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Erdgas – ein Antrieb mit Zukunft?

Seat Arona mit Erdgas-Antrieb wird betankt. Man sieht den Tankstutzen im Close-Up
Erdgas tanken ist einfach ∙ © Seat

Erdgas ist eine umweltfreundlichere Alternative zu Benzin und Diesel. Die Auswahl an Fahrzeugmodellen ist allerdings begrenzt, das Tankstellennetz ausbaufähig. Die wichtigsten Fakten.

  • Am gebräuchlichsten beim Pkw ist gasförmiges CNG

  • CNG gibt es in Deutschland als H-Gas und L-Gas

  • Getankt wird Erdgas in Kilogramm

  • In Deutschland gibt es derzeit rund 850 Tankstellen

Erdgas gehört wie Erdöl und Kohle zu den brennbaren organischen Rohstoffen. Es besteht aus etwa 85 Prozent Methan sowie bis zu zehn Prozent Stickstoff und Kohlendioxid. Den Rest bilden höhere Kohlenwasserstoffe wie Ethan, Propan und Butan.

Es werden komprimiertes Erdgas (CNG, Compressed Natural Gas) und flüssiges Erdgas (LNG, Liquified Petroleum Gas) angeboten. Letzteres wird bei minus 164 Grad Celsius verflüssigt und kommt lediglich bei Nutzfahrzeugen zum Einsatz. Am gebräuchlichsten bei Pkw ist das gasförmige CNG. Es wird im Fahrzeug in Tanks gespeichert mit einem Betriebsdruck von 200 bar.

Nicht zu verwechseln ist Erdgas mit Flüssiggas LPG (Liquified Petroleum Gas), besser bekannt unter dem Namen "Autogas“. Dabei handelt es sich um ein unter Druck verflüssigtes Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdöl- bzw. Erdgas-Gewinnung und in Raffinerien anfällt. Erdgasautos können kein Autogas tanken und umgekehrt.

H-Gas und L-Gas: Was ist der Unterschied?

CNG gibt es in Deutschland als H-Gas und L-Gas. Wesentlicher Unterschied ist der Methangehalt, der bei H-Gas größer ist. Dadurch verbrauchen mit H-Gas betriebene Fahrzeuge weniger und haben eine größere Reichweite. Um dem Verbraucher eine bessere Transparenz zu bieten, ist eine bundesweite Auszeichnung der Gassorten an den Tankstellen gesetzlich vorgeschrieben.

Getankt wird Erdgas in Kilogramm und nicht in Litern. Da sich der Preis beim Erdgas aber über den Energiegehalt (kWh) und nicht über die Menge (kg) definiert, zahlen Verbraucher an den Tankstellen für das energieärmere L-Gas entsprechend weniger als für H-Gas. 

Fahrzeugkauf & Umrüstung

Auf dem Markt sind so genannte bivalente und monovalente Fahrzeuge erhältlich:

  • Bivalente Fahrzeuge können wahlweise mit Erdgas oder Benzin betrieben werden. Im Standard-Modus läuft der Motor mit Erdgas, bei leerem Tank wird automatisch auf Benzin umgeschaltet. Der Fahrer kann dies aber auch manuell steuern.

  • Monovalente Fahrzeuge sind auf Erdgas optimiert. Dessen voller Energiegehalt (130 Oktan im Vergleich zu 95 Oktan bei Superbenzin) kann über entsprechend höher verdichtete Motoren voll ausgenutzt werden. Zusätzlich steht als Reserve und zum Starten ein kleiner Benzintank zur Verfügung.

ADAC Hersteller-Abfrage zu Erdgasautos

Das Angebot an Erdgasfahrzeugen ist übersichtlich, da die meisten Hersteller in erster Linie auf Elektro- und Hybridfahrzeuge setzen. Lediglich der FCA-Konzern mit der Marke Fiat und der VW-Konzern bieten derzeit neue Erdgasmodelle an und forcieren eine breitere Verwendung von Biomethan. Das hat der ADAC in einer aktuellen Hersteller-Abfrage jetzt festgestellt. Einige Automobilhersteller wie Daimler, Ford, Opel, PSA und Renault beobachten die weitere Marktentwicklung. Der VW-Konzern behält alle aktuelle Erdgasmodelle im Programm und bringt dieses Jahr auch noch neue CNG-Modelle auf den Markt, will sich langfristig aber ausschließlich auf die Weiterentwicklung der Elektromodelle konzentrieren.

Folgende Fahrzeuge werden ab Werk als Erdgasautos angeboten:

MarkeModell
AudiA3 Sportback 30 g-tron (1.4 TFSI)
A4 Avant 40 g-tron (2.0 TFSI)
A5 Sportback 40 g-tron (2,0 TFSI)
FiatFiorino Kombi 1.4 8V Natural Power
Fiorino Kastenwagen 1.4 8V Natural Power
Doblò Kastenwagen 1.4 T-Jet Natural Power
Ducato Maxi Kombi 35 140 Multijet Natural Power
Ducato Kastenwagen 35 140 Multijet Natural Power
SeatIbiza 1.0 TGI
Leon 1.5 TGI
Leon ST 1.5 TG
Arona 1.0 TGI
SkodaOctavia Combi 1.5 TSI G-TEC
Scala 1.0 TSI G-TEC
Karmiq TSI G-TEC
Volkswageneco up! 1.0
Polo 1.0 TGI
Golf 1.5 TGI
Golf Variant 1.5 TGI
Caddy Kastenwagen 1.4 TGI
Caddy Maxi Kastenwagen 1.4 TGI
Caddy Kombi 1.4 TGI
Caddy Maxi Kombi 1.4 TGI
Caddy 1.4 TGI
Caddy Maxi 1.4 TGI
Caddy Beach 1.4 TGI
Caddy Maxi Beach 1.4 TGI
Caddy Alltrack 1.4 TGI
Aktuell in Deutschland angebotene CNG-Modelle

