Cabrios 2022: Alle Neuheiten und aktuellen Modelle

Seitenansicht eines fahrenden Mercedes AMG SL
Neuer Mercedes SL: Als AMG-Spitzenmodell mit bis zu 585 PS© Mercedes

Ausblick auf die neue Cabrio-Saison: Der Marktüberblick mit allen neuen und aktuellen Modellen. Technische Daten, Bilder und Preise.

  • 37 Cabrio-Baureihen im Angebot der Hersteller

  • 100 Versionen mit unterschiedlichen Antrieben/Preisen

  • Open-Air-Vergnügen von 20.500 bis 460.000 Euro

  • Motorleistungen von 70 bis 1000 PS

  • Neu: Cabriolets mit reinem Elektroantrieb

Sommer, Sonne, Cabrio. Sobald es Frühling ist und der Wettergott sich von seiner guten Seite zeigt, werden quer durch die Republik die Verdecke nach hinten geklappt. Wer noch kein Cabrio besitzt, kann sich hier schon mal schlau machen: Welche Modelle gibt es? Wie viel Geld muss man investieren? Und was bekommt man dafür?

In der Modelltabelle finden Sie alle Cabrios zunächst alphabetisch nach Herstellernamen gelistet. Es gibt aber auch eine Sortierfunktion, mit der Sie sich die Modelle nach Preis, Leistung oder Hubraum sortiert anzeigen lassen können, indem Sie oben auf den Kopf der jeweiligen Spalte klicken.

Alle aktuellen Cabrios in Deutschland: Daten und Preise

Das von der ADAC Datenbank erfasste Angebot ist riesig: 100 Versionen mit unterschiedlichen Motorisierungen und Preisen werden von den Autoherstellern feilgeboten. Ganz neu auf dem Markt sind die Chevrolet Corvette Stingray und der Mercedes SL AMG zu vermelden. BMW 8er, Mazda MX-5 und VW T-Roc haben jeweils ein Facelift bekommen.

Unter 35.000 Euro sind nur sechs Baureihen zu finden, aber mit immerhin 14 Modellversionen, zwischen denen sich ein Interessent entscheiden kann. In der mittleren Preisklasse von 35.000 bis 60.000 Euro versuchen vor allem die deutschen Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes Cabrios unters Volk zu bringen. Im Preissegment zwischen 60.000 bis 100.000 Euro zählen wir 30 Modellversionen, die dann schon sehr gehobene Ansprüche bedienen.

Die größte Angebotsvielfalt existiert mit 37 Modellversionen zu Preisen jenseits von 100.000 Euro – Autos, von denen die meisten Menschen nur träumen können. Aber auch die gehören bei einem vollständigen Cabrio-Marktüberblick selbstverständlich dazu.

Cabrios bis 35.000 Euro

Abarth 595C | Fiat 500 C | Mazda MX-5 | Mini | Smart EQ | VW T-Roc

Ein kleines Cabrio als Zweitwagen gefällig? Zum Glück sind preiswerte Cabrios noch nicht ganz ausgestorben. Allerdings ist die Auswahl in der niedrigsten Preisklasse sehr überschaubar. Ab etwa 20.500 Euro geht's los: Dafür bekommt man den Fiat 500 im alten Gewand, den ein kleiner Hybridmotor antreibt. Puristen dürften sich nur daran stören, dass der 500 C im Grunde kein richtiges Cabrio ist, sondern ein Auto mit großem und weit nach hinten aufrollendem Faltdach. Auf der gleichen Basis stehen die Sport-Modelle von Abarth, die aber schon deutlich teurer sind.

Fast schon ein Klassiker sind der kurvengierige Mazda MX-5 sowie der Mini, der ebenfalls viel Fahrfreude bietet. Das aktuelle Facelift des MX-5 umfasst ein weiterentwickeltes Fahrstabilitätsprogramm. Darüber hinaus gibt es lediglich ein Sondermodell sowie Platinum Quartz Metallic als neue Lackfarbe.

Für 32.000 bis 35.000 Euro aufwärts sind die beiden Versionen des VW T-Roc zu haben. Der Wagen bleibt auf absehbare Zeit das einzige Oben-ohne-Modell von Volkswagen – und das einzige Cabrio auf Basis eines SUV auf dem gesamten Markt. Die Begehrlichkeiten aus der Extra-Liste summieren sich jedoch – bezogen auf diese Fahrzeug- und Preisklasse – schnell in schwindelerregende Höhen.

