Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Autokauf im Internet

Frau kauft Auto im Internet
Augen auf beim Autokauf im Internet ∙ © Shutterstock/New Africa

Der Autokauf im Netz ist einfach. Egal, ob Sie einen Gebrauchten ersteigern oder einen Kaufvertrag abschließen. ADAC Juristen erklären den Vertragsabschluss im Netz und geben Tipps für die sichere Abwicklung des Vertrages.

ADAC unterstützt die Initiative Sicherer Autokauf im Internet

Aufklärung ist der beste Schutz vor Betrügern. Unter diesem Motto wurde vor zehn Jahren die "Initiative Sicherer Autokauf im Internet" von ADAC, AutoScout24 und mobile.de gegründet. Die Initiative wird von der Polizei unterstützt. Ziel ist es, Autokäufer und -verkäufer für Sicherheitsfragen beim Autokauf im Internet zu sensibilisieren. Auf der Website der Initiative Sicherer Autokauf im Internet* können Sie sich aktuell und ausführlich über bekannte Betrugsmaschen informieren und bekommen Hilfe für den Autokauf bzw. -verkauf im Internet.

Auto im Internet ersteigern oder versteigern

ADAC Juristen erläutern die wichtigsten Fragen für Bieter und Anbieter bei Versteigerungen im Internet.

Vorsicht vor Betrügern

Schauen Sie sich die Internet-Bewertungen des Anbieters an, bevor Sie bieten, und scheuen Sie sich nicht, den Anbieter vor Vertragsabschluss zu kontaktieren. Immer wieder kommt es vor, dass z.B. nach der Versteigerung die Ware gar nicht verschickt wird. Alle wichtigen Informationen zum Sicheren Autokauf im Internet*.

Gebote sind bindend

Bei Internetauktionen werden rechtsverbindliche Verträge geschlossen. Bieten Sie bei einer Internetauktion also auf keinen Fall zum Spaß mit. Wenn Sie das Höchstgebot abgegeben haben, müssen Sie die ersteigerte Sache abnehmen und bezahlen.

Das Gleiche gilt für den Anbieter: Sie können dem Höchstbietenden die ersteigerte Sache nicht vorenthalten, weil Sie sich ein höheres Gebot erhofft haben. Er hat Anspruch auf die Sache. Geben Sie ein Mindestgebot vor, wenn Sie so eine Situation vermeiden wollen.

Widerrufsrecht

Verbraucher haben ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, wenn sie über das Internet mit einem Händler einen Vertrag geschlossen haben. Das Widerrufsrecht beginnt zu laufen, wenn Sie die ersteigerte Ware übergeben bekommen. Hat der Händler Sie nicht oder nicht korrekt über das Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich das Widerrufsrecht nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist um weitere 12 Monate.

Achtung: Sie haben kein Widerrufsrecht, wenn Sie etwas von einer Privatperson ersteigern.

Wollen Sie den Vertrag widerrufen, müssen Sie dies gegenüber dem Händler schriftlich erklären (z.B. per Mail). Die Rückgabe oder Rücksendung der Ware allein reicht nicht aus.

Haftung bei Missbrauch des Accounts

Immer wieder loggen sich Hacker in fremde Ebay-Konten ein und ersteigern für den tatsächlichen Inhaber des Kontos Gegenstände. Der Inhaber des Kontos bekommt das meist erst viel später mit.

Tipp: Verwenden Sie ein kompliziertes Passwort aus Buchstaben (klein und groß), Zahlen und Sonderzeichen, um Ihr Ebay-Konto vor Missbrauch zu schützen.

Sichere Bezahlung

Wenn Sie bei einer Internetversteigerung den Zuschlag bekommen haben, fordert Sie der Verkäufer zur Überweisung des Kaufpreises auf.

Achtung: Verschaffen Sie sich vor der Zahlung Klarheit über die Identität des Anbieters, um für evtl. Streitigkeiten einen Ansprechpartner zu haben. Immer wieder wird die Ware nicht bzw. mangelhaft geliefert oder der Anbieter kann nicht ausfindig gemacht werden (z.B. Briefkastenfirma).

Wenn Sie sicher gehen wollen, nutzen Sie einen Treuhandservice der Auktionsplattform. Hier überweisen Sie den Kaufpreis auf ein Konto des Online-Auktionators. Das Geld wird erst an den Anbieter ausgezahlt, wenn Sie die Ware erhalten und geprüft haben. Im Gegenzug schickt der Verkäufer die Ware erst, wenn er die Benachrichtigung des Auktionshauses hat, dass das Geld eingetroffen ist.

Auto online kaufen

ADAC Juristen geben wichtige Informationen zum Vertragsschluss im Internet und helfen per Checkliste mit Tipps für den Kauf per Mausklick.

Tipps für den Kauf per Mausklick
PDF, 61.1 KB
PDF ansehen

Internet als Informationsquelle

Viele Autokäufer nutzen das Internet nur zur Information. Der Kauf wird in der Regel aber außerhalb des Internets abgewickelt: Der Kunde kauft direkt beim Händler oder er bekommt den Kaufvertrag zur Unterschrift zugeschickt. Dieses Vorgehen hat für Sie den Vorteil, dass es später keine Beweisprobleme gibt, ob ein Kaufvertrag geschlossen wurde oder nicht.

Vertragsabschluss im Internet

Achtung: Auch per E-Mail über das Internet geschlossene Verträge sind rechtlich bindend!

