Wer sich für einen Mini entscheidet, bekommt ein kleines Auto, das schon mit 156 PS viel Fahrspaß vermittelt. Im Spitzenmodell John Cooper Works sind's gar 231 PS. Mini Cooper als Drei- und Fünftürer sowie als Cabrio Im Test: Mini Cooper C (Dreitürer) mit 156 PS sowie Cooper Cabrio S mit 204 PS Preise von 27.500 bis 44.000 Euro Wer nach einem Kleinwagen Ausschau hält, der sich nicht wie ein profaner Kleinwagen anfühlen soll, lag beim Mini Cooper schon immer richtig. Vorausgesetzt, er oder sie bringt das nötige "Kleingeld" mit. Denn billig ist ein Mini nicht zu haben – das gilt auch für das 2024 neu aufgelegte Modell des Klassikers. Nach dem Mini Cooper Electric ist auch der Mini Cooper mit Verbrennungsmotor in neuer Form gestartet. Mini Cooper: Kleinwagen in pfiffigem Design Sehr charakteristisch für den Mini sind die kurzen Überhänge, das trapezförmige "Greenhouse" (die Fenster-Dach-Konstruktion) mit farblich abgesetztem Dach und Außenspiegeln sowie die runden Kulleraugen – Markenzeichen, die Mini nicht leichtfertig aufgibt. Ganz zu schweigen von zahlreichen Spielereien und Möglichkeiten zur Individualisierung, die beinahe jeden Mini einzigartig (und teuer) machen. Das aktuelle Modell erkennt man am ehesten an den dreieckigen Rückleuchten. Vielleicht etwas verwirrend an der Modellauswahl: Es gibt den Mini nicht nur als normalen Dreitürer und als Cabrio mit einer Länge von 3,88 Metern, sondern auch als Fünftürer, der um 16 Zentimeter verlängert ist. Als Fünftürer spielt der Mini im Verkauf aber kaum eine Rolle. "Charismatischer" Innenraum im Mini Im Innenraum herrscht stilvolle Modernität, Mini nennt es "Charismatic Simplicity", also eine Reduziertheit im Design mit einer starken Ausstrahlung. Die kann man dem Armaturenbrett ganz sicher nicht absprechen, wobei der runde Touch-Bildschirm in der Mitte des Cockpits ganz besonders die Blicke auf sich zieht. Auf der flachen Scheibe lassen sich fast alle Funktionen bedienen, sie kann nicht nur farblich, sondern auch inhaltlich je nach Gusto verändert werden. Textilien aus recyceltem Polyester sollen nicht nur pflegeleicht sein, sondern auch eine "wohnliche Wohlfühlatmosphäre" erzeugen. Dieser Ansatz funktioniert erstaunlich gut. Sofort fühlt man sich im Mini wohl. Die Verwendung von Schaltern und echten Tasten unter dem Bildschirm macht die Bedienung an dieser Stelle weitestgehend intuitiv, die Auflösung des Touchscreens ist fabelhaft. Doch die Vielzahl an Infos und Bedienmöglichkeiten am Bildschirm will erst mal gedanklich sortiert werden. Und die Tatsache, dass hinter dem Lenkrad kein Tachometer mehr zu finden ist und man hier ebenfalls auf den Bildschirm schauen muss, macht den Kauf des über eine kleine Plexiglasscheibe realisierten Head-up-Displays fast schon obligatorisch. Das dick aufgepolsterte Lenkrad und die Sitze geben dem Mini einen Hauch von Sportlichkeit mit. Bei der Verarbeitung gibt es im Test wenig zu meckern. Zwar setzt Mini beim Cooper flächendeckend Hartplastik ein, dieses ist aber wenigstens ansehnlich texturiert und gut verarbeitet. Die Einzelteile passen gut zusammen, nur einzelne scharfe Kanten stören den guten Gesamteindruck etwas. Platzverhältnisse konzeptbedingt beschränkt Vorne bietet der Kleinwagen ein ordentliches Raumgefühl und genug Platz, auch für Menschen mit zwei Metern Körpergröße. Im Fond sieht die Sache dagegen etwas anders aus. Hier ist das Raumangebot begrenzt. Zwar finden Menschen bis 1,85 Meter sogar noch eine passable Kopffreiheit, dafür wird es dann aber an den Beinen eng. Wie bei Mini üblich, ist der Kofferraum im Normalzustand sehr klein bemessen. 