Da sich das Angebot ändern kann, finden Sie aktuelle Infos im ADAC Autokatalog auf der jeweiligen Modellseite.

Das ist bei einer Umrüstung zu beachten

Der nachträgliche Einbau einer Erdgasanlage ist möglich, erfolgt in der Praxis im Gegensatz zu Nachrüstungen von LPG-Anlagen jedoch nur selten. Ursache hierfür sind unter anderem die deutlich höheren Kosten. Da darüber hinaus die Installation von Unterflur-Tanks in der Regel nachträglich nicht möglich ist, wird zudem das Kofferraumvolumen deutlich eingeschränkt.

Entscheidet man sich trotzdem für eine Nachrüstung, sollte der Einbau nur bei qualifizierten Fachbetrieben erfolgen. Empfehlenswert sind Fachwerkstätten, die die vorgeschriebenen Prüfungen von Gasanlagen durchführen dürfen. Bei Umrüstung von Neufahrzeugen ist zu berücksichtigen, dass dadurch die Sachmängelhaftung oder Garantie des Fahrzeugherstellers erlöschen kann. Wichtig: Die Nachrüstung muss der Zulassungsbehörde gemeldet und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Von Billig-Anbietern im Ausland (z.B. Polen) ist abzuraten, da es in der Vergangenheit immer wieder wegen fehlender Genehmigungsunterlagen zu Schwierigkeiten bei der Abnahme gekommen ist. Ferner sollte an mögliche Probleme bei Service, Wartung und Gewährleistung gedacht werden.

Hinweise zur Zulassung

Durch die Neufassung von § 41a StVZO (gültig seit 1. April 2006) wurden die Vorschriften für die Zulassung und für den Betrieb von Druckgasanlagen neu geregelt. Die Anforderungen der ECE-Regelungen 110 und 115 sind jetzt verbindlich vorgeschrieben. Fahrzeuge, die serienmäßig mit einer Erdgasanlage ausgerüstet sind, müssen bei der Typgenehmigung nach ECE-R 110 überprüft worden sein.

In bereits zugelassenen Fahrzeugen dürfen ab diesem Stichtag nur noch Gasanlagen nachgerüstet werden, die eine Genehmigung nach ECE-R 115 besitzen. Liegt diese Genehmigung nicht vor (und sind etwa nur die einzelnen Bauteile nach ECE-R 110 geprüft), erlischt die Betriebserlaubnis und das Fahrzeug muss im Rahmen einer Einzel-Betriebserlaubnis nach § 21 StVZO neu zugelassen werden. Da hierbei Probleme durch fehlende Unterlagen (z.B. Abgasgutachten) nicht auszuschließen sind und erhebliche Mehrkosten entstehen, empfehlen wir grundsätzlich nur Gasanlagen nachzurüsten, die nach ECE-R 115 genehmigt wurden.

In Bezug auf die einzelnen Bauteile wird zwar auch in der ECE-R 115 auf die Anforderungen der ECE-R 110 verwiesen, darüber hinaus muss jedoch der Anlagenhersteller u.a. nachweisen, dass das Abgasverhalten des Kraftfahrzeuges durch die Nachrüstung nicht negativ beeinflusst wird. Zusätzlich müssen jeder Gasanlage technische Handbücher für Einbauer und Benutzer beigelegt werden. Gasanlagen, die nach ECE-R 115 genehmigt wurden, erkennt man am ECE-R-115-Genehmigungsschild, das jeder Anlage vom Hersteller beigelegt ist und nach dem Einbau des Systems gut sichtbar im Fahrzeug angebracht werden muss.

Um sicherzustellen, dass die Gasanlage korrekt eingebaut wurde und ein sicherer Betrieb gewährleistet ist, muss das Fahrzeug einer Gas-Systemeinbau-Prüfung (GSP) unterzogen werden. Die Kosten hierfür betragen 110 € (Gebühren-Nr. 413.6.2). Die GSP können amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr, Prüfingenieure der amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen sowie dafür anerkannte Kfz-Werkstätten durchführen, sofern diese den Einbau der Gasanlage selbst vorgenommen haben.

Nach erfolgter Prüfung ist die Nachrüstung unverzüglich der Zulassungsbehörde zu melden und die Eintragung in die Fahrzeugpapiere zu veranlassen.

Tanken und Tankstellennetz von Erdgas

In Deutschland gibt es derzeit rund 850 Tankstellen, an denen Erdgas (CNG) erhältlich ist. Eine aktuelle Übersicht bietet der ADAC Tankstellenfinder oder Seiten wie gibgas.de oder erdgas.info. Die aktuellen Preise zeigt auch die ADAC Spritpreise App.

