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Der ADAC

Umtauschprämie / Umweltprämie für Diesel: Diese Rabatte gibt es

Composing zur Umweltprämie
Wer seinen alten Diesel in Zahlung gibt, bekommt bei manchen Herstellern Rabatte ∙ © Daimler AG [M]

Um Fahrverbote für Diesel-Pkw zu verhindern, hat der Bund umfangreiche Maßnahmen beschlossen. Software-Updates, Hardware-Nachrüstungen und Neuwagen-Rabatte sollen für saubere Luft sorgen. Allerdings bieten derzeit nur noch wenige Marken "Umtauschprämien" oder "Dieselprämien" an. Ein Überblick.

  • Nur noch wenige Hersteller haben ihre Rabattaktionen für das Jahr 2020 verlängert, bei anderen ist die Aktion ausgelaufen 

  • Die Rabatt-Aktion hat viele Namen, z.B. Dieselprämie, Abwrackprämie oder Hybridprämie

  • BMW lockt mit bis zu 3000 Euro Prämie, Alfa und Jeep bieten bis zu 10.000 Euro

Umweltbewusst sein, die Luftqualität verbessern und die Fahrzeugflotte verjüngen – mit solchen Versprechen wollten die Hersteller alte Diesel von der Straße holen. Großzügige Rabatte waren 2018 und 2019 die Folge ("Diesel-Prämien") für alle, die ihren Stinker abgeben wollten. 2020 sind die meisten Aktionen der Hersteller allerdings ausgelaufen. Grund: Zum einen hat sich die Luftqualität in den Städten verbessert, wenn auch nicht in allen gleich gut (siehe weiter unten). Und zum anderen scheint derzeit die Kaufprämie für Elektroautos eher im Fokus zu stehen, die sich Bund und Hersteller teilen.

In der Praxis mussten bzw. müssen potenzielle Kunden einige Voraussetzungen erfüllen, um wirklich von den Boni profitieren zu können. Wohnort, Zulassungsbedingungen des alten Fahrzeugs, Fristen, Neu- oder Gebrauchtfahrzeuge und auch nicht alle Modelle: Jeder Hersteller hat seine eigenen Prämien-Regeln aufgestellt, Kleingedrucktes inklusive. Und für die Bewohner der besonders belasteten Städte gelten jetzt eben besondere Bedingungen. Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen zum Dieselpaket und stellen weiter unten die Prämienmodelle vor.

Welche Städte sind vom Maßnahmenpaket für Diesel betroffen?

Die gute Nachricht: Die Luft in den Städten hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert, wie das Umweltbundesamt berichtet.* Trotzdem gilt das "Konzept für saubere Luft" weiter für alle aktuell 25 Städte, die den zulässigen Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschreiten. Die Nachrüstung kommunaler Schwerfahrzeuge mit SCR-Kats wird hier vom Bund mit 80 Prozent genauso gefördert wie gewerblich genutzte Handwerker- und Lieferwagen von 2,8-7,5-t-Gesamtgewicht, die ihren Firmensitz in der Stadt oder einem angrenzenden Landkreis haben.

In welchen Städten können Dieselfahrer umtauschen oder nachrüsten?

Betroffen sind aktuell nur noch 5 besonders stark belastete Städte und Regionen mit mehr als 50 Mikrogramm NOₓ pro Kubikmeter: Darmstadt, Frankfurt/Main, Limburg an der Lahn, München, Stuttgart. Plus X: Sollten noch andere Kommunen Verkehrsbeschränkungen planen (müssen), gilt das Privat-Programm auch hier. Einbezogen sind immer die Autos direkt angrenzender Landkreise und beliebig entfernt wohnende Pendler, die in der Stadt arbeiten, Selbstständige mit Firmensitz in der Stadt und Autofahrer mit besonderen Härten, z.B. Kranke, die regelmäßig zum Arzt müssen. Grundlage sind die NO₂-Messwerte des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahr 2017.

Wie funktionieren die Umtauschprämien?

Durch "Umtauschprämien" sollen in den 5 Intensivstädten ältere Diesel durch saubere ersetzt werden. Besitzer von Fahrzeugen mit den Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 müssen beim Händler nachweisen, dass sie die Aktion in Anspruch nehmen können, also z.B. in der Stadt arbeiten. Auf den offiziellen Restwert eines Fahrzeugs, der in der Regel per DAT- oder Schwacke-Liste ermittelt wird, soll dann die Prämie des Herstellers aufgeschlagen werden, um die Lücke zum Kauf eines neuen Euro-6-Autos möglichst zu verkleinern. Die Prämien gelten sowohl für Neu- als auch Gebrauchtfahrzeuge.

