Fahrbericht Hyundai Tucson: Facelift für den Kompakt-SUV

27.11.2018

Der Hyundai Tucson wird dank Facelift zur echten Konkurrenz von VW Tiguan, Nissan Qashqai und Co. Der Kompakt-SUV überzeugt durch viel Platz, leichte Bedienung und einen attraktiven Preis. Erste Testfahrt, technische Daten und Motoren

Seitenansicht des Hyundai Tucson
Der Hyundai Tucson ist eine echte Alternative zum Bestseller VW Tiguan
  • Der Hyundai Tucson ist ein kompakter SUV für die breite Masse
  • Das Auto bietet viel Platz, ist gut ausgestattet, fährt solide und ist bezahlbar
  • Der Verbrauch ist vergleichsweise hoch
  • Direkte Konkurrenten sind VW Tiguan, Mazda CX-5 und Nissan Qashqai

Wer noch den knapp 15 Jahre alten Hyundai Tucson der ersten Generation vor Augen hat, wird sich wundern, wie sich der SUV gemausert hat: Das frisch geliftete Fahrzeug ist ein modischer Crossover mit gutem Platzangebot, üppiger Ausstattung und zeitgemäßer Sicherheitstechnik. Und ein Auto ohne echte Schwächen.

Mit knapp viereinhalb Metern Länge und 1,65 Metern Höhe sortiert sich der Tucson in das aktuelle Dimensionen-Schema der kompakten SUV ein. Das ist kein Zufall, denn das Facelift von Hyundai wurde exakt auf einen Markterfolg in Europa hin entwickelt und als Alternative zum Bestseller VW Tiguan positioniert. Optisch wagt er dabei etwas mehr – mit einem wuchtigen Kühlergrill, "böse blickenden" Scheinwerfern und einer dynamischen Formensprache.

Gutes Platzangebot, solider Fahrkomfort

Interieur des Hyundai Tucson
Der Innenraum ist gut verarbeitet, die Elemente sind leicht bedienbar

Das Cockpit ist ansprechend, gut verarbeitet und vor allem leicht zu bedienen. Dank weniger Knöpfe und guter Menüstruktur des Infotainment-Systems findet man sich relativ schnell zurech. Hyundai hält die Hürde für Marken-Neulinge niedrig und spart sich einen eigenwilligen Stil. Der Tucson ist im besten Sinne ein Auto für den Massengeschmack, ein Eroberer, der das angestammte Territorium von Tiguan und Co. streitig machen will.

Das Platzangebot ist vorne wie hinten sehr gut, selbst zwei große Erwachsene haben im Fond genug Kopffreiheit, stoßen allenfalls mit ihren Knien an Grenzen. Auf dem Mittelplatz sitzt man wegen der gewölbten Polster und dem störenden Kardantunnel allerdings nur auf kurzer Strecke gerne. Der Einstieg ist bei allen Plätze bequem möglich.

Der Tucson fährt klassentypisch ausgeglichen und souverän, absolviert wellige Autobahnetappen ebenso klaglos wie innerstädtische Kopfsteinpflaster. Er wirkt handlich, ohne herausragend agil zu sein. Sportfahrwerk oder adaptive Dämpfer gibt die Preisliste nicht her, die meisten Fahrer dürften aber mit dem Standardprogramm zufrieden sein.

Hyundai Tucson: Hoher Verbrauch

Heckansicht des Hyundai Tucson
Das Auto fährt laufruhig, hat aber einen vergleichsweise hohen Verbrauch

Das gilt im Prinzip auch für den Motor im Testwagen mit 130 kW/177 PS, 1,6 Litern Hubraum und Turboaufladung. Allerdings schluckt er Benzin statt Diesel – in dieser Klasse unüblich und trotz der aktuellen Selbstzünder-Skepsis keine gute Idee.

