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Autogas-Umrüstung im Dauertest

Wir haben zwei Skoda Octavia auf Autogas umbauen lassen und mit dem Modell verglichen, das ab Werk erhältlich ist. Welche Lösung ist besser?




Wir wollten wissen: Lässt sich ein konventioneller Benziner problemlos auf Autogas umrüsten? Laufen die Anlagen im Dauertest störungsfrei? Und wie sieht es mit Mehrverbrauch und Kosten aus?


Zu diesem Zweck haben wir zwei gebrauchte Skoda Octavia 1.6 mit geringer Laufleistung mit Autogas-Anlagen umrüsten lassen und ein halbes Jahr lang im Test begleitet. Als Referenz diente ein ab Werk als Flüssiggas-Version ausgelieferter Skoda Octavia 1.6 LPG.


Bei der Wahl der Nachrüst-Anlagen entschieden wir uns für die beiden Marktführer Landi Renzo und Prins, die von zwei Fachwerkstätten eingebaut wurden. Wichtig war den ADAC Testingenieuren, dass es sich um zwei Typen mit unterschiedlicher Zulassungsgenehmigung handelt: Die Anlage von Landi Renzo wurde nach ECE-R 115 zertifiziert, die von Prins nach ECE-R 67.


ECE-R 115 hat den Vorteil, dass alle Bauteile und die Einstellungen bereits vom Anlagenhersteller exakt auf den Fahrzeugtyp angepasst sind. Eine TÜV-Abnahme entfällt dadurch. Bei ECE-R 67 hat der Einbaubetrieb mehr Freiheiten und stimmt die Anlage selbst ab, stellt zum Beispiel den Motor auf Gasbetrieb ein. Er muss den Umbau aber vom TÜV abnehmen lassen.


Umbaukosten inklusive empfehlenswerter Versicherung, wenn was schiefgeht: 2074 Euro (Sonderaktion mit 250 Euro Nachlass) für die Landi-Renzo-Anlage und 2906 Euro für das Prins-System. In beiden Fällen wurde ein Ventilschutz (Flashlube bzw. Valve Care) eingebaut, der Folgekosten verursacht. Ein Liter der Flüssigkeit reicht rund 17.000 Kilometer und kostet zwischen 13,20 und 24,40 Euro. Hinzu kommen alle 20.000 bis 25.000 Kilometer die Inspektionskosten für die Gasanlage.


Für viele ein K.-o.-Kriterium: Beide Umrüster wiesen darauf hin, dass die Motoren wegen der hohen Verbrennungstemperaturen im Autogasbetrieb nicht für dauerhaft hohe Geschwindigkeiten geeignet seien. Ein Umrüster empfahl sogar nur 130 km/h. Beim Werkswagen mit verstärkten Ventilen und Ventilsitzen gab es keine Einschränkungen.


Problemlos verlief der Dauerbetrieb bei keinem der Umrüst-Fahrzeuge. So wies die Landi-Renzo-Anlage bei den ersten 1000 Kilometern zwei Störungen auf, und beim Auto mit Prins-System ließ ein defekter Adapter beim Betanken Gas austreten. Beides wurde behoben.


Der Skoda vom Werk lief einwandfrei und verbrauchte kaum mehr als seine Brüder: Mit 9,1 (Werk), 9,0 (Prins) und 8,8 Litern (Landi Renzo) lagen alle drei rund 30 Prozent über dem Verbrauch mit Benzin. Unter dem Strich lohnte sich die Umrüstung deshalb erst ab einer Fahrleistung von 75.000 Kilometern. 


Fazit: Wenn Autogas, dann ist ein Wagen ab Werk die beste und unkomplizierteste Lösung.


Hier finden Sie den ausführlichen ADAC Autogas-Test.


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