Umtauschprämie für Diesel: Die Luft ist sauberer geworden

Composing zur Umweltprämie
Keine Rabatte für den Dieselumtausch: Die Aktionen der Hersteller sind ausgelaufen© Daimler AG [M]

Um Fahrverbote für Diesel-Pkw zu verhindern, hatte der Bund umfangreiche Maßnahmen beschlossen. Software-Updates, Hardware-Nachrüstungen und Neuwagen-Rabatte sollten für saubere Luft sorgen. Das ist offenbar gelungen. Herstelleraktionen gibt es daher nicht mehr.

  • Rabattaktionen für den Tausch alter Diesel sind ausgelaufen 

  • Luft in den Städten ist sauberer geworden

  • Nur noch wenige Problemstädte

Umweltbewusst sein, die Luftqualität verbessern und die Fahrzeugflotte verjüngen – mit solchen Versprechen wollten die Hersteller alte Diesel von der Straße holen. Großzügige Rabatte waren 2018 und 2019 die Folge ("Diesel-Prämien") für alle, die ihren Stinker abgeben wollten. Mittlerweile sind die Aktionen der Hersteller allerdings ausgelaufen. Grund: Zum einen hat sich die Luftqualität in den Städten verbessert. Und zum anderen scheint derzeit die Kaufprämie für Elektroautos eher im Fokus zu stehen, die sich Bund und Hersteller teilen.

Welche Städte liegen noch über den Grenzwerten?

Die gute Nachricht: Die Aktionen haben sich offenbar ausgezahlt – die Luft in den Städten hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert, wie das Umweltbundesamt berichtet.* Dabei handle es sich laut damaliger Bundesumweltministerin Svenja Schulze nicht um einen kurzfristigen Corona-Effekt: "Innerhalb von nur 2 Jahren konnten wir die Luft in etwa 47 von 57 Städten unter den NO2-Grenzwert bringen. Das zeigt: Unsere Maßnahmen wirken. Wir haben europaweit vorgeschrieben, dass neue Dieselfahrzeuge nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf der Straße die Grenzwerte einhalten müssen."

Aktuell gibt es nur noch sechs Städte (München, Ludwigsburg, Limburg a. d. Lahn, Stuttgart, Darmstatt, Hamburg), die den zulässigen Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschreiten.

Sind neue Diesel wirklich sauberer als alte?

Bei Euro-6b-Dieseln konnte sich der Käufer nicht sicher sein, ob das Neufahrzeug tatsächlich sauberer war als das in Zahlung gegebene Modell. Die Ergebnisse des realitätsnahen ADAC Ecotests haben bewiesen, dass viele Euro-6b-Fahrzeuge zwar auf dem Prüfstand, aber mit durchschnittlich 341 mg NOₓ/km auf der Straße nicht wirklich sauber fahren.

Doch die alte Abgasnorm hat sich mittlerweile erledigt. Neuwagen müssen nun nach Euro 6d zertifiziert sein. Diese Fahrzeuge sowie Autos mit der vorangegangenen Norm 6d-TEMP sind nach den Messungen des ADAC tatsächlich sehr sauber – auf dem Prüfstand wie auf der Straße. Wer seinen älteren Diesel dadurch ersetzt, tut also etwas für geringere Stickoxid-Werte.

Katalysator-Nachrüstungen für ältere Diesel

Die Bundesregierung will Fahrverbote auch mit Nachrüst-Systemen für Diesel-Pkw verhindern. Dass die Umrüstung funktioniert, zeigt ein aktueller Dauertest des ADAC mit drei verschiedenen Fahrzeugtypen. Plus: Wir beantworten alle Fragen zur Nachrüstung.

Alle Infos zur Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Katalysatoren

Stand: 9.12.2021, alle Angaben ohne Gewähr.

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Redaktionelle Mitarbeit: Anja Guth

Jochen Wieler
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Thomas Kroher
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