Der Motor ist zwar durchzugsstark und angenehm laufruhig, hat aber angesichts von 1,6 Tonnen Leergewicht und der hohen Stirn des Tucson eine Tendenz zum Schlucken. Im Mittel pendelte sich der Verbrauch bei 8,5 Litern ein, auf der Autobahn tendiert er schon bei moderater Fahrweise in Richtung Zehn-Liter-Marke.

Auf langen Strecken ist man mit einem der Euro-6d-Temp-Diesel deutlich besser bedient, vor allem die Mildhybridvariante mit 48-Volt-Technik könnte auch Selbstzünder-Verweigerern gefallen. Für Kurzstreckenfahrer hingegen tut es der kleinere Benziner mit 97 kW/132 PS, der bei gleicher Ausstattung fast 4000 Euro günstiger ist.

Wer partout nicht auf den Top-Benziner verzichten will, sollte die Automatikvariante testen. Das komfortablere Doppelkupplungsgetriebe (plus 1900 Euro) passt per se besser zu dem kraftvoll-sanften Motor und dem großen SUV. Noch schöner wäre die neue Acht-Gang-Automatik aus dem Top-Diesel, die auch das leichte Turboloch besser kaschieren würde. Vielleicht legt Hyundai da noch nach.

Schon gefahren und bewertet

VW T-Roc fährt auf einer Küstenstraße

Welche aktuellen SUV gibt es sonst noch? Die Motorwelt hat viele bereits unter die Lupe genommen:

Gute Ausstattung, attraktiver Preis

Frontansicht des Hyundai Tucson
Für die starken Motoren gibt es den Tucson auch mit Allradantrieb

Der Top-Benziner mit Allradantrieb kostet 31.700 Euro und ist mit Klimaautomatik, Assistentenpaket sowie 17-Zoll-Alus bereits ordentlich ausgestattet. Sitze und Lenkrad sind beheizbar. Wer auf Allradtechnik verzichten kann, ist bereits mit 25.720 Euro für das Basismodell mit gleichem Motor dabei, erhält allerdings deutlich weniger Ausstattung.

Günstigstes Angebot: der kleine Benziner in Kombination mit Frontantrieb für 22.970 Euro, einen Diesel gibt es ab 25.520 Euro (100 kW/136 PS).

Technische Daten
Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 4WD
Allgemein
Fünftüriges, fünfsitziger Kompakt-SUV, Allradantrieb, Sechsgang-Handschaltung, Emissionsklasse E, Abgasnorm Euro-6d-Temp
Motor 1,6-Liter-Turbobenziner, 130 kW/177 PS, 265 Nm bei 1500 bis 4500 U/min
Fahrleistungen 9,5 s auf 100 km/h, 202 km/h Spitze
Verbrauch (WLTP/NEFZ)
8,5/7,9 l Super/100km, 180 g CO2/km
Maße L 4,48 / B 1,85 / H 1,65 / Radstand 2,67 m
Kofferraum 513 bis 1503 Liter
Preis 31.700 €, Baureihe ab 22.970 € (kleiner Benziner in Kombination mit Frontantrieb)

Diese Motorisierungen gibt es

Motor                     Leistung Verbrauch Preis
1.6 GDI 2WD  97 kW/132 PS  7,2 l Super/100 km, 165 g CO2/100 km  22.970 €
1.6 T-GDI 2WD 130 kW/177 PS
7,9 l Super/100 km, 180 g CO2/100 km 25.720€
1.6 CRDi 2WD    85 kW/115 PS 5,0 l Diesel/100 km, 132 g CO2/100 km
25.520 €
1.6 CRDi 2WD 100 kW/136 PS 5,2 l Diesel/100 km, 132 g CO2/100 km
26.720 €
2.0 CRDi 4WD 136 kW/185 PS  5,8 l Diesel/100 km, 153 g CO2/100 km
39.100 €

 

Text: Holger Holzer/SP-X. Fotos: PR.

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