Bei Fahrten ins Ausland sollte man die Tankmöglichkeiten vor Reiseantritt klären. Ein relativ dichtes Tankstellennetz existiert bislang nur in Norditalien und der Schweiz. Länderspezifische Hinweise finden sich unter den oben genannten Links, etwa ob es ratsam ist, einen Adapter mitzunehmen oder ob man vor Ort einen leihen kann.

Anders als beim Tanken von Benzin und Diesel wird an der Erdgas-Zapfsäule eine Füllkupplung auf den Tanknippel gesetzt und durch eine 180-Grad-Drehung des Griffs verriegelt. Bei neueren Anlagen kann die Zapfpistole noch leichter arretiert werden: Einfach gerade aufsetzen und am Griff verriegeln. Der Tankvorgang startet durch Knopfdruck und endet automatisch, wenn die Gasbehälter gefüllt sind.

Lohnt sich ein Erdgasauto?

Der Preis für Erdgas bemisst sich nach seinem Energiegehalt. Dieser wird in der Regel in Kilowattstunden (kWh) oder Megajoule (MJ) angegeben. An Tankstellen wird komprimiertes Erdgas jedoch nicht nach Volumen (Liter) oder Kilowattstunden (kWh), sondern nach Masse (kg) verkauft.

Um einen Kostenvergleich mit Benzin und Diesel zu ermöglichen, ist der Energiegehalt ausschlaggebend. Ein Kilogramm H-Gas beinhaltet die Energie von rund 1,28 Litern Diesel beziehungsweise 1,44 Litern Benzin. Wenn z. B. ein Kilogramm Erdgas 1,20 Euro kostet, entspricht dies einem Superbenzin-Preis von ca. 0,83 Euro pro Liter.

Betrachtet man die reinen Kraftstoffkosten, fährt man mit Erdgas günstiger als mit Benzin. Bei einem Verbrauch von beispielsweise 4,2 kg CNG/100 km (Seat Arona im ADAC Ecotest) und einem Preis von 1,20 Euro/kg kosten 100 Kilometer rund fünf Euro.

Die Inspektionskosten sind in der Regel nicht höher als bei den benzinbetriebenen Schwestermodellen. Bei neueren Modellen wird im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) zusätzlich eine Gas-Anlagen-Prüfung (GAP) durchgeführt. Kosten: 22 Euro, bei eigenständiger Durchführung ohne HU 28 Euro.

Betagtere Modelle mit älteren Gas-Stahltanks, die noch gemäß Druckbehälterverordnung genehmigt wurden, müssen alle fünf Jahre (oder, soweit sie korrosionsgeschützt im Fahrzeug untergebracht sind, alle zehn Jahre) vom TÜV geprüft werden. Das Intervall für Composite-Tanks aus Verbundwerkstoffen (etwa mit Kohlefaser verstärktes Aluminium) liegt – je nach Fahrzeugtyp – bei drei bis fünf Jahren. Die Tankprüfungen kosten bis zu 600 Euro, da hierfür ein Ausbau erforderlich ist.

Unter dem Strich sind Erdgasautos nicht automatisch günstiger als Benziner oder Diesel. Ob die höheren Anschaffungs- bzw. Nachrüstkosten langfristig ausgeglichen werden, ist vor allem von der Fahrleistung, der Verfügbarkeit von Erdgas und der tatsächlichen Preisdifferenz zwischen den Kraftstoffen abhängig. Je häufiger man z.B. bei bivalenten Fahrzeugen Benzin nachtanken muss, desto unwirtschaftlicher wird der Betrieb.

Einen ausführlichen tabellarischen Kostenvergleich von Erdgasmodellen mit vergleichbaren Benzinern und Dieseln finden sie hier.

Steuervorteile für Erdgas

Als alternativer Kraftstoff ist Erdgas (CNG) wegen den Vorteilen beim CO₂- Ausstoß bis Ende 2026 steuerbegünstigt. Ab 1. Januar 2024 beginnt jedoch ein stufenweiser Abbau der Steuervorteile:

Steuersätze für Erdgasfür 1 MWhfür 1 kg
bis 31.12.202313,90 Euro17,79 Cent
1.1.2024 bis 31.12.202418,38 Euro23,53 Cent
1.1.2025 bis 31.12.202522,85 Euro29,25 Cent
1.1.2026 bis 31.12.202627,33 Euro34,98 Cent
ab 1.1.202731,80 Euro40,70 Cent

Auf den Energiegehalt des Kraftstoffs bezogen sind die Steuersätze von Erdgas und Autogas etwa gleich hoch, aber deutlich niedriger als die von Benzin und Diesel.

Ein weiterer Pluspunkt: Eine Vielzahl lokaler Energieversorger unterstützt die Neuanschaffung von Erdgas-Fahrzeugen mit einmaligen Zuschüssen oder in Form von Tankgutscheinen. Weitere Einsparungen sind bei den Versicherungsprämien möglich. Hier finden Sie eine Übersicht der Fördermaßnahmen.

Wie sicher sind Erdgasfahrzeuge?

