Mini Cooper SE: So fährt sich der Elektro-Mini

9.7.2019

Im März 2020 kommt der Elektro-Mini zu den Händlern: mit bis zu 270 Kilometern Reichweite zum Preis von 32.500 Euro. Erste Bilder, Infos zu Batterie und technischen Daten. Testfahrt im Prototyp

Mini SE fahrend
Mini Cooper SE: So heißt der vollelektrische Mini
  • Ende 2019 geht der Mini als Elektroauto in Produktion, Händlerstart ist im März 2020
  • Der Akku hat eine Kapazität von 32,6 kWh, die Technik stammt vom Konzernbruder BMW i3
  • Reichweite: zwischen 230 und 270 Kilometer

 

Glaubt man dem Volksmund, dann werden die Letzten die Ersten sein. Doch in der BMW Group ist es anders herum. Zumindest, was die Elektromobilität angeht. Denn nachdem Mini schon vor rund zehn Jahren die Technik für den BMW i3 erprobt hat, wurde dem Briten schnell wieder der Stecker gezogen. Aber Anfang 2020 soll endlich auch der elektrische Mini zu haben sein.

Der Elektro-Mini geht zackig ums Eck

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Heck des Mini SE fahrend
Elektro-Mini Cooper SE: Optisch kaum Unterschiede zum Verbrenner-Modell

Die Konstrukteure setzen beim Mini SE auf Eigenschaften, die auch den traditionellen Bruder aus England zum Dauerbrenner gemacht haben: Das charakterstarke Design, das sich nur in Details wie einem geschlossenen Grill und einer Heckschürze ohne Endrohre unterscheidet. Das verspielte Interieur. Und ein Fahrverhalten, das nah am Autoscooter ist.

Der elektrische Mini klingt beim Anlassen wie die Enterprise aus Star Trek beim Lift-Off: Die Elektronik fährt hoch, ein Rauschen geht durchs Auto. Beim Kickdown beschleunigt der Stromer wie ein Cooper S beim Start zur Rallye Monte Carlo: Der Wagen beschleunigt, als wolle er beim Ampelspurt einen BMW M3 hinter sich lassen. Von 0 auf 100 km/h vergehen nur 7,3 Sekunden. Die neue Traktionselektronik verhindert das Scharren der Vorderräder. Dass bei 150 km/h Schluss ist, stört bei einem Stadtauto wahrscheinlich kaum jemanden.   

Dabei fühlt sich der Elektro-Mini deutlich schwerer an als der normale Dreitürer, ist wegen der Batterien im Boden auch ein bisschen höher. Dennoch liegt er satt und stabil auf der Straße und geht verdammt zackig ums Eck.

An die Stille während der Fahrt muss man sich erst einmal gewöhnen – genauso wie ans Bremsen im Stromer. Denn der Mini hat zwei Rekuperationsstufen für den Elektromotor: Entweder der Wagen segelt dahin – oder er gewinnt so viel Energie zurück, dass er nach wenigen Metern zum Stehen kommt, sobald der Fuß vom Gas genommen wird. Die Fußbremse wird dann kaum noch benötigt.

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Als Ladeleistung gibt Mini bis zu 50 kW via CCS-Stecker bei Gleichstromsäulen an. An konventionellen Säulen mit Wechselstrom kann der Mini bis 11 kW ziehen. Ladedauer: 35 Minuten bzw. 2,5 Stunden jeweils für eine 80-Prozent-Ladung.

Elektro-Mini: bis 270 km Reichweite, Batterie 32,6 kWh

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Seitenansicht des Mini E stehend
Autor Thomas Geiger machte das Fahren im noch getarnten Modell Spaß

Die Technik des Wagens stammt vom aktuellen BMW i3. Von ihm übernimmt der Mini die 96 Lithium-Ionen-Zellen mit einer Kapazität von zusammen 32,6 kWh. Sie sind im Mitteltunnel und unter der Rückbank montiert. Gut: Der ohnehin schon knappe Innenraum, auch das Kofferabteil, wird so nicht weiter verkleinert. Der E-Motor an der Vorderachse kommt im Mini auf 184 PS. 

Als Reichweite nennt Mini zwischen 235 und 270 Kilometern bei einem Verbrauch zwischen 13,2 und 15,0 kWh auf 100 Kilometer. In der Praxis sollte man sich aber wohl eher am unteren Wert orientieren – was deutlich mehr ist als beim Smart EQ, aber weniger als bei Konkurrenten wie Renault Zoe, Peugeot e-208 und dem elektrischen Opel Corsa, die noch vor dem Mini auf den Markt kommen.

Um diesen Rückstand weiß man natürlich auch in Oxford und München. Doch tröstet man sich in den PR-Abteilungen darüber mit einem Blick in die Statistik hinweg: Weil der Mini nach dem Smart das vielleicht urbanste Auto ist, sind die Kunden damit pro Tag im Schnitt gerade mal 37 Kilometer unterwegs – und kommen so mit einer Akkuladung im Idealfall durch die gesamte Woche.

Und was den späten Start angeht, so hoffen die Strategen, dass sie genau dann auf den Markt gehen, wenn das Geschäft mit den Elektroautos endlich anzieht. Zum Schluss der Preis: Der Mini SE wird ab 32.500 Euro zu haben sein. Nicht gerade wenig, aber ein Mini war schließlich noch nie zum Schnäppchenpreis zu haben.

 

Technische Daten (Herstellerangaben) Mini Cooper SE
Motor/Antrieb Hybrid-Synchron-Elektromotor mit 135 kW/184 PS, 270 Nm Drehmoment
Energiespeicher Lithium-Ionen-Akku mit 32,6 kWh Kapazität
Ladeleistung  bis 50 kW an Gleichstromsäulen, 11 kW bei Wechselstrom
Fahrleistungen 7,3 s auf 100 km/h, 150 km/h Spitze
Verbrauch  13,2 – 15,0 kWh/100 km 
Maße L 3,82 / B 1,73 / H 1,41 m
Kofferraum 211 – 731 Liter
Leergewicht  1365 kg 
Preis 32.500 €

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: PR.

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