140 Liter misst der ADAC, mit umgelegter Rückbank und dachhoch wächst der Stauraum immerhin auf 720 Liter an. Mini Cooper C im ADAC Test Einen wichtigen Beitrag zum Fahrspaß leisten natürlich die Motoren. Hier stehen drei Versionen zur Auswahl: Die Basis bildet der getestete Mini Cooper C mit 156 PS starkem 1,5-Liter-Dreizylindermotor. Darüber rangieren der Cooper S mit 204-PS-Vierzylinder, den der ADAC in Cabrio-Version getestet hat. Wie sich das Topmodell John Cooper Works mit 230 PS fährt, lesen Sie weiter unten. Selbst das Einstiegsmodell kann mit ordentlichen Fahrleistungen aufwarten und erzeugt bereits Fahrspaß, schließlich bringt der Basismotor den Mini in nur 7,7 Sekunden auf Tempo 100 und auf eine Höchstgeschwindigkeit von stolzen 225 km/h. Geschaltet wird im Mini übrigens grundsätzlich nicht mehr selbst, alle Modelle haben nun ein Automatikgetriebe an Bord. Das Getriebe sortiert die Gänge rasch und treffsicher. Nettes Detail: Im "Go-Kart-Modus" schaltet die Automatik absichtlich hart und gibt beim Herunterschalten sogar etwas Zwischengas. Bei der Verbrauchsmessung liefert der Mini Cooper C keine Glanzleistung ab. Mit 6,5 Liter/100 km im ADAC Ecotest ist der Brite kein Spritspar-Wunder. Die neu getestete S-Version des Cabrios verbraucht mit 6,7 Liter noch etwas mehr. Beim Kapitel Fahrstabilität ist der Mini ganz in seinem Element. Im ADAC Ausweichtest lässt sich der Winzling bemerkenswert agil und leichtfüßig durch die Pylonengasse dirigieren. Bereits beim Anlenken folgt er direkt dem Lenkbefehl und das ESP unterstützt mit einem Bremsimpuls passend den Spurwechsel. Mit dem 204 PS starken Cooper S steigert sich das Fahrerlebnis nochmals merklich. Er stürmt in 6,6 Sekunden auf 100 km/h und fährt maximal 242 km/h schnell – und damit den meisten anderen Autos auf und davon. Wem das immer noch nicht genügt, der muss zum John Cooper Works greifen. Hier verlernt der Kleinwagen seine britische Zurückhaltung vollends und wird zur Krawallbüchse. Der Zweiliter-Vierzylinder leistet 231 PS und 380 Nm Drehmoment. Auf dem Papier reicht das für den Standardsprint in flotten 6,1 Sekunden. Die Stärken des John Cooper Works Was sich auf dem Papier wie Spaß liest, bestätigt sich in der Praxis als äußerst amüsant. Schon beim Start des Motors begrüßt der John Cooper Works (JCW) die Insassen mit einem Brüllen aus dem mittig angebrachten Auspuffrohr. Auf Understatement sollen andere setzen, ein Sport-Mini möchte gehört werden. Wer im Go-Kart-Modus fährt, wird bei Lastwechseln oder Schaltvorgängen mit lautem Poltern und Sprotzeln aus dem Endrohr belohnt. Der ein oder andere mag das als kindisch empfinden – wer sich einen JCW kauft, erwartet von einer Abgasanlage aber genau das. Der Motor bietet sein maximales Drehmoment über ein breites Drehzahlband an (1500 bis 4000 U/min), dabei hängt der Turbomotor gut am Gas. Durch längeres Ziehen an der linken Schaltwippe hinter dem Lenkrad gibt der Mini für 10 Sekunden die maximale Leistung frei – natürlich illustriert durch eine Mini-typische Animation auf dem Head-up-Display und dem Zentralbildschirm. Das Getriebe macht im automatischen Modus eine gute Figur, die Schaltpunkte sind meist treffend zum Fahrprofil gewählt. Im manuellen Modus sieht die Sache dagegen leider etwas anders aus. Nach dem Zug an der Wippe braucht die Automatik eine Weile, ehe sie den Gang wechselt. Schade, denn gerade ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer werden hier Dynamik vermissen. Der Kontakt zur Straße ist durch das adaptive Sportfahrwerk ziemlich unvermittelt vorhanden. Die Dämpfer reagieren im Mini John Cooper Works je nach Anregung und bieten so ein sehr sportliches Fahrerlebnis. Die Fahrmodi haben dabei keinerlei Einfluss auf die Charakteristik der Dämpfung. Daraus resultiert ein stets knackiges Fahrverhalten, das im Alltag und auf schlechten Straßen allerdings nicht jedermanns Sache sein dürfte. Zusammen mit der präzisen Lenkung macht das Sportfahrwerk den Kleinwagen zum Kurvenräuber. Die Rückmeldung am Lenkrad ist ausgeprägt, könnte aber in manchen Situationen wie schnellen Kurvenkombinationen noch etwas stärker sein. Mini hat die Lenkung bewusst etwas leichtgängiger gestaltet, das soll den Wagen agiler machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und passt wunderbar zum Auto. Dass die John-Cooper-Works-Abteilung ihren Ursprung im Rennsport hat, merkt man beim neuen Mini auf jedem Meter und zaubert Freunden sportlicher Autos durchweg ein Lächeln ins Gesicht. Mini Cooper/Cabrio: Daten & Preise Hier finden Sie die Daten zu allen Versionen des Mini Cooper ADAC Messwerte ADAC Testnoten Hier finden Sie viele weitere Autotests, Fahrberichte und Neuvorstellungen.