Sicherheit der Tankfüllung

Erdgas ist weder giftig noch krebserregend. Sicherheitsventile sorgen im Schadensfall für ein gezieltes Abblasen oder bei Hitzeeinwirkung – z.B. beim Brand eines Fahrzeugs – für ein kontrolliertes Abbrennen der Gasfüllung. So kann es nicht zu einer Explosion kommen. Im Freien besteht selbst beim Entweichen großer Gasmengen keine Explosionsgefahr, da Erdgas sich sofort verflüchtigt. Wichtig für den sicheren Umgang mit der Technik ist jedoch die Einhaltung der Prüfintervalle und -richtlinien. Zudem sollten die Erdgastanks turnusmäßig auf Korrosion geprüft werden.

Ein vom ADAC durchgeführter Crashtest mit einem Erdgas-Zafira zeigte, dass die am Fahrzeugboden angebrachten Gasflaschen optimal geschützt wurden, sämtliche Leitungen und Verbindungsstücke hielten dicht. Auch beim anschließenden Brandversuch funktionierte das Sicherheitskonzept einwandfrei, Explosionsgefahr bestand zu keiner Zeit.

Parken in Garagen

In Tief- und Sammelgaragen findet man vereinzelt immer noch Hinweise wie "Einstellverbot für Gasfahrzeuge". Bezogen auf Erdgasfahrzeuge wurde dieses Verbot in der Garagenverordnung der Bundesländer (GAV) aufgehoben. Unabhängig davon kann jedoch jeder Garagenbesitzer bzw. -betreiber entscheiden, welchen Fahrzeugen er Einfahrt gewährt und welchen nicht. Bei Bedarf sollte man auf die Neufassung der Garagenverordnung verweisen.

Umwelt: ADAC Ecotest

Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen zumeist weniger Schadstoffe als bei Benzin- und Dieselkraftstoff. Das größte Plus von Erdgas ist die Reduzierung des Treibhausgases CO₂ um über 20 Prozent im Vergleich zu Benzin. Wie umweltfreundlich Erdgasfahrzeuge sind, zeigt regelmäßig der ADAC Ecotest. Hier konnte der ADAC sogar eine CO₂-Reduktion von 27 Prozent gegenüber Benzinern nachweisen.

In den letzten fünf Jahren durchliefen zehn Automodelle verschiedener Klassen mit Erdgas-Antrieb (CNG) den Ecotest. Vom Kleinstwagen wie dem VW eco Up! bis zum Familientransporter VW Caddy sind ganz unterschiedliche Varianten am Markt erhältlich. Audi bedient mit seinen Modellen sogar das Premium-Segment.

Wie viele Sterne (maximal fünf) ein Auto im ADAC Ecotest erhält, hängt von folgenden Punkten ab:

  • Ausstoß gesetzlich limitierter Schadstoffe: Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC), Stickoxide (NOx) und Partikel

  • Ausstoß von Kohlendioxid (CO₂)

Aktuell nicht lieferbar ist allerdings der Fiat Panda 0.9 TwinAir Natural Power. Opel hat 2019 das Angebot an Erdgasmodellen vorerst eingestellt. Somit ist der Opel Astra, der im Ecotest vier Sterne erzielte, als Neuwagen derzeit nicht mehr lieferbar. Der VW Konzern bringt auch dieses Jahr noch neue CNG-Modelle auf den Markt, will sich langfristig aber auf die Weiterentwicklung der Elektromodelle konzentrieren.

Die getesteten Modelle in der Einzelbewertung

VW Golf 1.5 TGI Blue Motion

Der Golf VII war schon einige Jahre als Erdgas-Variante mit einem 1,4-l-Motor lieferbar. Die neue, noch im Golf VII verbaute Version hat einen 1,5-l-Vierzylinder-Motor. Dieser bietet handfeste Vorteile zum 1,4-l-Vorgänger. Neben mehr Leistung und Durchzugskraft ist er noch sparsamer im Alltag. Der neue 1,5 l-Ottomotor ist schon mit Benzin betrieben durch geringen Schadstoffausstoß und niedrigen Verbrauch aufgefallen. Mit Erdgas befeuert ist er noch sauberer und weist einen niedrigen CO₂-Ausstoß auf.

Im ADAC Ecotest erzeugt er nur 115 g CO₂ (WTW) – das hat bisher kein Benziner- oder Diesel-Golf geschafft. Dabei bietet der Antrieb dank Turboaufladung angemessen Durchzugskraft, um schaltfaul unterwegs sein zu können. Wer gemütlich fährt, schafft mit dem Golf TGI und einer Gasladung (17,3 kg) sogar Reichweiten um 500 Kilometer. Im Alltag verlangt der Golf allerdings meist schon nach gut 400 Kilometern wieder nach neuem CNG. Mit Benzin im 9-Liter-Tank kann man im Anschluss noch rund 150 Kilometer fahren.

Die sonstigen Qualitäten des Golf bietet auch die Erdgas-Variante: Viel Platz innen bei moderaten Maßen außen. Die Qualität des Golf VII stimmt ebenfalls. Auch der neue Golf VIII soll einen CNG-Antrieb erhalten.

