Stauprognose fürs Wochenende: Baustellen-Ärger für Herbsturlauber

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Von Katharina Dümmer

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Ein Stau auf einer Autobahn in Deutschland
Das Staurisiko auf Deutschlands Autobahnen ist auch während der Herbstferien relativ hoch© iStock.com/prill

Auf Deutschlands Autobahnen drohen am Wochenende wieder etliche Staus. Herbstferien und viele Baustellen sorgen laut aktueller ADAC Stauprognose für volle Straßen.

  • Herbstferien-Beginn im Norden und Osten

  • Viele Baustellen und einige Autobahnsperren, u.a. auf der A1, A7, A8, A31 und A40

  • Lebhafter Verkehr auch in Österreich, Italien und der Schweiz

Herbsturlauber müssen mit vielen Staus rechnen

Der Reiseverkehr erhält an diesem Wochenende durch den Herbstferien-Beginn in den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen und Thüringen erneut etwas Schwung. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gehen die Herbstferien in die zweite Woche.

Die Staulängen jetzt in den Herbstferien dürften aber bei Weitem nicht die Dimensionen des Sommers erreichen.

Etliche Reisende und Wochenendausflügler steuern an diesem Wochenende die Wandergebiete der Alpen und Mittelgebirge, die Küsten und die warmen südlichen Länder an – oder kehren von dort zurück. Bei schönem Wetter ist auch der Tagesausflugsverkehr in Richtung Berge relativ hoch. Dass etliche Fahrten im Stau enden, dafür sorgen nicht zuletzt die vielen Herbstbaustellen.

Noch ein Hinweis: Der Herbst ist traditionell Volksfest-Zeit: Mit lebhaftem Besucheraufkommen ist an diesem Wochenende zum Beispiel rund um Stuttgart zu rechnen. Dort geht der Cannstatter Wasen zu Ende.

Der große Staufaktor: Baustellen

Die hohe Anzahl an Baustellen ist der größte Staufaktor am Wochenende. Bundesweit wird auf mehr als 1000 Autobahnabschnitten gearbeitet.

Wer kann, sollte möglichst außerhalb der Hauptverkehrszeiten starten und sich vor Fahrtantritt bei der ADAC Verkehrsinfo über die aktuelle Lage informieren.

Lkw-Fahrverbote am Sonntag

Am Sonntag, 11. Oktober, gilt auf den meisten Autobahnen von 0 bis 22 Uhr ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. In den meisten Bundesländern dürften mehr schwere Lkw unterwegs sein. In etlichen Bundesländern wurde die seit August bestehende Lockerung des Lkw-Fahrverbots wegen Niedrigwasser auf den Flüssen bis Ende Oktober verlängert.

Das sind die besonders belasteten Staustrecken

Die Staugefahr ist auf folgenden Strecken, in beiden Richtungen, relativ hoch:

  • A1 Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück

  • A2 Dortmund – Hannover – Braunschweig – Magdeburg

  • A3 Oberhausen – Köln – Frankfurt – Würzburg – Nürnberg – Passau

  • A4 Heerlen/Aachen – Köln; Dresden – Görlitz

  • A5 Heidelberg – Karlsruhe – Basel; Kassel – Frankfurt

  • A6 Mannheim – Heilbronn

  • A7 Flensburg – Hamburg – Hannover und Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte

  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg

  • A9 Halle/Leipzig – Nürnberg – München

  • A10 Berliner Ring

  • A11 Kreuz Uckermark – Stettin

  • A12 Berliner Ring – Frankfurt (Oder)

  • A13 Berliner Ring – Dresden

  • A24 Hamburg – Schwerin

  • A27 Bremen – Bremerhaven

  • A44 Kassel – Dortmund

  • A45 Gießen – Hagen – Dortmund

  • A61 Mönchengladbach – Koblenz

  • A96 Lindau – München

  • A99 Autobahnring München

Blockabfertigung und Abfahrtssperren

Gut zu wissen: In Deutschland gelten an Wochenenden und Feiertagen bei Stau Abfahrtssperren bzw. Durchfahrtsverbote auf mehreren Autobahnen bzw. Bundesstraßen.

Die Blockabfertigungen für Lkw auf der A93 Inntalautobahn finden in der Regel nicht am Wochenende statt, sondern häufig montags und mittwochs. Die nächsten Termine sind 5. Oktober und 27. Oktober. Auch spontane Blockabfertigungen ohne Ankündigungen sind möglich.