Cabrios von 35.000 bis 60.000 Euro

Audi TT/TTS | Audi A5/S5 | BMW Z4 | BMW 4er | Ford Mustang | Lotus Elise | Mercedes C-Klasse

Diese Cabrio-Preisklasse wird in der Masse von den deutschen Premiummarken Audi, BMW und Mercedes dominiert. Aber es gibt auch eine schmerzliche Lücke: Die neue Generation des 2er BMW wird in Mexiko gebaut, aber nur noch als Coupé. Die Cabrio-Version wurde gestrichen.

Der Ford Mustang wurde bis Ende 2020 auch mit Vierzylinder-Motor angeboten. Das aber ist quasi Geschichte. Fans des Muscle-Cars aus den USA war das schmächtige Triebwerk ohnehin ein Dorn im Auge. Ob der verbliebene 5-Liter-V8 ein zeitgemäßer Antrieb ist, muss jeder für sich selbst beurteilen.

Der Lotus Elise ist ein Spaßmobil – wenn man denn leidensfähig ist. In dem englischen Roadster weiß man kaum, an welcher Stelle man sein Smartphone ablegen soll. Eine Elise ist laut, hart, unkomfortabel. Autofahren pur.

Cabrios von 60.000 bis 100.000 Euro

Chevrolet Corvette | Jaguar F-Type | Mercedes E-Klasse | Morgan Plus | Porsche 718 Boxster

Im Herbst wurde die Chevrolet Corvette Stingray vorgestellt, jetzt ist sie zu haben. Für 93.400 Euro erhalten US-Car-Fans einen 6,2-Liter-V8 mit 482 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 296 km/h. Die achte Generation kommt mit Mittelmotor, einem modernen Entertainmentsystem und Einzelradaufhängung. Das Mercedes-E-Klasse-Cabrio hält zumindest mit seinen AMG-Versionen dagegen. Andererseits bietet die E-Klasse sogar vier Sitzplätze und auch ein ganz ordentliches Kofferraumvolumen.

Ein Jaguar F-Type sowie ein Porsche 718 Boxster bereiten selbst Singles oder Paaren immer mal Platzprobleme. Größere Einkäufe sind genauso wenig drin wie ausgedehnte Urlaubsfahrten mit entsprechendem Gepäckbedarf. Dafür garantieren sie ein fantastisch sportliches Fahrgefühl, das seinesgleichen sucht.

Im Vergleich wirkt ein Morgan Plus optisch total aus der Zeit gefallen. Der Morgan ist eine absolute Rarität: ein als Oldtimer getarntes Neufahrzeug. Unter der Karosserie sind nahezu alle Teile komplett neu konstruiert. Als Antrieb dient ein Zweiliter-Turbo-Triebwerk mit 258 PS von BMW, verbunden mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe oder einer Achtstufenautomatik. Die Autos werden nicht am Fließband, sondern in einer kleinen englischen Manufaktur produziert.

Cabrios über 100.000 Euro

Aston Martin | Audi R8 | Bentley GT | BMW 8er | Ferrari | Lamborghini | Lexus LC | McLaren | Mercedes SL | Porsche 911 | Porsche Spyder | Rolls Royce

Bei wem das Budget keine oder eine untergeordnete Rolle spielt, der kann natürlich auch ins oberste Regal greifen. Dorthin, wo sich die Aston Martins, Bentleys und Ferraris tummeln. Mehr als ein Drittel aller erhältlichen Modelle kostet über 100.000 Euro. Hier zeigt sich am ausgeprägtesten, dass Cabriofahren ein völlig überflüssiger, aber sehr schöner Luxus sein kann.

In dieser Preisklasse sind aus deutscher Produktion der Audi R8, der BMW 8er, der neue Mercedes SL AMG sowie der Porsche 911 vertreten. Aber auch die Marken Bentley, Lamborghini und Rolls Royce firmieren unter dem Dach deutscher Automobilkonzerne. Schließlich gehören Bentley und Lamborghini seit Jahren zu Volkswagen, Rolls Royce zu BMW.

