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Mit dem Auto nach Griechenland und in die Türkei

Grenzübergang Promahonas zwischen Griechenland und Bulgarien
Lange Staus am bulgarisch-griechischen Grenzübergang Kulata-Promachonas: keine Seltenheit ∙ © dpa/AP Pho

Jeden Sommer fahren viele Reisende mit dem eigenen Fahrzeug nach Griechenland und in die Türkei. Ist dies auch in Corona-Zeiten möglich? Welche Routen sind die besten? Was man jetzt dazu wissen muss.

  • Mehrere Grenzen mit massiven Einschränkungen

  • Corona-Test bei Einreise nach Griechenland auf dem Landweg

  • Personenfähren zwischen Italien und Griechenland verkehren wieder

  • Wann Rückkehrer in Deutschland mit Quarantäne rechnen müssen

In normalen Jahren fahren viele Autourlauber mit dem eigenen Auto nach Griechenland oder in die Türkei. Nach monatelanger Schließung sind viele Grenzen nun wieder offen. Der Transit ist dennoch mit größeren Aufwänden verbunden. Rückkehrern droht zudem eine Quarantäne bei der Einreise nach Deutschland.

Transit nach Griechenland mit dem Auto

Laut Recherchen des ADAC bei den diplomatischen Vertretungen ist der Transit durch Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien, die Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien nach Griechenland für deutsche Staatsbürger und Personen mit einem festen Aufenthaltstitel für Deutschland möglich. Dabei müssen Sie aber genaue Regeln beachten.

Die Einreise aus Albanien und Nordmazedonien nach Griechenland ist für den regulären Personenverkehr bis auf Weiteres verboten. Wer mit dem eigenen Fahrzeug auf dem Landweg nach Griechenland will, muss daher auf jeden Fall über Bulgarien fahren. Für die Einreise steht ausschließlich der Hauptgrenzübergang Kulata-Promachonas auf der Route Sofia - Thessaloniki zur Verfügung.

Zudem müssen seit dem 8. Juli alle Personen, die aus Bulgarien nach Griechenland einreisen, auf Anordnung der griechischen Gesundheitsbehörde zwingend einen Corona-Test machen. Hintergrund ist die in den letzten Tagen gestiegene Zahl an Corona-Infektionen, die auf Reisende auf dem Landweg zurückzuführen sind.

Durch die verstärkten Kontrollen auf griechischer Seite müssen sich Autofahrer am Grenzübergang Kulata-Promachonas bei der Einreise auf stundenlange Wartezeiten einstellen. Am 8. Juli etwa bildete sich ein Rückstau von 50 Kilometern Länge.

Die gute Nachricht: Seit dem 1. Juli verkehren wieder Personenfähren zwischen Griechenland und Italien. Urlauber können daher auch wieder auf dem Seeweg nach Griechenland fahren beziehungsweise zurückkehren.

Online-Formular für die Einreise nach Griechenland

Wer nach Griechenland fährt (Land- See- oder Luftweg), muss mindestens 48 Stunden vor der Einreise ein Online-Formular* (auch auf Deutsch verfügbar) der griechischen Zivilschutzbehörde ausfüllen. Darin werden unter anderem Name und Wohnort, Angaben zu Besuchen in anderen Ländern sowie Namen, Adressen und Telefonnummern von Kontaktpersonen sowie die Anschrift, unter der man in Griechenland während des Urlaubs zu erreichen ist, abgefragt. Camper müssen hier eine vorläufige Adresse (z.B. Campingplatz) eintragen.

Anschließend bekommt der Reisende einen QR-Code per Mail oder auf sein Handy geschickt, der bei der Einreise vorgezeigt werden muss. Kann kein Code vorgezeigt werden, ist nach Angaben des Auswärtigen Amts eine Geldbuße von 500 Euro möglich.

Aus dem Code wollen die griechischen Behörden ableiten, ob sich der Besucher noch am Flughafen einem Covid-19-Test unterziehen muss. Wer getestet wird, soll sich bis zur Auswertung des Tests 24 Stunden in Selbstisolation begeben, eine Weiterreise zur Zieladresse ist aber erlaubt.

Rückreise aus Griechenland mit dem Auto

Bei der Rückreise aus Griechenland kann man im Prinzip auch durch Nordmazedonien, Serbien, Albanien oder Bosnien-Herzegowina fahren - Staaten, die vom Robert-Koch-Institut als Corona-Risikogebiete ausgewiesen sind. Dabei sollten Reisende allerdings bedenken, dass unter bestimmten Umständen in Deutschland eine Quarantäne droht.

Eine Rückkehr ist aktuell ohne Quarantänegefahr möglich, wenn man die Route über Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich wählt.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Slowenien hat mittlerweile die Transitbestimmungen verschärft. Reist man aus Kroatien ein, muss man die Transitabsicht glaubhaft machen und das Land innerhalb von zwölf Stunden durchqueren. Übernachtungen sind in diesem Falle verboten. Zwischenstopps darf man nur einlegen, um zu tanken oder eine Toilettenpause zu machen. Bei Zwischenstopps dürfen maximal fünf Personen gleichzeitig das Fahrzeug verlassen. Dies betrifft vor allem Busreisende.