Ist der neue Diesel wirklich sauberer?

Bei Euro-6b-Dieseln konnte sich der Käufer nicht sicher sein, ob das Neufahrzeug tatsächlich sauberer war als das in Zahlung gegebene Modell. Die Ergebnisse des realitätsnahen ADAC Ecotests haben bewiesen, dass viele Euro-6b-Fahrzeuge zwar auf dem Prüfstand, aber mit durchschnittlich 341 mg NOₓ/km auf der Straße nicht wirklich sauber fahren.

Doch die alte Abgasnorm hat sich mittlerweile erledigt. Neuwagen müssen nun nach Euro 6d zertifiziert sein. Diese Fahrzeuge sowie Autos mit der vorangegangenen Norm 6d-TEMP sind nach den Messungen des ADAC tatsächlich sehr sauber – auf dem Prüfstand wie auf der Straße. Wer seinen älteren Diesel dadurch ersetzt, tut also etwas für geringere Stickoxid-Werte.

Was passiert mit den umgetauschten Dieseln?

Das entscheidet der Händler. Im Gegensatz zur Abwrackprämie, die mehr als 200.000 Kunden in Anspruch nahmen, kann der Händler das angekaufte Auto auch weiterverkaufen – z.B. in unbelastete Städte und Landkreise oder ins Ausland.

Katalysator-Nachrüstungen für ältere Diesel

Die Bundesregierung will Fahrverbote auch mit Nachrüst-Systemen für Diesel-Pkw verhindern. Dass die Umrüstung funktioniert, zeigt ein aktueller Dauertest des ADAC mit drei verschiedenen Fahrzeugtypen. Plus: Wir beantworten alle Fragen zur Nachrüstung.

Alle Infos zur Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Katalysatoren

Lohnt sich die Umtauschprämie finanziell?

In den meisten Fällen wohl eher nicht. Schließlich muss man für einen Neuwagen immer noch ordentlich drauflegen. Aber: Immerhin bekommt man so für seinen alten Diesel noch ein paar Tausender zusätzlich und wird ihn sicher los.

Wer bietet die Umtauschprämien an?

Die Umtauschprämien waren für die Hersteller ein prima Verkaufsprogramm. Deshalb präsentierten schon kurze Zeit nach Verkündung des Dieselprogramms erste Hersteller ihre Umtauschprogramme mit Rabatten zwischen 2000 und 10.000 Euro. Bei den meisten Herstellern sind die Rabattaktionen mittlerweile aber ausgelaufen. Nur noch BMW/Mini und Alfa/Jeep halten derzeit daran fest:

Aktuelle Dieselprämien der Hersteller

BMW/Mini

Überregionale Dieselprämie

Umweltprämie 2000 € (Vorführwagen oder "Junger Gebrauchter") - 3000 € (Neuwagen), jeweils netto

Zusatzprämie für alternative Antriebe

mit staatlichen Boni zur Förderung von E-Mobilität kombinierbar

Altfahrzeug

Inzahlungnahme

Besonderheiten

gilt für Halter von Euro-4- und -5-Dieselfahrzeugen; Altfahrzeug muss seit 1.10.2018 auf den Kunden des Neufahrzeugs zugelassen sein; neues Fahrzeug darf max. 140 g/km CO₂ ausstoßen. Laufzeit bis auf Weiteres

Regionale Umtauschprämie (Intensivstädte)

FCA (nur noch für Alfa Romeo und Jeep)

Überregionale Dieselprämie

Wechselbonus Alfa: bis zu 10.000 € (nur Giulia und Stelvio), Umweltbonus Jeep: bis zu 10.000 € (keine Angabe von Modellen)

Zusatzprämie für alternative Antriebe

keine

Altfahrzeug

Inzahlungnahme (EU 1-5); alle Fahrzeuge, die mindestens drei Monate auf den Kunden zugelassen waren; alle Modelle, herstellerunabhängig

Besonderheiten

Laufzeit bis 31.12.2020; gilt für alle Antriebsarten

Regionale Umtauschprämie (Intensivstädte)

Stand: 10.12.2020, alle Angaben ohne Gewähr. Datenbasis: Internetseiten der Hersteller.

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Redaktionelle Mitarbeit: Anja Guth

Jochen Wieler
Redakteur
Kontakt
Thomas Kroher
Redakteur
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