Paris verdreifacht die Parkgebühren: Teures Parken für SUVs

Ein Blick auf die Plakatwand mit einem Referendumsplakat in Paris, Frankreich am 22. November 2023.
Die Pariserinnen und Paris haben abgestimmt: Parken wird für SUV-Fahrer dramatisch teurer© dpa/Anadolu

Deutsche Urlauber und Urlauberinnen, die mit ihrem SUV Paris besuchen möchten, müssen künftig deutlich mehr bezahlen, wenn sie ihr Auto in der Stadt parken. Paris verdreifacht die Gebühren für schwere Geländewagen.

  • Teuerung trifft Verbrenner- und Hybridmodelle ab 1,6 Tonnen

  • Auch schwere Elektroautos betroffen

  • Neuregelung tritt am 1. September in Kraft

Die Pariser Bürgerinnen und Bürger haben darüber abgestimmt, ob bestimmte Autos mehr für das Parken in ihrer Stadt bezahlen sollen. Herausgekommen ist eine Verdreifachung der Parkgebühren für SUV-Fahrende, die Paris besuchen möchten.

Betroffen von der enormen Verteuerung der Parkgebühren sind lediglich Besucher der Metropole an der Seine, die einen Verbrenner oder einen Hybrid fahren, die schwerer sind als 1,6 Tonnen oder ein Elektroauto, das mehr als 2 Tonnen wiegt. Das sind beispielsweise der Mazda CX-60, BMW X5 oder der VW Tiguan; bei den Elektroautos fallen der Audi Q8 e-tron, das Tesla Model Y und der Mercedes EQE in diese Kategorie. Ausschlaggebend ist dabei das Leergewicht.

Ausgenommen sind Pariser Anwohnende wie auch Handwerker und Pflegedienste. Auch private Parkhäuser müssen sich der Erhöhung nicht anpassen.

Das kostet Parken in Paris für SUVs

Werden die Pläne der Stadtverwaltung im September 2024 umgesetzt, zahlen die betroffenen Autofahrenden für eine Stunde im Zentrum Paris 18 Euro statt wie bisher 6 Euro. Diese Beträge steigen noch mal überproportional bei einem längeren Aufenthalt. Laut der Deutschen Presseagentur werden für sechs Stunden Parken im Zentrum sogar 225 Euro fällig.

Noch ist nicht bekannt, wie die unterschiedlichen Parkgebühren für die einzelnen Fahrzeuge kontrolliert werden sollen. Am Parkautomaten gibt man lediglich das Kennzeichen des Fahrzeugs ein. Französische Kontrollfahrzeuge, die per Video die Kennzeichen der geparkten Autos erfassen und abgleichen, ob die Parkgebühr bezahlt wurde, müssten dann auch auf die Daten in Deutschland zum Fahrzeugtyp Zugriff haben.

Paris: Erhöhung per Bürgerentscheid

Die Erhöhung der Parkgebühren erfolgte aufgrund eines Bürgerentscheids. Knapp über die Hälfte (54,5 Prozent) der Stimmberechtigten stimmten für die Anhebung, 45,5 Prozent dagegen. Die Wählerbeteiligung lag bei 5,6 Prozent.

ADAC: Parkgebühren müssen fair sein

Auch in den deutschen Innenstädten steigt der Parkdruck. Dennoch müssen nach Ansicht von ADAC Fachleuten Parkgebühren fair und in der Differenzierung sachlich begründbar sein. Das ist in dem Pariser Modell nicht der Fall.

Schwierig ist auch die Unterscheidung zwischen Bewohnenden und Stadtbesuchenden. Der ADAC hält die Pläne der Pariser Stadtverwaltung für keine geeignete Lösung, um das Parkproblem in den Städten zu beheben.

Von den Erhöhungen betroffen wären zudem nicht nur größere SUV. So würden nach der in Paris zugrunde liegenden Definition beispielsweise auch Besitzer und Besitzerinnen eines VW Caddy, Seat Leon oder Toyota C-HR mit dreimal so hohen Parkgebühren zur Kasse gebeten.

Für Deutschland kann es keine generelle Lösung für die unterschiedlichen Parkprobleme in den Großstädten geben. Höhere Parkgebühren im öffentlichen Straßenraum sind nur dann vertretbar, wenn alternative Angebote (benutzerfreundliche Parkhäuser mit moderaten Gebühren in der Innenstadt, P+R-Plätze am Stadtrand und gute ÖPNV-Verbindungen von dort in die Innenstadt) zur Verfügung stehen bzw. entwickelt werden.

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Mit Material von dpa