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Umtauschprämie / Umweltprämie für Diesel: Diese Rabatte gibt es

Composing zur Umweltprämie
© Daimler AG [M]

Um Fahrverbote für Diesel-Pkw zu verhindern, hat der Bund umfangreiche Maßnahmen beschlossen. Software-Updates, Hardware-Nachrüstungen und Neuwagen-Rabatte sollen für saubere Luft sorgen. Wie attraktiv die Preisvorteile sind, zeigt unser Vergleich der Dieselprämien der wichtigsten Marken

  • Einige Hersteller haben ihre Rabattaktionen für das Jahr 2019 verlängert, bei anderen ist die Aktion bereits ausgelaufen 

  • Die Rabatt-Aktion hat viele Namen, z.B. Dieselprämie, Abwrackprämie oder Hybridprämie

  • BMW lockt mit einer Umweltprämie+, Daimler bietet zwischen 2000 und 10.000 Euro

Umweltbewusst sein, die Luftqualität verbessern und die Fahrzeugflotte verjüngen – mit solchen Versprechen wollen VW, BMW, Mercedes, Škoda und Co. potenzielle Käufer anlocken. Was bis vor einiger Zeit die Umwelt- oder Abwrackprämie war, wird jetzt zum "Bye-Bye-Bonus" oder "Hybrid Deal". Und es kommen noch die Diesel-Prämien aufgrund der Beschlüsse der Bundesregierung vom 2. Oktober 2018 hinzu.

In der Praxis müssen potenzielle Kunden einige Voraussetzungen erfüllen, um wirklich von den Boni profitieren zu können. Wohnort, Zulassungsbedingungen des alten Fahrzeugs, Fristen, Neu- oder Gebrauchtfahrzeuge und auch nicht alle Modelle: Jeder Hersteller hat seine eigenen Prämien-Regeln aufgestellt, Kleingedrucktes inklusive. Und für die Bewohner der besonders belasteten Städte gelten jetzt eben besondere Bedingungen. Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen zum Dieselpaket und stellen weiter unten die Prämienmodelle vor.

Welche Städte sind vom neuen Maßnahmenpaket für Diesel betroffen?

Generell wird das schon bestehende "Konzept für saubere Luft" nun auf alle 65 Städte ausgeweitet, die den zulässigen Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschreiten. Die Nachrüstung kommunaler Schwerfahrzeuge mit SCR-Kats wird hier vom Bund mit 80 Prozent genauso gefördert wie gewerblich genutzte Handwerker- und Lieferwagen von 2,8-7,5-t-Gesamtgewicht, die ihren Firmensitz in der Stadt oder einem angrenzenden Landkreis haben. Über die Übernahme des Restanteils verhandelt der Bund noch mit den Autoherstellern.

In welchen Städten können Dieselfahrer umtauschen oder nachrüsten?

Betroffen sind aktuell 15 besonders stark belastete Städte und Regionen mit mehr als 50 Mikrogramm NOₓ pro Kubikmeter: Backnang, Bochum, Darmstadt, Düren, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Heilbronn, Kiel, Köln, Limburg an der Lahn, Ludwigsburg, München, Reutlingen, Stuttgart. Plus X: Sollten noch andere Kommunen Verkehrsbeschränkungen planen (müssen), gilt das Privat-Programm auch hier. Einbezogen sind immer die Autos direkt angrenzender Landkreise und beliebig entfernt wohnende Pendler, die in der Stadt arbeiten, Selbstständige mit Firmensitz in der Stadt und Autofahrer mit besonderen Härten, z.B. Kranke, die regelmäßig zum Arzt müssen. Grundlage sind die NO₂-Messwerte des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahr 2017.

Warum sind die anderen belasteten Städte ausgenommen?

Tatsächlich überschreiten noch rund 50 weitere Städte den offiziellen Richtwert von 40 Mikrogramm NOₓ /km. Allerdings geht der Bund davon aus, dass die teils schon laufenden Maßnahmen wie die freiwilligen oder angeordneten Software-Updates ausreichen, um dort in den grünen Bereich zu kommen.

Wie funktionieren die Umtauschprämien?