Bei Aston Martin spielt heute Mercedes als Anteilseigner und Technologiezulieferer eine tragende Rolle. Das findet sich hinsichtlich der Hightech-Motoren und der Bedienungslandschaft in einem Aston Martin wieder.

Absolut einzigartig im Charakter, aber auch schon lange nicht mehr eigenständig ist die Marke Ferrari, die mit Fiat fusionierte. Für viele stellt sie den Inbegriff für reinrassige Sportwagen dar. Es wird interessant, wie sich Ferrari unter dem Dach des neuen Weltkonzerns Stellantis in den nächsten Jahren entwickelt. Ob McLaren – eher bekannt als Formel-1-Rennstall – eines Tages von einem großen Autokonzern geschluckt werden wird, steht in den Sternen.

Cabriolets mit Elektroantrieb

Fiat 500 e | Smart EQ | Renault Twizy

Cabriolets mit rein elektrischem Antrieb gibt es bisher nur wenige. Zum einen den Smart EQ, was zudem die billigste Möglichkeit ist, ein Cabrio zu fahren. Ein Manko besteht in der ziemlich dürftigen Reichweite, sodass größere Ausflüge mit Umständen – sprich häufigen Zwischenladungen – verbunden sind. Leider läuft das Modell im Jahr 2022 aus. Und der neue Elektro-Smart wird einstweilen nicht als Cabrio gebaut.

Bleibt noch das Fiat 500 e Cabriolet. Das ist mit kleinem Akku (24 kWh), kleiner Reichweite (190 Kilometer) und kleinem Motor (70 kW/95 PS) ab etwa 32.400 Euro erhältlich. Mit größerem Akku (42 kWh), größerer Reichweite (303 Kilometer) und etwas mehr Motorleistung (87 kW/118 PS) kostet das 500 e Cabrio ohne Extras 34.000 Euro. Puristen werden das 500 e Cabrio allerdings eher als Auto mit Rolldach denn als Cabriolet bezeichnen.

Wer das Thema Cabrio noch weniger eng sieht, kann zum elektrisch angetriebenen Renault Twizy greifen. Hier sitzt man mangels Seitenscheiben auch schön luftig. Und weil der Twizy als Mischung aus Motorroller und E-Kart schon für 11.450 Euro zu haben ist, wollten wir ihn nicht unerwähnt lassen. Zumal man ihn auch schon mit 16 Jahren fahren kann. Mehr zu Fahrzeugen für Jugendliche lesen Sie hier.

Cabrio, Roadster, Speedster, Targa: Was ist was?

Offene Autos haben viele Bezeichnungen, mit oder ohne Sicherheitsbügel. Doch es gibt ganz handfeste Unterschiede zwischen Cabrio, Speedster, Roadster und Targa. Wir erklären die Unterschiede.

Cabrio

Als Oberbegriff für alle offenen Fahrzeuge dient das Wort Cabrio. Es leitet sich vom französischen "cabrioler" ab, was so viel wie “Luftsprünge machen“ bedeutet. Bei einem offenen Cabrio erlebt der Fahrer die Tour mit allen Sinnen, der Wind rauscht durchs ganze Auto. Daher sind Cabriolets bei vielen Autofahrern so beliebt. Meist ist ein Cabrio ein offenes Fahrzeug mit zwei Türen, vier Sitzen und einem kleinen Kofferraum. Denn zum Großteil verschwindet beim Öffnen des Daches dieses dorthin.

Cabriodächer bestehen meist aus Aluminium, Glas, Stahl, Stoff, Kunststoff oder Leder. Eine Zeitlang setzten Cabrios wie VW Golf oder Ford Escort auf Überrollbügel, um mehr Sicherheit und Steifigkeit zu erlangen. Moderne Fahrzeuge, die hochfeste Stähle, massive Windschutzscheibenrahmen und automatische Überrollbügel integrieren, benötigen keine Bügel mehr. Auch die in den 2000er-Jahren populären Stahldächer sind bei Cabrios so gut wie verschwunden. Moderne Stoff-Konstruktionen aus mehreren Lagen dämmen und isolieren ausreichend und sind weitaus leichter als Stahl- oder Aluminium-Konstruktionen.

