von einem "undurchdringlichen, schlag- und stoßfesten Außenskelett", das so robust wie keine andere Karosserie und gegen Dellen und Rost immun sein soll. Die Insassen sitzen hinter schusssicherem Panzerglas.

Dass der Cybertruck mit seinen unnachgiebigen Planken und den fiesen Ecken eine Zulassung in Europa bekommen würde, ist allerdings unwahrscheinlich. Allein an den Anforderungen zum Fußgängerschutz würde der Pick-up in dieser Form scheitern.

Elektroauto mit bis zu 800 Kilometern Reichweite

Dass der Cybertruck rein elektrisch angetrieben wird, ist Ehrensache für Tesla. Dass er mit immenser Power kommt, ebenso. Drei Motorisierungen sind geplant: Die Basisversion bekommt Heckantrieb und einen Elektromotor und soll in rund 6,5 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Reichweite: 400 Kilometer. Mit zwei Motoren und Allradantrieb ("Dual Motor AWD") sind 480 Kilometer Reichweite vorgesehen und eine Beschleunigung von 4,5 Sekunden auf 100 km/h.

Die größte Ausbaustufe hat drei Motoren ("Tri Motor AWD"), 800 Kilometer Reichweite und sprintet in unter drei Sekunden auf 100 km/h. Sie soll auf mehr als sechs Tonnen Anhängelast kommen. Klingt zwar momentan ziemlich utopisch für ein Elektroauto – Zweiflern hat Musk aber bis jetzt immer wieder die Stirn geboten.

Sechs Sitzplätze, Luftfederung, hohe Nutzlast

Cockpit des Tesla Cybertruck
Innen sieht der Cybertruck vergleichsweise konventionell aus ∙ Tesla

Auch an ganz normalen Alltagsqualitäten mangelt es dem Cybertruck nicht. Dank adaptiver Luftfederung kann das Fahrwerk abgesenkt werden, um den Pick-up leichter beladen zu können. Es gibt insgesamt sechs Sitzplätze: drei in der ersten und drei in der zweiten Reihe. Auf die Ladefläche dürfen bis zu 1,5 Tonnen Nutzlast, der Laderaum ist mit einer stabilen Abdeckung komplett verschließbar. Der Innenraum ist sehr reduziert gestaltet, wie beim Model 3 findet sich ausschließlich ein großer Touchscreen am Armaturenbrett. Der ist 17 Zoll groß und soll über eine komplett neue Benutzeroberfläche verfügen.

Marktstart und Preise

Ab Ende 2021 will Tesla mit der Produktion des Cybertruck beginnen und ihn 2022 ausliefern. Ob er tatsächlich auch in Europa angeboten wird, bleibt fraglich, selbst wenn potenzielle Käufer schon jetzt eine Anzahlung dafür leisten können.

Einen Preis nennt Tesla noch nicht. Laut Medienberichten sollen die Preise in den USA für die einmotorige Variante bei knapp 40.000 Dollar beginnen, während für die größte Ausbaustufe mit drei Motoren fast 70.000 Dollar fällig werden. Möglich ist auch, dass es für die "alte Welt" eine kleinere Version gibt – die alle hiesigen Anforderungen an die Crashsicherheit erfüllt. Man weiß ja nie.

* Link leitet auf eine externe Seite, für deren Inhalte der ADAC nicht verantwortlich ist