Test Audi A6 2026: So fährt sich die Businessclass aus Ingolstadt
Von Andreas Huber

Mit dem neuen A6 will Audi in der Businessklasse wieder aufschließen. Mit Hybrid-Technik, Allradlenkung und Luftfederung soll der Abstand zu E-Klasse und Co. geringer werden. Infos und der Test des A6 Avant als Plug‑in-Hybrid.
Neuer Audi A6 mit hohem Komfort
3.0 V6 und 2.0 TDI als Mildhybride
Der A6 startet bei 55.500 Euro
Audi hat die größte Produktoffensive seit Jahren hinter sich. Die Ingolstädter haben den kompletten Markenkern erneuert, auch den A6. Der ist seit 2025 als Avant und Limousine in neuer Form am Start.
Technisch ist der A6 eng mit seinem Plattformbruder A5 verwandt. Beide bauen auf der PPC-Bodengruppe (Premium Platform Combustion) auf und setzen auf Hybrid-Technik. Ob der bisher so beliebte Dienstwagen auch künftig die Chefetage deutscher Unternehmen chauffieren wird?
Audi A6 Avant in Bildern

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Optisch sieht der neue A6 dem kleineren A5 sehr ähnlich. An der Front hat auch das gehobene Mittelklasse-Fahrzeug einen großen, gedrungenen Single-Frame-Kühlergrill. Daneben finden sich nicht nur in der S-Line-Variante große Kühllufteinlässe. Die Scheinwerfer sind optional mit Matrix-LEDs bestückt und tragen auf Wunsch eine individuell konfigurierbare Tagfahrlicht-Signatur.
An der Seite fallen die in der Karosserie versenkten Türgriffe und das nach hinten flach abfallende Dach auf. Beim Avant läuft das Heck relativ spitz aus. Interessantes Detail: Die Rücklichter sind durch ein darunterliegendes Leuchtenband miteinander verbunden. Optional sind Rückleuchten mit digitaler OLED-Technik verfügbar, die mit ihrer fein segmentierten Grafik andere Verkehrsteilnehmer vor Gefahren warnen können.
A6-Innenraum: Der Vorgänger war edler
Im Innenraum des A6 gibt es keine großen Überraschungen. Auch in der Businessclass setzt Audi auf eine große Displaylandschaft, bestehend aus digitalem Kombiinstrument, 14,5 Zoll großem Infotainment-Screen und einem optionalen 10,9-Zoll-Beifahrerdisplay. Diese Konfiguration ist bereits aus Modellen wie A5, Q6 e-tron und A6 e-tron bekannt.
Die Verarbeitung geht in Ordnung, genügt aber im Detail nicht dem Anspruch, den die vorherige Generation aufgebaut hat. Anstelle von Metallelementen, beispielsweise um den Gangwahlschalter in der Mittelkonsole herum, setzt Audi hauptsächlich auf kratzanfälligen Kunststoff in Hochglanzoptik. Dieser ist zwar hochwertig, kommt aber einfach nicht an den haptischen Eindruck des Vorgängers heran.
Losgelöst davon arbeiten die Ingolstädter im Innenraum mit angenehmen Materialien, aufgeschäumten Kunststoffen und je nach Ausstattung mit Leder oder Alternativen aus recyceltem Plastik.
Das Platzangebot ist in der ersten Reihe großzügig, auch im Fond finden Erwachsene gut Platz. Ohne Panoramadach haben auch 1,95 Meter große Personen noch Platz, ab 1,90 Metern könnte es um den Kopf herum eng werden, sollte das Panorama-Glasdach bestellt worden sein. Die Knie haben aber in allen Versionen angenehm Luft nach vorne. Im Test zeigt sich, dass die Platzverhältnisse verglichen mit dem Vorgänger etwas geschrumpft sind.
Das macht sich auch beim Kofferraumvolumen bemerkbar. Der ADAC misst beim Plug‑in-Hybrid 405 Liter mit aufrechter Sitzbank. Ist diese umgelegt, werden es bis zu 1380 Liter. Ohne Elektro-Unterstützung steigt der Nutzwert, denn der Hochvolt-Akku benötigt Platz im Kofferraum. Trotzdem: Das Ladevolumen ist für diese Fahrzeugklasse unterdurchschnittlich.
Ausstattung: Viel Komfort