Durch "attraktive Umtauschprämien" sollen in den 15 Intensivstädten ältere Diesel durch saubere ersetzt werden. Besitzer von Fahrzeugen mit den Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 müssen beim Händler nachweisen, dass sie die Aktion in Anspruch nehmen können, also z.B. in der Stadt arbeiten. Auf den offiziellen Restwert eines Fahrzeugs, der in der Regel per DAT- oder Schwacke-Liste ermittelt wird, soll dann die Prämie des Herstellers aufgeschlagen werden, um die Lücke zum Kauf eines neuen Euro-6-Autos möglichst zu verkleinern. Die Prämien gelten sowohl für Neu- als auch Gebrauchtfahrzeuge.

Ist der neue Diesel wirklich sauberer?

Das weiß der Käufer nicht – außer das Auto ist nach der neuesten Abgasnorm 6d-Temp oder 6d zertifiziert. Immerhin erhält er ein Fahrzeug, das mit seiner Euro 6-Norm derzeit von den Fahrverboten noch nicht betroffen ist. Die Ergebnisse des realitätsnahen ADAC Ecotests beweisen, dass viele Euro-6b-Fahrzeuge zwar auf dem Prüfstand, aber mit durchschnittlich 341 mg NOₓ/km auf der Straße nicht wirklich sauber fahren. Also könnte das neue Auto beim Stickoxid-Ausstoß sogar schlechter sein.

Was passiert mit den umgetauschten Dieseln?

Das entscheidet der Händler. Im Gegensatz zur Abwrackprämie, die mehr als 200.000 Kunden in Anspruch nahmen, kann der Händler das angekaufte Auto auch weiterverkaufen – z.B. in unbelastete Städte und Landkreise oder ins Ausland.

Lohnt sich die Umtauschprämie finanziell?

Wir haben es mal für eine Mercedes C-Klasse mit 80.000 km, Euro 5-Diesel und Erstzulassung 3/2012 durchgerechnet. Das Auto wird bei Mercedes in Zahlung gegeben, der Händlereinkaufspreis laut DAT: 10.900 €. Beim Kauf einer C-Klasse legt der Mercedes-Händler 6000 € Prämie drauf. Das macht 16.900 Euro für den Käufer. Nur: Eine gleichwertige C-Klasse kostet ihn mindestens 35.000 €. Die Differenz beträgt also 18.100 € – so viel muss der Neue dem Käufer erst mal wert sein. Gut für den Kunden ist, dass er sich auf den eher höheren Listenpreis beziehen kann. Schlecht: Neben der offiziellen Umweltprämie wird der Händler wohl keine weiteren Rabatte anbieten.

Wer bietet die Umtauschprämien an?

Die Umtauschprämien sind für die Hersteller ein prima Verkaufsprogramm. Deshalb präsentierten schon kurze Zeit nach Verkündung des Dieselprogramms erste Hersteller wie BMW, Daimler, VW oder Renault ihre Umtauschprogramme mit Rabatten zwischen 2000 und 10.000 Euro – und fast alle anderen sind ihnen gefolgt. Fürs Jahr 2019 haben einige Hersteller ihre Rabattaktionen verlängert, bei anderen ist sie bereits ausgelaufen (z. B. bei Hyundai, VW, Audi und Škoda).

Und den Autokäufern droht ein Prämienchaos: Einige Hersteller nehmen auch Euro 1- bis 4-Fahrzeuge in Zahlung, andere sogar Euro 6-Autos, manche nur Modelle der eigenen Marke, oft gelten die Angebote auch bundesweit.

Dazu kommt, dass Hersteller oder Markenbetriebe Ihre Prämien gerne "spontan" dem aktuellen Markt angleichen. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn Sie im Netz noch nichts dazu finden oder die Händler nicht Bescheid wissen. Wer den Überblick behalten will, findet hier eine ständig aktualisierte Liste der Hersteller-Prämien.

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Umweltprämien der wichtigsten Marken in Deutschland

