Sommer, Sonne, Blechlawine: ADAC Stauprognose vom 3. bis 5. Juli

• Lesezeit: 7 Min.

Von Katharina Dümmer

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Stau auf einer deutschen Autobahn
Sommerferien-Start in sechs Bundesländern: Auf etlichen Autobahnen wird es am Wochenende zäh© imago images/Jöran Steinsiek

Am zweiten Sommerferien-Wochenende nimmt die Staugefahr auf den Autobahnen weiter zu. Jetzt schließen in weiteren sechs Bundesländern die Schulen. Auch viele Autofahrende aus dem Ausland durchqueren Deutschland. Plus: Die Staustrecken im In- und Ausland.

  • Ferienbeginn im Norden und Osten Deutschlands und in den Niederlanden

  • Viele Baustellen und einige Autobahnsperren (u.a. A1, A2)

  • ADAC Staukalender für die 12 Sommerferien-Wochen

  • Auslandsprognose: Brenner, Tauern und Gotthard sehr voll

Große Staugefahr: Neun Bundesländer sind in den Ferien

Am kommenden Wochenende legt der Sommerreiseverkehr auf den Autobahnen in Deutschland weiter kräftig zu. Ohne Stauaufenthalte kommt nun niemand mehr durch. In Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein sowie dem Norden der Niederlande fällt der Startschuss in die Sommerferien. Aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland rollt die zweite Reisewelle.

Zusätzlich sind auch viele Reisende aus Nordeuropa Richtung Meer und Süden sowie Urlauber, die nicht an Ferientermine gebunden sind, unterwegs. Für zahlreiche Staus dürften bei schönem Wetter auch Tagesausflügler oder Kurzentschlossene sorgen. Auf den Zufahrtsstraßen in Richtung Berge, Küsten und Seenlandschaften wird daher große Geduld erforderlich sein.

Staugefahr an Baustellen und wegen Blow-ups

Für etliche Staus dürften Dauerbaustellen verantwortlich sein. Rund 1000 gibt es davon derzeit auf den Autobahnen. Aktuell treffen Autofahrer auch auf kurzfristig verhängte Baumaßnahmen infolge von Blow-ups, verursacht durch die jüngste Hitzewelle. Einige Autobahnen sind deswegen abschnittsweise nicht oder nur erschwert passierbar. Dazu zählten in der letzten Woche auch Abschnitte der A2 in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die Lage kann sich hier schnell ändern.

Länger geplant waren für dieses Wochenende unter anderem die A1 in Hamburg und die A2 am Kamener Kreuz.

Tipp für Reisende: Sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Lage bei der ADAC Verkehrsinfo informieren.

Fahrverbot am Samstag für Lkw über 7,5 Tonnen

Um den Reiseverkehr zu entlasten, gilt ein Sommerreise-Fahrverbot für schwere Brummis an allen Samstagen vom 1. Juli bis einschließlich 31. August eines Jahres, in der Zeit von 7 Uhr bis 20 Uhr. Am Sonntag gilt ganzjährig von 0 bis 22 Uhr ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen.

Die Spitzenzeiten

Die meisten Staus sind am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag zu erwarten. Wer flexibel ist, sollte ruhigere Alternativrouten planen oder auf einen anderen Reisetag ausweichen. Geeignete Wochentage sind Montag und Dienstag (außerhalb der Berufsverkehrszeiten).

Staukalender Sommerferien 2026: Wann es voll wird

Für die Reiseplanung: Von Ende Juni bis Mitte September sind in Deutschland Sommerferien. Im ADAC Staukalender sehen Sie, an welchen Wochenenden es auf Deutschlands Autobahnen besonders voll wird.

Blockabfertigung und Abfahrtssperren

Gut zu wissen: In Deutschland gelten an Wochenenden und an Feiertagen bei Stau Abfahrtssperren bzw. Durchfahrtsverbote auf der A7 im Landkreis Ostallgäu, auf der A8 in den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land und Miesbach, auf der A93 Inntalautobahn und B2/B23 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Aber: Die Blockabfertigungen für Lkw auf der A93 Inntalautobahn finden häufig montags und mittwochs statt. Nächster Termin: Montag, 6. Juli.

