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Fahren ohne Führerschein: Diese Strafen drohen

Ohne Führerschein unterwegs: Das kann teuer werden ∙ © Shutterstock/UschiDaschi

Wer trotz Fahrverbot oder Entzug der Fahrerlaubnis Auto fährt, begeht eine Straftat. Im schlimmsten Fall droht eine Haftstrafe.

Fahren ohne Führerschein kann einen ganz einfachen Grund haben: Das Dokument wurde zu Hause vergessen. In diesem Fall begeht der Betroffene nur eine Ordnungswidrigkeit und zahlt 10 Euro Verwarnung. Setzt sich aber jemand hinter das Steuer, obwohl ein Fahrverbot läuft oder die Fahrerlaubnis entzogen wurde, macht er sich damit strafbar. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was passiert, wenn Sie trotz eines Fahrverbotes oder bei Entzug der Fahrerlaubnis Auto fahren?

Wenn Sie ohne eine gültige Fahrerlaubnis Auto fahren, machen Sie sich nach § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) strafbar. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Konstellationen. Bei einem Fahrverbot, z.B. wegen eines Tempoverstoßes, geben Sie den Führerschein ab und bekommen ihn nach Ablauf der Zeit zurück. Ein Fahrverbot dauert zwischen ein und sechs Monaten. Wer während eines Fahrverbots ein Kraftfahrzeug führt, bekommt neben einer hohen Geldstrafe Punkte in Flensburg. Außerdem wird die Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate entzogen und muss dann noch einmal neu beantragt werden.

Wurde die Fahrerlaubnis bereits entzogen, z.B. bei Straftaten wie Drogenmissbrauch oder Alkohol am Steuer, fällt die Strafe deutlich höher aus. Die Höchststrafe für Fahren ohne Fahrerlaubnis liegt bei einem Jahr Freiheitsstrafe.

Darf ich ohne Führerschein mit anderen motorisierten Fahrzeugen, z.B. einem Mofa, fahren?

Hier wird zwischen Fahrverbot und Entzug der Fahrerlaubnis unterschieden. Ein Fahrverbot gilt für alle motorisierten Fahrzeuge. Auch Mofas, E-Scooter, Fahrräder mit Hilfsmotor und E-Bikes (einsitzige zweirädrige Kleinkrafträder mit elektrischem Antrieb, der sich bei einer Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h selbsttätig abschaltet) sind verboten. Wird die Fahrerlaubnis entzogen, bleibt das Führen von Mofas bis 25 km/h grundsätzlich erlaubt. Allerdings benötigen Personen, die nach dem 31.3.1965 geboren sind, eine sogenannte Prüfbescheinigung. Auch E-Scooter dürfen gefahren werden.

Zahlt die Versicherung, wenn der Fahrer keinen gültigen Führerschein besitzt?

Die Kfz-Haftpflicht, die bei einem verschuldeten Unfall auch in diesem Fall den Schaden des Gegners bezahlt, kann sich das Geld wiederholen und Regressforderungen von bis zu 5000 Euro stellen. Die Kaskoversicherung zahlt unter Umständen gar nicht. Das heißt, man bleibt auf dem Schaden am eigenen Fahrzeug sitzen.

Führerschein zu Hause vergessen: Muss ich Strafe zahlen?

Auch das kann passieren: Das Dokument wird schlicht und einfach zu Hause vergessen. Hier gilt: Den gültigen Führerschein müssen Autofahrer bei jeder Fahrt dabeihaben (§ 4 Absatz 2 Fahrerlaubnis-Verordnung). Können Sie ihn bei einer Verkehrskontrolle der Polizei nicht vorzeigen, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit. Die Strafe hierfür ist laut Bußgeldkatalog ein Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro.

Führerschein verloren: Darf ich trotzdem fahren?

Was gilt, wenn Sie Ihren Führerschein verloren haben, wie Sie ihn ersetzen und ob Sie in der Zwischenzeit Auto fahren dürfen, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema "Führerschein verloren".

Darf ich trotz Fahrverbot im Ausland fahren?

Wenn Sie Ihren Führerschein in Deutschland abgeben mussten, dürfen Sie grundsätzlich auch im Ausland nicht fahren, weil Sie kein Originaldokument vorweisen können. Hier drohen, je nach Land, teilweise hohe Geldstrafen.