Mercedes/Smart
Überregionale DieselprämieSmart (neu): 1000 €, Mercedes (neu): 2000 €, Mercedes gebraucht ("junge Sterne" ab 6c): 1500 €; jeweils netto
Zusatzprämie für alternative Antriebemit staatlichen Boni zur Förderung von E-Mobilität kombinierbar
AltfahrzeugWertausgleich für Verschrottung (EU1 - EU3) und Inzahlungnahme (EU4)
BesonderheitenAltfahrzeug muss vor dem 1.10.2018 auf Kunden des Neufahrzeugs zugelassen sein, bei EU1 - EU3: Kunde erhält Zeitwert. Bisher keine Laufzeitbeschränkung. Bei Van-Modellen: Nur regionale Umtauschprämie
Regionale Umtauschprämie (Intensivstädte)Mercedes: Inzahlungnahme Euro 5 oder älter, von 2000 € (EQC) bis 10.000 € (modellabhängig) Prämie beim Kauf eines Neufahrzeugs. Zwischen 3000 und 5000 € beim Kauf eines "Jungen Sterns". Gilt generell für Neuwagen aller Antriebsarten mit Euro 6c, 6d-Temp, 6d.
BMW/Mini
Überregionale Dieselprämie1500 € (Vorführwagen oder "Junger Gebrauchter") - 2000 € (Neuwagen), jeweils netto
Zusatzprämie für alternative Antriebemit staatlichen Boni zur Förderung von E-Mobilität kombinierbar
AltfahrzeugInzahlungnahme
Besonderheitengilt nur für Halter von Euro-5-Dieselfahrzeugen (Laufzeit bis 31.12.2019), Altfahrzeug muss mindestens zwölf Monate auf Kunden des Neufahrzeugs zugelassen sein, neues Fahrzeug darf max. 140 g/km CO₂ ausstoßen. Laufzeit bis 31.12.2019
Regionale Umtauschprämie (Intensivstädte)Umweltprämie +: Inzahlungnahme nur von BMW- und Mini-Diesel-Modellen mit Euro 4 und Euro 5, 6000 Prämie für Kauf oder Leasing eines Neuwagens, 4500 € für einen "Jungen Gebrauchten" (beide: alle Antriebsarten).
FCA (nur noch für Alfa, Jeep)
Überregionale DieselprämieUmtauschprämie Alfa: von 4000 (Giulietta) – 10.500 € (Giulia), Jeep: von 4500 (Compass) - 11.500 € (Grand Cherokee).
Zusatzprämie für alternative Antriebekeine
AltfahrzeugInzahlungnahme (EU 1-5), alle Modelle, unabhängig vom Hersteller
BesonderheitenLaufzeit bis 31.12.2019
Regionale Umtauschprämie (Intensivstädte)
Nissan
Überregionale DieselprämieNeuauflage "Diesel-Deal", 2500 (Micra) – 5000 € (X-Trail und Qashqai)
Zusatzprämie für alternative AntriebeFür den Leaf gibt es zusätzlich zum üblichen staatlichen Umweltbonus 4760 € (brutto) Prämie
AltfahrzeugInzahlungnahme (EU 1-5)
BesonderheitenDieselfahrzeug muss mindestens sechs Monate auf Käufer des Neufahrzeugs zugelassen sein, Aktion gültig für Kaufverträge bis zum 31.12.2019
Regionale Umtauschprämie (Intensivstädte)"Diesel-Deal" statt Extrapaket
Toyota
Überregionale Dieselprämie"Diesel-Eintauschbonus" für Vollhybride von 2400 (Yaris) - 3500 € (RAV4)
Zusatzprämie für alternative AntriebeHybridprämie je nach Modell bis 3500 € (nicht für Prius Plug-in), Laufzeit bis 31.12.2019
AltfahrzeugInzahlungnahme (inkl. EU 6)
Besonderheitengilt nur für Vollhybrid-Modelle, Laufzeit bis 31.12.2019,Altfahrzeug muss mindestens sechs Monate auf Kunden des Neufahrzeugs zugelassen sein
Regionale Umtauschprämie (Intensivstädte)
Jaguar/Land Rover
Überregionale DieselprämieLand Rover: 6000 € (Range Rover Evoque, Discovery Sport) – 11.000 € (Range Rover). Jaguar: 6000 (E-Pace, XE) – 11.000 € (XJ)
Zusatzprämie für alternative Antriebekeine
AltfahrzeugJe nach Händler, in der Regel Inzahlungnahme (EU 1 – 5); unabhängig vom Hersteller
Besonderheitengilt nur beim Kauf eines Neuwagens, Altfahrzeug muss mindestens sechs Monate auf Kunden des Neufahrzeugs zugelassen sein, Laufzeit bis 31.12.2019
Regionale Umtauschprämie(Intensivstädte)

Stand: 29.11.2019, alle Angaben ohne Gewähr. Datenbasis: Internetseiten der Hersteller.

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