Wie es sich für die gehobene Mittelklasse gehört, bieten der neue Audi A6 Avant und die Limousine allerhand an Ausstattung, sowohl serienmäßig als auch optional. In der Basis rollt der A6 immer mit 18-Zoll-Leichtmetallrädern zur Kundschaft, auf Wunsch sind bis zu 21 Zoll möglich.
Beim Exterieur stehen zwei Ausstattungslinien zur Auswahl, neben der Basis gibt es hier auch noch die sportliche S-line inklusive nochmals optionalem "Schwarzpaket" für dunkle Akzente. Mit bis zu elf Außenfarben lässt sich zudem Farbe auf die Straße bringen.
Laut Audi soll sich die Schalldämmung im Vergleich zum Vorgängermodell um 30 Prozent verbessert haben, gegen Aufpreis lässt sich zudem eine Akustikverglasung bestellen, die den A6 noch leiser macht. Musikliebhaber können sich zudem 3D-Klang mit einer Bang-&-Olufsen-Soundanlage ins Auto holen. Für mehr Fahrkomfort bietet Audi eine aufpreispflichtige Luftfederung und eine Allradlenkung an. Wer es besonders dynamisch mag, greift zum Sportfahrwerk.
Fahren: Das Gewicht macht sich bemerkbar

Vor allem die optionale Luftfederung bringt dem Ingolstädter eine ordentliche Portion Ruhe bei. Im Test überzeugt der A6 Avant mit einem hohen Federungskomfort. Dabei wird der Wagen keineswegs schwammig, auch im Komfortmodus lässt sich der Avant problemlos und sicher über kurvige Landstraßen manövrieren.
Hier hilft ihm auch seine angenehm leichtgängige und treffsichere Lenkung. Fans dynamischer Gangart würden sich hier allerdings eine noch etwas sportlicher abgestimmte Lenkung wünschen. Die Tester attestieren dem A6 zudem eine etwas entkoppelte und synthetisch wirkende Lenkcharakteristik.
Vom Wesen her ist der A6 für die entspannte Langstrecken-Reise gemacht. Auch das serienmäßige Stahlfahrwerk, das die Redaktion kurz fahren, aber nicht ausführlich testen konnte, passt dazu: Es bietet einen angenehmen Komfort und kommt vor allem mit kleineren Rädergrößen gut zurecht. Wer keine adaptiven Dämpfer braucht, kann hier getrost zuschlagen.

Beim Thema Agilität unterstützt den Audi A6 auf Wunsch auch eine Allradlenkung, die Option ist allerdings an Versionen mit dem Quattro-Antrieb gebunden. Bei niedrigen Geschwindigkeiten lenken die Hinterräder entgegen der Richtung der Vorderräder ein, was den A6 wendiger macht und ihm einen kleineren Wendekreis beschert. Bei flotterer Gangart lenken sie in die gleiche Richtung, was Stabilität beim Überholen gibt.
Vor allem in engen Gassen macht das System den Audi leichtfüßig und lässt das Fünf-Meter-Schiff eine Nummer kleiner wirken. Auf der Landstraße überdeckt dagegen das Gewicht des Ingolstädters die Vorzüge der Technik etwas.
Audi A6 Avant Plug‑in-Hybrid im Test

