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München | 12.08.2019

Škoda Kodiaq im ADAC Test: Komfortabel bis sportlich

Der neue Skoda Kodiaq Modell 2019 fahrend in Fahrt
Škoda Kodiaq: SUV mit bis zu sieben Sitzplätzen
Der Škoda Kodiaq bietet viel Platz, Komfort und Sicherheit – kann aber auch richtig sportlich sein. Das Mittelklasse-SUV im ADAC Test.
  • Der Kodiaq bietet Platz – auch für Großfamilien
  • Brave Benziner bis zum krawalligen Dieselmotor sind erhältlich  
  • Komfort und Sicherheit sind vorbildlich 

Der Škoda Kodiaq basiert auf dem gleichen Baukasten wie der VW Tiguan und teilt sich daher viele Technik-Komponenten mit dem Konzernbruder. Und auch preislich liegen die beiden nah beisammen. Vorteil des Škoda ist, dass er 20 Zentimeter länger, 4 Zentimeter breiter und 3 Zentimeter höher ist – der Unterschied macht sich auch innen entsprechend bemerkbar.

Viel Platz für Insassen und Gepäck

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Skoda Kodiaq Cockpit
Cockpit übersichtlich, alle Funktionen gut bedienbar

In Sachen Platz stellt der Kodiaq den Tiguan klar in den Schatten. Das Raumangebot in der zweiten Reihe zählt zum Besten, was es in dieser Klasse gibt. Bis zu 1,90 m große Personen können es sich auf der Rückbank bequem machen. Gegen Aufpreis bietet der Tscheche zudem eine ausklappbare dritte Sitzreihe und wird dadurch zum Siebensitzer. Die beiden Sitze in der dritten Reihe sind allerdings nur für Kinder geeignet, Erwachsene finden dort vor allem für die Beine nicht genügend Platz. Die je nach Ausstattungslinie 750 bis 890 € Aufpreis werden sich die meisten Käufer also sparen.

Äußerst praktisch ist dagegen die serienmäßig um 18 Zentimeter verschiebbare Rückbank. Die schiebt man nach vorn, wenn viel Transportgut anfällt und der Knieraum hinten nicht ganz so wichtig ist. Ist der Kofferraum weniger gefordert, schiebt man die Bank nach hinten: Dann können die Fondpassagiere die Beine lang machen. 

Die Basisversion des Škoda Kodiaq mit dem 1,5-Liter-Benzinmotor (110 kW/150 PS), Schaltgetriebe und Frontantrieb kostet 28.200 €. Wem das als Einstiegspreis zu viel ist, der wird sich wundern. Es gibt im Grunde nur ein einziges vergleichbares Mittelklasse-SUV, das deutlich günstiger ist – den Mitsubishi Outlander ab rund 23.000 €.

Beliebteste Motorisierung beim Kodiaq war bisher eher der 2,0-Liter-Diesel (110kW/150 PS), gern kombiniert mit DSG-Automatik und Frontantrieb. Diese Version kostet im Grundpreis 32.640 €. Mit einigen Extras ausgestattet dringt man jedoch schnell in andere Regionen vor. Nimmt man zum Beispiel das Panoramaglasdach, das adaptive Fahrwerk, die Verkehrszeichenerkennung, den Spurhalteassistenten, die Anhängerkupplung, ein gehobenes Navigations-/Infotainmentsystem und die Rückfahr- und 360°-Kamera addieren sich rund 13.000 € oben drauf. Macht zusammen über 45.000 €.

Die Federung arbeitet sehr geschmeidig

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Der neue Skoda Kodiaq Modell 2019
Vorteile Kodiaq: Viel Platz, Komfort und Sicherheit

Die adaptive Dämpferreglung lässt dem Fahrer die Wahl zwischen drei Modi von komfortabel bis sportlich. Selbst im Normalmodus bietet der Kodiaq einen guten Federungskomfort. Im Stadtverkehr spricht die Federung sensibel auf Unebenheiten an, bei höheren Geschwindigkeiten wird das Ansprechverhalten noch etwas besser. Auch Temposchwellen schluckt der Kodiaq dank der langen Federwege erstaunlich geschmeidig. Entsprechend diesem Charakter ist auch die Lenkung abgestimmt.

Ein großer Pluspunkt des Kodiaq betrifft das Kapitel Sicherheit. Škoda stattet das große SUV nämlich serienmäßig mit einem City-Notbremsassistenten samt Fußgängererkennung, Abstands- und Kollisionswarner aus.

Im ADAC Crashtest erreichte der Kodiaq 92 Prozent der Punkte und fährt insgesamt ein Fünf-Sterne-Ergebnis ein. Die serienmäßige Multikollisionsbremse mindert zudem das Risiko eines Folgeaufpralls, indem es das Fahrzeug automatisch abbremst. Das ist vorbildich.