Roadster

Roadster sind besonders sportliche Cabrios mit in der Regel zwei Sitzplätzen. Sie sind kleiner, leichter und stärker motorisiert als normale viersitzige Cabrios, wobei der Übergang fließend bei 2+2-Sitzern ist. Zu Beginn der Roadsterzeit in den 1950er-Jahren waren die Modelle wie von Austin Healy, Triumph oder MG nur zum Offenfahren gedacht. Eine dünne Behelfspersenning konnte im Stand angebracht werden – damit das Auto bei Regenschauern nicht vollläuft. Durch kleine Türen schlüpfte der Fahrer in das niedrige Auto. Denn im Grunde waren Roadster nur offene Sportwagen mit zwei Sitzen, die vorwiegend dem Fahrspaß dienten.

Italienische Hersteller nennen diese Fahrzeuge Spider (wie der berühmte Alfa Romeo Spider), Spyder oder Speedster (siehe unten). Schon Ende der 1970er-Jahre ebbte das Interesse für Roadster ab. Erst mit dem Mazda MX-5 erlebte diese Fahrzeuggattung ab 1989 wieder einen Boom – mit vielen Nachahmern. Auch wenn die Notverdecks mittlerweile Ganzjahresverdecks gewichen sind: Der Markt an Roadstern in Deutschland ist nicht üppig. Neben dem Mazda MX-5 zählen der BMW Z4, Porsche 718 Boxster, Mercedes SLK, SL und AMG-GT ebenso dazu wie der Nissan 370Z Roadster oder Audi TT.

Speedster

Speedster nennen sich besonders sportliche Roadster, die noch extremer und puristischer sind als andere offene Fahrzeuge. Porsche verkaufte schon 1948 einen Speedster. Im Gegensatz zum Roadster sitzt der Motor hinten statt vorne, außerdem verkleinert Porsche die Windschutzscheibe stark. Über die Jahre gab es immer wieder Speedster-Modelle auf Basis des 911er. Im Mai folgt ein neues Modell der Baureihe 992. Im Vergleich zum konventionellen Cabrio setzt der Speedster auf eine kleine Frontscheibe und zwei Heck-Höcker aus Carbon. Dazu kommt ein leistungsgesteigerter Motor und dank des Einsatzes von Carbon ein niedriges Gewicht.

Targa

Ein Targa-Modell setzt auf einen Sicherheitsbügel und ein mittiges Dachteil, das sich zwischen Windschutzscheibe/A-Säule und B-Säule herausnehmen lässt. Die Heckscheibe bleibt in der Regel steif. Durch den Bügel wird der Targa verwindungssteifer und sicher. Früher war die Konstruktion die einfachste Möglichkeit, das Dach eines Autos mit geringem Aufwand zu öffnen und das Verdeck platzsparend im Kofferraum unterzubringen. 1961 stellt Triumph erstmals für den Roadster Triumph TR4 ein zweiteiliges Hardtop vor, das so genannte Surrey Top.

Anfang der 1970er-Jahre folgen weitere Hersteller der Bauweise, darunter Dino 246 GTS, Opel Kadett Aero, Triumph Stag und Fiat X 1/9. Das so genannte T-Roof oder T-Top gab es bei Corvette C3, Chevrolet Camaro, Nissan 100 NX oder Toyota MR-2.

Um die strengen Zulassungshürden für Cabrios auf dem amerikanischen Markt zu umgehen, erfanden Porsche-Ingenieure 1965 einen Sicherheitsbügel, der die Karosserie umspannt. Der Name Targa lehnt sich an das berühmte Rennen Targa-Florio an, ist aber heute ein eingetragenes Markenzeichen von Porsche. Andererseits kommt es aus dem italienischen und bedeutet Schild oder Windschutz.

Targa-Dächer sind mittlerweile aus der Mode gekommen, spielen eher im Bereich der Nostalgie mit. Denn durch den Einsatz neuer Werkstoffe wie hochfeste Stähle und neuer Konstruktionen setzen nur noch wenig Hersteller auf die Querverstrebung. Bekannte und beliebte Targa-Fahrzeuge: Mazda MX-5 RF, Lotus Elise, Chevrolet Corvette, Lamborghini Aventador Roadster und Porsche 911 Targa.