Das gefällt:
- sparsamer Motor
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- gutes Platzangebot
- viele Assistenten verfügbar

Das gefällt nicht:
- kleiner Benzintank
- teuer in der Anschaffung
- magere Serienausstattung, teure Extras

VW Polo 1.0 TGI

In den letzten zwei Jahren waren viele CNG-Modelle von VW über Monate nicht mehr lieferbar. Seit Ende 2019 kehren Erdgas-Varianten nach und nach wieder ins Angebotsprogramm zurück – im Zuge der WLTP-Umstellungen mit Benzintanks von unter 10 Liter Volumen, damit die Erdgas-Varianten monovalent angetrieben werden können. Das gilt auch für den Polo. Die geringfügig größeren Erdgastanks können die Reichweiten-Verluste allerdings bei weitem nicht ausgleichen.

Um den Aufpreis für die Erdgastechnik ausgleichen zu können, sollte man ohnehin in erster Linie mit CNG fahren. Auch wenn der mit Erdgas befeuerte Ein-Liter-Turbomotor nicht die Lebendigkeit wie im Benzinbetrieb hat, ist der Polo TGI von der Lethargie früherer CNG-Saugmotoren weit entfernt. Im Alltag ist die Leistung völlig ausreichend.

Dabei erweist sich der Antrieb mit einem ADAC Ecotest-Verbrauch von 3,9 kg/100 km als angemessen sparsam und vor allem als sehr sauber bei den Abgasen. Volle fünf Sterne und damit eine klare Empfehlung als umweltfreundliches Fahrzeug sind das Resultat.

Bis auf die überschaubare Reichweite bietet der Polo in der Erdgas-Variante praktisch keine Einschränkungen. Man findet für Kleinwagen-Verhältnisse reichlich Platz im Innenraum und kann sich an der guten Verarbeitung sowie Materialien erfreuen. Die verfügbare Highline-Ausstattung bietet sogar beleuchtete Schminkspiegel und eine Ambiente-Beleuchtung – das ist im Kleinwagensegment nicht selbstverständlich.

Das gefällt:
- sparsamer Motor
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- gutes Platzangebot

Das gefällt nicht:
- kleiner Benzintank
- geringe Erdgas-Reichweite
- teure Anschaffung und Extras

VW eco up! 1.0

Das momentan kleinste Erdgasauto hat VW im Angebot: Der eco up! zu Preisen ab 15.645 € ist aktuell auch die günstigste Möglichkeit, an ein neues CNG-Fahrzeug zu kommen. Für einen Kleinstwagen ist der Preis trotzdem hoch, allerdings kann man mit ihm bei den Kilometerkosten sehr günstig unterwegs sein: Die Kraftstoffkosten liegen im Gasbetrieb bei unter fünf Euro pro 100 km.

Seine Vorteile kann der eco up! mit seinen kompakten Ausmaßen und seiner Wendigkeit vor allem im urbanen Bereich ausspielen. Zwei Erwachsene fahren bequem mit, zur Not und für kurzen Strecken kommen auch vier unter.

Ein Sprintwunder ist er aber nicht: Die drei Zylinder schöpfen ohne Turboaufladung aus knapp einem Liter Hubraum gemütliche 68 PS und nur maximal 90 Nm Drehmoment – zum Mitschwimmen im Stadtverkehr reicht es aber allemal. Angenehm ist das komfortable und sichere Fahrwerk, das auch schlechte Straßen gutmütig verdaut.

Kritik muss sich der up! allerdings bei einigen lieblosen Details im Innenraum gefallen lassen, denn der preisliche Abstand zum hochwertigen Polo ist nicht so groß, als dass sich all die Sparmaßnahmen rechtfertigen ließen. So verzichtet VW bei seinem Kleinsten auf einige praktische Details, die VWs früher beliebt gemacht haben: Es fehlen Haltegriffe und Mittelluftdüsen, die Luftführung im Fußraum ist mangelhaft und das Infotainment ist nicht mehr zeitgemäß.

Lediglich Ausstellfenster hinten oder der billige Dachhimmel sind vielleicht noch verkraftbar, fast gänzlich fehlende Assistenzsysteme dagegen weniger. Der Notbremsassistent musste einem Spurhalteassistenten weichen. Der funktioniert zwar gut, aber die Kamera wird nicht zusätzlich für die Kollisionswarnung genutzt – entsprechende Technik ist seit Jahren verfügbar.

Das gefällt:
- sparsamer Motor
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- gutes Platzangebot vorne
- sicheres und komfortables Fahrwerk

Das gefällt nicht:
- durchzugsschwacher Motor
- relativ teure Anschaffungskosten
- VW-typische praktische Details fehlen
- kaum Assistenten lieferbar

Škoda Octavia Combi 1.4 TSI G-TEC

Der Erdgas-Octavia von Škoda ist ein interessantes Angebot, denn er bietet viel Platz zu einem vergleichsweise moderaten Preis. Seit der Umstellung auf WLTP-Regularien bieten ihn die Tschechen preislich unterhalb der Diesel-Variante an. Um den G-TEC als monovalenten Antrieb vertreiben zu können, ist seit der Umstellung 2019 der praktische 50 Liter Benzintank auf 9 Liter geschrumpft.