Das Angebot bei den Benzinmotoren ist breit gefächert. Als Basismotor gibt es einen 2.0 TFSI mit 150 kW, darüber den 2.0 TFSI als Plug‑in-Hybrid ("e-Hybrid"), wahlweise mit 220 (vom ADAC getestet) oder 270 kW, sowie einen 3.0 TFSI mit ebenfalls 270 kW, der als Mildhybrid ausgelegt wurde. Beim Diesel bleibt der Kunde auf den 2.0 TDI MHEV mit 150 kW, den zweiten Mildhybrid, angewiesen. Aktuell gibt es keine Diesel-Alternative.
Im ausführlichen Test zeigte sich der kleinste Plug‑in-Hybrid als angemessene Motorisierung für den A6. Zwar lässt die Beschleunigung im Elektro-Modus spürbar nach. Arbeiten beide Maschinen aber zusammen, spurtet der A6 dynamisch nach vorne. Beide Antriebe harmonieren gut miteinander, der Zweiliter-Vierzylinder läuft zudem sehr kultiviert und wird selbst bei höheren Drehzahlen nicht aufdringlich.
Kombiniert verbrauchte der A6 im Test 14,4 kWh Strom und 3,6 Liter Super auf 100 Kilometer. Wer nur elektrisch fahren möchte, kommt laut Test auf 26,8 kWh/100 Kilometer, was ein verhältnismäßig hoher Wert ist. Mit leerem Akku genehmigt sich der Audi im Hybridmodus 7,3 Liter, was wiederum gemessen an der Fahrzeuggröße nicht schockiert.
Der getestete A6 startet ab einem Basispreis von 68.300 Euro und sortiert sich damit im Mittelfeld der Konkurrenzmodelle von BMW und Mercedes ein. Klug ausgestattet stimmt das Preis-Leistungsverhältnis, mit einer Menge Zusatzausstattung wird es aber sehr teuer. Der Testwagenpreis lag bei über 91.000 Euro.
Das hat uns gefallen: Sehr gute Fahrleistungen, hoher Federungskomfort (mit optionalem Luftfahrwerk), handliche und sichere Fahreigenschaften
Das hat uns nicht gefallen: Hoher elektrischer Verbrauch, keine Schnelllademöglichkeit, teils unergonomische Bedienung, weniger wertig als Vorgänger
Audi A6: Technische Daten & Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | Audi A6 Avant 2.0 TFSI e-hybrid quattro S tronic (ab 07/25) |
|---|---|
Motorart | PlugIn-Hybrid |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 1.984 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 220 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 299 |
Drehmoment (Systemleistung) | 450 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 5.000 U/min |
Antriebsart | Allrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 6,0 s |
Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
Reichweite WLTP (elektrisch) | 101 km |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 53 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 2,3 l/100 km |
Stromverbrauch kombiniert (WLTP) | 15,3 kWh/100 km |
Batteriekapazität (Brutto) in kWh | 25,9 |
Batteriekapazität (Netto) in kWh | 20,7 |
Ladeleistung (kW) | AC:2,3-11,0 |
Kofferraumvolumen normal | 404 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 1.423 l |
Leergewicht (EU) | 2.225 kg |
Zuladung | 535 kg |
Anhängelast ungebremst | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 2.000 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.999 mm x 1.875 mm x 1.472 mm |
Grundpreis | 68.300 Euro |
ADAC Messwerte
| ADAC Messwerte (Auszug) | Audi A6 Avant 2.0 TFSI e-hybrid quattro s-tronic |
|---|---|
Überholvorgang 60–100 km/h | 3,7 s |
Bremsweg aus 100 km/h | 32,7 m |
Wendekreis | 11,6 m |
Autotest-Verbrauch | 14,4 kWh + 3,6 l Super/100 km |
Reichweite | 711 km |
Innengeräusch bei 130 km/h | 63,7 dB(A) |
Leergewicht / Zuladung | 2225 / 535 kg |
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch | 405 / 830 / 1380 l |
ADAC Testnoten
ADAC Testergebnis | Audi A6 Avant 2.0 TFSI e-hybrid quattro S tronic (ab 07/25) |
|---|---|
Karosserie | 2,3 |
Innenraum | 2,0 |
Komfort | 1,4 |
Antrieb | 1,3 |
Fahreigenschaften | 1,6 |
Sicherheit | 1,8 |
Umwelt | 3,8 |
Gesamtnote | 2,0 |
sehr gut
0,6 - 1,5
gut
1,6 - 2,5
befriedigend
2,6 - 3,5
ausreichend
3,6 - 4,5
mangelhaft
4,6 - 5,5
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