Top-Diesel mit 500 Nm Drehmoment

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Skodia Kodiaq fahrend von vorne
Sportversion Kodiaq RS: 240 PS, 500 Nm

Im aktuellen ADAC Test tritt der Škoda Kodiaq RS an. Der RS stellt die Sportskanone im Sortiment dar – eine exotische Randerscheinung auf dem Käufermarkt. In dieser Version leistet der Zweiliter-Diesel sage und schreibe 176 kW (240 PS). Das maximale Drehmoment von 500 Nm liegt schon bei 1750 Umdrehungen pro Minute an. Um die Kraft sicher auf die Straße zu bringen, ist Allrad serienmäßig erforderlich. Der Beschleunigungswert von 6,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h sowie die Höchstgeschwindigkeit von 221 km/h auf dem Papier verraten eigentlich nur die halbe Wahrheit.

Am beeindruckendsten sind kleine Zwischenspurts, etwa beim Überholen eines Lkw auf der Landstraße. Der Zweiliter-Biturbo beschleunigt das SUV in 4,2 Sekunden von Tempo 60 auf 100 km/h. Den Fuß zum Kickdown durchzutreten kann man sich getrost sparen. Man hat den Eindruck, dass bei soviel Kraft die 1,9 Tonnen Leergewicht längsdynamisch eine absolute Nebenrolle spielen.

Allerdings kann der Zweiliter-Diesel sein hartes Arbeitsprinzip dabei nicht verbergen, er brummt und neigt bis rund 1700 Umdrehungen spürbar zu Vibrationen. Das Siebengang-
Doppelkupplungsgetriebe
wechselt die Gänge unauffällig und komfortabel, lässt sich bei Beschleunigungswünschen des Fahrers mitunter aber etwas lange Zeit – so auch beim Anfahren, egal ob vor- oder rückwärts. Dank der im Ölbad laufenden Kupplungen funktioniert aber die Kriechfunktion angenehm und gut – Doppelkupplungsgetriebe mit trockener Kupplung arbeiten sonst oftmals recht ruckartig und unharmonisch.

Verbrauch: 7,1 Liter Diesel

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Skoda Kodiaq Motor
Hier spielt die Musik: 2,0-Liter-Biturbo-Diesel

Auf dem Handlingsparcours lässt sich der Kodiaq RS zwar nicht extrem sportlich und dynamisch bewegen, er überzeugt aber mit einer einwandfreien Straßenlage. So fallen die Aufbaubewegungen für ein SUV recht gering aus und auch plötzliche Lenkimpulse oder Fahrbahnverwerfungen bringen den RS nicht aus der Ruhe. Unterstützt wird das Verhalten durch die serienmäßige Progressivlenkung. Die spricht im Vergleich zum Standard-Modell noch deutlich präziser an.

Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch des Kodiaq RS beträgt 7,1 Liter Diesel. Angesichts der Größe des Autos, der gebotenen Fahrleistungen und der breiten 235er Reifen mit entsprechendem Rollwiderstand ist das kein schlechter Wert. Absolut gesehen und in der Gesamt-CO2-Bilanz beurteilt ist der Verbrauch aber zu hoch. Im ADAC EcoTest reicht das nur für zwei Sterne.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Škoda Kodiaq RS TDI 4x4 DSG herunterladen.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen.

Daten, Messwerte, Test-Ergebnis im Überblick

ADAC Messwerte (Auszug) Škoda Kodiaq RS TDI 4x4 DSG
Überholvorgang 60-100 km/h 4,2 s 
Bremsweg aus 100 km/h 33,8 m 
Wendekreis 11,8 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC Ecotest 7,1 l Diesel/100 km , 223 g CO2/km (well-to-wheel) 
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne) **
Reichweite 885 km
Innengeräusch bei 130 km/h    68,0 dB (A)
Leergewicht / Zuladung 1880 / 541 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch   460 / 880 / 1565 l

 

ADAC Testergebnis Gesamtnote: 2,4
Karosserie/Kofferraum 2,2
Innenraum 2,1
Komfort 2,1
Motor/Antrieb 1,7
Fahreigenschaften 1,9
Sicherheit  1,9
Umwelt/Ecotest 3,7

 

  • Das hat uns gefallen: Großzügiges Raumangebot. Kräftiger Motor. Sichere Fahreigenschaften. Hohe aktive und passive Sicherheit. Guter Federungskomfort.
  • Das hat uns nicht gefallen: Fahrzeug unhandlich in der Stadt. Mäßige Rundumsicht. Hoher Kraftstoffverbrauch.

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: Škoda

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