Aber die 17,3 Kilogramm fassenden Erdgastanks ermöglichen eine akzeptable Reichweite von deutlich über 400 Kilometern – erst recht in Kombination mit dem neuen, noch sparsameren 1,5 Liter TSI Motor. So kommt man ohne Tankstopp mit dem Erdgas- und Benzin-Vorrat auf eine Reichweite von gut 600 Kilometern – zuvor waren es allerdings über 1200 Kilometer.

Mit dem älteren 1,4- wie mit dem neuen 1,5-Motor kommt der Octavia auf sehr niedrige Abgaswerte und volle 50 Punkte im ADAC Ecotest. Weil auch die CO₂-Emissionen vergleichsweise niedrig ausfallen, erhält der tschechische Kombi volle fünf Sterne.

Die Fahrleistungen sind ausreichend, die 110 PS des älteren Motors kommen bei voller Beladung aber an ihre Grenzen. Mit dem neuen 1,5 TSI G-TEC ist man souveräner unterwegs. Ansonsten punktet der Octavia mit seinen bekannten Qualitäten: Einfache Bedienung, sichere Fahreigenschaften, sorgfältige Verarbeitung und viel Platz. Auch der Kofferraum fällt trotz der Erdgastanks im Heck nur wenig kleiner aus.

Das gefällt:
- sparsamer Motor
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- großzügiges Platzangebot
- als 1.4 TSI mit großer Gesamtreichweite

Das gefällt nicht:
- kleiner Benzintank im neuen 1.5 TSI G-TEC

Seat Arona 1.0 TGI

Der Arona basiert auf der Kleinwagenplattform des VW-Konzerns. Den kleinen, effizienten und sauberen SUV gibt es zwar nicht mit Allrad-, wohl aber mit Erdgas-Antrieb. Die etwas erhöhte Sitzposition ist von Vorteil für den Überblick über das Verkehrsgeschehen, das Platzangebot angesichts der kompakten Außenmaße einwandfrei. Auch ein ausreichender Laderaum ist dank der Erdgastanks unter dem Kofferraumboden vorhanden.

Gegenüber einem Seat Ibiza oder VW Polo mit Erdgasantrieb muss man beim Arona TGI mit einem etwas höheren Verbrauch rechnen, generell sind bei allen Modellen die Schadstoffanteile im Abgas aber sehr gering. Am ehesten kritisieren kann man die Reichweite des Erdgas-Arona, denn nach gut 300 Kilometern ist der CNG-Vorrat erschöpft. Und mit den 9 Litern im Reserve-Benzintank kommt man nicht besonders weit. Die 4,2 Kilogramm CNG-Verbrauch pro 100 Kilometer bedeuten eine CO₂-Bilanz von 124 Gramm je Kilometer. Das sind immerhin 45 g/km weniger als mit dem 95-PS-Benziner. Mit der Erdgas-Variante des Arona lässt sich also eine Menge CO₂ einsparen.

Seat erleichtert die Entscheidung für den Arona mit einem Aufpreis von moderaten 1000 Euro gegenüber dem reinen Benziner. Durch die geringeren Treibstoffkosten rechnet sich der TGI recht schnell. Und länger warten muss man auf den Arona TGI in der Regel nicht, denn die Spanier liefern die Erdgas-Variante auch in der "Fast Line" – das heißt 21 Tage nach Bestellung kann das neue Auto beim Händler stehen.

Das gefällt:
- sparsamer Motor
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- gutes Platzangebot
- viele Assistenten verfügbar

Das gefällt nicht:
- geringe Reichweite mit Gas wie auch mit Benzin

Fiat Panda 0.9 8V Twinair Natural Power

Der Panda von Fiat ist ein pragmatisches Fahrzeug für alle, die ein Auto vorzugsweise für die Alltagsmobilität nutzen. Im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten muss man beim Panda allerdings Abstriche beim Komfort und bei den Assistenzsystemen machen.

Unbestritten sind seine praktischen Eigenschaften: Das gute Platzangebot, der bequeme Ein- und Ausstieg, die gute Übersichtlichkeit dank höherer Sitzposition und großen Scheiben.

Die Erdgas-Variante hat sich im ADAC Autotest insgesamt nicht schlecht geschlagen. Natürlich darf man nicht die gleichen Ansprüche wie an die neuesten Konkurrenten stellen, hier kann der kleine Fiat nicht mithalten. Aber der Panda ist für ein Auto mit CNG-Antrieb günstig und erfüllt die Grundansprüche an die individuelle Mobilität. Dank des 0,8-l-Motors mit Turboaufladung ist der Panda unter den kleinsten Erdgasautos sogar schnell unterwegs. Allerdings verfügt er über nur zwei Zylinder.

In den beiden Brennräumen lässt sich gleichermaßen Erdgas wie Benzin verfeuern, allerdings sollte man wann immer möglich mit dem deutlich günstigeren Erdgas fahren, damit sich der hohe Aufpreis gegenüber der reinen Benzinvariante lohnt. Dafür ist häufiges Tanken angesagt, weil die CNG-Reichweite unter 300 Kilometer liegt. Der Panda bietet zusätzlich einen 35-Liter-Benzintank, der für weitere rund 550 Kilometer reichen sollte.