Balkantransit: Wann Rückkehrer mit Quarantäne rechnen müssen

Das Auswärtige Amt hat derzeit mehrere Transit-Länder als Corona-Risikogebiete ausgewiesen:

  • Serbien

  • Bosnien und Herzegowina

  • Nordmazedonien

  • Albanien

  • Kosovo

  • Türkei

Laut Auskunft deutscher Gesundheitsämter sollten sich Reisende, die sich in diesen Ländern aufgehalten haben oder durch diese Länder gefahren sind, nach ihrer Rückkehr bei der für sie zuständigen Behörde* melden.

Wer zum Beispiel eine Zwischenübernachtung eingelegt, Städte besichtigt oder Verwandte bzw. Freunde getroffen hat, muss mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Falls man diese Länder jedoch zügig durchquert und allenfalls kurze Tank- oder Toilettenpausen eingelegt hat, verzichten die Gesundheitsämter in der Regel auf eine Quarantäne.

Die letzte Entscheidung liegt aber bei den Behörden. Auch können sich die Regelungen in den Bundesländern im Detail unterscheiden.

Wer bei einer Griechenland-Fahrt die oben genannten Risikogebiete meiden will, muss eine Route über Ungarn, Rumänien und Bulgarien wählen.

Quarantäne-Regeln bei der Einreise nach Deutschland

Transit in die Türkei mit dem Auto und zurück

Am 11. Juni hat die Türkei das Einreiseverbot für deutsche Staatsbürger aufgehoben. Eine Fahrt mit dem Auto von Deutschland in die Türkei ist nach den derzeit vorliegenden Informationen über Bulgarien möglich.

Laut Information des bulgarischen Tourismusamtes ist auch bei der Rückfahrt ein Transit durch Bulgarien erlaubt, wenn die Rückkehrer einen Aufenthaltstitel für Deutschland vorweisen können. Der ADAC kann dafür aber keine Garantie übernehmen. Die Entscheidung im Einzelfall liegt stets bei den Grenzbehörden vor Ort.

Die Einreise aus der Türkei nach Griechenland ist derzeit nur griechischen Staatsbürgern gestattet.

Durchreise: Situation in den einzelnen Ländern

Im Einzelnen stellt sich die Situation in den Transitländern folgendermaßen dar (Stand: 9. Juli).

  • Österreich
    Die Ein-/Durchreise nach/durch Österreich ist ohne Einschränkungen möglich.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Slowenien
    Laut Auswärtigem Amt ist die Durchreise durch Slowenien für deutsche Staatsangehörige möglich, wenn sie innerhalb von zwölf Stunden erfolgt und die Einreise in das Nachbarland erlaubt ist. Ebenfalls wichtig: Deutsche Staatsbürger dürfen die Landgrenze zwischen Österreich und Slowenien nur über die Autobahnübergänge Karawankentunnel und Spielfeld sowie über die Grenzstelle Loibltunnel passieren.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Kroatien
    Der Transit durch Kroatien ist erlaubt, sofern die Durchreise durch die sich anschließenden Transitländer und die Einreise in den Zielstaat gesichert sind. Bei der Einreise nach Kroatien werden die Kontaktdaten der Reisenden für die Dauer ihres Aufenthalts in Kroatien registriert. Zur Vermeidung langer Wartezeiten beim Grenzübertritt empfiehlt das kroatische Innenministerium Reisenden, ihre Kontakt- und Aufenthaltsdaten vorab online auf der Website des kroatischen Tourismusministeriums* zu hinterlegen.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Serbien
    Die Ein- und Durchreise nach und durch Serbien ist wieder ohne jede Einschränkung möglich. Reisende erhalten an der Grenze ein zweisprachiges Informationsblatt über die zu beachtenden Covid-19-Maßnahmen.
    Quelle: Auswärtiges Amt*, Deutsche Botschaft Belgrad*

  • Nordmazedonien
    Die Einreise nach Nordmazedonien ist seit dem 26. Juni wieder ohne Quarantänepflicht oder den Nachweis eines negativen Corona-Tests möglich. Transitreisende sollten allerdings beachten, dass eine Einreise von Nordmazedonien nach Griechenland aufgrund eines Beschlusses der griechischen Regierung bislang nur in Ausnahmefällen (für griechische Staatsbürger) erlaubt ist.
    Quelle: Auswärtiges Amt*, Deutsche Botschaft Athen*

  • Albanien
    Die Landgrenzen sind grundsätzlich wieder geöffnet, eine Quarantänepflicht besteht nicht mehr. Der Transit ist aber nur dann gestattet, wenn die Ausreise in das Nachbarland sichergestellt ist. Eine Weiterfahrt nach Griechenland ist derzeit nur in Ausnahmefällen (für griechische Staatsbürger) erlaubt.
    Quelle: Deutsche Botschaft Tirana*