Das sind die besonders belasteten Staustrecken

  • A1 Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Köln

  • A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Braunschweig – Magdeburg – Berliner Ring

  • A3 Arnheim – Oberhausen – Köln – Frankfurt; Linz – Passau

  • A4 Heerlen/Aachen – Köln – Olpe; Chemnitz – Dresden – Görlitz

  • A5 Karlsruhe – Basel; Kassel – Frankfurt

  • A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg – Pilsen

  • A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel; Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte

  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg

  • A9 Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München

  • A10 Berliner Ring

  • A11 Berliner Ring – Kreuz Uckermark

  • A12 Berliner Ring – Frankfurt (Oder)

  • A13 Dresden – Schönefelder Kreuz

  • A20 Lübeck – Rostock

  • A21 Kiel – Bargteheide

  • A23 Hamburg – Heide

  • A24 Hamburg – Schwerin – Pritzwalk – Berliner Ring

  • A27 Bremen – Bremerhaven

  • A31 Gronau – Meppen

  • A38 Göttingen – Halle

  • A40 Duisburg – Essen

  • A45 Dortmund – Hagen – Gießen

  • A59 Köln – Bonn

  • A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen

  • A81 Singen – Stuttgart – Heilbronn

  • A95 München – Garmisch-Partenkirchen

  • A96 Lindau – München

  • A99 Autobahnring München

Autobahn-Vollsperrungen am Wochenende

Die langfristigen Sperren

Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen etwa wegen widriger Witterung und weitere Sperrtermine sind möglich. Berücksichtigt werden bei der Auflistung der langfristigen Sperren nur die überregional bedeutsamen Autobahnen. Auch auf Zubringerautobahnen oder untergeordneten Regionalautobahnen können Dauerbaustellen eingerichtet sein.

Alle Sperrungen, Baustellen und aktuelle Verkehrsinformationen finden Sie hier. Darüber hinaus bietet der ADAC NRW Infos zu speziellen Sperren in Nordrhein-Westfalen.

Staustrecken Ausland: Brenner und Co.

Der Reiseverkehr im Ausland nimmt ebenfalls immer mehr Fahrt auf. Fast jede Urlaubsfahrt endet im Stau. In zahlreichen Ländern bzw. Regionen (u.a. Italien, Schweiz, Polen, Tschechien, Skandinavien) sind bereits Sommerferien. An diesem Wochenende schließen die Schulen in den österreichischen Bundesländern Wien, Niederösterreich und im Burgenland. Zu den staugefährdeten Reiserouten zählen u.a.:

Österreich

In Österreich gelten bei Stau auf der Autobahn Fahrverbote auf mehreren Landesstraßen in den Bezirken Innsbruck/Innsbruck Land, Kufstein, Imst und Reutte. Die Sperren gelten seit dem 1. Mai an Samstagen, Sonn- und Feiertagen sowie am 2. Oktober (Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit), jeweils von 7 bis 19 Uhr.

Schweiz

  • A1 Bern – Zürich – St. Margarethen

  • A2 Luzern – Chiasso (Gotthard-Route)

  • A3 Basel – Zürich – Chur

  • A13 Chur – Bellinzona (San-Bernardino-Route)

Italien

  • A9/A7 Schweiz – Mailand – Genua

  • A22/SS12 Brennerroute

Weitere Länder

Zu den Problemstrecken zählen überdies:

  • Fernstrecken zu den kroatischen, französischen, niederländischen Küsten

  • der Balkantransit in Richtung Türkei und Griechenland

  • Hauptverbindungen von und aus Polen und Tschechien

  • Fernstraßen zu den nordeuropäischen Reisezielen

Hinweis: Wer am Wochenende an die niederländische Nordseeküste etwa zum Strandbad Noordwijk will, braucht Geduld. Die A44 Amsterdam in Richtung Den Haag ist zwischen dem Autobahnkreuz Burgerveen und Kaag von Donnerstag, 2. Juli, 21 Uhr, bis Samstag, 4. Juli, 9 Uhr, gesperrt.

Grenzkontrollen: Wartezeiten möglich

Seit Mai 2025 wird an allen deutschen Grenzen bei der Einreise verschärft kontrolliert. Dabei könnte es zu längeren Wartezeiten kommen. Besonders betroffen sind die Übergänge Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93) sowie Ludwigsdorf (A4), Frankfurt (Oder) (A12) und Forst (A15).

Hier muss ebenfalls mit Wartezeiten gerechnet werden: am Grenzübergang Ellund auf der A7 in Schleswig-Holstein (Dänemark) und bei Fahrten nach Slowenien, Kroatien, Griechenland und in die Türkei.

Verschärfte Kontrollen an Deutschlands Grenzen: Was man wissen muss

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Im Stau: Rettungsgasse bilden!

Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.

Und so funktioniert die Rettungsgasse: Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrende auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ist es in engen Baustellenbereichen aufgrund deutlich schmalerer Fahrspuren nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden, wird empfohlen, mit genügend Abstand versetzt zu fahren. So können Autofahrende im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und damit den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.

Bußgelder für Autofahrende, die sich nicht an die Vorschriften halten, betragen bis zu 320 Euro.

Rettungsgasse im Ausland: So geht's!