Aktuell ist der Erdgas-Panda allerdings nicht als Neuwagen lieferbar. Fiat hat aber angekündigt, die Variante wieder ins Programm zu nehmen, sobald die Zulassung nach WLTP-Norm abgeschlossen ist. Ob dann noch der praktische größere Benzintank an Bord ist, wird sich zeigen.

Das gefällt:
- quirliger Charaktermotor (2-Zylinder-Turbo)
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- großer Benzintank für gute Gesamtreichweite

Das gefällt nicht:
- geringe Reichweite mit Erdgas
- hoher Aufpreis zum reinen Benziner
- wenig Komfort- und Sicherheitssysteme

Audi A4 Avant g-tron

Momentan ist Audi die einzige Premiummarke, die Modelle mit Erdgasantrieb im Programm hat. Für den A4 Avant haben die VW-Ingenieure den 2,0 l TSI modifiziert und für den Gasbetrieb umgerüstet. Durch den größeren Hubraum hat der Motor auch mit Erdgasantrieb mehr Drehmoment. Der A4 ist damit keine Kompromisslösung.

Der Audi-Vierzylinder bietet 170 PS und 270 Nm über einen weiten Drehzahlbereich. Das ermöglicht dem Zweiliter-Turbomotor gute Fahrleistungen. Im ADAC Ecotest liegt der Erdgasverbrauch bei 4,6 kg/100 km. Die Emissionen des g-tron sind so gering, dass es in der Schadstoffbewertung für die Bestnote reicht.

Die erstklassige Verarbeitung eines Audi A4 bietet auch das Erdgas-Modell. Außerdem sind Lenkung und Fahrwerk fein abgestimmt. Das Auto zeigt selbst ohne adaptive Dämpfer (nicht erhältlich in Kombination mit Gasantrieb) Komfort, Sicherheit und Sportlichkeit. Auch die erhältlichen Fahrassistenzsysteme sind beim Erdgasauto so ausgestattet wie das herkömmliche Modell.

Der Kofferraum des A4 Avant zählt zu den kleineren unter den Mittelklasse-Kombis. Zudem fehlen ihm als g-tron einige Liter Stauraum, die für den Erdgastank genutzt werden. Da das Ladeabteil aber gut nutzbar ist, kann man den Wagen rundum empfehlen.

Der Preis für das Basismodell mit CNG-Motor ist mit deutlich über 40.000 Euro jedoch recht hoch – mit in dieser Klasse üblichen Ausstattungen und den hohen Aufpreisen sind 55.000 Euro schnell überschritten.

Das gefällt:
- angemessen kräftiger Motor
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- gutes Platzangebot
- viele Assistenten verfügbar

Das gefällt nicht:
- nach WLTP-Umstellung sehr kleiner Benzintank
- sehr teuer in der Anschaffung
- magere Serienausstattung, teure Extras

Opel Astra 1.4 ECOTEC CNG

Zwei Jahre nach Erscheinen der aktuellen Generation hat der Rüsselsheimer Konzern den Astra auch mit Erdgas-Antrieb angeboten. Allerdings hat Opel den CNG-Antrieb mittlerweile mangels Nachfrage aus dem Programm genommen. Somit ist die Erdgas-Variante nur noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt erhältlich. Mit einem Neupreis von rund 27.000 Euro war der Erdgas-Astra satte 3400 Euro teuer als ein vergleichbarer Benziner. Damit lohnte sich das CNG-Modell nur für Vielfahrer – sicherlich auch ein Grund, warum die Nachfrage bescheiden blieb.

Per Tastendruck lässt sich zwischen den beiden Betriebsarten Erdgas und Benzin wählen – diese Option steht bei den Modellen des Volkswagenkonzerns schon lange nicht mehr zur Verfügung. Opel hat im Astra aber nur einen kleinen Benzintank verbaut. Mit lediglich 13,4 Litern ist der Benzinvorrat knapp bemessen. Immerhin ist im Astra schon mit 18,8 Kilogramm stets einen ausreichend großer Gastank an Bord.

Damit kommt das vom ADAC getestete Modell knapp 450 Kilometer weit. Der 110 PS Motor ist zwar kein Temperamentsbündel, reicht dank Turboaufladung für den Alltag aber vollkommen aus. Neben den geringen Kraftstoffkosten sprechen auch die guten Emissionswerte für den Erdgasantrieb.

Der Astra kann mit eingängiger Bedienung, agilen und sicheren Fahreigenschaften, empfehlenswerten Ergonomiesitzen und der serienmäßigen Frontkamera samt Kollisionswarner, City-Notbremssystem und Spurhalteassistent punkten. Kritik gibt es nur für teils nachlässige Verarbeitungsqualität (z.B. Unterboden) und die geringe Anhängelast der CNG-Variante. In puncto Platzangebot und Federungskomfort bietet der Astra Durchschnittliches.

Das gefällt:
- sparsamer Motor
- geringer Schadstoffausstoß
- gutes Platzangebot

Das gefällt nicht:
- kleiner Benzintank
- hoher Aufpreis für CNG-Variante

VW Caddy 1.4 TGI BlueMotion

Wenige Autos sind schon so lange erhältlich wie der aktuelle Caddy. Die "neueste" Generation ist seit 2003 auf dem Markt. Das Auto ist aber immer noch konkurrenzfähig, wenn auch teuer. Konkurrenten haben ihn in Sachen Assistenzsystemen teilweise überholt, aber VW wird das Modell trotzdem noch einige Zeit am Markt halten. Erst 2015 erhielt der Caddy sein zweites, umfangreiches Facelift.