  • Tschechien
    Der Transit durch Tschechien für Reisende aus Deutschland problemlos möglich.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Slowakei
    Transitreisen durch die Slowakei in Richtung Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn sind ohne Einschränkungen erlaubt.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Ungarn
    Deutsche Staatsbürger können ungehindert nach Ungarn einreisen und durch Ungarn durchreisen. Drittstaatsangehörige mit festem Wohnsitz in Deutschland benötigen neben dem Reisepass auch den Nachweis eines gültigen Aufenthaltstitels.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Rumänien
    Der Transit auf dem Landweg ist möglich, sofern die Reisenden keine Covid-19-Symptome aufweisen und nachweisen, dass sie ins Zielland einreisen dürfen. Bei Einreise nach Rumänien ist eine Erklärung mit den persönlichen Kontaktdaten abzugeben.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Bulgarien
    Seit 1. Juni ist EU-Staatsangehörigen die Einreise nach Bulgarien ohne verpflichtende häusliche Quarantäne gestattet. Laut Information des bulgarischen Tourismusamtes können türkische Staatsbürger den Transit durch Bulgarien nutzen, wenn sie einen Aufenthaltstitel für Deutschland vorweisen können.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

  • Griechenland
    Die Einreise nach Griechenland auf dem Landweg ist derzeit nur über Bulgarien (Grenzübergang Kulata-Promachonas) möglich. Die Einreise aus Albanien, Nordmazedonien und der Türkei ist vorerst nur griechischen Staatsangehörigen, Personen mit griechischem Aufenthaltstitel oder Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt in Griechenland erlaubt.
    Quelle: Auswärtiges Amt*, Deutsche Botschaft Athen*

  • Türkei
    Die Türkei hat das Einreiseverbot für deutsche Staatsangehörige am 11. Juni aufgehoben. Bei Einreise werden Gesundheitsuntersuchungen durchgeführt und bei erhöhter Temperatur oder weiteren Symptomen ein Corona-Test gemacht. Bei positivem Testergebnis wird eine medizinische Behandlung angeordnet, auch Quarantäne-Maßnahmen sind möglich.
    Quelle: Auswärtiges Amt*

Der ADAC kann keine Gewähr übernehmen. Verbindliche Aussagen können nur die Behörden der einzelnen Länder treffen.

Eine Garantie, dass man mit dem eigenen Fahrzeug durchkommt, gibt es nicht. Ob eine Weiterfahrt möglich ist, entscheiden im Einzelfall immer die Behörden vor Ort.

Reisende sollten bedenken, dass sich die Situation jederzeit ändern kann. Ausführliche Informationen zu den Einreisebestimmungen der wichtigsten Länder hat der ADAC für seine Mitglieder zusammengestellt.

Die wichtigsten Auto-Routen nach Griechenland und in die Türkei

Unabhängig von der aktuellen Corona-Situation mit ihren Reisebeschränkungen gilt: Um mit dem Auto nach Griechenland oder in die Türkei zu kommen, sind je nach Start- und Zielpunkt grundsätzlich vier verschiedene Routen sinnvoll.

Die beliebtesten Reiserouten nach Griechenland und in die Türkei

Welche Routen sind die besten?

  • A: Nördliche Route über Budapest und Belgrad
    Von Nord- und Ostdeutschland kommend bietet es sich an, durch Tschechien und die Slowakei nach Budapest zu fahren. Von West- oder Süddeutschland aus verläuft die erste Etappe über Passau beziehungsweise Salzburg und Wien zur ungarischen Hauptstadt. Von dort aus führt die Route A über Belgrad und Sofia in die Türkei.

  • B: Südliche Route über Zagreb und Belgrad
    Bei dieser Variante fährt man zunächst über die österreichische Tauernautobahn und Ljubljana oder alternativ über die Pyhrnautobahn und Maribor nach Zagreb und von dort weiter nach Belgrad. Bei der serbischen Hauptstadt vereinigt sich der Weg dann mit Route A.

  • C: Ostroute – Ab Budapest über Rumänien und Bulgarien
    Wer Serbien umfahren will, kann über Rumänien ausweichen. Der Weg führt von Budapest über Szeged nach Arad und von dort entweder über die Donaubrücke Calafat-Vidin nach Sofia oder über Sibiu und die Donaubrücke bei Ruse nach Varna. Die rumänische Hauptstadt Bukarest sollte man bei dieser Variante großräumig umfahren (Staugefahr!).

  • D: Auf dem Landweg oder mit der Fähre nach Griechenland
    Die Landroute zweigt bei der serbischen Stadt Nis oder bei Sofia von den Routen A und B ab und führt über Nordmazedonien oder Südwestbulgarien in den Großraum Thessaloniki. Die Alternative: Mit einer Adriafähre nach Igoumenitsa und von dort weiter auf der Egnatia Odos (A2) in Richtung Thessaloniki oder Istanbul.

Strandvergnügen und Sightseeing – was in den Urlaubsländern möglich ist

Auch wenn immer mehr Länder ihre Grenzen für deutsche Touristen öffnen, wird der Sommerurlaub 2020 wegen des Coronavirus unter besonderen Umständen stattfinden. Die aktuelle Lage der beliebtesten Reiseziele:

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