Autobahn-Vollsperrungen am Wochenende

Kurzfristige Sperren

  • A1 Hamburg – Lübeck in beiden Richtungen zwischen Dreieck Hamburg-Norderelbe und Kreuz Hamburg-Ost von Freitag, 9. Oktober, 21 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 5 Uhr

  • A1 Osnabrück – Bremen in beiden Richtungen zwischen Vechta und Cloppenburg von Samstag, 10. Oktober, 4 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 5 Uhr

  • A7 Würzburg – Ulm in beiden Richtungen zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wörnitz von Samstag, 10. Oktober, 20 Uhr, bis Sonntag, 11. Oktober, 5 Uhr

  • A8 Salzburg Richtung München zwischen Rohrdorf und Rosenheim von Sonntag, 11. Oktober, 20 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 5 Uhr

  • A31 Leer Richtung Emden zwischen Riepe und Emden-Ost von Freitag, 9. Oktober, 18 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 6 Uhr

  • A40 Duisburg – Essen in beiden Richtungen zwischen Mülheim an der Ruhr-Winkhausen und Mülheim-Heißen von Freitag, 9. Oktober, 21 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 5 Uhr

  • A40 Ruhrschnellweg, Dortmund Richtung Essen zwischen Kreuz Bochum und Bochum-Hamme von Freitag, 9. Oktober, 21 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 5 Uhr

  • A99 Autobahnring München, München-Nord – München-Süd-West in beiden Richtungen zwischen Tunnel Aubing und Germering-Nord am Samstag, 10. Oktober, von 2 bis 4 Uhr (Tunneleinsatzübung)

Langfristige Sperren

  • A7 Hamburg Richtung Hannover zwischen Maschener Kreuz/A39 und Horster Dreieck bis Freitag, 27. November, 17 Uhr

  • A27 Bremerhaven – Bremen in beiden Richtungen, zwischen Bremen-Horn/Lehe und Bremen-Vahr, bis 28. Oktober 2027, Mittwoch bis Donnerstag zwischen 22 und 5 Uhr

  • A44 Essen Richtung Düsseldorf zwischen Velbert-Nord und Hetterscheidt, Tunnel Birth, bis Montag, 12. Oktober, 20 Uhr

  • A59 Köln Richtung Düsseldorf zwischen Monheim und Dreieck Düsseldorf-Süd von Freitag, 2. Oktober, 9 Uhr, bis 28. Mai 2027

Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen etwa wegen widriger Witterung und weitere Sperrtermine sind möglich. Berücksichtigt werden bei der Auflistung der langfristigen Sperren nur die überregional bedeutsamen Autobahnen. Auch auf Zubringerautobahnen oder untergeordneten Regionalautobahnen können Dauerbaustellen eingerichtet sein.

Alle Sperrungen, Baustellen und aktuellen Verkehrsinformationen finden Sie hier. Darüber hinaus bietet der ADAC NRW Infos zu speziellen Sperren in Nordrhein-Westfalen.

Nebel im Herbst: Jetzt ist Vorsicht angesagt

Autofahrer und Autofahrerinnen, die am frühen Morgen oder in der Nacht unterwegs sind, müssen jetzt noch vorsichtiger sein: Nebel könnte die Sicht erheblich beeinträchtigen.

Stauprognose Ausland: Brenner, Gotthard und Co.

Auch im benachbarten Ausland ist der Reiseverkehr zeitweise lebhaft. In der Schweiz beispielsweise haben einige Kantone Herbstferien. Viele Autofahrende steuern die Wanderregionen der Alpen an. Auch die wichtigen Transitstrecken im Ausland sind staugefährdet:

  • In Österreich betrifft dies insbesondere die A1, A9, A10, A11, A12 und A14 sowie die A13 Brennerautobahn zwischen Innsbruck und Brenner, wo unter anderem die Luegbrücke saniert wird. Auch auf der B179 über den Fernpass und der Arlberg Bundesstraße B197 ist mit Behinderungen zu rechnen. Bei Stau auf der Autobahn gelten in Tirol Fahrverbote auf mehreren Landesstraßen.

  • In der Schweiz sind vor allem die A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen, die A2 auf der Gotthard-Route zwischen Basel und Chiasso, die A3 zwischen Basel, Zürich und Chur sowie die A13 auf der San-Bernardino-Route betroffen.

  • In Italien bleibt die Staugefahr insbesondere auf der A9/A7 zwischen der Schweiz, Mailand und Genua sowie auf der A22 Brennerroute hoch.

Grenzkontrollen: Wartezeiten möglich

Seit Mai 2025 wird an allen deutschen Grenzen bei der Einreise verschärft kontrolliert. Dabei könnte es zu längeren Wartezeiten kommen. Besonders betroffen sind die Übergänge Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93) sowie Ludwigsdorf (A4), Frankfurt (Oder) (A12) und Forst (A15).

Verschärfte Kontrollen an Deutschlands Grenzen: Was man wissen muss

Im Stau: Rettungsgasse bilden!

Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.

Und so funktioniert die Rettungsgasse: Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrende auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ist es in engen Baustellenbereichen aufgrund deutlich schmalerer Fahrspuren nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden, wird empfohlen, mit genügend Abstand versetzt zu fahren. So können Autofahrende im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und damit den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.

Rettungsgasse im Ausland: So geht's!