Das Motorenangebot für den Caddy ist umfangreich. Neben mehreren Benzin- und Dieselvarianten gibt es auch einen Erdgas-Motor. Der 1.4 TGI läuft mit Erdgas oder Benzin und erzeugt 110 PS bzw. maximal 200 Nm. Diese sind im Alltag und für die Fahrzeuggattung zumindest ausreichend. Vor allem zeigt der TGI, dass ein solcher Motor eine wirkliche Alternative sein kann.

Ohne besonders aufwändige Abgasnachbehandlung sind alle Emissionen auf sehr niedrigem Niveau. Der Kraftstoffverbrauch ist mit fünf Kilogramm pro 100 Kilometer gerade für ein hohes Fahrzeug absolut in Ordnung. Der TGI hat den laufruhigsten Motor, den es im Caddy gibt. Die vier Gastanks sind unter dem Fahrzeug angebracht. Den Nutzwert des Caddys schmälert der Antrieb also nicht.

Komfort, Agilität und Innenraum-Materialien wie in einem Golf darf man nicht erwarten. Die Verarbeitung von Innenraum und Karosserie ist beim kleinsten Modell der VW-Nutzfahrzeugsparte aber auf hohem Niveau.

Das gefällt:
- vergleichsweise sparsamer Motor
- sehr geringer Schadstoffausstoß
- große CNG-Reichweite (Langversion)
- üppiges Platzangebot
- auch als Langversion und 7-Sitzer lieferbar

Das gefällt nicht:
- kleiner Benzintank
- recht teure Anschaffung
- magere Serienausstattung, teure Extra s

Audi A5 Sportback g-tron

Audi hat mit dem A5 Sportback ein sportliches, fünftüriges Mittelklasse-Coupé mit CNG-Antrieb im Angebot. Für diese Erdgas-Variante sind die meisten Assistenzsysteme lieferbar. Sicherheit und Komfort sind damit top, der Fahrwerkskomfort beim Sportback überzeugt allerdings weniger – ganz im Gegenteil zum A4 Avant.

Der Innenraum ist mit akkuraten Materialien verarbeitet. Die elegante Karosserie fordert aber ein paar Kompromisse: Die Türausschnitte sind eher knapp bemessen und gerade auf den hinteren Sitzen ist die Kopffreiheit nicht groß. Der Kofferraum hat aber ein praktisches Format und eine große Öffnung – trotz der Gastanks unter dem Gepäckraumboden wird das Volumen nur wenig eingeschränkt.

Der Vierzylinder-Ottomotor wird üblicherweise mit Gas befeuert. Eine Benzineinspritzung ist auch möglich, aber aufgrund des kleinen Tanks mit lediglich sieben Litern Volumen nur als Reservemodus zu nutzen. Der Zweilitermotor liefert angemessen Leistung, um den A5 Sportback bei Bedarf auch flott bewegen zu können.

Der Verbrauch im Ecotest mit gemischter Fahrweise liegt bei 4,9 Kilogramm CNG pro 100 Kilometer. Die Tanks fassen 17,3 Kilogramm – angesichts des Verbrauchs nicht gerade üppig. Denn die Reichweite liegt nur bei knapp über 350 Kilometern.

Am Gasantrieb festzuhalten ist angesichts der aktuellen CO₂-Diskussionen und des niedrigen CO₂-Ausstoßes im CNG-Betrieb dennoch sinnvoll. Wer sich für ein Auto mit Erdgasantrieb entscheidet, kann ohne besondere Abstriche den CO₂-Ausstoß deutlich reduzieren.

In der Mittelklasse kommt zur Zeit kein Diesel oder Benziner an das CO₂-Ecotest-Ergebnis des A5 Sportback g-tron heran (WTW). Zum Vergleich: Selbst ein sehr sparsamer Toyota Camry Hybrid kommt mit 148 g/km CO₂ nur in die Nähe des A5 Sportback g-tron (143 g/km CO₂).

Das gefällt:
- kultivierter, angemessen kräftiger Motor
- noch geringer Schadstoffausstoß
- praktischer Innenraum (Rückbank umlegbar)
- viele Assistenten verfügbar

Das gefällt nicht:
- sehr kleiner Benzintank
- sehr teuer in der Anschaffung
- magere Serienausstattung, teure Extras

Biogas

Eine besonders umweltfreundliche Variante von Erdgas ist Biogas. Es entsteht durch die Vergärung von Gülle, Lebensmittelabfällen, nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Gras oder anderem organischem Material. Reines Biogas besteht zu rund zwei Dritteln aus Methan, zu über 30 Prozent aus Kohlendioxid sowie zu geringen Anteilen aus Wasserstoff und Schwefelwasserstoff.

Durch die Erhöhung des Methananteils kann es auf eine Qualitätsstufe mit Erdgas gebracht werden. Solches Biomethan ist uneingeschränkt als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge geeignet. An vielen Erdgas-Tankstellen in Deutschland wird Biomethan bereits heute rein oder mit Erdgas vermischt als Kraftstoff angeboten.