Im Internet kommt ein Vertrag – wie im normalen Geschäftsleben – durch Angebot des Verkäufers und Annahme des Käufers zustande. Beide Parteien machen schriftlich oder per Mail mit sog. Willenserklärungen klar, dass sie sich vertraglich binden wollen.

Beim Vertragsschluss im Internet geben Käufer und Verkäufer ihre Willenserklärungen z.B. per Mail zu verschiedenen Zeitpunkten ab. Kommt es zum Streit, ob ein Vertrag zustande gekommen ist, brauchen Sie einen Nachweis, dass Ihre Willenserklärung die andere Partei auch tatsächlich erreicht hat, d.h. dass sie "zugegangen" ist. Als Zugangsnachweis kann bei einer E-Mail eine Empfangsbestätigung dienen. Sie sollten den Abschluss des Vertrages aber zusätzlich per Fax oder Brief bestätigen, wenn es um größere Geldbeträge geht oder keine Empfangsbestätigung der Gegenseite vorliegt.

Vertippt – was nun?

Wenn Sie sich vertippt oder versehentlich eine Autobestellung per E-Mail abgeschickt haben, können Sie die "Willenserklärung" anfechten. Das bedeutet, dass der Vertragsschluss nichtig wird. Diese Anfechtung muss unverzüglich erfolgen, nachdem Sie den Fehler erkannt haben. Weisen Sie möglichst sofort per E-Mail auf den Fehler hin.

Auch eine fehlerhaft übermittelte Willenserklärung kann u.U. angefochten werden, wenn z.B. wegen eines technischen Fehlers ein falscher Preis übermittelt wird.

Ansprüche beim Verkäufer geltend machen

Der Betreiber einer Internetseite ist häufig nur Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer. Bei Ansprüchen wegen Lieferproblemen, mangelhafter Ware oder Falschlieferung müssen Sie sich direkt an den Verkäufer wenden – nicht an den Vermittler.

Eine Haftung des Vermittlers ist nur denkbar, wenn er Ihre Angaben nicht bzw. falsch weitergeleitet hat oder vertraglich ausdrücklich zugesichert hat, dass er z.B. für die Einhaltung des Liefertermins "garantiert".

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) des Verkäufers

Lesen Sie sich die AGB des Verkäufers genau durch, bevor Sie unterschreiben.

Häufig gibt es Streit über die Frage, ob die AGB des Verkäufers Vertragsbestandteil geworden sind. Der Verkäufer muss auf seine AGB hinweisen und dem Kunden die Einsicht ermöglichen. Für die Verwendung von AGB im Internet bedeutet das, dass sie so auf der Homepage platziert sein müssen, dass sie für den Käufer deutlich sichtbar sind. Muss der Käufer auf der Internetseite erst danach suchen, werden die AGB nicht Vertragsbestandteil, und der Verkäufer kann sich später nicht auf sie berufen.

Widerrufsrecht

Verbraucher haben ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, wenn sie über das Internet mit einem Händler einen Vertrag geschlossen haben. Das Widerrufsrecht beginnt zu laufen, wenn Sie die Ware übergeben bekommen. Hat der Händler Sie nicht oder nicht korrekt über das Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich das Widerrufsrecht nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist um weitere 12 Monate.

Achtung: Sie haben kein Widerrufsrecht, wenn Sie etwas von einer Privatperson kaufen.

Wollen Sie den Vertrag widerrufen, müssen Sie dies gegenüber dem Händler schriftlich erklären (z. B. per Mail). Die Rückgabe oder Rücksendung der Ware allein reicht nicht aus.

Wann gilt das deutsche Recht?

Im Internet gibt es Neu- und Gebrauchtwagenhändler mit Sitz in Deutschland oder im Ausland.

Hat der Internethändler seinen Firmensitz im EU-Ausland, können Sie sich als privater Käufer nach EU-Vorschriften auf deutsches Recht berufen. Dafür muss die Tätigkeit des Händlers auf irgendeine Weise auf Deutschland (z.B. deutschsprachige Homepage mit Kfz-Angeboten, deutsche Mobilfunknummer und internationale Vorwahl) ausgerichtet sein.

Der Autohändler kann mit Ihnen z.B. durch AGB eine sogenannte Rechtswahlvereinbarung treffen. Dann gilt das Recht des Mitgliedstaates, in dem der Händler seinen Firmensitz hat. Aber: Trotz der Rechtswahl dürfen Ihnen die Verbraucherschutzrechte nicht entzogen werden. Widerspricht die Rechtswahlvereinbarung deutschem Recht, können Sie sich auf das für Sie vorteilhaftere deutsche Recht berufen.

Überprüfen Sie vor Vertragsschluss die AGB des Internetverkäufers genau auf eine mögliche Rechtswahlvereinbarung oder lassen Sie sich dazu von einem ADAC Vertragsanwalt beraten.

Ist der Sitz des Internethändlers in einem Land außerhalb der EU, gilt regelmäßig das Recht des betreffenden Landes. Dabei kann es erhebliche Unterschiede zum deutschen Recht geben.

Kodex für die Sicherheit

Der ADAC, die Wettbewerbszentrale, das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe, AutoScout24 und mobile.de haben einen gemeinsamen Kodex für den sicheren Autokauf im Internet entwickelt. Der Kodex legt z.B. fest, wie Inserate in Verkaufsplattformen im Internet aussehen sollen und welche Beschreibungen Verkäufer für ihr Fahrzeug verwenden dürfen.

Kodex für den Fahrzeughandel im Internet
PDF, 128 KB
PDF ansehen

* Durch Anklicken der Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Angela Baumgarten
Fach-Autorin
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?