Mini Electric: Fahrbericht, Daten, Preis, Reichweite

18.3.2019

Anfang 2020 soll der neue Elektro-Mini zu den Händlern kommen. Wir konnten den noch getarnten Bruder des BMW i3 schon testen. Erster Fahrbericht, Bilder, Infos zu Batterie, Reichweite, technischen Daten und Preis

Mini E fahrend
Mini Electric: Noch auf abgesperrter Strecke
  • Ende 2019 geht der Mini als Elektroauto in Produktion, Händlerstart ist Anfang 2020
  • Der Akku hat eine Kapazität von 33 kWh, die Technik stammt vom Konzernbruder BMW i3
  • Reichweite: geschätzte 200 Kilometer

 

Glaubt man dem Volksmund, dann werden die Letzten die Ersten sein. Doch in der BMW Group ist es anders herum. Zumindest, was die Elektromobilität angeht. Denn nachdem Mini schon vor rund zehn Jahren die Technik für den BMW i3 erprobt hat, wurde dem Briten schnell wieder der Stecker gezogen. Aber nun, zum Jahresende 2019, soll endlich auch der elektrische Mini in Serie gehen.

Der Elektro-Mini geht's zackig ums Eck

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Seiten- und Heckansicht des Mini E fahrend
Die Karosserie des Mini E unterscheidet sich kaum vom normalen Dreitürer

Die Konstrukteure setzen beim Mini Electric auf Eigenschaften, die auch den traditionellen Bruder aus England zum Dauerbrenner gemacht haben: Das charakterstarke Design, das sich nur in Details wie einem geschlossenen Grill und einer Heckschürze ohne Endrohre unterscheiden wird. Das verspielte Interieur. Und ein Fahrverhalten, das nah am Autoscooter ist.

Der Mini Electric klingt beim Anlassen wie die Enterprise aus Star Trek beim Lift-Off: Die Elektronik fährt hoch, ein Rauschen geht durchs Auto. Beim Kickdown beschleunigt der Stromer wie ein Cooper S beim Start zur Rallye Monte Carlo: Der Wagen beschleunigt, als wolle er beim Ampelspurt einen BMW M3 hinter sich lassen. Von 0 auf 100 km/h vergehen kaum mehr als sieben Sekunden. Die neue Traktionselektronik verhindert das Scharren der Vorderräder. Dass bei 150 km/h Schluss ist, stört bei einem Stadtauto wahrscheinlich kaum jemanden.   

Dabei fühlt sich der Mini Electric deutlich schwerer an als der normale Dreitürer, ist wegen de Batterien im Boden auch ein bisschen höher. Dennoch liegt er satt und stabil auf der Straße und geht verdammt zackig ums Eck.

An die Stille während der Fahrt muss man sich erst einmal gewöhnen – genauso wie ans Bremsen im Stromer. Denn der Mini hat zwei Rekuperationsstufen für den Elektromotor: Entweder der Wagen segelt dahin – oder er gewinnt so viel Energie zurück, dass er nach wenigen Metern zum Stehen kommt, sobald der Fuß vom Gas genommen wird. Die Fußbremse wird dann kaum noch benötigt.

Mini E: Reichweite gut 200 km, Batterie 33 kWh

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Seitenansicht des Mini E stehend
Autor Thomas Geiger machte das Mini Fahren sichtlich Spaß

Die Technik des Wagens stammt vom aktuellen BMW i3. Von ihm übernimmt der Mini die 96 Lithium-Ionen-Zellen mit einer Kapazität von zusammen 33 kWh. Sie sind im Mitteltunnel und unter der Rückbank montiert. Gut: Der ohnehin schon knappe Innenraum, auch das Kofferabteil, wird so nicht weiter verkleinert. Der E-Motor an der Vorderachse kommt im Mini auf 184 PS. 

Genaue Zahlen zur Reichweite will Mini noch nicht herausrücken. Doch wenn man den BMW i3 tatsächlich als Maßstab nehmen darf, dann sollte der batteriebetriebene Brite auf gute 200 Kilometer kommen – deutlich mehr als der Smart EQ, aber weniger als Konkurrenten wie der Renault Zoe, den es schon seit Jahren gibt.

Um diesen Rückstand weiß man natürlich auch in Oxford und München. Doch tröstet man sich in den PR-Abteilungen darüber mit einem Blick in die Statistik hinweg: Weil der Mini nach dem Smart das vielleicht urbanste Auto ist, sind die Kunden damit pro Tag im Schnitt gerade mal 37 Kilometer unterwegs – und kommen so mit einer Akkuladung im Idealfall durch die gesamte Woche.

Und was den späten Start angeht, so hoffen die Strategen, dass sie genau dann auf den Markt gehen, wenn das Geschäft mit den Elektroautos endlich anzieht. Zum Schluss der Preis: Der Mini Electric wird wohl um die 31.000 Euro kosten, wenn er zum Jahresende 2019 zu den Händlern kommt. 

 

Inoffizielle Daten Mini Electric
Motor/Antrieb Hybrid-Synchron-Elektromotor mit 135 kW/184 PS
Energiespeicher Lithium-Ionen-Akku mit 33 kWh Kapazität
Fahrleistungen 7,2 s auf 100 km/h, 150 km/h Spitze
Maße L 3,82 / B 1,73 / H 1,41 m
Kofferraum 211 – 731 Liter
Preis ca. 31.000 €

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: PR.

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